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News - Bioware: Bioware: "Gewalt wird in naher Zukunft kein Verkaufsargument mehr sein"

AW: News - Bioware: Bioware:

Das klingt ja okay. Spiele können durchaus ohne Gewalt auskommen. Und wenn sie schon usprünglich nicht mehr so übertrieben programmiert werden, dann wird es niemandem abgehen. Was es nicht gibt, kann niemand missen.
 
AW: News - Bioware: Bioware:

Hallo PC-Gamers,

das Thema "Zukunft des Gaming" hängt meiner Meinung nach untrennbar mit der Gewaltfrage zusammen! Die Argumentation der Bioware-Mitarbeiter prognostiziert (Zitat): "Gewalt werde zunehmend irrelevant als Verkaufsargument, ...." - ich teile diese Ansicht zu 100%!

Nun sind wir an einem Punkt in der Entwicklung von Videospielen angelagt, wo man bereits von Kunst spricht. Entwicklerteams hocken nicht mehr zu dritt in Garagen basteln Baller-Allerlei in Leveleditoren zusammen. Gewalt ist bekanntlich Bestandteil des FPS-Shooter Genres, aber nicht nur. Dort beschleicht mich (FPS-Fan der ersten Stunde) mittlerweile auch ein Gefühl der Sättigung. Das Bildschirmzentrum auf die Gegnergestalt zu richten, diesen schließlich mit einer variablen Anzahl von Vernichtungswaffen mehr oder minder blutig zu Fall zu bringen, das Thema ist einfach irgendwann ausgelutscht wie alter Kaugummi. Kreativität kommt dabei auch an seine Grenzen ... Waffentypen, was soll da noch kommen, was noch nicht dagewesen ist. Nein, ich glaube dass die Videogame-Branche eine zunehmende Bewegung in Richtung (nennen wir es) Virtual Movie machen wird. Die Grenzen zwischen aufwendig produziertem Blockbuster und "Spiel" werden dahingehend verschwimmen, dass schließlich eine Verdrängung der reinen Spielfilm-Kultur erfolgen wird. Der Mangel an Interaktivität wird dabei K.O.-Kriterium! Werfen wir einen Blick auf die aktuellen MediaControl Charts im DVD-Vertrieb/Verleih, sucht man vergebens nach B-Movies aus der Splatterecke. Diese rein auf Gewalt basierenden Streifen können niemals ein ähnlich großes Publikum erreichen wie z.B. aktuelle Topseller ("Twilight", "Benjamin Button", "Australia" etc.).

Die Portation von Emotionen wird schließlich die Wende bei den Videogames mit sich bringen, das ganze wird super spannend und den Gamern ungeahnte Möglichkeiten bieten. Und das Beste: der grundlegende Wandel steht bereits in den Startlöchern. Die E3 hat gezeigt, dass in den nächsten Jahren ein Wandel (vor allem im Erwachsenen-Entertainment) zu erwarten ist, der mit einem einzigen Wort beschreibbar ist: Atemberraubend!

Ein aktuelles Beispiel ist die PS3-Entwicklung "The Last Guardian" von Team Ico. Dieses Spiel erntete den mit Abstand größten Applaus aller ausgestellter Titel der Weltmesse. Die anwesenden Journalisten beschrieben das Erlebnis mit "großer emotionaler Berührtheit" und "Gänseheit-Erfahrung". Grund dafür war eine digital erschaffene Kreatur, die man "sofort ins Herz schließt". Aber schaut selbst:

http://www.gametrailers.com/video/e3-09-the-last/50352

Diese Titel werden zunehmend Erfolge ähnlich GTA IV feiern. Und GTA wurde vorrangig wegen der authentisch wirkenden Human-Interaktionen und seiner täuschend echten Umgebung mit großer spielerischer Freiheit gefeiert, nicht wegen seiner (sicherlich vorhandenen) Gewaltdarstellungen. Das ist auch voll OK - Gewalt als Option und Element gescheiterter (Videospiel-)Charaktere. Aber als Dreh- und Angelpunkt wie wir es in aktuell in Prototype erleben? Diese Games werden eine Randgestalt darstellen, die sicher auch Ihre Berechtigung haben wird, das ist klar. Erfolgreiche Titel werden das Thema auch aufgreifen aber eleganter verpacken. Wie im Noir-Thriller "Heavy Rain" von Quantic Dream. Dieses Spiel wird sicherlich seine Freunde dunkler Handlungen finden, auch ein echter Vorreiter der "Virtual Movie"-Gattung.

http://www.gametrailers.com/video/e3-09-heavy-rain/50383

Die Darstellung von Kriminalität - nervenaufreibend, spannend! Aber Schrotsalven-durchsiebte-Leichen gepflasterte "Schlauchlevels"? Neein, das glaube ich ganz und gar nicht, dass das laufen wird...
 
AW: News - Bioware: Bioware:

elan-eo-akin am 07.07.2009 20:17 schrieb:
Und GTA wurde vorrangig wegen der authentisch wirkenden Human-Interaktionen und seiner täuschend echten Umgebung mit großer spielerischer Freiheit gefeiert, nicht wegen seiner (sicherlich vorhandenen) Gewaltdarstellungen.
Ohne Gewalt wäre GTA IV mit Sicherheit kein Kassenschlager geworden. Das Spiel lebt zu einem großen Teil von seiner Action und Action heißt nunmal Gewalt.

Gewalt als Option und Element gescheiterter (Videospiel-)Charaktere. Aber als Dreh- und Angelpunkt wie wir es in aktuell in Prototype erleben? Diese Games werden eine Randgestalt darstellen, die sicher auch Ihre Berechtigung haben wird, das ist klar.
Diese Games waren schon immer eine Randgestalt. Ich spiele seit 20 Jahren Videospiele und kann mich nicht erinnern, dass sowas wie Prototype mal eine Art Leitgenre gewesen wäre.

Selbst in First Person Shootern war Gewalt nie einzig und allein für Verkaufserfolge verantwortlich, sondern immer die grafische Evolution, die Spiele wie Quake, Unreal, Crysis mitsich brachten gefolgt von der kinoartigen Inszenierung wie in Call of Duty. Die Leute wollten grafisch geile Action. Da die Grafik derzeit stagniert, kann man mit nem FPS inzwischen kaum jemanden hinter dem Ofen hervorlocken. Daher der Sättigungseffekt.

Die Kinoinszenierung von CoD scheint noch zu laufen, wobei da die "boah öde" Stimmen auch immer lauter werden, aber es rückt ja auch jedes Jahr ein neuer Jahrgang Spieler nach, der die alten Teile nicht kennt.

Die Darstellung von Kriminalität - nervenaufreibend, spannend! Aber Schrotsalven-durchsiebte-Leichen gepflasterte "Schlauchlevels"? Neein, das glaube ich ganz und gar nicht, dass das laufen wird...
Wäre das denn was Neues?

@ Links:
The Last Guardian sieht interessant aus, aber mir persönlich wäre es zuviel Kitsch. Muss man abwarten, wen das Spiel ansprechen soll.

Heavy Rain sieht nach den ersten Videos wie ein interaktiver Film aus. Ich habe bisher ausschließlich Quick Time Events gesehen und hoffe, dass das Spiel nicht nur davon lebt, denn dann wäre es alles andere als eine Revolution.
 
AW: News - Bioware: Bioware:

elan-eo-akin am 07.07.2009 20:17 schrieb:
Ein aktuelles Beispiel ist die PS3-Entwicklung "The Last Guardian" von Team Ico. Dieses Spiel erntete den mit Abstand größten Applaus aller ausgestellter Titel der Weltmesse. Die anwesenden Journalisten beschrieben das Erlebnis mit "großer emotionaler Berührtheit" und "Gänseheit-Erfahrung". Grund dafür war eine digital erschaffene Kreatur, die man "sofort ins Herz schließt". Aber schaut selbst:

http://www.gametrailers.com/video/e3-09-the-last/50352
Grafisch sieht das teil Hammer aus, aber das Kind sieht wie ein "fehler" aus. Zu viel Blooming - das ist schon ne eigene Leuchtquelle (Sonne) und zu wenig Details, wenn man das mit dem Rest der Charaktere im Trailers vergleicht
 
AW: News - Bioware: Bioware:

N-o-x am 07.07.2009 22:52 schrieb:
Selbst in First Person Shootern war Gewalt nie einzig und allein für Verkaufserfolge verantwortlich, sondern immer die grafische Evolution, die Spiele wie Quake, Unreal, Crysis mitsich brachten gefolgt von der kinoartigen Inszenierung wie in Call of Duty. Die Leute wollten grafisch geile Action. Da die Grafik derzeit stagniert, kann man mit nem FPS inzwischen kaum jemanden hinter dem Ofen hervorlocken. Daher der Sättigungseffekt.

Stimmt! Eigentlich ging es weniger um Gewalt aber es musste schon ein Shooter sein, schließlich hätte kein Actionfan ein neues SimCity mit Cryengine gezockt. Ich glaube auch zum Teil, dass wir aufgrund der noch eingeschränkten Handlungsspielräume der Genres und der Story-Stagnation in diese Schlachtspirale gezogen werden. Ich habe gelesen, in 15 Jahren sollen wir eine 1:1 Fotorealistik in Spielen haben. Wenn die Anbieter dann mit frischen Story-Ideen aufwarten, entscheiden wir sicherlich anders...
Aber zum Dampf rauslassen werden sie sicherlich auch in Zukunft Beat 'em ups und Ballergames konsumiert. Schließlich, und deswegen fordert die Politik ein Verbot, verändern diese Spiele (man glaubt es kaum) unsere Einstellung gegenüber der Realität. Sicher nicht in dem Maße, wo alle Amok laufen. Aber dennoch ist eine nachhaltige Veränderung der Wahrnehmung durch Gewaltspiele (auch wenn es nur auf der hintersten aller Bewusstseinsebenen unseres Gehirns geschieht) existent. Beschäftigt man sich mit schönen Dingen in Spielen, z.B. erschafft eine schöne Kreation in Anno 1404 oder Flower, werden diese Dinge in der realen Welt intensiver wahrgenommen (z.B. Architektur und Flora). Aber unsere Kultur ist eben auch durch Filme wie Scarface geprägt. Diese suggerieren, dass es im Leben nichts schöneres als Autos, leichte Frauen und Waffen gibt. Diese Objekte strahlen auf uns immer eine Begehrlichkeit aus. Wie weit sie ausgelebt wird, tragen Film- und Spielindustrie sowie Politik und zuletzt unsere eigenen Prämissen Rechnung.

Ich persönlich finde diese Click-and-Dead in Ballergames mittlerweile dermaßen öde, dass ich nach Alternativen suche. Somit ist ein "Ghostbusters The Video Game" schon mal eine nette Abwechslung.

N-o-x am 07.07.2009 22:52 schrieb:
Die Kinoinszenierung von CoD scheint noch zu laufen, wobei da die "boah öde" Stimmen auch immer lauter werden, aber es rückt ja auch jedes Jahr ein neuer Jahrgang Spieler nach, der die alten Teile nicht kennt.

Total öde! ;-) Wobei, jene die seit der ersten Stunde dabei sind, immer den größeren "Wow"-Effekt erleben werden, da sie bereits riesige Pixelblöcke erlebt haben.
 
AW:

Ich bin eigentlich auch ein Freund von Story und markanten Charakteren. Das Ganze darf aber nicht so ausarten, dass ein Spiel dann nur noch aus Inszenierung besteht, keinerlei freie Handlungen mehr zulässt und man sich wie in einem Film vorkommt.
Wie bei manchen Spielen, in denen der Großteil automatisch abläuft und man ab und zu eine Taste drücken darf. Da kann ich auch gleich einen Film gucken.
Story ja, aber dann bitte auch mit entsprechendem Gameplay.

Spassbremse am 07.07.2009 10:41 schrieb:
Ich erinnere mich gerne an mein erstes Computer-RPG "Legend of Faerghail" vor vielen Jahren. Dort war es, ensprechende Talente vorausgesetzt, immer möglich, einen Kampf per Diplomatie zu umgehen. Man konnte das ganze Spiel ohne einen einzigen Kampf beenden, vom Endgegner einmal abgesehen.

:-)

"Bist du ein böser Gegner?"
"Ja, aber ich hab auch meine guten Seiten."
"Gut, dann lass uns Freunde sein."
"Ok."

:ugly: :-D
 
AW: News - Bioware: Bioware:

rohan123 am 07.07.2009 18:56 schrieb:
Das klingt ja okay. Spiele können durchaus ohne Gewalt auskommen. Und wenn sie schon usprünglich nicht mehr so übertrieben programmiert werden, dann wird es niemandem abgehen. Was es nicht gibt, kann niemand missen.
... außer natürlich, es war vorher schon mal da ... :-|
 
AW: News - Bioware: Bioware:

Was für eine Aussage!
Ist das wirklich so? Kaufen Leute Spiele, weil sie besonders gewaltvoll sind? o___O

Für mich war Gewalt noch nie ein Kaufsargument (und wird niemals eins sein). Es war anders herum: die Zensur derselben war ein nichtkauf-Argument.
Das lag nicht in der fehlenden Gewalt begründet, sondern in der Zensur.
 
AW: News - Bioware: Bioware:

Auf dem PC wird sich das nicht durchsetzen.
Ein kompletter Wirtschaftszweig, der auf "Klick und Explodier" basiert, ja dadurch lebt, wird sich nicht einfach so abschalten (lassen).
Klar ist, es gibt auch die Klientel der Leute, die sich lieber unterhalten lässt, als selbständig zu interagieren. Die Unterhaltungsindustrie wird wohl vorerst diese Leute bevorzugt "bedienen" (wollen)....
 
AW:

satchmo am 07.07.2009 10:08 schrieb:
Gewaltspiele sind der kleiner Markt und werde mit Sicherheit nicht in 10 Jahren verschwunden sein.

Eins der ersten "echten" 3D Spiele, Rescue on Fractalus, war ursprünglich als reines Rettungsspiel gedacht, so David Fox, einer der ersten Spieleprogrammierer bei Lucasarts (Lucasfilm Games /Lucasfilm Games Division) ...

http://www.youtube.com/watch?v=3tXGLvdA8a0&feature=related

Das Spiel war bereits fertig, als George Lucas ihm ausdrücklich klar machte, dass da eine Feuertaste zu sein hat und man Aliens abschießen können soll.
Das war 1985/86 ....
 
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