AW: News - ArmA 2: ArmA 2: Ein wahres Bug-Desaster - PC Games testet die Militär-Simulation
Holstentor am 01.06.2009 11:57 schrieb:
Nichtsdestotrotz habe ich lange nicht mehr so einen Spaß vor dem Monitor gehabt. Den Totalverriss der meisten Spiele-Magazin hat Arma 2 meiner Meinung nach jedenfalls nicht verdient.
Das ist der entscheidende Punkt. Meiner Meinung nach ist es die Aufgabe von Zeitschriften wie der PCG in sachlicher Form auf die vorhandenen Bugs hinzuweisen. Was die PCG hier statt dessen gemacht hat war reine Polemik.
Da macht sich die PCG in dem Video darüber lustig, das ein KI Soldat nicht wie gewünscht in ein Fahrzeug einsteigt. Auf Rückfrage erfährt man dann, dass das ein Einzelfall war. Gleiches gilt für die passive KI, die nicht auf Gegner reagiert. Das sind Bugs. Gar keine Frage.
Aber warum wird dann ganz gezielt der Eindruck erweckt, als ob das Spiel unspielbar wäre? Das ist unseriös. Vor allem wenn man überlegt, wie rücksichtsvoll die PCG mit tatsächlich völlig verbuggten Spielen wie GTA 4 oder Gothic 3 umgegangen ist.
Manchmal frage ich mich, ob das etwas damit zu tun haben könnte, wie groß der Hype war, den die PCG im Vorfeld um das jeweilige Game gemacht hat. Oder damit, wie viele Anzeigen der jeweilige Publisher in der PCG schaltet ...
Was mir ebenfalls sauer aufstößt ist das hier wegen Bugs im SP ein Spiel öffentlich verrissen wird, dessen Stärken eindeutig im MP liegen. Zugegeben, der SP Part und die Kampagne haben auch sehr viele Anhänger. Die sind von den vorhandenen Bugs mehr betroffen als die MP Spieler.
Aber mal ehrlich: BF2 oder BF2142 haben auch einen SP Modus. Wenn man die Leistung der KI von BF2 als Grundlage für die Bewertung nehmen würde, wäre BF2 niemals über 30% hinaus gekommen.
Dann haben wir als weiteren Kritikpunkt noch das Kommunikationssystem von Arma 2. Das finde ich persönlich durchaus verbesserungswürdig. Trotzdem ist es schon "etwas" seltsam, wenn sich z.B. der Gamestar Tester darüber beschwert, dass er im Gefecht die Orientierung verloren hat.
Bei Arma 2 werden dem Spieler durch den jeweiligen Truppführer Ziele zugewiesen, die man bekämpfen soll. Diese Ziele werden durch eine farbliche Markierung auf dem Bildschirm angezeigt (abhängig vom Schwierigkeitsgrad). Wo ist da bitte das Problem?
Ansonsten sollte man immer in der Nähe seines Truppführeres bleiben. Dann verirrt man sich nicht so schnell. Wenn das nicht geklappt hat kann man noch auf Karte und Kompass zurückgreifen. Oder den Truppführer nach seinem Standort fragen.
Arma 2 ist eben eine relativ anspruchsvolle Simulation. Wenn die Redakteure bei der Bundeswehr gewesen wären wüßten sie vielleicht, wie man sich im Gefecht verhält. Alternativ würde ich eine Partie Paintball mit menschlichen Mitspielern empfehlen.
Dabei kann man sehr schön sehen, wie unübersichtlich es in einem Gefecht zugehen kann. Vermutlich würde man dann sogar feststellen, das sich die KI bei Arma 2 im Vergleich zu den menschlichen Kollegen gar nicht so schlecht verhält.
Fazit: Die von der PCG im Video gezeigten Bugs sind/waren tatsächlich vorhanden, rechtfertigen aber in gar keiner Weise einen solchen polemischen Verriss. Arma 2 ist trotz dieser Bugs sehr gut spielbar und von den gebotenen Möglichkeiten und der Atmosphäre her derzeit unerreicht.