Der Tiefgang bei Mass Effect' Entscheidungen liegt auch weniger darin, wie sich diese direkt auf das Spiel selbst auswirken. Ich wuerde zustimmen, dass es fuer das Gameplay wenig Unterschied macht, ob ich die Rachni Queen nun umbringe oder freilasse. Es hat ein paar Auswirkungen dahingehend, dass ein paar Dialoge anders sind und dass ich in ME3 ein paar War Assets weniger bekomme aber das war's auch schon.
Nein, der Tiefgang bei einem Mass Effect liegt doch darin, dass diese Entscheidungen vom Spieler abverlangen einen moralischen und philosophischen Standpunkt zu beziehen. Hat man das getan, zeigt einem das Spiel in vielen Faellen Konsequenzen in der Handlung auf (aber nicht immer und es ist auch nicht immer noetig). Das ist die Essenz des Tiefgangs eines Mass Effect gegenueber einem Elite, das eben mehr Tiefgang in der mechanischen Komponente des Spiels einbaut.
Das kann man schon daran erkennen, dass es im alten BioWare Forum (das sie leider abgeschafft haben, duemmste Entscheidung ever!!!) Seiten-, ja sogar Buecher-lange Diskussionen zu einzelnen Entscheidungen gab, mit Argumenten beider Seiten. Diese Diskussionen haben teilweise sehr interessante Aspekte ueber die Persoenlichkeit und die Standpunkte derjenigen offengelegt, die gepostet haben. Das war fuer mich schon immer das faszinierendste an den Mass Effect Spielen. Ich denke ich habe mindestens doppelt so viel Zeit in den Foren verbracht und ueber das Spiel diskutiert, wie im Spiel selbst (alle drei Teile zusammengenommen).
Ich glaube nicht, dass ich so etwas bei einem Elite tun wollte oder koennte, aber das liegt daran, dass fuer mich gameplay hauptsaechlich zweckerfuellend sein muss. Andere Leute sehen das natuerlich anders und das ist ja auch ok.
Aber hier zu behaupten, ein Spiel sei dem anderen in Sachen Tiefgang oder Anspruch ueberlegen ist mMn nicht sinnvoll, da es sich um zwei voellig unterschiedliche Herangehensweisen daran handelt, in welcher Form das Spiel den Spieler ansprechen und fordern will.
Klar, wenn ich mich nicht mit der Story von ME auseinandersetzten will, dann kann ich es trotzdem als recht hirnlosen TPS spielen. Das geht bei Elite nicht, wenn ich mich nicht mit den Mechaniken beschaeftigen will, dann kann ich das Spiel nicht spielen. Aber nur weil ME einen nicht zwingt sich mit dem eigentlich anspruchsvollen Teil des Spiels zu beschaeftigen heist das nicht, dass dieser nicht vorhanden ist.
Ich will uebrigens auch nicht behaupten, dass Mass Effect's Story und Entscheidungen immer im hoechsten Masse anspruchsvoll und auf alleroberster geistiger Ebenen verkehren, im Gegenteil, wer meine posts kennt, der weiss, dass ich einer der ersten bin, die ME scharf fuer einige Aussetzer in seiner Story und Lore kritisiert. Aber genauso hat ein Elite trotz allen tollen und anspruchsvollen Mechaniken ja auch seine Probleme (wie bereits geschrieben wurde), nobody is perfect. Mir geht es eher darum, was das Spiel sein will und Elite und Mass Effect koennten da unterschiedlicher gar nicht sein.
Naja, das kommt immer drauf an. Mass Effect hatte sicherlich seine Probleme mit der DLC Polititk (Teile der Haupthandlung rausschneiden geht mal gar nicht) aber vom Umfang her fand ich die Spiele an sich immer ok. Auch das Preis-Leistungs-Verhaeltnis fand ich bei Erscheinen der DLCs ok, da sie sehr hochwertig waren. Das Problem hier ist eher, dass sie den Preis nie gesenkt haben, drum sind sie heutzutage sauteuer.
Und bei all den Problemen, die Dragon Age Inquisition hatte, ich denke Umfang und DLC Management gehoerten nicht dazu. Das Hauptspiel hatte eine ordentliche Laenge, es gab endlich mal keinen Day-1-Companion-D:C mehr und ich habe die DLCs von DA:I zwar selber noch nicht gespielt aber von dem was ich gehoert habe sind sie ziemlich gut, ohne dass sie gleich wieder die Hauptgeschichte weiterspinnen muessen. Und wenigstens gibt es hier eine GOTY, die dann auch ab und an mal in nem Sale guenstig zu haben ist. Das finde ich dann ok und ich hoffe so machen sie es auch bei Andromeda wieder.