EU-Studie: Illegale Spiele-Piraterie hat keinen Einfluss auf die Verkaufszahlen

Icetii

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Zum Artikel: EU-Studie: Illegale Spiele-Piraterie hat keinen Einfluss auf die Verkaufszahlen
 

Schalkmund

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So wurden in der Vergangenheit bereits die Preise für Entertainment immer weiter gesenkt, um gegen Piraterie vorzugehen. Die entsprechenden Auswirkungen sind in der veröffentlichten Studie nicht zu sehen.
Na, dann ist das doch ein positiver Nebeneffekt der Piraterie. Sales z.B. bei Steam, Origin oder im Playstation-Store führen schließlich dazu, dass ich mir mehr Spiele kaufe als ich es eigentlich tun würde.
 

MichaelG

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Die Aussage, daß das Spiele-Piraterie keinen Einfluß auf die Verkaufszahlen hat ist genau so großer Blödsinn wie das andere Extrem.
 

Spiritogre

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Hat ja nur gut 20 Jahre gedauert, bis das mal einer offiziell feststellt. Dabei hat das immer schon die Logik diktiert, denn ein Mensch hat nun mal nur Summe X für seine Konsumgüter verfügbar und die geben "Fans" einer Sache dann auch gerne aus. Nur reicht das Geld bei Vielen bei dem Überangebot eben nicht, um alles zu kaufen, was sie gerne hätten. Da hat die Werbung auch ein wenig mit Schuld, die diese Begierden weckt, das auch alles haben zu müssen.

Durch die dank Sales vergünstigten Spielepreise ist, denke ich, das illegale Downloaden von Spielen ohnehin stark zurückgegangen, da Spiele dadurch taugliche Preise erreicht haben.
 

TheBobnextDoor

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Dabei hat das immer schon die Logik diktiert, denn ein Mensch hat nun mal nur Summe X für seine Konsumgüter verfügbar und die geben "Fans" einer Sache dann auch gerne aus. Nur reicht das Geld bei Vielen bei dem Überangebot eben nicht, um alles zu kaufen, was sie gerne hätten. Da hat die Werbung auch ein wenig mit Schuld, die diese Begierden weckt, das auch alles haben zu müssen.

Ich hätt auch gern so einiges, nur geh ich deshalb nicht in den nächsten Supermarkt und lass da die gewünschten Waren mitgehen. :B;)
 

MichaelG

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Hat ja nur gut 20 Jahre gedauert, bis das mal einer offiziell feststellt. Dabei hat das immer schon die Logik diktiert, denn ein Mensch hat nun mal nur Summe X für seine Konsumgüter verfügbar und die geben "Fans" einer Sache dann auch gerne aus. Nur reicht das Geld bei Vielen bei dem Überangebot eben nicht, um alles zu kaufen, was sie gerne hätten. Da hat die Werbung auch ein wenig mit Schuld, die diese Begierden weckt, das auch alles haben zu müssen.

Durch die dank Sales vergünstigten Spielepreise ist, denke ich, das illegale Downloaden von Spielen ohnehin stark zurückgegangen, da Spiele dadurch taugliche Preise erreicht haben.

Komische Logik. Nur weil ich mir keinen Ferrari leisten kann klaue ich den doch auch nicht.

Würde ernsthaft mein Überleben davon abhängen (Essen) sähe das eventuell anders aus. Aber nicht bei nicht lebenswichtigen Luxusgütern.
 

Honigpumpe

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Diese Studie ist wohl ähnlich absurd wie andere Studien, die den Verlust von Phantastilliarden beklagen. Piraterie hat jetzt also überhaupt keinen Einfluß auf Verkaufszahlen? Wer's glaubt ...

Übrigens mal was Sprachliches, der Kürze wegen nur zum letzten Satz: "Eine Sprecherin der EU-Kommission versicherte jedoch, dass der Bericht keine Fakten absichtlich verbirgt." Da kann man mal sehen, wie wichtig indirekte Rede ist. Denn mit dem Satz übernimmt der Schreiber die Position des Zitierten. Neutrale Berichterstattung geht anders, und genau dafür gibt es im Deutschen den Konkunktiv I. Richtig wäre also "Eine Sprecherin der EU-Kommission versicherte jedoch, dass der Bericht keine Fakten absichtlich verberge." Damit läßt der Schreiber es offen, ob das Gesagte zutrifft oder nicht.

Das war jetzt, wie gesagt, nur der letzte Satz. Die weiteren fehlenden Konjunktive darf der geneigte Leser sich selbst suchen ...
 

Herbboy

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Komische Logik. Nur weil ich mir keinen Ferrari leisten kann klaue ich den doch auch nicht.
Auch wenn ich ein absoluter Gegner von "Raubkopien" aller Art bin, vor allem im Musikbereich, finde ich Analogien mit echten Gütern immer wieder aufs Neue falsch. Denn bei einem greifbaren Produkt, vor allem einem technisch so aufwendigen Produkt wie einem Auto, ist nun mal wirklich ein klar messbarer Vermögenswert vom Unternehmen weg. Bei raubkopierter Software, Musik oder Filmen kommt aber lediglich eine MÖGLICHE Einnahme einfach nur nicht zustande. Das ist ein riesiger Unterschied.

Selbstverständlich "raubt" man denen, die Spiele, Filme, Musik oder auch Bücher auf den Markt bringen indirekt etwas, da deren Arbeit nicht honoriert wird und die Leute ja quasi eine Vorleistung bringen, die man dann durch den Kauf der Produkte entlohnt. Aber wenn zB ein Porsche oder ein Fiat Punto oder auch nur ein Stück Apfelkuchen geklaut wird. dann sind die Autos bzw der Apfelkuchen weg, die vorgestreckten Arbeitskosten sowie die Materialkosten PLUS noch der Schaden, weil man zum Bedienen der Nachfrage ein neues Auto nachliefern muss bzw. nochmal Apfelkuchen backen muss, weil nun mal Kunden so ein Produkt kaufen wollen, vlt sogar schon bestellt oder gar bezahlt haben. Raub von materiell greifbaren Dingen ist quasi ein doppelter Schaden.

Trotzdem ist es absolut asozial, wie manche heutzutage "geiz ist geil" leben und meinen, alles, was auch in Datei-Formaten vorliegen kann müsse gratis sein. Dazu gehören btw auch seriöse und handwerklich gute, unabhängige News&co. Vor allem wer sich Filme und Musik "zieht", oder auch Games und dann aber gleichzeitig mal hier mal da Essen geht, sich nen neuen Hoodie oder ne Designerunterhose kauft oder ein neues Smartphone usw., DANN aber BEHAUPTET, nicht das Geld für ne CD oder ein Game zu haben, ist für mich ziemlich armselig. Ich nehme DIE von meiner Kritik aus, die wirklich ehrlich so was nur machen, um zu schauen, ob das Produkt ihnen gefällt und es dann am Ende auch noch kaufen, wenn es nicht "scheiße" ist. Wobei ich auch unter denen einige "Flachpfeifen" sehe, die einfach nur zu faul sind, sich vorher ausreichend zu informieren, ob das Produkt ihnen gefallen könnte.

Und natürlich ist es nicht so, dass jede Raubkopie an sich ein nicht-getätigter Kauf ist. Etliche nutzen Raubkopien nur "on the top", d.h. die haben wirklich kein Budget mehr über bzw. hätten zwar ggf. noch das Geld über, würden aber den Film X oder die CD Y oder das Spiel Z so oder so niemals kaufen, sondern ziehen es nur als Zeitvertreib. Gäbe es keine Raubkopien, würden diese Leute die Sachen also trotzdem nicht kaufen, sondern dann halt zB fernsehen oder etwas anderes konsumieren, das sie schon besitzen. Umgekehrt kann ich auch nicht glauben, dass Raubkopien GAR keinen Einfluss haben sollen. Es mag sein, dass vlt in vielen Fällen sich die Zahl an Raubkopien ausgleicht, weil das Game wiederum durch die Raubkopien bekannter wird und deswegen auch Leute es kaufen, die es ansonsten nie kennengelernt hätten. Aber zB im Musikbereich weiß ich, dass einige Bands deutlich mehr emails mit Lob zum neuen Album bekamen als CDs verkauft wurden, das Album wiederum lag trotz Lob und voller Konzerte wie Blei in den Regalen, und bei Konzerten standen "sogar" Fans mit Rohlingen da, auf denen die Band ein Autogramm geben sollte. Und das sind sicher nicht alles Hartz IV-Empfänger, bei denen man das noch verstehen könnte.
 

fdl-ananas

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Zwei Anmerkungen:

1. Die Studie mach laut heise bei ihrer Schlussfolgerung, dass es "keine tragfähigen statistischen Beweise für die Verdrängung von Verkäufen durch Urheberrechtsverletzung" gibt, durchaus eine Ausnahme:
Für Blockbuster-Filme und -Serien liegt demnach die Verdrängungsrate bei 27%, sprich pro hundert illegaler Donwloads/Streams entgehen der Industrie 27 Verkäufe.

2. An dieser Stelle weitaus interessanter ist aber das Ergebnis für Videospiele. Dort findet die Studie nämlich eine NEGATIVE Verdrängungsrate von 24%, oder anders gesagt:

Pro hundert illegaler Downloads werden 24 Spiele MEHR verkauft.

Viel Spaß bei der Deutung... ;)
 

MichaelG

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Auch wenn ich ein absoluter Gegner von "Raubkopien" aller Art bin, vor allem im Musikbereich, finde ich Analogien mit echten Gütern immer wieder aufs Neue falsch. Denn bei einem greifbaren Produkt, vor allem einem technisch so aufwendigen Produkt wie einem Auto, ist nun mal wirklich ein klar messbarer Vermögenswert vom Unternehmen weg. Bei raubkopierter Software, Musik oder Filmen kommt aber lediglich eine MÖGLICHE Einnahme einfach nur nicht zustande. Das ist ein riesiger Unterschied.

Selbstverständlich "raubt" man denen, die Spiele, Filme, Musik oder auch Bücher auf den Markt bringen indirekt etwas, da deren Arbeit nicht honoriert wird und die Leute ja quasi eine Vorleistung bringen, die man dann durch den Kauf der Produkte entlohnt. Aber wenn zB ein Porsche oder ein Fiat Punto oder auch nur ein Stück Apfelkuchen geklaut wird. dann sind die Autos bzw der Apfelkuchen weg, die vorgestreckten Arbeitskosten sowie die Materialkosten PLUS noch der Schaden, weil man zum Bedienen der Nachfrage ein neues Auto nachliefern muss bzw. nochmal Apfelkuchen backen muss, weil nun mal Kunden so ein Produkt kaufen wollen, vlt sogar schon bestellt oder gar bezahlt haben. Raub von materiell greifbaren Dingen ist quasi ein doppelter Schaden.

Trotzdem ist es absolut asozial, wie manche heutzutage "geiz ist geil" leben und meinen, alles, was auch in Datei-Formaten vorliegen kann müsse gratis sein. Dazu gehören btw auch seriöse und handwerklich gute, unabhängige News&co. Vor allem wer sich Filme und Musik "zieht", oder auch Games und dann aber gleichzeitig mal hier mal da Essen geht, sich nen neuen Hoodie oder ne Designerunterhose kauft oder ein neues Smartphone usw., DANN aber BEHAUPTET, nicht das Geld für ne CD oder ein Game zu haben, ist für mich ziemlich armselig. Ich nehme DIE von meiner Kritik aus, die wirklich ehrlich so was nur machen, um zu schauen, ob das Produkt ihnen gefällt und es dann am Ende auch noch kaufen, wenn es nicht "scheiße" ist. Wobei ich auch unter denen einige "Flachpfeifen" sehe, die einfach nur zu faul sind, sich vorher ausreichend zu informieren, ob das Produkt ihnen gefallen könnte.

Und natürlich ist es nicht so, dass jede Raubkopie an sich ein nicht-getätigter Kauf ist. Etliche nutzen Raubkopien nur "on the top", d.h. die haben wirklich kein Budget mehr über bzw. hätten zwar ggf. noch das Geld über, würden aber den Film X oder die CD Y oder das Spiel Z so oder so niemals kaufen, sondern ziehen es nur als Zeitvertreib. Gäbe es keine Raubkopien, würden diese Leute die Sachen also trotzdem nicht kaufen, sondern dann halt zB fernsehen oder etwas anderes konsumieren, das sie schon besitzen. Umgekehrt kann ich auch nicht glauben, dass Raubkopien GAR keinen Einfluss haben sollen. Es mag sein, dass vlt in vielen Fällen sich die Zahl an Raubkopien ausgleicht, weil das Game wiederum durch die Raubkopien bekannter wird und deswegen auch Leute es kaufen, die es ansonsten nie kennengelernt hätten. Aber zB im Musikbereich weiß ich, dass einige Bands deutlich mehr emails mit Lob zum neuen Album bekamen als CDs verkauft wurden, das Album wiederum lag trotz Lob und voller Konzerte wie Blei in den Regalen, und bei Konzerten standen "sogar" Fans mit Rohlingen da, auf denen die Band ein Autogramm geben sollte. Und das sind sicher nicht alles Hartz IV-Empfänger, bei denen man das noch verstehen könnte.

Wobei CD-Rohlinge auch mit legal gekauften Itunes-MP3 bestückt sein können.

Aber im Prinzip gebe ich Dir Recht.
 

Hurshi

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" So wurden in der Vergangenheit bereits die Preise für Entertainment immer weiter gesenkt, um gegen Piraterie vorzugehen"

Ahja , Preise gesenkt , hmm wo ? bis zu 20 euro mehr ist doch nich gesenkt ?
 

Herbboy

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Wobei CD-Rohlinge auch mit legal gekauften Itunes-MP3 bestückt sein können.
Theoretisch ja, die Beispiele, die ich meinte, spielten sich aber zu Zeiten ab, als es iTunes noch nicht gab bzw. es kaum verbreitet war und auch bei weitem noch nicht "alle" Bands vertreten waren. So um 2005 herum. Es handelte sich um Bands, zu deren Konzerten idR um die 500-1000 Zuschauer kamen, auch "mal" 2000-3000 und bei Festivals auch über 10.0000 und wo die Alben-Verkäufe natürlich umso wichtiger waren, weswegen die guten Kritiken in "Szene"-Magazinen an sich für einen Optimismus sorgten, der leider massiv enttäuscht wurde. Einige der Bands gibt es glücklicherweise trotzdem noch. VIELLEICHT sogar dann wiederum auch wegen iTunes&co, weil solche Bands nur selten bei "Plattenläden" zu finden sind. Aber Bezahl-MP3 sind ja auch keine "Raubkopien" ;)
 

Melometlar80

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"Hier haben nur 18 Prozent aller Befragten illegal ein Spiel aus dem Internet heruntergeladen."

Weil das garantiert auch sofort jeder zugegeben hat, denn diese 18% glaube ich nie und nimmer
 

Wut-Gamer

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Deckt sich durchaus mit meiner Erfahrung. Nicht alles, was man umsonst gerne nimmt, hätte man auch gekauft. Und selbst wenn es einen Effekt gibt, dürfte der äußerst schwer zu beziffern sein.
 
Zuletzt bearbeitet:

Wamboland

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Zwei Anmerkungen:

1. Die Studie mach laut heise bei ihrer Schlussfolgerung, dass es "keine tragfähigen statistischen Beweise für die Verdrängung von Verkäufen durch Urheberrechtsverletzung" gibt, durchaus eine Ausnahme:
Für Blockbuster-Filme und -Serien liegt demnach die Verdrängungsrate bei 27%, sprich pro hundert illegaler Donwloads/Streams entgehen der Industrie 27 Verkäufe.

2. An dieser Stelle weitaus interessanter ist aber das Ergebnis für Videospiele. Dort findet die Studie nämlich eine NEGATIVE Verdrängungsrate von 24%, oder anders gesagt:

Pro hundert illegaler Downloads werden 24 Spiele MEHR verkauft.

Viel Spaß bei der Deutung... ;)

Kann ich mir bei Spielen auch eher vorstellen. Kumpel hatte sich Divinity 2 gezogen und wir haben es zusammen gezockt, da die DL Patches aber immer 1-2 Tage brauchen bis sie gut zu bekommen sind war das ihm zu nervig und das Spiel zu gut, daher hat er es sich dann nach 20 Std. oder so gekauft ^^ Nun gibt es kein Gewarte mehr :)

Ich denke auch, das solange Musiker und Schauspieler (populäre) im Geld praktisch ersaufen, das Mitleid der Leute eher gering ist. Es wirkt halt nicht so richtig überzeugend wenn man sich über Raubkopien aus dem 20 Mio. Strandhäuschen beschwert ;P

Es ist aber schon immer so gewesen - wer die Kohle nicht hat oder das Interesse nicht so groß ist, wird auch bei einem perfekten Kopierschutz nicht das Produkt kaufen, denn es sind immer noch ein Luxusartikel. Daher war mir auch ohne die Studie klar das es nicht so massive Auswirkungen haben kann und es eben auch einen Werbeeffekt gibt.

Gute Spiele, Filme und Musik verkaufen sich immer noch großartig und Musiker verdienen mit Konzerten in der Regel eh mehr, daher ist es vermutlich besser wenn viele ihre Musik hören und dann in ein Konzert gehen. Qualität setzt sich eben durch. Bei Spielen kommt so viel Schund z.Z. täglich raus, das würde man ja nicht einmal kostenlos haben wollen - Bandbreiten und Platzverschwendung.
 

Batze

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Der Bericht wurde demnach jahrelang von der Europäischen Kommission zurückgehalten und erst jetzt für die Öffentlichkeit freigegeben.
Wenn ich da an andere, sagen wir mal Berichte und Ermittlungen denke habe ich da gerade ein riesiges Déjà-vu.
 

Tengri

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Kann ich mir bei Spielen auch eher vorstellen. Kumpel hatte sich Divinity 2 gezogen und wir haben es zusammen gezockt, da die DL Patches aber immer 1-2 Tage brauchen bis sie gut zu bekommen sind war das ihm zu nervig und das Spiel zu gut, daher hat er es sich dann nach 20 Std. oder so gekauft ^^ Nun gibt es kein Gewarte mehr :)

Aha, und würden die Patches schneller kommen, hätte er es nicht gekauft oder wie?
Ich denke auch, das solange Musiker und Schauspieler (populäre) im Geld praktisch ersaufen, das Mitleid der Leute eher gering ist. Es wirkt halt nicht so richtig überzeugend wenn man sich über Raubkopien aus dem 20 Mio. Strandhäuschen beschwert ;P
Was meinst Du eigentlich, wer alles an solchen Produkten verdient oder anders gefragt: Meinst Du, jeder der an diesen Produkten mitarbeitet wird angemessen bezahlt?
Es ist aber schon immer so gewesen - wer die Kohle nicht hat oder das Interesse nicht so groß ist, wird auch bei einem perfekten Kopierschutz nicht das Produkt kaufen, denn es sind immer noch ein Luxusartikel. Daher war mir auch ohne die Studie klar das es nicht so massive Auswirkungen haben kann und es eben auch einen Werbeeffekt gibt.

Gute Spiele, Filme und Musik verkaufen sich immer noch großartig und Musiker verdienen mit Konzerten in der Regel eh mehr, daher ist es vermutlich besser wenn viele ihre Musik hören und dann in ein Konzert gehen. Qualität setzt sich eben durch. Bei Spielen kommt so viel Schund z.Z. täglich raus, das würde man ja nicht einmal kostenlos haben wollen - Bandbreiten und Platzverschwendung.
Das Argument verstehe ich nicht: Bei einem perfekten Kopierschutz müsste man sich das Spiel entweder kaufen oder drauf verzichten. Oder meinst Du perfekt aus Konsumentensicht?
Davon unabhängig: Ist deine These wirklich so zu verstehen, dass Du den Entwicklern, die sich über mangelnde Verkäufe beklagen entgegnen würdest, dass ihr Spiel dann einfach nicht großartig genug ist? Falls ja würde ich das in vielen Fällen als eine absolute Herabwürdigung von viel harter Arbeit sehen.
 

Herbboy

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Kann ich mir bei Spielen auch eher vorstellen. Kumpel hatte sich Divinity 2 gezogen und wir haben es zusammen gezockt, da die DL Patches aber immer 1-2 Tage brauchen bis sie gut zu bekommen sind war das ihm zu nervig und das Spiel zu gut, daher hat er es sich dann nach 20 Std. oder so gekauft ^^ Nun gibt es kein Gewarte mehr :)

Ich denke auch, das solange Musiker und Schauspieler (populäre) im Geld praktisch ersaufen, das Mitleid der Leute eher gering ist. Es wirkt halt nicht so richtig überzeugend wenn man sich über Raubkopien aus dem 20 Mio. Strandhäuschen beschwert ;P
erstens sind die "populären" nur ein winziger Teil der Künstler, und zweitens werden aus den Einnahmen durch die "Stars" auch kleine Bands und vor allem die ganzen Mitarbeiter des Labels und rund um die Studioproduktion bezahlt, bzw. bei Filmen halt die "kleinen" Leute, zu denen oft selbst die Autoren gehören, mitbezahlt. Gerade hier in D sollte man sich bei Filmen klarmachen, dass wegen der Synchro Kosten hinzukommen, bei denen nun wirklich keiner der Beteiligten reich wird - falls so ein Film dann wg. Raubkopien sich als DVD/BD schlecht verkauft, ist das einfach nur eine Frechheit seitens der Geizhals-Idioten.

Der "Star" selber hat durch die Raubkopien selbstverständlich kein schlechteres Leben. Darum geht es ja aber auch nicht.


Gute Spiele, Filme und Musik verkaufen sich immer noch großartig
falsch. Es gibt ganz tolle Werke, die aber durch die Vielfalt an Konkurrenz und Publishern, die in Sachen PR&co viel eher "Mainstream" unterstützen, untergehen. Und gerade DIE leiden dann unter einer hohen Raubkopiequote. Das, was Du unterstützt, würde am Ende dazu führen, dass es im schlimmsten Falle nur noch Mainstream gibt.

und Musiker verdienen mit Konzerten in der Regel eh mehr
inzwischen ja, aber bei kleineren Bands reicht das oft nicht, für die wären Album-Verkäufe enorm wichtig. Überleg mal: eine Band mit nur 3 Mann arbeitet sogar schnell und hat nach nur 6 Monaten ein Album fertig, muss aber auch noch mind. einen Monat lang ein Tonstudio&co bezahlen. Wenn die Band in diesen 6 Monaten "nur" 2500€ BRUTTO pro Nase pro Monat verdienen will, müsste durch das Album schon 45000€ zusammenkommen, dann kann man noch 5000€ draufrechnen für die Hilfe am Album durch Tonstudio usw. - also 50000€. Nehmen wir mal an, dass es pro Album irrsinnige 10€ Gewinn gibt, dann müsste man 5000 Stück verkaufen. Und dann wäre NUR die Arbeit am Album bezahlt, mehr nicht. 5000 sind aber für etliche Bands absolut Utopisch, und da rede ich von Bands, die durchaus bei einem Konzert ohne Probleme 1000-2000 Zuschauer zusammenbekommen. Viele solcher Bands sind daher Hobby-Musiker, so bitter das ist. Bei einem Festival, auf dem ich war (über 10.000 Besucher), sollte zB mal eine Band auftreten, die in dem betreffenden Jahr in den "Alternative Charts" fast 6 Monate lang in den Top 10 war. Und dann mussten die absagen - weil deren Keyboarder für seinen Arbeitgeber zu einer wichtigen Messe fahren musste... das war eine Band, die im weitesten Sinne eine Art Electro/Techno macht, aber da die live spielen wollten und man bei so einer Musik dann das Gerät wirklich perfekt beherrschen muss, kann man nicht irgendeinen Ersatzkeyboarder engagieren. Das ist eben nicht einfach nur "Klang Nummer 0156 laden, Melodie spielen" oder gar einfach nur in die Tasten hauen, und die Musik kommt vom Playback...


daher ist es vermutlich besser wenn viele ihre Musik hören und dann in ein Konzert gehen. Qualität setzt sich eben durch.
nein, besser ist es, wenn man sich ein Album kauft UND zu einem Konzert geht. Deine Forderung ist zudem auch seltsam: etliche Leute wohnen gar nicht in der Nähe eines Ortes, wo die betreffende Band auftritt. D.h. die müssen dann erst noch einiges an Geld aufwenden, um zu einem Konzert überhaupt hinzukommen. und DA sollen dann nicht auch noch die 15€ für eine CD drin sein? Das ist lächerlich.

Und die Musik "hören" kann man auch legal und kostenlos über diverse Portale, da muss man sich ein Album nicht als "Raubkopie" runterladen.
 

Bonkic

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denn ein Mensch hat nun mal nur Summe X für seine Konsumgüter verfügbar

so weit sicherlich richtig...

und die geben "Fans" einer Sache dann auch gerne aus.

...HAHAHAHA! :-D

nicht mal alle "fans" geben ihr geld "gerne" für etwas aus, das sie genausogut umsonst bekommen könn(t)en.
von den nicht-fans wollen wir gar nicht erst reden.
 

Wynn

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Das Problem der Wirtschaft ist sie haben bei ihrer Hochrechnung folgendes Rechenbeispiel.

Person X lädt Spiel X runter dadurch verlieren wir XXXX an Geld

Der Wegbruch der Demos und der Wegbruch von echten Addons und ähnlichen zusammen mit der Einführung von Breitbandinternet Anfang 2000 brachte die erste Welle von "nichtlizensierten Versionen". Der Beginn von Mikrotransactionen, Preorder Dlcs, rausgeschnittener Content führte zu weiteren Vertrauensverlust.

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Jalpar

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Wenn man einem Schmied, der auf seinen Beruf etwas hält, den Namen Ulfberht gegenüber erwähnt, werden seine Augen anfangen zu leuchten. Er wird von einem Schmied berichten, der irgendwann um 800 irgendwo in der kölner Region gelebt haben soll. Seine Schwerter wären die besten ihrer Zeit gewesen. Als erste hatten sie eine Klinge komplett aus Stahl. In ihrer Qualität unübertroffen.

Wenn man einem Historiker, der auf das Mittelalter spezialisiert ist, gegenüber den Ulfberht erwähnt, wird davon berichten, daß man diesen Namen auf zahlreichen Schwertern fand. Auf Schwertern, die allesamt zerbrochen waren, weil minderwertiges Material benutzt wurde.

Zwei gegensätzliche Darstellungen, die dennoch beide richtig sind. Und warum?

Ganz einfach: Der Schmied spricht vom Ulfberht-Original. Der Historiker hingegen von der Raubkopie.

Raubkopien, Produktpiraterie gab es schon immer. Und es wird sie auch immer geben. Und einen Beweis, daß sie einen Künstler, oder ein Unternehmen, jemals in den Ruin getrieben hätte, gibt es bis heute nicht. Und mehrheitlich kommen die Klagen über die Piraterie von Unternehmen, die jedes Jahr hohe Gewinne einfahren.

Die Studie selbst habe ich noch nicht gelesen. Aber mir sind in dem Artikel oben doch zwei Dinge aufgefallen, zu denen ich noch meinen Senf geben will!

"Eine ähnliche Studie in Regionen, in denen das allgemeine Einkommen geringer ist als in Europa, könnte ein anderes Ergebnis hervorbringen."
In der Konsequenz würde das bedeuten, daß die gleiche Studie in den USA oder Kanada oder Australien oder Japan oder Südkorea oder Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten oder oder oder zum gleichen Ergebnis führen würde. Die 20 ärmsten Länder der Welt hingegen wären dagegen die größten Piratenhochburgen der Welt.

"So wurden in der Vergangenheit bereits die Preise für Entertainment immer weiter gesenkt, um gegen Piraterie vorzugehen."
Die Standardversion eines Spiels kostet für gewöhnlicht 60 € (bei AAA-Titeln, und ein Preis, den ich nicht bereit bin zu zahlen). Ein Film auf BlueRay kostet 20-40 € je nach Version. Der Preis für ein Album liegt bei 10-20 € je nach Künstler. Wenn da also Preise gesenkt worden sein wollen, wüßte ich gerne einmal wo das war?
 

Tengri

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Das Problem der Wirtschaft ist sie haben bei ihrer Hochrechnung folgendes Rechenbeispiel.

Person X lädt Spiel X runter dadurch verlieren wir XXXX an Geld

Der Wegbruch der Demos und der Wegbruch von echten Addons und ähnlichen zusammen mit der Einführung von Breitbandinternet Anfang 2000 brachte die erste Welle von "nichtlizensierten Versionen". Der Beginn von Mikrotransactionen, Preorder Dlcs, rausgeschnittener Content führte zu weiteren Vertrauensverlust.
Ich glaube, intern ist Ihnen schon klar, dass nicht jeder illegale Download eigentlich ein verkauftes Exemplar wäre.
Gerade die DLC, Microtransactions etc. sind ein schönes Beispiel für die Henne-Ei Problematik in dem Thema. Du sagst: "Ihr habt den Kram eingeführt, wundert euch nicht, dass die Leute sich eure Spiele illegal besorgen". Andersrum könnte man argumentieren: "Trotz wesentlich gestiegener Produktionskosten sind die Preise für Spiele sehr lange konstant geblieben, es haben sich aber durch illegale Downloads nicht genügend mehr Umsätze ergeben. Also mussten wir DLC´s, Microtransactions etc. einführen".
Ich verstehe auch was Du mit Wegbruch der Demos meinst, aber dein Verweis auf das Fehlen echter Add-Ons kann ich nur bedingt teilen. Früher kam ein Jahr oder zwei Jahre nach dem Hauptspiel ein Add-On. Heute gibt es DLC´s. Meinst Du, dass Add-Ons früher ein besseres Preis Leistungsverhältnis hatten? Falls ja würde ich wieder darauf verweisen, dass die Produktion von Spieleinhalten (zumindest im AAA Bereich) wesentlich aufwändiger geworden ist...dieses Preis-Leistungsverhältnis kann heute wohl nicht mehr erreicht werden.
 

Spiritogre

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Ich glaube, intern ist Ihnen schon klar, dass nicht jeder illegale Download eigentlich ein verkauftes Exemplar wäre.
Gerade die DLC, Microtransactions etc. sind ein schönes Beispiel für die Henne-Ei Problematik in dem Thema. Du sagst: "Ihr habt den Kram eingeführt, wundert euch nicht, dass die Leute sich eure Spiele illegal besorgen". Andersrum könnte man argumentieren: "Trotz wesentlich gestiegener Produktionskosten sind die Preise für Spiele sehr lange konstant geblieben, es haben sich aber durch illegale Downloads nicht genügend mehr Umsätze ergeben. Also mussten wir DLC´s, Microtransactions etc. einführen".
Ich verstehe auch was Du mit Wegbruch der Demos meinst, aber dein Verweis auf das Fehlen echter Add-Ons kann ich nur bedingt teilen. Früher kam ein Jahr oder zwei Jahre nach dem Hauptspiel ein Add-On. Heute gibt es DLC´s. Meinst Du, dass Add-Ons früher ein besseres Preis Leistungsverhältnis hatten? Falls ja würde ich wieder darauf verweisen, dass die Produktion von Spieleinhalten (zumindest im AAA Bereich) wesentlich aufwändiger geworden ist...dieses Preis-Leistungsverhältnis kann heute wohl nicht mehr erreicht werden.

Dabei übersiehst du ein paar Faktoren. Ja, die Produktionskosten von Spielen sind enorm gestiegen. Allerdings eben auch die Verbreitung. Als ein Wing Commander 3 1994 erschien war es mit 3-4 Millionen Dollar das teuerste Spiel bis dahin. Allerdings gab es damals nicht annähernd so viele Zocker wie heute, es verkaufte sich vielleicht 1 - 2 Millionen mal. Und Raubkopieren war bei dem Titel quasi nicht, die CDs selbst zu brennen hätte 1994 den Neupreis übertroffen, ein Rohling kostete in dem Jahr etwa 20 Mark. Zum Vergleich, ein GTA 5 hat 200 Millionen gekostet (wovon 100 Millionen für Werbung draufgingen) und verkaufte sich über 60 Millionen mal.

Jetzt kannst du ja selbst ausrechnen, was lukrativer ist, der Gaming-Markt heute oder der damals.

Die Spieleindustrie hat beim Jahresumsatz bereits vor einigen Jahren Hollywood abgehängt. Deswegen herrscht ja auch dieses enorme Überangebot. Pro Jahr erscheinen etwa 10.000 neue, kommerziell verkaufte Spiele weltweit - und da sind Mobilspiele nicht mal mit drin. Das ist möglich, weil es am Ende eben immer noch lukrativ ist. Vor 20 oder selbst 10 Jahren wäre dies nicht möglich gewesen.
 

Tengri

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Dabei übersiehst du ein paar Faktoren. Ja, die Produktionskosten von Spielen sind enorm gestiegen. Allerdings eben auch die Verbreitung. Als ein Wing Commander 3 1994 erschien war es mit 3-4 Millionen Dollar das teuerste Spiel bis dahin. Allerdings gab es damals nicht annähernd so viele Zocker wie heute, es verkaufte sich vielleicht 1 - 2 Millionen mal. Und Raubkopieren war bei dem Titel quasi nicht, die CDs selbst zu brennen hätte 1994 den Neupreis übertroffen, ein Rohling kostete in dem Jahr etwa 20 Mark. Zum Vergleich, ein GTA 5 hat 200 Millionen gekostet (wovon 100 Millionen für Werbung draufgingen) und verkaufte sich über 60 Millionen mal.

Jetzt kannst du ja selbst ausrechnen, was lukrativer ist, der Gaming-Markt heute oder der damals.

Die Spieleindustrie hat beim Jahresumsatz bereits vor einigen Jahren Hollywood abgehängt. Deswegen herrscht ja auch dieses enorme Überangebot. Pro Jahr erscheinen etwa 10.000 neue, kommerziell verkaufte Spiele weltweit - und da sind Mobilspiele nicht mal mit drin. Das ist möglich, weil es am Ende eben immer noch lukrativ ist. Vor 20 oder selbst 10 Jahren wäre dies nicht möglich gewesen.

Für GTA mag das stimmen, insbesondere da Wing Commander damals nicht von jedem Spieler gespielt werden konnte (Hardwareanforderungen). Und GTA ist natürlich auch der Topseller schlecht hin. Allerdings kann ich schlecht den Umsatz berechnen, da ich nicht weiß, zu welchem Durchschnittspreis sich das spiel verkauft hat. Unabhängig davon finde ich es unglücklich, wenn man für einen solchen Vergleich das Ausnahmespiel schlechthin nimmt. Oder erreichen noch viele andere Spiele diese Verkaufszahlen?

Schauen wir uns doch mal Tomb Raider an: Lt. Wikipedia sind die reinen Entwicklungskosten 100 Mio. €, die Gewinnschwelle wurde ca. Ende 2013 erreicht, nach 5-6 Millionen verkauften Einheiten. Das bedeutet der durchschnittliche Umsatz pro Spiel hat bis dahin zwischen 16 bis 20 € gelegen. Plattformübergreifend. Mir ist das deshalb so präsent, da Square Enix damals etwas pikiert war und meinte, Tomb Raider wäre unter den Erwartungen geblieben.
Geht man davon aus, dass pro Spiel ein Verkaufspreis von 55 € erzielt wurde (was etwas hoch ist, da der Preisverfall am PC sehr schnell ging) kann man sagen, dass ca. 18/55= 33 % des Verkaufspreises beim Publisher angekommen sind. Die Quote von Entwicklungskosten zu Umsatz betrug bis dahin logischerweise etwa 1, rechnet man mit denselben Werten weiter für die restlichen 3 Millionen Einheiten (8,5 Millionen verkaufte Einheiten insgesamt) erhält man 1,53. Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass durch den Preisverfall beim Spiel sicherlich immer weniger Umsatz pro Spiel erzielt wurde.
Jetzt zu Wing Commander: Gehen wir davon aus, dass Wing Commander seinerzeit auch diesen prozentualen Umsatz (33 %)gemacht hat. Als Verkaufspreis gehe ich zunächst von 100 DM (ca. 62 $ aus). D.h. ca. 20,66 $ kommen beim Publisher an. Die Quote von Umsatz (ich nehme 1,5 Millionen verkaufte Einheiten auch wenn ich in der englischen Wikipedia nur die Verkaufszahl von 700.000 bis Ende 1995 gefunden habe) zu Entwicklungskosten (ich nehme 3,5 Millionen) beträgt dann ca. 8,71.
Es hat sich also schon etwas geändert und was lukrativer war / ist, ist nicht ganz so einfach zu sagen. Denn von dem "Gewinn" muss jetzt der Publisher neue Projekte finanzieren. Früher hätte er also mit dem eingenommenen Geld (ganz grob gerechnet) 8 neue Wing Commanders produzieren können. Mit dem Geld aus Tomb Raider alleine bestenfalls ein "Halbes" weiteres.

Ich weiß, das ist alles sehr überschlägig berechnet, aber zwei Dinge sollten klar werden: 1. Es hat sich etwas geändert und zwar aus Sicht des Publishers nicht ausschließlich positiv und 2. AAA Produktionen müssen sich eigentlich unglaublich gut verkaufen, um "aus eigener Kraft" die nächste Iteration einer Reihe zu rechtfertigen. Und hier kommen (so denke ich) die DLC´s ins Spiel...
 

Tengri

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Witcher 3 - Blood & Wine

Auch hier würde ich, wie bei GTA sagen, dass das a) eine Ausnahme ist und b) man genau beleuchten müsste, warum die Witcher Macher dies so machen konnten. Sind die anderen Marktteilnehmer einfach nur zu gierig? Ist bei den Witcher Machern vielleicht eine besondere Situation gegeben (z.B. geringere Personalkosten, eine eigene digitale Vertriebsplattform, so dass man für einige Verkäufe keinen Publisher braucht und auch niemand anderes beteiligen muss...)
Und bitte nicht falsch verstehen: ich sage nicht "Man ist das super mit den DLC`s". Ich hätte auch gerne mehr echte Add-On´s, aber ich befürchte, angesichts der gestiegenen Produktionskosten im AAA Bereich, dass im Regelfall ein "echtes" Add-On ziemlich teuer für mich werden könnte (wenn die Qualität stimmt, wäre mir das dennoch lieber).
 

McCerb

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Dabei übersiehst du ein paar Faktoren. Ja, die Produktionskosten von Spielen sind enorm gestiegen. Allerdings eben auch die Verbreitung. Als ein Wing Commander 3 1994 erschien war es mit 3-4 Millionen Dollar das teuerste Spiel bis dahin. Allerdings gab es damals nicht annähernd so viele Zocker wie heute, es verkaufte sich vielleicht 1 - 2 Millionen mal. Und Raubkopieren war bei dem Titel quasi nicht, die CDs selbst zu brennen hätte 1994 den Neupreis übertroffen, ein Rohling kostete in dem Jahr etwa 20 Mark. Zum Vergleich, ein GTA 5 hat 200 Millionen gekostet (wovon 100 Millionen für Werbung draufgingen) und verkaufte sich über 60 Millionen mal.

Jetzt kannst du ja selbst ausrechnen, was lukrativer ist, der Gaming-Markt heute oder der damals.

Die Spieleindustrie hat beim Jahresumsatz bereits vor einigen Jahren Hollywood abgehängt. Deswegen herrscht ja auch dieses enorme Überangebot. Pro Jahr erscheinen etwa 10.000 neue, kommerziell verkaufte Spiele weltweit - und da sind Mobilspiele nicht mal mit drin. Das ist möglich, weil es am Ende eben immer noch lukrativ ist. Vor 20 oder selbst 10 Jahren wäre dies nicht möglich gewesen.

WHAT 10000 Titel???^^ Wo ist dann mein ganzer Zock?%) Ich müsste ja bis zum Hals in Spiele stehn!!! Und bei Pcgames müssten die News Rotieren :B
 

Wamboland

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Aha, und würden die Patches schneller kommen, hätte er es nicht gekauft oder wie?.
Keine Ahnung - vermutlich im Sale später, macht er öfters wenn ihm ein Spiel gefällt. Muss man nicht mögen, aber was solls.

Das Argument verstehe ich nicht: Bei einem perfekten Kopierschutz müsste man sich das Spiel entweder kaufen oder drauf verzichten. Oder meinst Du perfekt aus Konsumentensicht?
Davon unabhängig: Ist deine These wirklich so zu verstehen, dass Du den Entwicklern, die sich über mangelnde Verkäufe beklagen entgegnen würdest, dass ihr Spiel dann einfach nicht großartig genug ist? Falls ja würde ich das in vielen Fällen als eine absolute Herabwürdigung von viel harter Arbeit sehen.

Ich meine, das bei einem 100% sicheren Kopierschutz die Verkaufszahlen auch nicht groß anders wären - die Leute würden dann nicht plötzlich mehr Geld bezahlen für ihr Hobby. Und ja, ich würde behaupten das bei einem Spiel das gut beworben wird und in der Community des Genre bekannt ist, ein schlechter Verkauf auf mangelnde Qualität hinweist. Das es auch daran liegen kann das keine Sau von dem Spiel gehört hat, weil es von den täglichen 195 Schundgames auf Steam von der Seite verdrängt wurde, muss man da sicherlich aus der Gleichung rausnehmen.

Und nur weil jemand harte Arbeit in ein Produkt steckt, bedeutet das nicht das es dann auch gut wird.
 

Spiritogre

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WHAT 10000 Titel???^^ Wo ist dann mein ganzer Zock?%) Ich müsste ja bis zum Hals in Spiele stehn!!! Und bei Pcgames müssten die News Rotieren :B

Alleine auf Steam erschienen im Jahr 2016 über 7000 Spiele. Dieses Jahr soll sich die Zahl fast verdoppeln. Und Steam ist nicht die einzige Plattform, wenn auch natürlich die, mit den meisten verschiedenen Titeln. Dazu kommen dann noch die Konsolen und Handhelds mit ihren Exklusivspielen.
 
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