Steht genauso in der BILD.
Super. Dann hat es Bild tatsächlich geschafft, eine Aussage der Polizei wahrheitsgemäß abzudrucken. Und das beweist jetzt was?
Hitler hat auch das eine oder andere gesagt, was richtig und wahr war. Trotzdem hat er gegen Juden gehetzt und Nazi Deutschland verbrochen.
Und nur weil in der BILD auch mal Schmu steht, genauso wie in jedem anderem Presseorgan, muss das noch lange nicht heißen das BILD von Grundauf als die Presse hingestellt werden sollte die immer Unseriös ist.
Aber das ist das Problem:
Es ist nicht "auch mal", und Bild ist nicht so, wie "jedes andere Presseorgan" und ja, Bild ist das unseriöseste Pressemedium unseres Landes. Und deshalb ist bei jeder Meldung mit "Quelle: Bild" Vorsicht geboten, denn dort werden mitunter Artikel komplett erfunden, aus 12 Millionen mal 20 gemacht, weil das besser für den Artikel paßt, und wie Bild die Rechte von Privatpersonen mißachtet und Fakten für Hetzkampagnen verdreht, geht auf keine Kuhhaut.
Das sind alles keine haltlosen Behauptungen. Bild verbockt soviel Mist, daß Günther Wallraff in den Siebzigern schon 3 Bücher mit seinen Erlebnissen in deren Redaktion, in der er unerkannt als "Hans Esser" tätig war, vollgeschrieben hatte. Auch, wenn Bild sich inzwischen geändert haben sollte, gibt es immer noch genug Mist, der bei denen passiert, daß es sich lohnt, das auf einer eigenen Internetseite zu sammeln (die sich inzwischen auch mit anderen Presseorganen uä befaßt).
Diese Seite heißt Bildblog.de und wenn du meinst, Bild wäre eine Zeitung "wie jede andere", solltest du dich dort dringend einmal umsehen. Als Einstieg mag die Seite dienen,
auf der die Macher begründen, warum sie sie ins Leben gerufen haben.
Bezüglich der Vorgehensweise und des Wahrheitsgehaltes finde ich diesen Artikel sehr interessant:
Vom Untergang des Abendlandes kann „Bild“ ein Liedchen singen — BILDblog
Christen sollen im Weihnachts-Gottesdienst muslimische Lieder singen
Es soll eine Geste des Friedens, ein Zeichen der Verständigung sein: Christen sollen in den Gottesdiensten an Heiligabend auch ein muslimisches Lied singen!
Das regen Politiker und der Zentralrat der Muslime in Deutschland an.
„Es wäre ein tolles Zeichen des friedlichen Zusammenlebens der Religionen, wenn in der Kirche ein islamisches Lied gesungen würde und in der Moschee ein Weihnachtslied“, sagte der Grünen-Menschenrechtsexperte Omid Nouripour (39) zu BILD. (…)
Der baden-württembergische SPD-Abgeordnete Thomas Funk (52) erklärte: „Wir brauchen Verständnis, Achtung und Toleranz.“ Er fände es gut, wenn sich das „mit einem Lied befördern lässt“.
Welche muslimischen Lieder kommen infrage?
Der Chef des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek (45), macht einen Vorschlag: Tala’a al-badru alayna („Heller Mondschein leuchtet“) des Sängers Yusuf Islam (66, hieß vor der Konvertierung Cat Stevens). „Das wäre ein wunderbares Zeichen des Friedens und der Anteilnahme“, sagte Mazyek zu BILD.
Natürlich habe Bild Leser in typischer Pegida Manier reagiert.
Auch Wolfgang Bosbach (CDU) hat sich schon zu Wort gemeldet - mit einer zu erwartenden Reaktion - was auch nicht verwunderlich ist,
schließlich erweckt die „Bild“-Zeitung den Eindruck, als sei diese Idee — diese „Forderung“ — auf Nouripours Mist gewachsen und als gebe es schon konkrete Pläne für die Umsetzung. Auch andere Medien, etwa „Spiegel Online“ oder FAZ.net schreiben (bei „Bild“ ab), diese „Forderung“ sei von Nouripour „in die Debatte eingebracht“ worden.
Die Wahrheit sieht aber ganz anders aus. Tatsächlich stammt die Idee nämlich von „Bild“.
Omid Nouripour erklärte uns das Zustandekommen des Artikels heute so: Am vergangenen Dienstag habe ihn „Bild“-Autorin Karina Mößbauer (die den Artikel zusammen mit Ralf Schuler geschrieben hat) angerufen und sinngemäß gesagt:
Wir bringen zu Weihnachten ja immer gute Nachrichten. Und da haben wir uns gefragt, ob es nicht eine schöne Idee wäre, wenn in christlichen Weihnachtsgottesdiensten muslimische Lieder gesungen würden.
Daraufhin habe er geantwortet: Nein, das sei keine gute Idee. Wenn, dann sollte es eine Art Tausch geben: Muslimische Lieder in der Kirche, christliche Lieder in der Moschee. „Tolle Idee!“, habe die „Bild“-Autorin geantwortet.
Ja, toll. Denn so musste sie nur noch ein, zwei andere passende Zitate einsammeln — und fertig war die Schlagzeile. Vermutlich stand sie sogar vorher schon fest, und die „Bild“-Autoren haben nur so lange rumtelefoniert, bis sie prominente Stimmen gefunden hatten, die dazu passten.
(Kursives zitiert von Bildblog)
Sprich: Die bei Bild haben sich ausgedacht, was sie denn mal für einen Sachverhalt als Artikel erfinden könnten und dann künstlich ein paar Aussagen generiert, die dazu anpaßbar sind.
Was verlangst du von einer Zeitung? Paßt das, was Bild in diesem Artikel gemacht hat, dazu?
Was sagt eigentlich der Presserat zu Bild?
Der
verteilt regelmäßig Rügen. Und
Bild ist sogar noch stolz darauf.
Sprich: Bild ist stolz darauf, eine Zeitung zu sein, die den
Pressekodex - also journalistische Leitlinien wie zum Beispiel das Persönlichkeitsrecht des Opfers, wahrheitsgemäße Berichtserstattung, Trennung von Werbung und Redaktion, Unschuldsvermutung ... mißachtet.
Nein, Bild ist nicht "wie jede andere Zeitung". Da sie sich kontinuierlich den Pressekodex ignoriert, könnte man sich sogar fragen, ob sie überhaupt was anderes als ein Pamphlet oder Märchenblatt ist, wobei diese Bezeichnungen zu verharmlosend sind.
Da bildblog.de gerade Winterpause macht, haben sie
auf ihrer aktuellen Startseite beispielhafte Fälle verlinkt, was zum Stöbern einlädt.