CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Boesor

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CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Der interessierte User hat bestimmt schon die Rede von Baden Würtembergs Ministerpräsidenten zum Tode von Ex Ministerpräsident Filbinger gelesen.

Filbinger war durch die Aufdeckung seiner Tätigkeit als Marinerichter im 2. Weltkrieg zum Rücktritt gezwungen worden.

Oettinger hat in seiner Rede nun behauptet:
- "Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des
NS-Regimes, der sich aber den Zwängen des brutalen Regimes ebenso
wenig entziehen konnte wie Millionen andere." (SpOn)
- "Es gibt kein Urteil von Hans Filbinger, durch das ein Mensch sein Leben
verloren hätte"


Da stellt sich mir doch die Frage wie wir "normalen" Bürger es je schaffen sollen vernünftig mit der Vergangenheit umzugehen, wenn bei Parteifreunden solche Beschönigungen (um nicht zu sagen Lügen) verbreitet werden können.

Alles leugnen oder was?
 
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ich98

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Mir ist dem seine Vergangenheit total egal und als Mitglied Wehrmacht/Marine war man noch lange kein Nazi.
Du weißt was auf Befehlsverweigerung im Krieg steht?
 
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Boesor

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

ich98 am 12.04.2007 23:07 schrieb:
Mir ist dem seine Vergangenheit total egal und als Mitglied Wehrmacht/Marine war man noch lange kein Nazi.
Du weißt was auf Befehlsverweigerung im Krieg steht?

Ok, du weißt scheinbar nicht was der Herr gemacht hat.
Wie erwähnt, er war Marinerichter und hat als solcher auch Soldaten zum Tode verurteilt.
N bischen was anderes als wenn man normaler Soldat war....

Ein interessanter Satz von Filbinger: "Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht gewesen sein"
 

Maria-Redeviel

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Boesor am 12.04.2007 23:03 schrieb:
- "Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes, der sich aber den Zwängen des brutalen Regimes ebenso wenig entziehen konnte wie Millionen andere." (SpOn)

Jaja, der gute alte Gruppenzwang. Der muss immer für alles herhalten. Kein Mitleid von mir.
 
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ich98

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Boesor am 12.04.2007 23:11 schrieb:
Ok, du weißt scheinbar nicht was der Herr gemacht hat.
Wie erwähnt, er war Marinerichter und hat als solcher auch Soldaten zum Tode verurteilt.
N bischen was anderes als wenn man normaler Soldat war....

ach Richter, ich hab Berichter sowie Kriegsberichterstatter gelesen :oink:

Wie kam er zu dem Amt?
Was macht sein heutigen Schaffen durch diese Tätigkeit schlechter?
 

Bonkic

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

hmm - mir sagt die nach ihm benannte affaire zwar was, aber genau gewusst worum es damals ging habe ich nicht.

wenn ich jetzt nur mal davon ausgehe, dass das was wikipedia liefert stimmt, dann kann ich dem herrn öttinger eigentlich nur zustimmen, ich kann da wenig bis gar nichts anrüchiges entdecken. :|
 
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ich98

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Bonkic am 12.04.2007 23:14 schrieb:
hmm - mir sagt die nach ihm benannte affaire zwar was, aber genau gewusst worum es damals ging habe ich nicht.

wenn ich jetzt nur mal davon ausgehe, dass das was wikipedia liefert stimmt, dann kann ich dem herrn öttinger eigentlich nur zustimmen, ich kann da wenig bis gar nichts anrüchiges entdecken. :|

vor allem kann seine Tat doch unrecht sein, aber wie will man ihn für was bestrafen, was damals nun mal gesetzlich ok war?
Mal ganz abstrakt: Ich fahre jetzt bein Grün über die Ampel und morgen ist das verboten, jetzt würgt man mir einen rein." Ist doch abstrus, irgendwie kann man da nicht wirklich was machen.
 
TE
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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Bonkic am 12.04.2007 23:14 schrieb:
hmm - mir sagt die nach ihm benannte affaire zwar was, aber genau gewusst worum es damals ging habe ich nicht.

wenn ich jetzt nur mal davon ausgehe, dass das was wikipedia liefert stimmt, dann kann ich dem herrn öttinger eigentlich nur zustimmen, ich kann da wenig bis gar nichts anrüchiges entdecken. :|

"Die Handlungsspielräume, die Filbinger in diesem Fall (wie auch in anderen) hatte, wurden später Gegenstand lebhafter Debatten. Seine Verteidiger führen Befehlsnotstand des Marine-Juristen an, Gegner unterstellen ihm mangelnden Willen zu anderer Handlung." (wiki)
Das kommt mir aber schon etwas anrüchig vor.
Aber selbst wenn es stimmt das er quasi gezwungen war dieses Todesurteil zu verhängen, die Art und Weise wie er das später gerechtfertigt hat zeugte nicht gerade von Unrechtsbewusstsein. (siehe auch spiegel online)
 
TE
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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

ich98 am 12.04.2007 23:16 schrieb:
Bonkic am 12.04.2007 23:14 schrieb:
hmm - mir sagt die nach ihm benannte affaire zwar was, aber genau gewusst worum es damals ging habe ich nicht.

wenn ich jetzt nur mal davon ausgehe, dass das was wikipedia liefert stimmt, dann kann ich dem herrn öttinger eigentlich nur zustimmen, ich kann da wenig bis gar nichts anrüchiges entdecken. :|

vor allem kann seine Tat doch unrecht sein, aber wie will man ihn für was bestrafen, was damals nun mal gesetzlich ok war?
Mal ganz abstrakt: Ich fahre jetzt bein Grün über die Ampel und morgen ist das verboten, jetzt würgt man mir einen rein." Ist doch abstrus, irgendwie kann man da nicht wirklich was machen.

Der Mann ist tot, es geht und ging nie um eine bestrafung.
Aber sollte ein Ministerpräsident nicht etwas einsichtiger sein was die Unrechtmäßigkeit seiner Handlungen betrifft?
 

Maria-Redeviel

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

ich98 am 12.04.2007 23:16 schrieb:
vor allem kann seine Tat doch unrecht sein, aber wie will man ihn für was bestrafen, was damals nun mal gesetzlich ok war?

Huch! So hab ich das ja noch gar nicht betrachtet. Men stelle es sich vor: gestern wars noch legal, Juden umzubringen, morgen steht man dafür schon vor dem Kriegsverbrechertribunal. Verrückte Welt!
 

Bonkic

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Boesor am 12.04.2007 23:21 schrieb:
Aber selbst wenn es stimmt das er quasi gezwungen war dieses Todesurteil zu verhängen, die Art und Weise wie er das später gerechtfertigt hat zeugte nicht gerade von Unrechtsbewusstsein. (siehe auch spiegel online)


da geb ich dir recht, für meine begriffe verdient der "fall- filbinger" allerdings schlichtweg nicht die beachtung, die im hier zu teil wird.

er war ein mitläufer wie millionen andere und wir sollten uns kaum anmassen, über diese zu moralisch zu richten.

allerdings hätte der gute herr öttinger gut daran getan, dies auch in seiner rede herauszustellen.

nach der teilweisen lektüre, von den in wiki angegeben quellen, sehe ich übrigens ein wenig klarer.
 
I

ich98

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Boesor am 12.04.2007 23:24 schrieb:
Der Mann ist tot, es geht und ging nie um eine bestrafung.
Aber sollte ein Ministerpräsident nicht etwas einsichtiger sein was die Unrechtmäßigkeit seiner Handlungen betrifft?

Hat er denn ungerecht gehandelt?
 
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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Bonkic am 12.04.2007 23:33 schrieb:
Boesor am 12.04.2007 23:21 schrieb:
Aber selbst wenn es stimmt das er quasi gezwungen war dieses Todesurteil zu verhängen, die Art und Weise wie er das später gerechtfertigt hat zeugte nicht gerade von Unrechtsbewusstsein. (siehe auch spiegel online)


da geb ich dir recht, für meine begriffe verdient der "fall- filbinger" allerdings schlichtweg nicht die beachtung, die im hier zu teil wird.

er war ein mitläufer wie millionen andere und wir sollten uns kaum anmassen, über diese zu moralisch zu richten.

allerdings hätte der gute herr öttinger gut daran getan, dies auch in seiner rede herauszustellen.

Im Gegensatz zu den Millionen anderen war Filbinger ein nicht ganz unbedeutender Repräsentant der damals noch jungen Bundesrepublik.
Und im Gegensatz zu den Millionen anderen sind von Filbinger diverse Werke und Sätze bekannt die eben nicht auf reines Mitläufertum hindeuten.
Sicherlich ist die ganze Sache im Grunde schon damals geklärt worden, nur ein paar Betonköpfe der CDU (Mayer Vorfelder übrigens auch) meinen ja die ganze Sache wieder umdrehen zu müssen.
Daher wieder die Aufmerksamkeit
 
I

ich98

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Maria-Redeviel am 12.04.2007 23:25 schrieb:
Huch! So hab ich das ja noch gar nicht betrachtet. Men stelle es sich vor: gestern wars noch legal, Juden umzubringen, morgen steht man dafür schon vor dem Kriegsverbrechertribunal. Verrückte Welt!

Du handelst also heute nicht nach dem Gesetz, da es irgendwann mal verboten sein kann und man dir dann an den Karren fahren kann, interessant. :B
 
TE
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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

ich98 am 12.04.2007 23:35 schrieb:
Boesor am 12.04.2007 23:24 schrieb:
Der Mann ist tot, es geht und ging nie um eine bestrafung.
Aber sollte ein Ministerpräsident nicht etwas einsichtiger sein was die Unrechtmäßigkeit seiner Handlungen betrifft?

Hat er denn ungerecht gehandelt?

ich würde sagen, für einen Deserteur im Frühjahr 1945 die Todesstrafe zu fordern ist ungerecht!
 
TE
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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

ich98 am 12.04.2007 23:37 schrieb:
Maria-Redeviel am 12.04.2007 23:25 schrieb:
Huch! So hab ich das ja noch gar nicht betrachtet. Men stelle es sich vor: gestern wars noch legal, Juden umzubringen, morgen steht man dafür schon vor dem Kriegsverbrechertribunal. Verrückte Welt!

Du handelst also heute nicht nach dem Gesetz, da es irgendwann mal verboten sein kann und man dir dann an den Karren fahren kann, interessant. :B

Was n Quatsch, aber es sollte auch dir klar sein das es niemals Recht und Gesetz sein kann Deserteure eines verbrecherischen Regimes zum Tode zu verurteilen oder die Todesstrafe zu fordern.
 
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ich98

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Boesor am 12.04.2007 23:39 schrieb:
ich würde sagen, für einen Deserteur im Frühjahr 1945 die Todesstrafe zu fordern ist ungerecht!

strengen gesehen war noch Krieg, also kein Unrecht.

Moralisch Betracht natürlich der absolute Schwachsinn.

Boesor am 12.04.2007 23:40 schrieb:
Was ein Quatsch, aber es sollte auch dir klar sein das es niemals Recht und Gesetz sein kann Deserteure eines verbrecherischen Regimes zum Tode zu verurteilen oder die Todesstrafe zu fordern.

Nach klarem Menschenverstand hätte man sich schon vor dem Kriegdienst verweigern müssen, aber keiner hatte so richtig die Wahl.

Und ob er damals mit genug Übersicht das Regime durchschaut hat, um gegen damalige Gesetze zu handeln, glaube ich nicht.
 

Bonkic

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Boesor am 12.04.2007 23:39 schrieb:
ich würde sagen, für einen Deserteur im Frühjahr 1945 die Todesstrafe zu fordern ist ungerecht!


hmm, für dich und für mich mag das unrecht sein, wie eigentlich jedes urteil, das im namen des ns- regimes gesprochen wurde, aber ich schätze mal da war die stimmungslage in der bevölkerung - selbst oder sogar gerade 1945 - eine ganz andere.

und selbst heute steht wohl noch in vielen (wenn nicht den meisten) armeen der welt die todesstrafe auf desertieren .

das war ja keine einrichtung der ns justiz.
 
TE
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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

ich98 am 12.04.2007 23:43 schrieb:
Boesor am 12.04.2007 23:39 schrieb:
ich würde sagen, für einen Deserteur im Frühjahr 1945 die Todesstrafe zu fordern ist ungerecht!

strengen gesehen war noch Krieg, also kein Unrecht.

Moralisch Betracht natürlich der absolute Schwachsinn.

Ich denke die ganze Debatte ist ja auch "nur" moralisch gemeint!


ich98 am 12.04.2007 23:43 schrieb:
Boesor am 12.04.2007 23:40 schrieb:
Was ein Quatsch, aber es sollte auch dir klar sein das es niemals Recht und Gesetz sein kann Deserteure eines verbrecherischen Regimes zum Tode zu verurteilen oder die Todesstrafe zu fordern.

Nach klarem Menschenverstand hätte man sich schon vor dem Kriegdienst verweigern müssen, aber keiner hatte so richtig die Wahl.

Und ob er damals mit genug Übersicht das Regime durchschaut hat, um gegen damalige Gesetze zu handeln, glaube ich nicht.

Also wenn er als Marinerichter 1945 noch ncihts durchschaut hatte muss er blind gewesen sein.
Und Die Forderung des Todesurteils gegen den Deserteur 1945 war auch nicht seine einzige Option. Er hätte auch nach "Recht udn Gesetz" eine Freiheitsstrafe fordern können. Hat er aber nicht
 
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ich98

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Boesor am 12.04.2007 23:47 schrieb:
Ich denke die ganze Debatte ist ja auch "nur" moralisch gemeint!
Du hast "ungerecht" gesagt :P

Boesor am 12.04.2007 23:40 schrieb:
Also wenn er als Marinerichter 1945 noch ncihts durchschaut hatte muss er blind gewesen sein.
sagt sich auf der Entfernung von 60 Jahre sehr einfach.
Und Die Forderung des Todesurteils gegen den Deserteur 1945 war auch nicht seine einzige Option. Er hätte auch nach "Recht udn Gesetz" eine Freiheitsstrafe fordern können. Hat er aber nicht
Wie fühlen sich wohl Amerikanische Richter/Jury-Mitglieder, wenn sie das lesen^^
 
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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Bonkic am 12.04.2007 23:44 schrieb:
Boesor am 12.04.2007 23:39 schrieb:
ich würde sagen, für einen Deserteur im Frühjahr 1945 die Todesstrafe zu fordern ist ungerecht!


hmm, für dich und für mich mag das unrecht sein, wie eigentlich jedes urteil, das im namen des ns- regimes gesprochen wurde, aber ich schätze mal da war die stimmungslage in der bevölkerung - selbst oder sogar gerade 1945 - eine ganz andere.

Bleibt nur die Frage ob so jemand sich für das Amt des Ministerpräsidenten eignete und heute als "Gegener des NS Regimes" gefeiert werden kann.
Ich sag mal so, der von mir so gerne zitierte Willy hats anders gemacht....
 
TE
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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

ich98 am 12.04.2007 23:49 schrieb:
Und Die Forderung des Todesurteils gegen den Deserteur 1945 war auch nicht seine einzige Option. Er hätte auch nach "Recht udn Gesetz" eine Freiheitsstrafe fordern können. Hat er aber nicht
Wie fühlen sich wohl Amerikanische Richter/Jury-Mitglieder, wenn sie das lesen^^

Ich glaube kaum das du das miteinander vergleichen kannst.
 
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ich98

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Boesor am 12.04.2007 23:52 schrieb:
ich98 am 12.04.2007 23:49 schrieb:
Und Die Forderung des Todesurteils gegen den Deserteur 1945 war auch nicht seine einzige Option. Er hätte auch nach "Recht udn Gesetz" eine Freiheitsstrafe fordern können. Hat er aber nicht
Wie fühlen sich wohl Amerikanische Richter/Jury-Mitglieder, wenn sie das lesen^^

Ich glaube kaum das du das miteinander vergleichen kannst.

Sind doch beides Todesurteile und nach verschiedenen Meinung ist keins von beiden moralisch vertretbar.
 

Bonkic

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Boesor am 12.04.2007 23:50 schrieb:
Bleibt nur die Frage ob so jemand sich für das Amt des Ministerpräsidenten eignete

hmm, darum gings hier doch jetzt eigentlich mal gar nicht.
ich kann dir nur so viel sagen - ich hätte ihn mit diesem vorwissen, mal ganz sicher nicht gewählt.

und heute als "Gegner des NS Regimes" gefeiert werden kann.

da stimme ich uneingeschränkt zu, von - wenn auch stiller - opposition zum ns regime kann ich bislang herzlich wenig entdecken.


Ich sag mal so, der von mir so gerne zitierte Willy hats anders gemacht....

das vergleichen von einzelschicksalen ist in meinen augen unangebracht und auch unfair.
 
TE
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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Bonkic am 12.04.2007 23:56 schrieb:
das vergleichen von einzelschicksalen ist in meinen augen unangebracht und auch unfair.

Dann sind wir ja ausnahmsweise im Grunde einer Meinung.
Mit dem Willy Beispiel wollte ich auch nur aufzeigen das man nicht so (aktiv) mitschwimmen musste wie Filbinger.
Sicherlich verurteile ich keinen der nicht so aktiv dagegen war wie Brandt.
 
TE
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ich98 am 12.04.2007 23:55 schrieb:
Sind doch beides Todesurteile und nach verschiedenen Meinung ist keins von beiden moralisch vertretbar.

Stell dir mal vor es kommt in den USA eine neue regierung mit neuen Moralvorstellungen an die Macht.
Es wird festgestellt das solche Todesurteile mit den Werten der neuen Gesellschaft nicht übereinstimmen, ja das es sogar im Grunde unmenschlich war solche urteile zu fällen.
Könntest du dir vorstellen das ein solcher Richter in diesen neuen USA ein hohes politisches Amt bekommt, obwohl er sich nie von seinem damaligen Handeln distanziert hat?
 
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Boesor am 13.04.2007 00:02 schrieb:
Stell dir mal vor es kommt in den USA eine neue regierung mit neuen Moralvorstellungen an die Macht.
Es wird festgestellt das solche Todesurteile mit den Werten der neuen Gesellschaft nicht übereinstimmen, ja das es sogar im Grunde unmenschlich war solche urteile zu fällen.
Könntest du dir vorstellen das ein solcher Richter in diesen neuen USA ein hohes politisches Amt bekommt, obwohl er sich nie von seinem damaligen Handeln distanziert hat?

Wie soll der sich distanzieren können? Er hats schließlich gemacht, nur unter Voraussetzungen, die es gestattet haben.

Wenn das öffentlich wird, wird er von denen, die dass nicht gut finden, sowieso nicht gewählt!
 
TE
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ich98 am 13.04.2007 00:04 schrieb:
Wie soll der sich distanzieren können? Er hats schließlich gemacht, nur unter Voraussetzungen, die es gestattet haben.

Wenn das öffentlich wird, wird er von denen, die dass nicht gut finden, sowieso nicht gewählt!

hmm ja, wie kann man sich davon distanzieren?
Ich würde spontan sagen in dem man sagt das es Unrecht war (ja, obwohl es dem gesetz entsprach war es Unrecht!!!!!)
In dem man nicht Sätze sagt wie: "Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht gewesen sein"

Filbinger war uneinsichtig und das hat ihn nicht nur seinen Job gekostet sondern auch seinen Ruf.
Und zwar zu Recht!
 
I

ich98

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AW: CDU: Vergangenheitsbewältigung mal anders.

Boesor am 13.04.2007 00:07 schrieb:
hmm ja, wie kann man sich davon distanzieren?
Ich würde spontan sagen in dem man sagt das es Unrecht war (ja, obwohl es dem gesetz entsprach war es Unrecht!!!!!)
In dem man nicht Sätze sagt wie: "Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht gewesen sein"

Filbinger war uneinsichtig und das hat ihn nicht nur seinen Job gekostet sondern auch seinen Ruf.
Und zwar zu Recht!

Man kann ihn als Mensch nicht mögen, wenn er seine Fehler nicht eingesteht, aber anklagen bzw. rechtlich angreifbar bleibt er deshalb nicht.
 
TE
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ich98 am 13.04.2007 00:10 schrieb:
Boesor am 13.04.2007 00:07 schrieb:
hmm ja, wie kann man sich davon distanzieren?
Ich würde spontan sagen in dem man sagt das es Unrecht war (ja, obwohl es dem gesetz entsprach war es Unrecht!!!!!)
In dem man nicht Sätze sagt wie: "Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht gewesen sein"

Filbinger war uneinsichtig und das hat ihn nicht nur seinen Job gekostet sondern auch seinen Ruf.
Und zwar zu Recht!

Man kann ihn als Mensch nicht mögen, wenn er seine Fehler nicht eingesteht, aber anklagen bzw. rechtlich angreifbar bleibt er deshalb nicht.

Wie oben bereits erwähnt, es ging nie darum ihn rechtlich zu belangen.
Es geht darum das es einfach falsch ist ihn als "Gegner des Nazi Regimes" zu bezeichnen.
Und es geht mir zu betonen das so jemand sich nicht für ein hohes Amt in einer Demokratie eignet.
 
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