Was genau soll sich bessern? Glaubst du durch die Debatte lässt der eine Mensch unter den restlichen 100Mio. von seiner Geisteskrankheit ab?
Ich rede nicht davon, Geisteskrankheit zu verhindern. Vielmehr geht es wahrscheinlich um das Thema Gewalt ansich, welches nicht genug reflektiert ist. Dabei sind Massenmorde doch nur der Gipfel des Eisberges bzw. die höchstmögliche Ausübungsform von Gewalt und PC-Spiele der aktuelle Trend, solche Debatten überhaupt ins Rollen zu bringen. Gleiche Diskussionen gab es, als Bücher die Welt eroberten. Gewaltverherrlichung über die Medien gibt es bereits auf dem Schulhof zwischen 5. Klässlern. Sei das über Pornografie, Videos oder eben Spiele, die für die Altersklassen eigentlich nicht zumutbar sind. Und über jedes neue Medium können immer neuere Inhalte bzw Formen von Gewalt an den Mann gebracht werden. Deswegen finde ich die Diskussion darüber, welche Darstellungsformen es denn unbedingt geben muss, recht angebracht. Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir Videospiele über eine Brille erleben und dazu akrobatische Körperbewegungen im eigenen Wohnzimmer fabrizieren, ohne dabei Maus/Tastatur als letzten "Halt in der Realität" verwenden zu müssen. Die Schwelle zwischen Realität und Spiel schwindet immer mehr. Warum nicht jetzt schon anzweifeln und diskutieren, ob es eben wirklich Spiele geben muss, die einem alle Freiheiten lassen, keinerlei Grenzen mehr setzen oder im besten Fall moralisch fragwürdige Handlungen per Belohnungssystem herauskitzeln? Die Erziehung in einer Demokratie ist eben auch durch Grenzen gekennzeichnet - nicht durch Verwahrlosung, was fälschlicherweise zu oft mit "Meinungsfreiheit" verwechselt wird.
Das Problem liegt nicht darin, dass Spiele, Filme und sogar Bücher Menschen in ihrem Handeln beeinflussen, das Problem liegt darin, dass Geisteskranke davon beeinflusst werden können.
Und da der Grossteil der Menschen geistig einer gewissen als gesund definierten Norm Entsprechen, trifft das Problem nur einen sehr geringen Teil der Bevölkerung.
Und da dieser Teil so gering ist, löst sich das Problem in jeder noch so sozialen Demokratie praktisch in Luft auf.
Anfällig sind doch nicht nur "Geisteskranke", wie du sie so schön betitelst

Anfällig sind Menschen mit geringer Bildung, geringem sozialen Netzwerk, von Schicksalsschlägen betroffene, Mittellose / Frustrierte oder Kinder bzw. jene, die den geistigen Stand eines Kindes nie abgelegt haben usw. Das ist keine kleine Zahl der Bevölkerung. Allein das Bewusstsein, aktiv gegen unreflektierte Gewaltdarstellung und deren praktische Umsetzung vorzugehen, kann durch Killerspieldebatten geprägt werden - und sei es eben nur für eine kleine Zahl derer, die sich mit dem Thema beschäftigen - wie wir soeben im Forum

Die Frage ist also: Warum können die "Geisteskranken" von solchen Spielen überhaupt beeinflusst werden? Wie - zum Henker - sind sie überhaupt an die Ware gekommen? Oder muss es eben wirklich sein, dass es derartige Formen der Gewaltdarstellung überhaupt gibt? Ich persönlich wäre bspw. bereit, mich mit weniger Blut in Spielen abzugeben. Das ist für mich kein Kriterium, um Spannung / Freude erleben zu können. Und ich bin auch nicht der Meinung, dass Spiele einen besonders hohen Aufklärungscharakter haben. Aber da streiten sich noch die Götter.