@Melometlar:
Völlig falsch. Kleopatra war ziemlich hellhäutig, da sie zur Dynastie der Ptolemäer gehörte. Und das waren? Richtig, Griechen (genauer, Makedonier).
Da bei den Ptolemäern zudem Inzest eher die Regel, denn die Ausnahme war, wäre es nicht verwunderlich, wenn sie nicht unbedingt dem heutigen Schönheitsideal entsprochen hätte; diese zeitgenössische Darstellung auf einer Münze legt das nahe:
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Das heutige Bild Kleopatras beruht übrigens wohl in erster Linie auf Liz Taylors Darstellung Kleopatras im gleichnamigen Film.
Jain.
Historiker vermuten, dass Kleopatras Mutter eine Ägypterin war, da nur ihre älteste Schwester nachweislich ein legitimes Kind ihres Vaters Ptolemäus XII. und dessen griechischer Gattin war.
Da dunkle Hautfarbe immer vererbt wird, könnte sie durchaus einen etwas dunkleren Teint als "reine" Griechen gehabt haben.
Das mit dem Inzest ist allerdings richtig. Das wird allein schon daran deutlich, dass zwei von Kleopatras Ehemännern ihre eigenen Brüder waren.
Also mal kurz zwei Dinge:
Zum ersten Zitat: Darstellungen auf Münzen darf man in der Antike niemals NIE für, Achtung Kalauer, bare Münze nehmen. Die Prägetechnik war krude, die Stempel auch meist nicht sonderlich gut gefertigt.
Bei deinem Beispiel handelt es sich auf den ersten Blick um einen römischen Sesterz. Da darfst du gleich fünfmal nichts drauf geben. Auf denen sah J. Caesar manchmal aus wie ein junger Gott. Münzen waren mitunter reines Propagandamaterial und sind daher für das Wiederherstellen des Aussehens unbrauchbar.
Zweitens: Zur Geschwisterehe: Ja war ein häufiger Brauch unter den Ptolemäern, die da was bei den Ägyptern falsch verstanden hatten
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Man kann spekulieren, dass aufgrund der Geschwisterehe von Osiris und Isis, die Fremdherrscher dachten, es wäre eine gute Idee dies als Brauch einzuführen. Zudem wurden die Übersetzungen der Königinnen ("Schwester des Königs/Gottes") häufig, auch in der Neuzeit, als tatsächliche Geschwisterehen fehlinterpretiert.
Im speziellen Fall Kleopatra VII. ist sich übrigens nur Wikipedia sicher, dass sie die beiden Brüder geheiratet hat. Da gibt es ganz andere Stimmen in der tatsächlichen Forschung zu. Zumal zumindest einer der Beiden zum Zeitpunkt der Ehe noch ein Kind war und die Schwester vermutlich nur als Mitregentin eingesetzt wurde. Ein tatsächlicher Inzest über ein derart lange Dynastie wäre nie und nimmer gut gegangen.
Ein abschließender Punkt zur Situation: Die zitierten HistorikerInnen setzen sich aus 3 Frauen und 1 Mann (böser Fehler von mir, siehe Edit) zusammen. Davon schreiben welche "Populärwissenschaftliche Arbeiten", andere "Fiktionale und Nicht Fiktionale Arbeiten über das alte Ägypten". Ich werde mich auf keine Fall hier herablassen und diesen Menschen die Fachkompetenz absprechen, aber eine gewisse subjektive Färbung lässt sich deutlich erkennen.
Dass Kleopatra sehr wahrscheinlich nicht auf eine Party irgendwelchen Männern Sex gegen ihr Leben angeboten hat, dem stimme ich zu. Sie hat aber Sex zu politischen Zwecken eingesetzt (und das beileibe nicht ungeschickt) und selbst die damaligen eigenen Hofschreiber haben ihr gewisse Eigenschaften zugeschrieben. Die Wahrheit liegt, wie jemand hier so treffend schrieb, vermutlich irgendwo zwischen den extremen "zwei Männer im Leben" und "hat mit allem geschlafen, was sich opfern wollte".
BTW: Nur EINE der zitierten Größen ist tatsächlich Ägyptologin. Und die schreibt fiktionale Geschichten
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Ich würde da nicht soviel drauf geben. Müsste mir aber jetzt mal ehrlich die Werke von denen anschauen, aber dass unsere Bestandsbibliothek die meisten nicht führt, zeugt nicht davon, dass man ihnen so ohne weiteres trauen sollte
Edit: Oha da habe ich zu schnell weitergeklickt. Es sind alles Frauen und zwei sind Ägyptologinnen und eine davon eine sehr anerkannte. Dennoch bin ich der Meinung, dass man speziell die drei anderen nicht so hoch halten sollte. Viele schrieben wohl erst kürzlich an Werken, fiktional oder wissenschaftlich, die sich offenbar mit Kleopatra beschäftigten. Ich denke, wenn man hier ein wenig sucht, findet man mit Sicherheit Anfechtungen selbiger.
Und bevor einer jetzt einen Aufriss macht: Ja, es hat etwas mit dem Geschlecht zu tun. Aus Erfahrung heraus weiß ich, dass in solchen Fällen eine ausgewogene Mischung der Geschlechter der Diskutierenden zu viel besseren Ergebnissen kommen kann. Zudem müssten hier auch dringend Leute zu Wort kommen, die nicht an einer Arbeit geschrieben haben, sondern noch schreiben oder sogar Gegenstimmen.