ElNonsk am 21.01.2006 15:24 schrieb:
Da crackajack ja so laut nach den Gottesbeweisen schreit *g*, werde ich an dieser Diskussion bis auf weiteres nicht mehr teilnehmen um seinen Wunsch erfüllen zu wollen.
Naja war ein Versuch damit zu beginnen, aber da du zu lange brauchst (und dich von Solidus_Dave ablenken lässt) übernehm ich das jetzt.

(Natürlich per google gestohlen)
Zuersteinmal: Gottesbeweis nennt man ein Argument, das ohne die Voraussetzung geoffenbarter Weisheiten oder theologischer Dogmen zu beweisen
versucht, dass Gott existiert.
Es sind nur drei Beweisarten vom Dasein Gottes aus spekulativer Vernunft möglich.
Alle Wege, die man in dieser Absicht einschlagen mag, fangen entweder von der bestimmten Erfahrung und der dadurch erkannten besonderen Beschaffenheit unserer Sinnenwelt an und steigen von ihr nach Gesetzen der
Kausalität bis zur höchsten Ursache außer der Welt hinauf; oder sie legen nur unbestimmte Erfahrung, d. i. irgend ein Dasein, empirisch zum Grunde; oder sie abstrahieren endlich von aller Erfahrung und schließen gänzlich a priori aus bloßen Begriffen auf das Dasein einer höchsten Ursache.
Folgende "Beweise" hätte ich gefunden:
axiologischer
deontologischer/ moralischer/ ethikotheologischer
enthropologischer/ ideologischer/ noetischer/ noologischer/ transzendentaler
ethnologischer/ historischer
eudämonologischer
kosmologischer (im engen Sinne)
kosmologischer (im weiten Sinne)
ontologischer
physikotheologischer/ teleologischer
pragmatischer
psychologischer
voluntaristischer
pascal’schen Wette
Beim
axiologischen Gottesbeweis handelt es sich um einen Gottesbeweis aus dem 19. Jahrhundert. Der Mensch strebt nach der Verwirklichung von Werten. Alle irdischen Werte sind jedoch bedingt und endlich. Deshalb muss es einen höchsten Wert geben, Gott, der es überhaupt möglich macht, dass die irdischen Werte erstrebenswert sind.
Der
moralische Gottesbeweis, auch als
ethikotheologischer oder als
deontologischer Gottesbeweis bezeichnet, wurde von Kant formuliert. Dieser Gottesbeweis setzt bei der menschlichen Verpflichtung an, nach Verwirklichung des höchsten Guten zu streben. Weil der Mensch aber nur in beschränktem Maß Herr über das eigene Leben und die Folgen seiner Handlungen ist, muss aus praktischen Gründen die Existenz Gottes angenommen werden. Gott richtet die Natur so ein, dass der seine Pflicht erfüllende Mensch als Lohn für sein moralisches Handeln Unsterblichkeit und Glückseligkeit erlangt.
Der
entropologische Gottesbeweis knüpft an den Satz von der Entropie an, nach dem alle Bewegungsenergie im Lauf der Zeit in Zustandsenergie umgesetzt wird. Wenn die Welt bereits unendlich lange existierte, würde es also längst keine Bewegung mehr geben. Da es immer noch Bewegung gibt, muss die Welt folglich einen Anfang haben. Dann aber muss ein Gott existieren, der sie geschaffen hat; denn sonst gäbe es keinen Grund, warum die Welt anfangen sollte zu existieren.
Der
historische Gottesbeweis, auch
ethnologischer Gottesbeweis genannt, baut auf dem Umstand auf, dass bei nahezu allen Völkern die Existenz eines Gottes angenommen wird. Nur wenn Gott wirklich existiert, ist verständlich, dass die Gottesvorstellung in den verschiedensten, auch voneinander völlig unabhängigen Kulturen vorkommt.
Der
eudämonologische Gottesbeweis geht vom menschlichen Glücksstreben aus und behauptet, dass Gott existieren muss, wenn dieses Glücksstreben mehr als eine bloß vorübergehende Befriedigung erreichen können soll.
Als
kosmologischen Gottesbeweis bezeichnet Kant einen Gottesbeweis, der von der Existenz der Welt auf die Existenz Gottes schließt, der die Welt geschaffen hat.
Es gibt folgende Varianten des kosmologischen Gottesbeweises (in diesem weiten Sinne):
Die Erfahrung zeigt, dass es Bewegung gibt und alles Bewegte einen Beweger hat. Deshalb muss es einen ersten Beweger geben, der nicht durch etwas anderes, sondern durch sich selbst bewegt wird. Dieser erste Beweger heißt Gott. Dieses Argument trägt bereits Aristoteles vor. Thomas von Aquin nennt es seinen 1. Gottesbeweis. Dies ist der
kosmologische Gottesbeweis (im engeren Sinne).
Der Erfahrung nach hat alles seine Ursache. Jedes Existierende ist also die Wirkung einer Ursache, die wiederum die Wirkung einer anderen Ursache ist usw. Soll sich diese Ursachenkette nicht bis ins Unendliche fortsetzen, muss es eine erste wirkende Ursache geben, die für sich selbst Ursache ist und die man Gott nennen kann. Dieses Argument hat bereits Aristoteles angedeutet. Später findet es sich u. a. bei Avicenna, Albertus Magnus, Thomas von Aquin (als 2. Gottesbeweis) sowie bei Duns Scotus. Diese Variante wird auch
Kausalbeweis der Existenz Gottes genannt.
Die Erfahrung zeigt, daß Seiendes entsteht und vergeht und deshalb sowohl sein wie nicht sein kann. Es muss aber etwas geben, das mit Notwendigkeit existiert, andernfalls läge kein Grund vor, warum alles bloß Mögliche tatsächlich existiert. Gäbe es keinen Gott, der mit Notwendigkeit durch sich selbst existiert, gäbe es für die Existenz der Welt keinen Grund. Weil aber die Welt existiert, muss auch Gott existieren. Dieses Argument findet sich u. a. bei Avicenna, Maimonides und Thomas von Aquin (als 3. Gottesbeweis), bei Leibniz und C. Wolff.) Dieses Argument wird auch
Kontingenzbeweis der Existenz Gottes genannt, weil es behauptet, das Kontingente, d. h. das Nicht-Notwendige, setze die Existenz eines Notwendigen voraus.
Der
ontologische Gottesbeweis geht nicht von der Erfahrung aus. Vielmehr wird hier die Existenz Gottes aus dem Begriff Gottes bewiesen. Gott ist dem Begriff nach das höchste Wesen; etwas Vollkommeneres als Gott läßt sich nicht denken. Folglich muss Gott existieren; denn gäbe es ihn nicht, würde ihm die Existenz fehlen, d. h., es wäre an ihm etwas Unvollkommenes. Wenn Gott nicht existierte, könnte ein noch vollkommeneres Wesen gedacht werden, das Gott gleich wäre, aber außerdem noch existierte. Eben dies widerspricht dem Gottesbegriff, da er beinhaltet, dass sich etwas Vollkommeneres gerade nicht denken läßt. Also muss Gott existieren.
Einen
pragmatischen Gottesbeweis hat W. James formuliert. Das Leugnen der Existenz Gottes führt zu Hoffnungslosigkeit und Pessimismus. Der Glaube an die Existenz Gottes jedoch gibt Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft. Also st der Gottesglaube nützlicher als die Gottesverneinung und somit pragmatisch wahr.
Dem
psychologischen Gottesbeweis zufolge kann nur Gott selber Ursprung der menschlichen Vorstellungen von Gott sein.
Als
teleologischen oder
physikotheologischen Gottesbeweis bezeichnet Kant einen Gottesbeweis, welcher von der anscheinend planmäßig eingerichteten und zweckgerichteten Ordnung der Natur auf einen Gott schließt, der die Ordnung der Natur geschaffen hat.
Der
Stufenbeweis für die Existenz Gottes, auch
voluntaristischer Gottesbeweis genannt, geht von verschiedenen Graden von Vollkommenheit aus, die die Dinge besitzen. Daraus wird geschlossen, es müsse etwas in höchstem Grad Wahres, Gutes und Vollkommenes geben, nämlich Gott.
pascal’schen Wette
Es gibt also vier Möglichkeiten:
Gott existiert nicht, und ich glaube nicht an Gott (neutral)
Gott existiert nicht, und ich glaube an Gott (neutral)
Gott existiert, und ich glaube nicht an Gott (Bestrafung)
Gott existiert, und ich glaube an Gott (Belohnung)
Die pascalsche Wette wendet darauf die Regeln der Spieltheorie an und schlussfolgert, dass es – unabhängig davon, ob man die Wahrscheinlichkeit für die Existenz Gottes mit 0,1 % oder 99,9 % einschätzt – taktisch klüger ist, an Gott zu glauben (neutral oder Belohnung), als nicht an Gott zu glauben (neutral oder Bestrafung).
Gegen diese Argumentation Pascals werden jedoch vielfach Einwände erhoben. Erstens nimmt Pascal implizit an, dass der Glaubende die richtige aus der Vielzahl der angebotenen Religionen auswählt. Zweitens wird vorausgesetzt, dass zum Glauben ein bloßer Entschluss ausreiche, was aus theologischen wie psychologischen Gründen vielfach bezweifelt oder verneint wird. Drittens scheint die Annahme problematisch, dass das Heil des Gläubigen allein vom Glauben und nicht (auch) z. B. von seinen Taten, seinem Vertrauen und seiner Liebe zu Gott oder anderen Faktoren abhänge. Damit bräche die Argumentation sofort zusammen, falls Gott zum Beispiel einen aufrechten Atheisten oder Agnostiker gegenüber einem opportunistischen glaubenden Theisten, der sich seinen Vorteil buchstäblich ausgerechnet hat, bevorzugt.
Wer mag darf ergänzen bzw. korrigieren.
Jeder der will darf darüber streiten, ob obiges Schwachsinn ist.
@ElNonsk
War den das so schwierig?
PS. Danke @ Meinereiner für die google Hilfe.
