Hm, wenn ich die Kommentare einiger hier so lese, dann habe ich das Gefühl ich mache beim spielen am Computer irgendetwas falsch...
Vorab, Spiele die "Sachen" darstellen welche für Kinder und Jugendliche nicht geeignet sind, sollten natürlich auch nur Erwachsenen zugänglich sein.
Sicher, auf der einen Seite versuche ich, sofern möglich, in die virtuelle Welt eines Computerspiels "einzutauchen". Ich "genieße" es förmlich mit der Spielfigur "mitzufiebern". Je besser die Atmosphäre des Spiels rüberkommt, desto einfacher fällt es mir ein Teil des Spiels zu werden. Ich sehe in dieser "Flucht aus der Realität" auch nichts schlimmes, ein gutes Buch hat die selbe Auswirkung - nur das sich dann alles in meiner Phantasie abspielt. Und genau hier setzt ein Computerspiel an, es versucht mich in meiner Vorstellung zu unterstützen. Ist man bei einem Buch doch irgendwo immer noch von den Buchstaben gefangen, so gibt mir ein Computerspiel visuelle und akustische "Unterstützung". Ich muß nicht lesen was als nächstes passiert, ich kann es virtuell erleben.
Der Knackpunkt ist allerdings, es ist nunmal nur ein Spiel, eine Phantasie - es ist nicht real. Und genau hier fange ich an manche nicht mehr verstehen zu können. Es spielt für mich keine Rolle ob ich als Giana-Sister einem vermeindlich bösen und feindlichen haufen Pixel auf den Kopf springe, oder als Gängster mit meinem Wagen durch die Fußgängerzone fahre und vermeindlich unschuldige Pixel über den Haufen fahre. Auch wenn ich im Moment des Spielens in einem solchen Pixelhaufen einen Passanten sehe, und es vielleicht genieße ihn umzufahren oder es mich anwiedert, es ist die Phantasie in der es stattfindet - auch wenn ich es am Bildschirm sehen kann, es ist nicht real.
Also entweder ist man so konsequent und verbietet das Töten sämtlicher Pixellebewesen in einem Computerspiel, oder eben nicht. Aber die Frage ist, warum sollte man es verbieten oder unterbinden? Ich als Erwachsener kann doch sehr gut selbst bestimmen was ich mir zumuten kann oder nicht zumuten möchte. Auch wenn sehr weit hergeholt, wer derartiges in Computerspielen (warum auch immer) verbieten möchte, der möchte indirekt auch Einfluss auf das nehmen was in meiner Phantasie abläuft. Will das irgendjemand?
Was also das Töten von virtuellen Pixelzivilisten angeht, so finde ich es absolut in Ordnung das man dem Spieler die Möglichkeit gegeben hat derartiges zu unterlassen oder sogar zu überspringen. Bei GTA kann ich ja auch Zivilisten umfahren, aber ich muß es nicht wenn es mich stört. Den Eingriff, dass das Spiel bzw. die Mission beendet wird sollte man auf selbige schiessen, geht mir dann aber doch zu weit. Nicht weil ich unbedingt virtuelle Zivilisten töten möchte, sondern einfach nur weil die ursprünglich vorhandene Möglichkeit dazu für eine kleine Gruppe (zb. uns Deutsche) entfernt wurde.
Wer mit irgendwelchen Computerspielen irgendein Problem hat, der sollte sie einfach nicht spielen. Aber er sollte anderen Spielern nicht vorschreiben ebenso empfinden zu müssen. Er darf hinterfragen warum ein anderer Spieler damit kein Problem hat, aber er sollte ihn deswegen nicht verurteilen. Man ist nicht krank wenn man durch GTA fährt und lachend irgendwelche Pixelzivilisten über den Haufen fährt, oder sie in irgendeinem Spiel erschiesst. Auch nicht wenn man es genießt.
Egal ob Bücher, Filme oder Spiele, sie sind dazu da um uns in eine andere (virtuelle) Welt mitzunehmen. Wie der einzelne sich dort verhält, was er dort unter Spaß versteht und was nicht, das ist
mMn die Sache eines jeden selbst.
Ich verweise an der Stelle mal auf den Film Westworld:
http://de.wikipedia.org/wiki/W...
Da geht es um die nächste "Stufe" von Computerspielen. Auch wenn es nicht genau so ablaufen wird (der Film ist aus den 70ern*g*), sondern später vermutlich alles direkt ins Gehirn projeziert wird, die Freiheit in der Phantasie / virtuellen Welt tun und lassen zu können was man will sollte jeder für sich so in Anspruch nehmen können wie er es für richtig hält.
Das ist zumindest meine Meinung.
MFG INU.ID
PS. Es besteht im Internetz grundsätzlich, nicht zuletzt mangels Gestik und Mimik, immer die Möglichkeit jemanden falsch/nicht korrekt zu verstehen. Daher sollten Passagen, welche ggf. zu kritisieren oder unverständlich sind, beim Autor hinterfragt werden bevor man selbige "zerreist". Vielen Dank.