Patentrecht und Urheberrecht sind 2 Paar Schuhe. Während man bei letzteren die digitalen Produkte, welche wie bereits erwähnt praktisch kostenlos vervielfältigt werden können, im Auge hat, geht es bei ersteren um eine bestimmte Anwendung dessen Kontrolle wesentlich einfacher ist als die Kontrolle der Distribution digitaler Produkte.
Die beiden Dinge ähneln sich sehr, was die rechtliche Seite bzw. den Zweck der Gesetze angeht: der Gesetzgeber will es belohnen, wenn jemand eine gute "Idee" hat und ihm gewähren, dass er diese Idee "exklusiv" für eine Weile verwerten kann, weil man ansonsten viele Teile seiner Arbeit quasi kostenlos kopieren könnte. Ohne eine solche Regelung gäbe es viel weniger Anreize, zu forschen und zu entwickeln. Das ist der Punkt.
Bei einem Patent ist halt die Idee oder ein Bauplan geschützt, weil eine Firma darin viel Ressourcen gesteckt hat, um dies zu entwickeln - dafür kann sie dann das Produkt exklusiv herstellen und vermarkten. Bei zb einem Song ist es fast genauso, nur dass das "Produkt" am Ende etwas ist, das man heutzutage technisch leicht kopieren kann - bis zum eigentlichen Endprodukt ist es aber wie beim Patentrecht. Das gilt aber auch für viele Patente, z.B. könnte man ein Design für ein Handy "kostenlos" kopieren: man will sowieso ein Handy bauen, den kreativen Inhalt (das Design) kopiert man also wie bei Musik "kostenfrei", es kostet in der Produktion nicht mehr als wenn man ein eigenes Design verwendet, aber man profitiert vom fremden Design. Das ist im Grunde nichts anderes als das, was zb Youtube macht: die haben Kosten dadurch, dass sie Serverplatz und sichere Accounts und eine gut bedienbare Website "produzieren", und anstatt eigene Videos zu nutzen, wird halt "kostenlos" fremdes Material zugelassen.
Es geht ja nicht um die Nutzer, sondern um die größeren Firmen.
Dann reden wir meinetwegen von endlicher Menge wenn Dir der Begriff lieber ist bzw. Du der Meinung bist, dass er eher passt. Am Prinzip ändert das nichts.
Doch, denn Dein angebliches Prinzip, dem die Wirtschaft folgt, basiert eben nicht darauf, dass es einfach nur um "endliche" Mengen, sondern um Produkte geht, die wirklich Mangelware sind.
Nur ist das bei einer Nullkosten-Vervielfältigung nicht durchsetzbar. Eine Regel die nicht durchgesetzt werden kann ist unnütz.
Klar ist es umsetzbar. Glaubst du zB , YouTube hätte sich aus Spaß mit der Gema geeinigt?
Nochmals: Das Recht mag eindeutig sein, richtet sich aber nicht nach der tatsächlichen Faktenlage: Wenn man digitale Kopien und deren widerrechtliche Verbreitung nicht effektiv unterbinden kann, greift das Recht nicht.
So ein Unsinn - dann kannst du mit dem Argument Zb Einbrüche ja auch straffrei machen, denn die Aufklärungsquote dabei ist gering, du kannst diese widerrechtlichen Aktionen also nicht effektiv unterbinden....
Womöglich kann man einen "Kanal" wie Youtube schliessen - entsprechend werden sich digitale Kopien auf anderem Wege verbreiten...
Wieso schließen? Die sollen nur eine faire Abgabe zahlen, was sie auch inzwischen tun. Um "Raubkopien" geht es ja eh nicht, wenn du das mit "anderem Weg" meinst. Es geht um Portale, die von jedem als legal wahrgenommen und genutzt werden. DIE sollen halt etwas bezahlen, damit es auch wirklich legal und auch "moralisch legal" bleibt. Das sind doch nicht anderes als eine moderne Form von Radio/TV-Sendern, und die zahlen ja auch etwas für die Inhalte, und die weitaus meisten würden da sicher zustimmten, dass es völlig ok ist.
Es ist genau umgekehrt: Durch die Digitalisierung wurde es auch kleinen, wenig bekannten Musikern ermöglicht, nicht mehr auf Labels angewiesen zu sein, um ein Publikum, und dadurch auch Einnahmen, zu erreichen. Der "Wert" steigt durch höhere Bekanntheit. Das bedeutet vielleicht, dass die ersten Songs selbst finanziert werden müssen. Doch wenn das Produkt gefragt ist, wird sich auf jeden Fall Kundschaft finden, die für Nachfolgeprodukte bereit sind zu zahlen.
das passiert natürlich auch, aber man sollte es den Künstlern überlassen, was ok ist und was nicht und ob sie wirklich wollen, dass irgendwelche Firmen deren Songs nutzen, damit etwas verdienen und aber nichts davon abgeben wollen. Und bei den keinen Bands kommt dazu: deren Songs sind oft bei "Powernutzern", die einen "Channel" betreiben, und haben da mehr Klicks als auf dem Bandaccount, weil die Nutzer nicht unbedingt nach dem Bandaccount suchen - d.h. die Band hat davon dann nicht so viel, wie man vielleicht glaubt.
Ich habe noch nie von einem Unternehmen gehört, der seine Kosten nicht auf den Endnutzer abwälzen würde, also ist durchaus ein "Schaden" für den Nutzer vorhanden: Entweder bezahlt er es durch Bares oder durch mehr Werbung die er über sich ergehen lassen darf.
ja und? Werbung hast du ja schon lange bei YouTube, und keiner beschwert sich darüber ernsthaft. Wenn einen die Werbung stört, dann kauft er den Kram halt gefälligst.
Und ja, ich bin auch dafür dass ein Künstler für sein Werk entlohnt werden soll, aber eben nicht durch ein Geschäftsmodell welches im letzten Jahrhundert noch funktionierte, heute aber hauptsächlich Probleme schafft. Filigrane Upload-Filter sind eine Utopie. Algorithmen werden wohl kaum je in der Lage sein zu entscheiden, ob ich nun berechtigt bin etwas hochzuladen oder nicht.
um Filter geht es doch hier gar nicht ^^ So, wie es bisher läuft, ist doch alles ok: es gibt eine Verteilung zB per Gema, und ein Rechteinhaber kann sich melden, wenn er nicht will, dass das Video online bleibt - fertig. Zusätzliche Schadenersatzforderungen oder gar Klagen gegen kleine Einzelnutzer sollten ausgeschlossen bleiben. Ich finde den Fall hier, um den es geht, ja auch frech und würde dem auf keinen Fall zustimmen - aber ich kann den Mann trotzdem VERSTEHEN und finde es allgemein schlecht, wie es in vielen Bereichen mit der Rechteverwertung gehandhabt wird. Das ist alles.