Hmm ... Ich kann mir Liam Neeson einfach nicht in so einer knallharten Rolle vorstellen / gewöhnen: Der wirkt irgendwie deplatziert. Clive Owen wäre die perfekte Besetzung imho für den Film gewesen ^^.
Gerade Neeson war zumindest für mich das funktionierende Kernelement des Films. EBEN weil der Mann anfänglich gar nicht in die Rolle des knallharten Agenten passt, entwickelt sich im Laufe eine Gegensätzlichkeit, die für den Zuschauer überraschend ist. Netter Vater mit Familienproblemen mutiert zum knallharten und skrupellosen Rächer, der hätte auch Max Payne heißen können (
wobei, nein. Payne hätte nach den ersten 3 Morden stundenlang Monologe und Metaphern verzapft). Sieht man Clive Owen, dann erwartet man automatisch Action, oder zumindest eine "handfeste" Rolle. Sieht man Leeson, denkt man an Schindlers Liste, viel ruhige Charakterrollen, Star Wars und seinen kleinen Actionausflug in "Batman". Aber eine richtige Actionrolle spielte er bisher nie. Das war wirklich mal erfrischend. Schauspieler die stets auf ein festes Rollenspektrum limitiert bleiben finde ich langweilig.
Der Umstand warum mir der Film insgesamt sehr gefallen hat lässt sich damit begründen, dass er verglichen mit allen anderen Actionflicks mit Nahkampffokus und ohne große Story einfach fabelhaft funktioniert und fast perfekt realisiert wurde. Er sticht markant aus der generischen Masse der Produktionen mit Steven Seagal, Michael Dudikoff, Van Damme oder Lundgren heraus. Auch die frühen Schwarzeneggers überflügelt er deutlich.
Auf der anderen Seite verfällt der Film keinen üblichen Klischees, die man mit Rachefeldzügen oder Foltermeistern assoziiert. Jack Bauer hätte nach der Foltereinlage im Keller definitiv dümmlich geguckt, irgendwie den Hauch von Reue demonstriert dann aber genauso fies und hart weiter diverse Terroristen erledigt. "Unglaubwürdig". Und so langsam nutzt sich dieses Schema innerhalb von 24 auch richtig ab.
Ich bin selbst überrascht, warum der Film bei mir so zündet. Aber er tut es einfach. Weil Einfachheit hier wirklich zum unterhaltsamen Erfolg geführt hat, ohne wie bei Transformers einfach „aufgesetzt“ zu wirken.
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Gestern im Free-TV gesehen: Pathfinder
Kein großer Wurf, weil inhaltlich wirklich flach und limitiert auf gefühlte 4 Dialogzeilen ohne Dramatik oder Spannung. Gefallen hat mir hingegen die Optik und die imho wirklich gute Ausstattung (Rüstungen, Helme, Waffen).
5 / 10
Regards, eX!