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Steam: Ehemaliger Valve-Mitarbeiter teilt heftige Kritik gegen die Plattform aus

Ich habe das Gefühl, daß Herr Richard Geldreich eine sehr subjektive Erinnerung an die Anfangsjahre von Steam hat.

Vor Steam kosteten die meisten PC-Spiele in der Schachtel neu ca. 120 Mark im Kaufhaus/Gameshop. Davon gingen geschätzt vielleicht höchstens 10-20 Mark an den Entwickler/Publisher, der Rest blieb bei Großhandel/Einzelhandel bzw. ging für Produktion der Box, Vertrieb, Werbung, Steuer etc. drauf.
Als Kopierschutz-Token diente damals meist die CD in der Box. Da die Spiele teuer waren und nicht an einen Account gebunden, wurden viele Spiele nach einem schnellen Durchspielen gebraucht weiterverkauft bzw. verliehen oder getauscht. (2nd-Hand Markt) Spiele waren teurer und es wurden weniger Spiele gekauft, Entwickler bekamen wenig Geld.

Durch Steam vervielfachte sich der Anteil der Entwickler/Publisher am Erlös während die Vertriebskosten zum Großteil wegfielen. Durch Bindung der Spiele-Lizenz an einen Account wurde die Weitergabe von Spielen bzw. der 2nd-Hand-Markt fast komplett unterbunden. Insgesamt wurden deutlich mehr Spiele verkauft, die Entwickler der Spiele bekamen mehr Geld und die Spielepreise sanken von 120 Mark/60 Euro auf 30-40 Euro. Das war eine deutliche Win-Win-Situation für die Spieler, die Entwickler und für Steam, die alle von mehr Umsatz, höheren Einnahmen bei geringeren Preisen profitierten. Die 30% für Steam waren damals eine gute Sache. (Inwiefern der Einzelhandel unter dem Wegfall des Regalverkaufs von PC-Spielen groß gelitten hat, kann ich nicht sagen, aber die interessieren hier auch niemanden.)
Daß neue Spiele heute zum Teil wieder 60-120 Euro kosten, liegt auch an den gestiegenen Entwicklungskosten, die heute 10-1000 mal höher liegen als damals. (Ich habe noch einige Spiele vom Anfang der 90er Jahre, die von 2-4 Mann-Teams in wenigen Monaten entwickelt und auf 1-2 Disketten ausgeliefert wurden, also nur 1-3 MB groß waren, während heutige Blockbuster von zum Teil mehreren 100 Spezialisten über Jahre entwickelt werden und 30-100 GB Daten und zum Teil über hundert Stunden an Umfang haben.)

Natürlich kann man sich heute fragen, ob die 30% von Steam noch angemessen sind oder ob man sich zB Industrieweit bei verbindlichen Shop-Qualitäten auf einen niedrigeren Wert wie 20% oder 25% einigt, mit dem alle gut leben können. Dann wäre es für den Entwickler egal, ob man ein Spiel bei epic oder bei Steam kauft und man könnte wieder auf die Exklusiv-Deals verzichten. Vorausgesetzt, epic kann bei der Shop-Qualität zu Steam aufschließen.
 
Nie im Leben, das hat doch richtig Spaß gemacht, auch das ganze Hin- und Hergetausche auf Lanpartys, das Brennen, Sammeln / Archivieren und mit CloneCd, Daemon Tools und Co. rumspielen.

Und was hat Steam denn bitte so leicht gemacht? Früher ne CD / DVD ins Laufwerk geworfen oder schon spielefertig gesaugt war nun auch nicht gerade Atomphysik.

Also, wenn ich in mein imaginäres Raupkopierpoesiealbum schaue, :-B haben da gefühlt die Hälfte reingeschrieben, "das ganze Gewurschtel für eine Raubkopie würde ich mir gern sparen, nich supidoll." :-D
Fakt ist, daß die Spiele damals mit gut 120 DM zu Buche schlugen, was damals ein Haufen Kohle für so ein paar 10-14 Jährige war (meine Clique Ende der 80er/Anfang der 90er).
Das konnte man "reduzieren" in dem man immer wieder mal Spiele getauscht hat.
Leider kam das aber seltener vor als es uns lieb war, da letztenendes oft die guten/großen Spieletitel wie Maniac Mansion, Tie-Fighter, Crusader No Remorse etc. ... , von uns allen gekauft wurden.
Dadurch blieb der Pool tauschbarer Spiele klein und wir waren jetzt keine armen Kinder.
Was lag da näher als sich da manche Titel einfach auf den sieben Weltmeeren zu erbeuten?
Kann mich nicht erinnern, daß da ein Einziger stramm nein gesagt hat.
Mit dem Alter und mehr Geld in der Tasche wuchs sich das dann recht zügig aus, aber ein paar "Hardcore" Freibeuter blieben dabei.
Von denen haben aber fast alle inzwischen die Segel gestrichen.
Warum?
Weil der Schiffsrumpf vor Spielen aus den günstigsten Steamsales, Humble Bundles, etc. nur so überquillt und das sind zum Großteil nicht mal Indies.
Das Zeug war zeitweise so spottbillig, daß da teilweise auf Jahre eingedeckt wird und das oft unter einem 10er für AAA Titel.
Wer jetzt noch raubkopiert ist eigentlich schon ein Fall fürs Museum - Denkmalschutz undso. ;-)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Von denen haben aber fast alle inzwischen die Segel gestrichen.
Warum?
Weil der Schiffsrumpf vor Spielen aus den günstigsten Steamsales, Humble Bundles, etc. nur so überquillt und das sind zum Großteil nicht mal Indies.
Das Zeug war zeitweise so spottbillig, daß da teilweise auf Jahre eingedeckt wird und das oft unter einem 10er für AAA Titel.
Wer jetzt noch raubkopiert ist eigentlich schon ein Fall fürs Museum - Denkmalschutz undso. ;-)

Auch das ist für mich eher eine Altersfrage. Früher mussten wir jedes neue AAA Spiel sofort am Releasetag haben, heute ist es eher egal. Man kann problemlos bei jedem Spiel warten, bis es auf stark im Preis gefallen ist und brandneue AAAs kosten selbst bei Keyshops ein paar Euro. Ich glaube, dass auch heute noch ordentlich gesaugt wird, man das nur nicht so wahrnimmt, weil man selber und der Bekanntenkreis dem eben entwachsen ist.
 
Ich glaube, dass auch heute noch ordentlich gesaugt wird, man das nur nicht so wahrnimmt, weil man selber und der Bekanntenkreis dem eben entwachsen ist.

Hmm, als Vergleich kann ich da natülich nur mein Umfeld nehmen - also bei den Kindern/Jugendlichen die ich in meinem Umfeld besser kenne, nutzt soweit ich weiß niemand Raubkopien
Jedenfalls als man sich darüber mal aus Interesse ausgetauscht hat...kam mir dabei vor wie ein Opa der von seinen alten Abenteuern auf irgendwelchen Schlachtfeldern berichtet. :-D
 
Hmm, als Vergleich kann ich da natülich nur mein Umfeld nehmen - also bei den Kindern/Jugendlichen die ich in meinem Umfeld besser kenne, nutzt soweit ich weiß niemand Raubkopien
Jedenfalls als man sich darüber mal aus Interesse ausgetauscht hat...kam mir dabei vor wie ein Opa der von seinen alten Abenteuern auf irgendwelchen Schlachtfeldern berichtet. :-D

Kenne ich, der Sohn meiner Freundin ist 12 und immer wenn ich mit dem übers Zocken Schnackeln will, komme ich mir vor wie der Opi, der vom 2. Weltkrieg erzählen und dabei krampfhaft hipp wirken will. Aber da muss er durch :-D Er und seine Kumpels haben (momentan) übrigens auch keine Raubkopien, die zocken alle Fortnite. Sowas gabs ja zu meiner Zeit nicht.
 
Dafür haben sie wohl eine Art Notfallplan. Ich nehme an, dass sie einfach die steam_api.dll durch eine "gecrackte" Version ersetzten, so würden dann zumindest alle Single Player Spiele weiter funktionieren und sie könnten sie vermutlich auch für den Multiplayer so patchen, damit auch der funktioniert. Spielesicherungen kannst du ja über Steam anlegen und da wird es dann eben eine Übergangsfrist geben, bis die Server abgestellt werden.

Da würde ich mich mal nicht drauf verlassen. Selbst wenn sie es wollten (warum sollten sie das?), werden sie es in einem Insolvenzverfahren vermutlich nicht dürfen. Ich schätze mit ein bisschen Glück werden einige Entwickler, die dann noch aktiv sind, Steam aus ihren Spielen patchen. Der Rest ist dann (legal) nicht mehr nutzbar.
 
Da würde ich mich mal nicht drauf verlassen. Selbst wenn sie es wollten (warum sollten sie das?), werden sie es in einem Insolvenzverfahren vermutlich nicht dürfen. Ich schätze mit ein bisschen Glück werden einige Entwickler, die dann noch aktiv sind, Steam aus ihren Spielen patchen. Der Rest ist dann (legal) nicht mehr nutzbar.

Weil Steam nicht Epic ist. :-B

Kommt darauf an, was in ihren Verträgen mit den Publishern steht. Wenn sie sich dort das Recht für einen solchen Fall eingeräumt haben, dass Steam den Kopierschutz entfernen kann, dann sehe ich da kein wirkliches Problem. Um es zu verdeutlichen, ich spreche hier nur vom Steam DRM und nicht von irgendeinem DRM eines Drittherstellers, der bleibt natürlich vorhanden. Es geht nur um den DRM von Steam selbst, der im Grunde ja sowieso keine Hürde darstellt, wenn man sich die vielen Steamemus ansieht. Mittlerweile wären wohl auch andere Lösungen möglich. Da Steam mit anderen Launchern verknüpft werden kann, könnte es auch sein, dass Spiele dann einfach dort in die Bibliothek aufgenommen werden, bspw. die Ubisoft Spiele dann in Uplay. Auf jeden Fall sehe ich da bei Steam weitaus mehr Möglichkeiten als bei dem totalen Fail GfWL.
 
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