Ich muss leider der Wertung der PCGames zustimmen. Es hätte doch so schön werden können. Aber leider hat man wie so oft an Komplexität und Spieltiefe gekürzt, um auf dem Mainstream-Markt abzusahnen.
Ob hier eine Marketing-Strategie dahinter steckt? Mehr Spieltiefe erst mit kostenpflichtigen Addons? Die Sims im Weltall?
Jedenfalls war ich über die Kürze des Spiels sehr enttäuscht.
Die erste Phase war gleich zu Beginn sehr spassig. Die Musik hatte was fremdartiges. Die Kreaturen sorgten für einige Lacher, als sie von meiner eigenen Kreatur mit flottem Flossenschlagen davoneilten. Ansich ist diese Phase sehr gut gelungen, nur leider endete diese Phase viel zu schnell. Ich habe mir einfach noch etwas mehr gewünscht. Vielleicht erste kurze Landgänge und die Möglichkeit entsprechende Körperteile mit anderen Eigenschaften hinzuzufügen (Lungen, Beine), um für die Landphase besser gewapnet zu sein. Aber Pustekuchen. Nach knapp 20 Minuten ist Schluss mit Phase 1!
So wechselte ich mit dem Gefühl etwas verpasst zu haben in die Landphase. Hier verdient man sich die ersten DNA Punkte durch Töten oder durch das Schliessen von Freundschaften. Sehr amüsant war auch hier das Verhalten der anderen Kreaturen zu beobachten. Nach ein paar ersten Hieben mit meinen Krallen, wichen mir schwächere Kreaturen ab dann immer aus oder suchten sogar das Weite. Nicht ganz verstanden habe ich leider die gewaltlose Art, um an DNA und neuen Körperteile zu kommen. Egal wie groß meine Herde war und wie viel ich in meine "Schönheit" investierte, beim "Bezaubern" von anderen Kreaturen zog ich oft den Kürzeren.
Ansich sehr lustig und auch abwechslungsreich, doch leider wie die erste Phase viel zu kurz. Man hat zwar die Möglichkeit nicht sofort in die nächste Phase zu wechseln, um evtl neue Körperteile zu suchen, aber das macht nicht wirklich Spass, denn wenn man schon so weit ist, dass man in die nächste Phase wechseln kann, hat man oft schon alle "Upgrades" für die Körperteile eingesammelt, für die man sich am Anfang entschieden hatte.
Und ich wechselte wieder rasch in die Stammesphase und somit in die Strategiephase. Auch hier zunächst wieder das Gefühl, dass ich meinen Kreaturen mehr "Waffen" hätte mitgeben sollen. Doch schnell merkte ich, dass es keinen Unterschied machte, wieviele Arme, Zähne, Gifttaschen und Nadelkissen die Kreaturen besaßen. Sie unterschieden sich nur in den Waffenarten "Nahkampf" und "Fernkampf". Also war die ganze vorherige Phase für die Katz und nur noch von optischen Wert. Schade! Ab hier merkte ich dann, dass das Spiel gar nicht so Komplex ist, wie es zu Beginn den Anschein machte. Es gibt nur drei Entwicklungswege in jeder Phase! Auch die Stammesphase endete zügig. Und wie in den vorherigen Phasen hatte die Art und Weise, wie wir das Phasenende erreichten keine Auswirkungen auf das weitere Spiel.
Die Zivilisationsphase hätte so schön werden können. Aber leider auch hier wenig Abwechslung. Lediglich 3 verschiedene Gebäude und 3 verschiedene Fahrzeuge (Land, Wasser, Luft) bieten nicht sehr viel Handlungsfreiraum. Hier fällt die fehlende Spieltiefe besonders auf. Die Idee mit den 3 Entwicklungsrichtungen (Religion, Wirtschaft, Militär) ist hierbei recht nett gelungen, denn jede Richtung bietet andere Möglichkeiten die Welt zu erobern. Doch wäre hier mir lieber eine Art "Age of Empires" oder "Rise of Nations" mit Technologien, Rohstoffsammler und Zeitepochen. Der Planet ist einfach zu schnell erobert.
Hier bekam ich zum Ersten mal das Gefühl: "Wozu das alles? Warum soll ich weiter spielen?"
Aber naja, die Weltraumphase wollte ich doch noch kennenlernen. Und ich war zunächst angenehm überrascht. Planeten zu teraformen und eigene Kreaturen anzusiedeln machte einen Riesenspass. Auch die ersten Kämpfe mit Piraten und Feinden waren wirklich toll und abwechslungsreich. Alles machte Spass solange mein Imperium klein war. Ich war voller Euphorie angesichts dieser gigantischen Galaxie. "Man, das alles wird mir gehören!"
Doch sobald ich die Anzahl von 7 kolonisierten Sternensystemen überschritten hatte, fing das Spiel unübersichtlich und überfordernd zu sein. Überfordernd nicht weil das Spiel so kompliziert wurde, sondern weil es immer mühsamer wurde sein Imperium zu verteidigen und aufrecht zu erhalten. Es gibt überhaupt keine Automatisierungs-Funktionen und auch keine wirkliche Möglichkeit seine Sternensysteme zu verteidigen. Nach jedem Angriff musste man mühsam zum jeweiligen Planeten hinfliegen, um nachzusehen was zerstört wurde. Sehr ärgerlich und so ziemlich demotivierend! Hatte keine Lust mehr!
Auch sehr ärgerlich ist die Tatsache, dass ich nur knapp 12 Stunden gebraucht habe, um fast alle Upgrades zu erhalten. Das wäre bei einem Ego-Shooter eine gute Spielzeit. Aber doch nicht bei so einer Lebens-Simulation.
Ich weiss leider nicht wie Mod-freundlich das Spiel geschrieben wurde.
Ich sehe viel Potential für Besserungen. Und hoffe, dass sich einige Spore-Fans ans Modden machen werden.