AW:
In der Liste vermisse ich allerdings Jade Empire.
Zwar hat der Spieler hier nur wenig Entwicklungsmöglichkeiten im Charaktersystem, aber Story und teilweise Entscheidungsvielfalt (trotz Linearität: die beiden wählbaren Pfade), aber auch die gut ausgearbeiteten Gefährten (die man aber nicht spielen kann), weisen - wie auch bei TW - auf ein Rollenspiel hin.
zur Rollenspiel - Definition: gerade im Bereich CRPG gilt mit Sicherheit eine ggü. dem Pen & Paper modifizierte Def.: m.E. enthält diese folgende Komponenten:
ein Charakterentwicklungssystem und Regelsystem, das die Entwicklung des/der Helden begleitet, dokumentiert und interessant gestaltet (z.B.: die CRPG - Variante des D& D in den Bioware - Spielen)
Entscheidungsfreiheit, aber nicht unbedingt Entwicklungsfreiheit:
eng verbunden mit der Story, der (möglichst frei begehbaren) Welt/des Schauplatzes ist die Entscheidungsfreiheit: sie ermöglicht die (nicht durch das Spiel festgelegte) freie Interpretation der Rolle, die man ausfüllt will (bei freier Wahl einer Charakterklasse - wie bei Oblivion oder NWN 2) oder (bei nicht festgelegtem Charakter) ausfüllen muss: Entscheidungsfreiheit heißt, sich auch zwischen guten/bösen (gewaltfreien/-tätigen) Wegen der Konfliktlösung entscheiden zu können oder (wie u.a. Gerald) den realistischen grauen Weg zu gehen
Entwicklungsfreiheit muss dagegen m.E. nicht unbedingt vorliegen: d.h. entscheide ich mich (wie in den D & D - Spielen: BG, NWN) für eine Klasse, ist später nur eingeschränkt ein Wechsel der Rolle möglich - ein Korsett, dass ich gern getragen habe, diszipliniert es doch den Spieler in seiner Rolleninterpretation (was nicht unbedingt einen Gegensatz zur Entscheidungsfreiheit darstellt, da es ja auch die gute/böse Interpretation eines Schurken/Diebes geben kann - was allerdings nicht für die deswegen selten gewählten Paladine - in Drakensang Praios - Geweihte gilt)
Story: Dramatik, Humor, überraschende Wendungen: selten kann ein CRPG die gestiegenen Erwartungen der Community erfüllen (TW kann es durchaus); hinzu kommt ein glaubhaft gestalteter Schauplatz
ein Wort zur Linearität contra der offenen/freien Ausgestaltung der Story: je offener die Welt, desto schwieriger fällt es dem CRPG, den roten Faden bei der Story beizubehalten: wegen dieser Schwierigkeit darf an offene Welten (wie bei Gothic 3) auch keine übertriebene Erwartungshaltung gerichtet sein: die Entscheidungsvielfalt geht der Story vor !
Charaktere/NPC: mir ist es gleich, ob die Rolle festgelegt ist (Gothic, TW, eigentlich auch 2W) oder der Spieler sich eine Charakterklasse auswählen kann: wenn die oben dargestellten wichtigen Punkte gegeben sind, liegt tendenziell schon ein gutes CRPG vor !
wichtig ist aber die glaubhafte Gestaltung der NPC
ob Einzelspieler oder Party: ein gutes CRPG kommt nicht ohne gute NPC aus; bei einer Party erwarte ich allerdings auch die Möglichkeit der Einflussnahme auf die Gefährten (bei Jade Empire hat man leider keinen Zugriff auf das Inventar der Gefährten)
Kampf/Steuerung: gelungene Spielmechanik gehört zu jedem guten Spiel, dies stellt also keine Besonderheit des CRPG dar: daher ist es mir auch egal, ob ein (gut gestalteter) Echtzeitkampf (nicht Hack & Slay), ein modifizierter Echtzeitkampf (pausierbar, sog. Taktikkampf) oder Rundenkampf gegeben ist
So - leider ist der Beitrag mal wieder etwas zu lang und off topic geraten - jedenfalls ist dies meine (mehrheitsfähige) Auffassung zu CRPG !