Ich halte mich seit mehr als drei Jahrzehnten als Gamer und habe bislang keine einzige Plattform genutzt. Ich will hier auch keine erneute Diskussion zu DRM anfeuern, da die Industrie den Gegnern gängelnder Kopierschutzmaßnahmen ohnehin keine Wahl läßt als abzuhauen. Die Nachteile von DRM für den Spieler bewerte ich einfach größer als die Vorteile und ich habe meine Konsequenzen daraus gezogen. Lustig finde ich in diesem Zusammenhang jedoch, dass man als "ewig Gestriger'" bezeichnet wird, nur weil man nicht das konsumiert, was die Industrie einem vorsetzt. Insofern erlaube ich mir den Großteil derjenigen die sich auf DRM einlassen, als unkritische Herdentiere zu bezeichnen, die sich mit den Konsequenzen der durch die Spieleindustrie herbeigeführten Abhängigkeit nicht hinreichend auseinandergesetzt haben.
Es ist dein gutes Recht, von DRM nichts zu halten und, konsequenterweise dann auf all die aktuellen (und vergangenen) Top-Titel von EA, Ubisoft, Bethesda, Blizzard, etc. zu verzichten.
Andere Leute aber zu beleidigen, ist nicht dein gutes Recht.
Du packst hier die "Mitläufer"-Keule aus (unkritische Herdentiere). Sie trifft aber nicht zu. Für mich persönlich ist das Spielen von PC-, & Konsolenspielen ein Hobby. Die diversen kleinen Indie-Titel interessieren mich (bis auf wenige Ausnahmen wie z.B. Bastion) nicht. Ich will World of Warcraft, Starcraft, Diablo, Assassins Creed, Battlefield, Wolfenstein, Watch_Dogs, Anno, C&C, Tomb Raider spielen. Diese Spiele machen mir Spass und darum sollte es doch bei einem Hobby gehen.
Klar, vor 15 Jahren konnte ich Diablo 1 ohne jegliche Form von Registrierung oder Internet-Verbindung spielen. Heute muss ich dafür permanent online sein.
An diesem Punkt muss sich nun jeder ganz persönlich die Frage stellen: Stört mich das oder nicht? Und ich habe diese Frage mit "Nein" für mich beantwortet. Und da ich quasi mit Spielen von Blizzard groß geworden bin und ausnahmslos immer damit zufrieden war, gönne ich dem Hersteller/Anbieter, dass es durch diese Art von DRM bis heute noch keine vollständig funktionierende Raubkopie von Diablo III gibt.
Dann muss man sich natürlich die Frage stellen ob man von jedem großen Anbieter (EA, UBISOFT, VALVE) einen Extra-Account auf seinem Rechner haben will. Nun, wollen vielleicht nicht unbedingt - aber dann bleibt eben die Frage der Priorität: Will ich Spiel XY spielen oder nicht?
Sicher, manche Leute sehen es als "Aufzwingen" durch die Anbieter an. Wer aber kein Problem mit den Accounts hat ist deshalb gleich ein unkritisches Herdentier? Damit machst du es dir schon sehr einfach.
Neutral bleibt nur fest zu stellen, dass du deine Prioritäten bei deinen Prinzipien setzt und andere Leute eben beim Spass an ihrem Hobby. Zu akzeptieren ist IMO beides.
Zu den Konsequenzen: Du sprichst vermutlich auf den Gebrauchtmarkt an? Nun, ich habe sicherlich früher (als Jugendlicher) mal das ein oder andere Spiel verkauft. Das wird durch die Accountbindung unterbunden, richtig. Das Problem stellt sich aber eigentlich nur am PC so dar. Konsolenspiele lassen sich auch heute noch ohne Probleme weiterverkaufen. Im schlimmsten Fall sind ein paar Vorbesteller-Codes nicht mehr nutzbar. Tja, ist halt eben auch gebraucht und dadurch günstiger. Ein 2 Jahre alter Tisch ist auch nicht ohne Kratzer, wenn man ihn gebraucht ersteht.
Was ich damit sagen will: es kommt immer auf die Prioritäten des EINZELNEN an. Mich stört das DRM an meinem Hobby nicht. Warum auch? Ich kann ohne Probleme die Spiele spielen, die ich spielen möchte. Und mehr als 2x spiele ich sie sowieso nicht durch. Dafür fehlt mir mit einem Vollzeit-Job und einer Familie schlicht die Zeit.
Bin ich deshalb unkritisch? Nein. Ich habe nur andere Prioritäten. Ich will primär Spass an meinem Hobby haben und kein Politikum daraus machen...