Nur ein kleiner Gedanke...

T6G

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Hallo alle zusammen,
ich bin neu hier im Forum, jedoch treuer PCG Fan seit meiner Jugendzeit ^^

Das vorweg, möchte ich eigentlich nur einen kleinen Gedanken loswerden und würde mich sehr freuen, die Meinung anderer Menschen dazu zu hören.. das würde mir sehr helfen. Vielen Dank schon mal im Voraus!
Ich möchte versuchen den Text kurz zu halten, aber bitte habt Nachsicht mit mir, falls mir dies nicht ganz gelingen sollte :P

Ich hab eigentlich schon länger das Gefühl, dass Videospiele immer brutaler und brutaler werden. Da ich schon seit einigen Jahren einen relativ großen (andere würden sagen "kleinen"^^) YouTube Kanal, welcher dem Gaming gewidmet ist, betreibe und regelmäßig Videos hoch lade, fiel mir das natürlich besonders einfach auf, da ich ja damit so gut wie täglich konfrontiert war. Aber Zocken an sich war schon viel länger mein liebstes Hobby. Noch bevor es YouTube überhaupt gab ^^
Aber damals waren die Spiele irgendwie ganz anders kommt es mir vor. Also ich will jetzt nicht darauf hinaus, dass die Grafik nicht so geil ist wie heute.
Eigentlich möchte ich auf mehrere Punkte hinaus: Als erstes möchte ich erwähnen, dass meine Familie leider nicht sehr wohlhabend war und ich deshalb nur bei Freunden auf ihren Konsolen, auf ihre Spiele reduziert war. Daher bot sich mir in diesem Zeitraum auch nicht so ein breites Spektrum an Spielen, wie es die heutige Zeit mir ermöglicht hat.

Und nun zum eigentlichen Thema: Die Spiele waren damals doch nicht so voller Gewalt und Kriege wie jetzt, oder?! Ich mein, klar, in z.B. Donkey Kong gab es auch eigentlich den Kampf zwischen Gut und Böse, aber er wurde ganz anders dargestellt als heute. Es hatte irgendwie mehr Sinn alles. Am Ende ging es darum, zumindest in den zwei Teilen die ich damals spielen konnte, dass die Guten wieder vereint waren. Weil im Vorfeld dieser Krokodil-Typ-End Boss ja den Donkey Kong oder die anderen Mitglieder der Familie Kong entführt hatte. Also sind die Kinder zusammen, sich gegenseitig immer zur Seite stehend, gegen das Böse vorgegangen um ihre Familienmitglieder zurück zu holen. Ach ja, und sie mussten ihr Hirn mitbringen, denn der Weg zu diesem fiesen Krokodil-boss, führte durch zahlreiche Labyrinth ähnliche Levels.. gespickt mit Fallen, Eidechsen, oder Bienen die einen stechen wollen. Dieser schwierige Weg konnte nur bezwungen werden, wenn die Kong-Kinder lernen würden, zusammen zu arbeiten. -So, oder so ähnlich, glaub ich war das Spiel, oder? Ist schon lang her, sorry ^^

Aber an einiges kann ich mich noch gut erinnern, wie an den Abspann von Donkey Kong 3. Tja, ich weiß zwar, dass mich jetzt viele für einen lächerlichen Naivling halten werden^^ aber mir hat dieser Abspann, damals als Kind, eigentlich ur gefallen.
Als sie da dann die ganzen Gegner nochmal zeigten, mit dieser lustigen Musik im Hintergrund... und dann die Art wie sie portraitiert wurden mit diesen Vintage Bilder Dingern, ich konnte nicht mehr böse auf sie sein^^ und dann wurden natürlich auch die Freunde erwähnt, die man im Laufe des Spiels getroffen und auch voneinander profitiert hatte, indem man sich gegenseitig geholfen hatte, und dann als letztes die Kong Familie wo sich jeder mit seiner eigenen freundlichen, lustigen und schrulligen Art verabschiedet hat. Als das Spiel zu Ende war, wollte ich sofort nochmal^^ Erstens gab es noch sooo viele Secrets, die ich finden wollte (ich hab bis heute nicht alles entdeckt^^), aber am meisten, weil ich mich beim Spielen dieses Spiels eigentlich sehr gut gefühlt habe. Ich denke, dass ist das Thema weswegen wir alle ja hier sind, was uns alle verbindet.. Zocken macht Spaß!^^

Da es bei den DK-Spielen teilweise recht knifflige Passagen gab, die nicht nur "Hirn", sondern auch andere Fähigkeiten, wie Geduld (Timing), Geschicklichkeit oder das Verständnis, dass der einfachste Weg oft leider nicht zum Ziel führt, erforderten, war es sehr von Vorteil, dass ich diese Spiele eigentlich nur bei meinen Freunden spielen konnte, denn auf diese Weise konnten wir gemeinsam nachdenken wie es weiter gehen könnte, wenn wir mal wieder nicht weiter gewusst haben.. und das kam ur oft vor^^
Dann haben meine Freunde oft Sachen gesehen, die mir niemals, oder bestimmt erst nach ein paar Stunden aufgefallen wären. Oder mein Freund konnte den anderen Lösungsweg nicht sehen, den ich aber in der Lage war zu sehen. So haben wir gemeinsam manchmal vor dem Fernsehen gestanden und haben versucht die Rätsel, aus verschiedenen Standpunkten heraus zu betrachten und sind dann auf diese Weise, zusammen, meistens recht rasch, auf die Lösung gekommen. Neben der Freude, weil es jetzt eeendlich weiter geht im Spiel^^, war ich sehr oft auch immer über mich selbst erstaunt wie blind ich doch war und nicht selbst auf das was, mein Freund gekommen ist, gekommen bin, ich glaube das kennen viele ^^
Die Rätsel und so waren jetzt nicht unfair oder unlösbar oder so, aber, meiner Meinung nach, war es deutlich einfacher wenn man zu zweit gespielt hat. #ZweiGehirne=BesserAlsEines^^

Aber um es jetzt auf den Punkt zu bringen: bei Donkey Kong hat man nicht gegen Menschen gekämpft.
Super Mario hat doch auch eine ähnliche Geschichte, wie DK fällt mir gerade auf.. da ging es ja auch darum jemand geliebtes wieder von dem Bösen zu befreien, Princess Peach.. und hat der nicht auch nen Bruder gehabt auf den er zählen konnte? Luigi oder? Gemeinsam haben sie sich dem Bösen gestellt, und manche Levels von Mario waren auch richtig schwer^^.. irgendwie so, oder so ähnlich war das beim Spiel Super Mario so, glaub ich^^
Ich glaube, es gab damals noch sehr viele andere Beispiele wo man dieses Prinzip, (sehr vereinfacht ausgedrückt): "Ich gut, du böse, weil du böses angetan mir hast.. wir aber nicht Angst vor dir, weil "wir zusammen arbeiten = wir stark", "wir zusammen stark = wir keine Angst", "wir zusammen stark und ohne Angst = du nix" und schließlich "wir zusammen = fieser Krokodil-End Boss verliert" ^^ - so hab ich das eigentlich damals als Kind verstanden um ehrlich zu sein lol
Auch auf anderen Konsolen gabs solche Spiele, ich kenn wirklich nur einen kleinen Teil aus dieser Zeit aber dieses Prinzip gibt es das heute ja auch überall. Nur hat sich, meiner Meinung nach, die Form der Darstellung dieses Prinzips sehr stark verändert.

Call of Duty. Ja, da kochen die Emotionen hoch, nicht wahr^^ das erste CoD hab ich geliebt. Noch mehr als Medal of Honor: Allied Assault, das zu dieser Zeit auch sehr, sehr geil war.. "Omaha Beach" zu sagen, reicht glaube ich^^
Aber damals hatte ich noch gar kein Internet und konnte nicht online spielen^^ deshalb hab ich alle Spiele im Singleplayer gespielt, bis ich sie im Schlaf spielen konnte^^ CoD 2 war auch ur gut. Und dann war da Modern Warfare.. HAMMER war das damals! Extra, unter anderem für MW, hab ich meinen PC aufgerüstet^^

Und dann war da MW2 und ich war schon fast am Heulen, weil mir das so gut gefallen hat. Also der Singleplayer war schon geil, aber da ich mittlerweile endlich das Internet hatte, konnte ich online gegen alle anderen spielen und erst das, da wird mir doch jeder zustimmen, erst das macht das Spiel doch so geil. Auf lange Sicht wäre, der Singleplayer Modus allein, ja auch stink langweilig. Mir persönlich macht das Spielen, mit Mitmenschen viel mehr Spaß, als alleine zu spielen. Das war ja schon auch damals als Kind ein großer Grund, warum ich gaming geliebt habe.
Deswegen wurde ich dann auch total süchtig aber hatte auch unendlich viel Spaß. Mir ging jedes Mal einer ab, wenn ich am Ende einer Runde der Beste, oder zumindest einer der Top 3 war. Ich war dieser typische CoD Spieler, den ihr euch alle jetzt sicherlich im Kopf vorstellt^^ aber keine Angst, ich wurde eh erleuchtet und bin dann zu Battlefield: Bad Company 2 gewechselt und bin dabei geblieben. Wieder hat das in virtuellen Tötungsorgien geendet und wieder war ich eigentlich verdammt gut ^^ ich wollte wieder der Beste sein, "weil ich kein k*cknoob bin", dachte ich mir. Und irgendwie war auch die meiste Zeit Aggression in der Luft und ganz ehrlich, sowohl online zwischen den Spielern, aber auch offline bei mir im Zimmer^^ ich hab im Laufe dieser online-Gemetzel 7 mal meine Maus, und 4-mal meine Tastatur wechseln müssen, da sie.. *hust*, mir vom Tisch gefallen sind :P
Ne ich war extrem wütend wenn ich z.B. dabei war, einen hohen killstreak anzusammeln und von nem k*acknoob Camper vom Hinterhalt abgeknallt wurde -.- oder in Battlefield, wenn ich nur mit Egoisten zu tun hatte, die nicht im Team arbeiten konnten und deswegen die anderen immer und immer wieder gewonnen haben, obwohl sie gar nicht besser waren -.- oder noch schlimmer, wenn einer einen persönlich zum Nemesis erklärt hat und sich nur noch auf dich konzentriert, dich dann mim Messer abschlachtet und dann deine Leiche tea-bagged -.- .. sicher kennt ihr auch solche Erlebnisse, wo ihr zur Weißglut getrieben wurdet.

Also irgendwie hab ich mich gleichzeitig danach gesehnt online gegen alle anderen zu Zocken, aber habe es auch sehr oft gehasst und herum gebrüllt und geschimpft, wenn mich einer auf fiese Art und Weise gekillt hat und gejubelt als ich meine bittersüße Rache nahm.. ich hätte es zu dieser Zeit, leicht in "die strengsten Eltern der Welt" geschafft, zumindest dann, hätte man mich nur beim Zocken gezeigt^^
Der Singleplayer hatte aber auch seinen Reiz. Es war so realistisch alles. Klar, die Storys von CoD, BF und co sind jetzt nicht mit anspruchsvollen Romanen zu vergleichen^^ aber mir war die Story eigentlich gar nicht so wichtig. Oft waren meine Englischkenntnisse nicht mal ausreichend um alles zu verstehen, falls es keine Untertitel gab.
Aber eins war immer klar: ich bin der Gute der gegen das Böse kämpft. Eigentlich wie bei Donkey Kong.. aber irgendwie wiedersetzt sich in meinem inneren etwas, diese beiden Spiele auf eine gleiche Ebene zu setzen. Weil ich finde, man kann das Böse doch auch ganz anders besiegen. In Donkey Kong hat man den Affen zb: ein, meistens leeres, Fass hochheben und gegen eine Eidechse oder was da halt war, werfen lassen. Hat man nicht getroffen, konnte man den Affen auch auf die Eidechse springen lassen. Dies ging bei der Biene aber nicht, da sie den Affen stechen würde, deswegen musste man sie mit dem leeren Fass "K.O. machen" quasi (man konnte auch viele Gegner links liegen lassen oder? die waren dann in ihrem Bereich und es ging keine Gefahr aus, glaub ich).

Abgesehen davon wurden in DK Familienmitglieder gekidnappt. Es war also was persönliches^^ deswegen haben sich die Kong-Kinder vereint und sind gegen das Böse vorgegangen, um ihre Liebsten wieder bei sich haben. Sie haben auf dem Weg das Böse zu bekämpfen aber auch anderen oft geholfen und es gab auch andere schöne Sachen in den Levels zu erleben anstelle des endlosen Kampfes mit den Gegnern.

In CoD oder BF geht es, wie gesagt auch darum die Bösen zu bekämpfen, aber der Kampf findet einer der echten Welt nachempfunden Welt statt. Es gibt Ähnlichkeiten oder es wird direkt versucht es so real wie möglich zu gestalten- denkt an die Hammer 3D Modelle von den Waffen und so. Und das alles aus der Ego-Sicht, man steuert keinen Affen wie bei DK, sondern man ist quasi einfach drinnen in diesem Körper. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich mittlerweile ganz passable mit verschiedenen Waffen umgehen könnte.. vielleicht, sieht das der eine oder andere von euch auch so.
Jede Mission ist Teil eines endlosen Kampfes, manchmal ist man alleine, oft sind auch andere Soldaten dabei- Waffenbrüder nennt man die auf Deutsch oder? Also "Brothers in Arms".. das heißt nicht "Brüder in Armen" oder so^^ sondern "bewaffnete Brüder". Weil wenn du den Soldaten neben dir, wie deinen Bruder siehst, bist du viel eher bereit dein Leben für ihn zu opfern und zusammen, Seite an Seite zu kämpfen. Für einen Fremden den du nicht kennst, wirst du wohl kaum dein Leben opfern, oder? ^^
Also DK, CoD und BF bedienen sich des Elements der Familie bzw. der Brüderlichkeit bzw. unserem Verlangen, die die wir lieben, beschützen zu wollen- das ist nicht auf dem Mist von den Machern dieser Spiele entstanden sondern, das ist es, wie wir Menschen eigentlich sind. Wir beschützen gerne und bekämpfen voller Eifer das Böse!^^ Wer würde nicht seine Familie beschützen wollen!?

Die Spieleentwickler sind halt nicht dumm und benützen dieses Wissen über Menschen um möglichst fesselnde Spiele zu entwickeln- genau wie die Film und Musik Industrie. Ich rede hier nicht von einer Verschwörung oder so^^ sondern denkt mal selbst nach.. kennt ihr keine Filme oder Lieder, welche euch Tränen in eure Augen gebracht haben? Ich kenn dutzende solcher Filme und Songs.. auch Bücher übrigens (meist sind Bücher die Besten^^). Und solche Werke verkaufen sich halt hundert Mal besser als eine Geschichte, die uns nicht berührt. Also bedienen sich Spieleentwickler, wie viele andere, dieser Elemente und versuchen ein möglichst fesselndes Spiel zu entwickeln.
Da die Militärs auch sehr genau über Menschen Bescheid wissen und dementsprechend wissen, dass, wenn ich für den Soldaten mit dem ich in die Schlacht ziehe nichts empfinde, bzw. keine Bindung habe bzw. ihn nicht mal kenne, dann wird es so wie bei BF, wenn man nicht im Team zusammen arbeiten kann^^ man lässt sich im Stich und jeder kämpft für sich selbst weil mein Beschützer-Instinkt nicht im Bezug auf diese Mit-Soldaten aktiviert wurde.
Daher hat mich CoD und BF ja jahrelang auch so gefesselt, weil ich mich perfekt hinein versetzen konnte, es ist ja alles auch irgendwie total realistisch und cool.. genau wie in den Filmen, nur dass man jetzt selbst dabei ist. Und diese Filme sind ja auch alle ur gut und fesselnd. Der Soldat James Ryan z.B.

Also worauf ich eigentlich von Anfang an hinaus will ist das folgende: damals, als Kind, war ich beim Zocken zwar auch oft frustriert, weil ich, wie gesagt, oft nicht weiter kam und hatte auch mal nen Auszucker, aber das war von einer ganz anderen Art. Das war das selbe wütend und frustriert sein, wie man es empfindet, wenn man zB ausrutscht und sich ein Bein brechen würde. Oder denkt an Naturgewalten. An einem Vulkan, einem Erdbeben oder einem Tsunami kann man keine Rache nehmen. Aber ich hatte weder was gegen Bienen, Mäuse, Eidechsen oder all die anderen Gegner dieses Spieles und meine Wut richtete sich nicht auch nicht gegen diese, sondern gegen die Tatsache, dass das Spiel, mir als zu schwer erschien und ich zu faul war und mein Hirn die ganze Zeit nicht so anstrengen wollte ^^
Als dann meine Faulheit auf CoD und BF traf, fühlte sie sich nicht davon bedroht und das intensive online Erlebnis, was ich bis dahin gar nicht kannte zog mich sofort in seinen Bann. Allerdings wie auch DK löst eine online Schlacht, Wut aus. Aber diese hier ist auch eben ganz anders von der Art her. In dieser richtet sich mein Zorn auf eine Reihe von 3D Modellen, die eigentlich mittlerweile genau wie echte Menschen aussehen- nein, das stimmt nicht, eigentlich richtet sich meine Wut ja nicht gegen die leblosen Modelle, sondern auf die Menschen die in diese Modelle schlüpfen und somit zu meinem Feind werden. Es gibt meist zwei Seiten, meist reicht schon eine farbliche Differenzierung zb. ich bin im roten, meine Gegner sind im grünen Team.
Apropos rot gegen grün, ich frag mich seit meiner Kindheit ob eigentlich Super Mario oder Luigi der Stärkere ist... ob sie sich eigentlich trotz ihrer farblichen Differenzierung spalten lassen würden? Schließlich wissen wir ja, Brüder halten zusammen. Wahrscheinlich würden sie sagen: "unsere Mutter hat uns beigebracht niemals gegeneinander zu kämpfen, denn sie sagte immer, "ihr seid Brüder, du hast rote Kleidung, du grüne, aber im inneren seid ihr beide Menschen, die genau dieselben Ängste aber auch Hoffnungen haben. Mario, Luigi, lässt euch niemals gegeneinander aufstacheln. Lässt niemals zu, dass sie auch nur einen von euch als anders oder noch schlimmer, als weniger Wert darstellen. Überlege immer, ob dir das Gefallen würde, wenn man das mit dir machen würde. Denkt an damals, schon immer hat man uns glauben lassen wollen, dass wir alle nicht gleich sind zb noch gar nicht mal so lange her haben die Amis die Schwarzen als "***************" bezeichnet und versklavt, und die Deutschen haben viele Menschen, vor allem die Juden mit Ratten und Ungeziefer verglichen. Weil wenn du deinen Feind als "***************", "Ratte" oder "Ungeziefer" betrachtest, fällt es dir leichter ihm weh zu tun- oder noch schlimmer, ihn und seine Familie zu töten. Ihr beide seid Klempner und trefft immer wieder auf Ratten und Ungeziefer bei eurem Beruf, keiner mag die nicht wahr? Viele ekeln sich regelrecht vor Ratten und Ungeziefer. Und jetzt sieht euch an: ihr beide seid gleich. Keiner ist besser, oder schlechter. Jeder ist so, wie er sich verhält. Nicht seine Kleidung oder so was entscheidet wie jemand ist. Es zählt das was man tut." so, oder so ähnlich vielleicht?^^

Was ich damit sagen will, ist dass das Zocken von DK mich eigentlich selten in den Streit mit meinen Freunden gebracht hat. Was eher passierte war, dass wir beide frustriert und traurig waren, dass wir nicht in der Lage waren, das Problem zu lösen und stecken geblieben sind. Aber dann haben wir nicht die Wohnung zerfetzt oder herum gebrüllt. Wir haben so gut wie nie die Gegner im Spiel angeschimpft sondern uns darüber geärgert, wenn wir zb. in den Abgrund gefallen sind oder uns eine böse Blume berührt hat, die dann 1 Leben gekostet hat und man nur mehr ganz wenige Leben hatte^^
Während ich CoD oder BF gespielt habe, hab ich nichts anderes gemacht als alle Gegenspieler bis ins Mark zu beleidigen und wütend auf sie zu sein. Wütend auf Mitmenschen. Und das kam auch von der anderen Seite zurück. Ich war nie der Typ der mit nem aktivem Mikro zocken kann, ist einfach nicht mein Ding, aber jeder kennt diese aggressiven lautstarken "kiddies". Wo du dir denkst "woah, nimm das doch nicht so ernst alles, ist doch nur ein Spiel.. eine Runde gewinn ich,, dann gewinnst du von mir aus 3.. so läuft das halt".. aber beim Spielen von CoD und BF hab ich nie so gedacht. Es war zwar ein Spiel, ja, und es war mir schon klar, dass das nicht echt passiert. Aber mein Herz war in sehr vielen online-Kriegen trotzdem am Rasen, ich habe manchmal am gesamten Körper gezittert als ich kurz davor war meine Rache zu nehmen und war so erleichtert als es gelang und wütender und wütender wenn es mir nicht gelang. Aber wenn es gelang war es geil und oft habe ich damit auch einige Views auf YouTube bekommen. Und oft Zustimmung, dass das geil ist. Manchmal hat es mich an diesen neuen "Mad Max" Film erinnert, wo die warboys ihre Waffenbrüder darum quasi bitten, ihre großartige Tat, die sie im Begriff sind zu begehen, zu bezeugen, und alle warboys in Seh- und Hörreichweite "ZEUGEEE!!" rufen^^

Aber ich bin ja die ur p*ssy oder? "Zittern wegen nem Spiel" ist doch nicht normal. Ich mein es ist doch nur ein Spiel. Wenn man einen Blick auf Donkey Kong wirft, würde ich das genau so unterschreiben. Bei einem Blick auf CoD oder BF, müsste ich aber sagen, dass es sich hier um teils sehr realistische, teils sehr unrealistische Simulationen von teils realistischen und teils unrealistischen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Menschen handelt.
Unrealistisch daher, weil aus nem fliegenden Flugzeug springen, Headshot machen im freien Fall und wieder zurück ins Cockpit steigen und weiter fliegen in der Realität nicht wirklich möglich ist. Unrealistisch weil die Angst, die ich in einem echten Krieg empfinden würde, wahrscheinlich zehn tausend Mal höher sein würde. Aber genau hier wird es auch wieder realistisch: um diese übergroße Angst zu nehmen und sie in Hass auf den Gegner zu verwandeln, bedient man sich ja wie es schon immer der Fall war, sehr gerne an den Elementen, die uns alle bewegen.. genauer gesagt: in den Kampf bewegen. Wie kann ich meine Angst vor dem Tod am besten besiegen? Wenn ich weiß, dass ich damit die, die ich liebe, beschütze? Viele würden es als eine Ehre empfinden für ihr Land zu sterben glaube ich, denn das ist eine sehr noble und ehrenvolle Sache. Abgesehen davon, nur Schwuchteln rennen weg, oder?

Bei CoD oder BF ist es ziemlich einfach oder? Es gibt ein gemeinsames Feindbild- man weiß meist gar nicht viel über ihn, nur dass er nicht so wie ich ist und vor allem weiß man, dass er böse ist^^ Man weiß, dass er böse ist, weil "das Spiel" dir das so sagt. Genauer gesagt wurde es ja quasi so programmiert: die cutscenes, cinematics oder sonstigen "Medien" innerhalb, des Spiels sagen ja quasi alle dasselbe. Der Gegner hat uns angegriffen oder wird uns angreifen und wir müssen uns jetzt entweder Verteidigen oder selbst zuerst Angreifen um den Feind daran zu hindern anzugreifen. Im Laufe von manchen Spielen, ändern sich dann die Feindbilder und man denkt beim nächsten mal zwei mal nach bevor man jemanden wieder vertraut, egal ob Freund oder Feind. Denn der Feind könnte auch getarnt als Freund auftauchen.

Also als Kind, war bei Donkey Kong die Botschaft, die ich verstanden hatte: "zusammen = stark und ohne Angst und alle Probleme lassen sich zusammen viel leichter lösen"

Was hätte ich wohl für eine Meinung darüber, was die Botschaft von CoD oder BF gewesen wäre, wäre ich mit diesen Spielen groß geworden? Vielleicht: "zusammen in den Krieg = Konfliktlösung und Frieden" oder "Frieden ich eigentlich nie gesehen aber immer gehört und haben will, weil wollen wir alle, aber für den Frieden muss man Kämpfen.. der Weg zu Frieden ist Krieg, denn böse Menschen wollen niemals aufhören zu hassen uns und wir müssen verteidigen unsere Familien und Werte" oder hätte ich gesagt "Menschen = niemals Frieden, weil Menschen = böse" ?


Ich weiß es leider nicht.
Aber vielleicht wäre auch gar nix passiert.. vielleicht hätte ich das alles vollkommen anders gesehen, einfach nur als Spiel. Was soll schon passieren, wenn ich halt einige Jahre lang solche Kriegsspiele Zocke und teilnehme, an dem gegenseitigen, mit teilweise massivem Zorn beladenen, Anschimpfens, Bedrohens und Auslachens und beim Zocken das Denken übernehme, dass es immer nur einen Sieger geben kann und man bemüht ist, im Ranking stets den obersten Platz zu belegen, weil man bloß nicht ein k*acknoob sein möchte bzw. Angst hat, dass die anderen einen als solchen betrachten oder in Schubladen stecken wie: fanboy, kiddie, oder so ein WoW Fettsack-Typ. Das will alles niemand sein. Weil die niemand mag.
Keiner mag es wenn man sie "noob" nennt. Dennoch tun es viele Gamer, vor allem, wenn sie Krieg spielen oder sich im Wettkampf befinden. Sie denken, dass es ok ist, denn sie denken nicht daran, wie der gegenüber sich dabei fühlt (und er tut’s doch auch!)
Ich selbst habe alles und jeden als "noob" bezeichnet, selbst die besten Spieler. Denn für mich ist "noob" eigentlich nur eine herabwertend Bedeutung. Der gemeine "noob" verhält sich ja auch oft wie ein dummer Trottel. Nicht Team-fähig, macht irgendwas, alles, außer behilflich sein, kennt sich nicht aus, und ist im Ranking immer ganz unten haha
"Ich bin viel besser als die "noobs"", so dachte ich immer. Und diese dummen fanboys. Gott sei Dank bin ich nicht so dumm wie die. Und diese fetten WoW-Typen die man kennt, ich könnte gleich kotzen, bei all den Vorstellungen, die mir dabei durch den Kopf gehen....

Ist das nicht so was, wovor Marios und Luigis Mutter ihre Kinder gewarnt hatte? Diese kluge Frau hätte sicherlich auch erkannt, dass wir uns eigentlich schon die ganze Zeit voneinander distanzieren.
1) Psychologisch indem wir den anderen mit Werten in Verbindungen bringen, die wir alle nicht mögen und tolerieren können weil wir genau wissen, dass sie niemand toleriert und jeder über noobs lacht.
2) Das Spiel übernimmt die Aufgabe, der moralischen Distanz indem es uns auf 2 Seiten stellt und gegeneinander antreten lässt. Somit weiß man genau welches Team nun meines, das Gute, ist, und welches das Böse.
3) Und genauso übernimmt das Spiel die Aufgabe der mechanischen Distanz indem wir alle gemütlich von zu Hause aus unsere Aggressionen gegeneinander ausleben können. Ohne Schläge oder Anzeigen oder so befürchten zu müssen, was so ein respektloses Verhalten wie es die meisten beim Zocken mit ihren Mitmenschen offenbaren (weil sie sich auch oft respektlos behandelt fühlen), wahrscheinlich auslösen würde. Man sollte sich einen aggressiven, beleidigenden Troll vorstellen: so ein Troll würde sich in real life ja auch nie trauen so zu reden wie er es online tut. Das geht nur wegen der so genannten mechanischen Distanz. Ist genau dasselbe, wie wenn man jemanden von Angesicht zu Angesicht ins Gesicht schießen soll. Leichter geht’s wenn man vor dem Bildschirm sitzt, mit Joystick in der Hand und die Augen auf den Monitor gerichtet- wie bei den Dronenangriffen übrigens.

Wenn man diese drei eben genannten Wege der Distanzierung zwischen Menschen dann gut verpackt, auch in tausenden sehr gut gemachten Filmen sieht, und man in den Nachrichten täglich den Eindruck bekommt, alle sind eigentlich der Meinung, dass es ok ist, Kriege führen zu müssen, da es vor bösen Menschen nur so wimmelt, denn es ist eigentlich auch permanent irgendwo Krieg auf der Welt und man wird eigentlich ständig irgendwie von irgendwelchen Bösen von irgendwo auf der Welt bedroht oder?.. nicht direkt persönlich aber wenn wir das ganze wie ein Computerspiel betrachten würden, müsste man sagen: "alle cutscenes, cinematics und sonstige "Medien" die in diesem Spiel vorkommen, sagen einem, dass es da Menschen gibt, die ganz anders sind als ich und dass sie das was ich und Familie sind, aus ganzen Herzen hassen"...... dann werde ich trotzdem nicht zum blutrünstigen Mörder und ich weiß immer noch, dass das Spiel was ich spiele nicht echt ist.
Egal wie realistisch oder nicht, kann ich noch lange niemanden in echt umbringen, nur weil ich es Millionen male im Laufe meines gaming-lebens, online und offline gemacht habe oder? Schließlich hasse ich diese Menschen online doch gar nicht. Also wenn ich dann offline gehe, denke ich nicht noch den ganzen Tag an die Idioten von vorher. Auch wenn ich beim Zocken manchmal blind vor Wut auf sie bin.



Außer... ich wäre davon überzeugt, dass von diesen Menschen eine Gefahr gegen meine Familie ausgeht. Oder diese Menschen unschuldige Frauen und Kinder abschlachten. Oder sie uns und unsere Werten hassen und ihren Terror bei uns betreiben.
Dann würde ich schon was machen. Ich würde meine Familie vor dem Bösen beschützen wollen. Und dafür würde ich kämpfen. Denn die sind nicht so wie du oder ich, die sind ganz anders, die greifen unschuldige an, sie vergewaltigen Kinder und ich hab auch mal gehört, dass sie sogar Leichen mit Tee-Beuteln schänden oder so was.
Und diese Monster zu stoppen ist unsere aller Verpflichtung- und jeder der nicht mit macht, ist einer von denen.
Genau wie unsere tapferen Vorfahren schon ihre Leben dafür opferten, dass wir in Frieden leben können, müssen wir diesen Kampf nun fortführen und jetzt endlich zu Ende bringen!...

Kann es jemals ein Ende geben? Eigentlich nicht, oder? Solange Menschen der Meinung sind, dass ihr gegenüber nicht genau so viel Wert ist wie sie selbst, niemals. Das wusste schon die Mutter dieser Klempner-Brüder sehr gut.
Will man eigentlich, dass es jemals Frieden gibt? Ich glaub eigentlich nicht, es sieht eher so aus als würde man Krieg als einzigen und richtigen Weg, Konflikte jeglicher Art zu lösen in allen Medien zu propagieren. Krieg heißt nicht immer gleich das, was man sich direkt darunter vorstellt.. also Panzer, Flugzeuge, Bomben, Terror und tausende tote Zivilisten.. ich meine damit eigentlich die Gewalt an sich.
Gewalt als Mittel für den Frieden. Gewalt einsetzen um ein Ziel zu erreichen. Gewalt einsetzen um Probleme zu lösen. Gewalt einsetzen um sich damit gegenseitig zu helfen (wenn man aus dem Beschützer-Instinkt aus agiert um Familie oder Schwächere zu beschützen). Und die die Gewalt ablehnen... diese "Schwuchteln" kennen wir doch alle, oder? Keiner will so sein wie die. Die lieben nicht ihr Land. Und ich hab auch mal über die was mit Tee-Beuteln gehört...
Diesen Kreislauf der Aggression soll man nicht verlassen. Vielleicht sollte man sich endlich darüber im Klaren sein, dass es Menschen gibt, die nach der Devise: "Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte" leben?


Wie war das noch bei Donkey Kong? Hat es da gereicht einem Feind oft genug in den Fuß zu schießen, bis er dann zu Boden fiel und starb? Hat es da was gebracht die Rätsel mit der Einstellung, dass man sich seinen Weg schon irgendwie durchschießen können wird, geholfen? Nein, bei Donkey Kong war das anders. Gewalt führte meist nur zu stillstand. Man blieb stecken und konnte eigentlich nur wie einem Tunnel denken. Links, rechts, rauf oder runter zu schauen zog ich dann meist gar nicht mehr in Betracht. Und wurde nur mehr wütender, weil ich mich andauernd nur im Kreis drehte, nicht erkennend, dass ich für die Lösung einen anderen Weg probieren musste, bis mein Freund mich darauf hinwies.....


Gedanken-extra: In CoD fand ich damals dieses "leveln" genial. Ich dachte mir, jeder Kill, macht mich stärker wegen dem leveln und dann Prestige System usw. und weil man ja Sachen freigeschaltet hat. War das CoD oder BF oder vielleicht auch was ganz anderes, wo man mit diesen, in den online-Schlachten verdienten Punkten, dann quasi Einkaufen gehen konnte? Bei manchen Spielen nennt man es gleich beim Namen und gibt dem Spieler für jedes Gefecht harte Dollars. Mit dem Geld kaufst du dir dann Schuhe, Hosen, Jacken, Kappen und Kostüme oder auch neue Waffen, Granaten und Messer. Wie bei Wal-Mart bei den Amis, oder? Alles in einem Shop. Naja zumindest hab ich das mal irgendwo gehört, dass das dort so sein soll.. bis auf die Granaten, glaub ich^^

Und ich dachte mir.. doof eigentlich, dass man im echten Krieg nicht so viel Geld verdient wie in den Spielen. Ich mein, man könnte doch auch im echten Krieg so ein Belohnungssystem einführen oder? Inklusive killstreak rewards und so...
z.B. für deinen ersten Kill bekommst du $2500- 1000 für den Kill an sich, 1500 für den Beginn eines killstreaks. Jeder weitere Kill bringt dann immer mehr Geld pro Kill: also zB. dein 2. Kill bringt dir dann 1200 Dollar. der 3. 1350. der vierte 1550.. beim 5. gibt’s einen fetten Bonus und es gibt insgesamt 5000 dollar- 1800 für den Kill, 3200 als Bonus. Was denkt ihr darüber? Es würde uns doch viel mehr motivieren, wenn es so ein System gebe.
Wie bitte? Du würdest für Geld deine Mitmenschen nicht töten? Aber nicht doch, du tötest unsere Feinde. Die, die uns hassen. Sie haben eine andere Religion, eine andere Art zu leben, sie essen nicht mal dasselbe wie wir und unterdrücken Ihre Frauen. Sie sind so ganz anders als wir. Sie sind total rückständig, zurück geblieben kann man schon sagen, faul und wie Parasiten. Wenn sie denn nur könnten, würden die am liebsten unsere Kinder vergewaltigen und dann aufessen- Diesen Abschaum, dieses Ungeziefer zu vernichten, deine Pflicht als einer der Guten der seine Lieben beschützt und viel Geld dabei verdienen. Klingt doch gut der Deal, oder?
Mit dem Geld kaufst du dir dann Schuhe, Hosen, Jacken, Kappen und Kostüme....


Ich hab jetzt einige Stunden in diesen Text investiert und möchte mich an dieser Stelle für das Lesen bedanken. Ich weiß, heutzutage hat man fast gar keine Zeit mehr (Arbeit, Familie, usw) um mal kurz Zeit zu finden, um sich mit Themen wie diesen zu befassen. Daher danke, dass du dir die Zeit genommen hast, das hier zu lesen. Ich würde gerne erfahren, was du darüber denkst und würde mich sehr freuen, wenn du deine Gedanken mit mir teilen würdest. Versuch dir dabei vielleicht bitte auch vorzustellen, dass du kleine Kinder hast und sie nun Zocken wollen. Was würdest du sie spielen lassen? Lieber Spiele wie CoD oder BF oder lieber solche wie Donkey Kong??

Vielen Dank, BG an alle,
ein besorgter Gamer^^
 

Homerlos

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Ich habe mir alles durchgelesen und habe mir auch eine Meinung gebildet:

Insgesamt bin ich voller Zustimmung. Ich halte es auch trotz der Tatsache, das "Ballerspiele" (höhö) erwiesenermaßen nicht gewalttätig machen, für unschön, das ich bei Bf1 gegen 12jährige spiele.
Im Endeffekt rufen Online-Shooter zu einem klarem Ziel auf: Töte deine Gegner. Dabei ist alles der Gegner, was nicht in deiner Farbe ist. Es gibt keinen Frieden. Sehr faszinierend fand ich zum Beispiel, wie in Bf1 am Datum des "Weihnachtsfriedens" munter weitergeschossen wurde. Das kann mit Unwissen zu tun haben (schließlich kommt der erste Weltkrieg erst in der neunten Klasse !) , aber viel eher hat es damit zu tun, das die Spielerschaft den Kontext eines Spiels in Online-Modi nicht mehr wahrnimmt. Call Of Duty macht das durch Zukunft-Settings sofort unmöglich und kapselt den grottenschlechten Singleplayer so gut es geht vom teilweise maximal mäßigen Multiplayer ab, Battlefield 1 verändert trotz des historischen Settings außer Sound und Aussehen der Waffen fast nichts, greift sogar ganz tief in die Trickkiste um möglichst viele Automatikwaffen reinzukommen (Die Hellriegel 1915 war ein gescheiterter Prototyp, das MG 08/15 zumindest im 1.WK komplett stationär). Dadurch ändert sich gameplaytechnisch fast nichts, nur gibt halt ein Bajonett. Anders als in z.B. Verdun ist die Vermeidung einer Identifikation das Ziel der Entwickler. Denn Soldaten können nicht respawnen, und würden sich nach dem Töten eines feindlichen Soldaten auch nicht freuen! Würde man die Möglichkeit der Identifikation haben (der Modus Operations kommt hier relativ nah dran, wenn auch von der falschen Richtung), hätte es eine Friedenssituation in Bf1, 1942 oder in einem der früheren CoDs sicher schon gegeben.

Hierbei eine kleine Anekdote: Mein Urgroßvater kämpfte im ersten Weltkrieg während der Maas-Argonnen-Offensive. In einem Tagebucheintrag schrieb er, das er und ein Oberfeldwebel einen jungen und verwirrten amerikanischen Soldaten getroffen hätten, der mit einer Winchester M97 ausgestattet war (Das Deutsche Reich ist wegen dieser Schrotflinte vors Kriegsgericht gezogen, da es ein Nebeneffekt der M97 war, dass Getroffene oft schwer Verwundet zurückblieben und qualvoll starben. Deshalb gab es von der OHL die Ansage, dass alle feindlichen Soldaten mit dieser M97 sofort erschossen werden würden.). Die beiden entwaffneten den Mann mit angelegten Gewehren, gaben ihm ihre Namen und ließen ihn anschließend laufen. Der Oberfeldwebel starb ein paar Tage später, doch mein Urgroßvater bekam 1924 Besuch von einem Amerikaner, der ihn mit den zwei Namen begrüßte.
Und solche Momente, das Verschonen eines offensichtlich unterlegenen Gegners, wären doch viel schöner, spaßiger und spielenswerter als das Töten eines solchen. Oder?

Zurück zum eigentlichen Beitrag (Sorry ^^). Alles ganz super, doch mit den letzten zwei Abschnitten habe ich ein Problem. Krieg ist für den Infanteristen, den einzelnen Soldaten, komplett nutzlos. Das war für meinen Urgroßvater (der seine Tapferkeitsmedaille an einen SAler verkauft hat, der sich ganz groß fühlen wollte) so, aber auch für einen Wehrmachtsmitläufer oder einen Rekruten aus irgendeiner dummen Schieß-Soap. Gerade heute, wo Kriege zwischen armen Bauern und wahnsinnigen Extremisten ausgestragen werden, sind Soldaten nicht mehr trained to kill, sondern trained to die.
Krieg bringt für den kleinen Mann nichts und ist damit für 99% der Bevölkerung sinnlos. Und das ist gut so, denn sonst hätten faschistische Geschichtsverweigerer schon längst Bajonettangriffe auf Granatenwerfende Antifas durchgeführt.

Hier empfehle ich übrigens nicht nur das "Im Westen Nichts Neues" Buch-Film-Pärchen, oder "Elender Krieg", ein großartiger Comic von Jacques Tardi, sondern auch This War Of Mine. Denn die Perspektive des Zivilisten ist wichtiger als alles andere im Krieg.
 
I

i-suffer-rock

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Ich gebe zu ich habe nicht alles gelesen. Aber den Part über COD und BF, und ich finde es bemerkenswert wie du in der Lage bist dein eigenes Verhalten so sachlich zu reflektieren. Hut ab dafür.

Ich denke wenn man derart emotional (und dann auch körperlich) in einem Spiel reagiert, dann ist das ein Zeichen dafür dass man sich zu sehr hineingesteigert hat, und für den eigenen Verstand die Grenzen zwischen Realität und Spiel zunehmend verschwommen sind. Der Konflikt, der hier im Kopf entsteht (was folgt ist reine Theorie meinerseits), ist was du auch beschrieben hast: Ängste von den anderen geschlagen zu werden und in der Rangfolge abzusteigen, und zwar in einem "öffentlichen Wettbewerb", also sichtbar für alle "degradiert" zu werden. Ich denke dass uns Menschen unsere soziale Rangordnung in der Gemeinschaft evolotionsbiologisch bedingt extrem wichtig ist, und wir in einer "gesichtslosen" Wettbewerbsumgebung wie einem Online-Spiel leicht von Urinstinkten übermannt werden wenn die Gefahr besteht, in der sozialen Rangordnung abzusteigen (ähnliches lässt sich im Straßenverkehr beobachten). Durch die Gesichtslosigkeit neigen wir dazu unseren "Kontrahenten" eher die schlimmstmöglichen Absichten zu unterstellen ("der will mich bezwingen/unterwerfen), während in Wirkichkeit in einem Online-Spiel die meisten wohl einfach nur etwas Spaß und Ablenkung suchen.
 

Herbboy

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also, ich konnte jetzt auch nicht alles lesen, aber generell zum Thema Gewalt in Medien: ich denke, dass jeder mit eine HALBWEGS normalen Erziehung ganz genau weiß, dass das alles nur Fiktion und "Spaß" ist. Ich selber bin 42 und habe "schon" mit 14-15 angefangen, für damalige Verhältnisse sehr brutale Filme zu schauen. Das fand ich faszinierend und erschreckend zugleich, aber ich war mit bewusst, dass es nicht real ist und auch keine "Anleitung" zum normalen Leben ist - weil eben auch meine Eltern da waren und diese Medien nicht das einzige waren, was ich konsumiert habe.

Man muss eben beigebracht bekommen, dass Filme (und heutzutage auch Spiele) nicht unbedingt das zeigen, was man "in echt" tun sollte. ich habe dann auch als einer von damals sehr wenigen in meiner Klasse einen Computer gehabt und auch Spiele gespielt, bevor es Altersbeschränkungen überhaupt gab. Und ich bin im realen Leben beinah schon Pazifist, verabscheue Gewalt, außer es geht nicht anders, bin in einer Millionenstadt an jedem Wochenende mind. 1x "Party machen" (ja, selbst mit meinen 42 Jahren) und hatte nicht EIN einziges Mal Ärger, geschweige denn eine Schlägerei. Ich schaue Horrorfilme oder spiele Spiele, in denen Gliedmaßen und Blut durch die Gegend fliegt wie Birkenpollen an einem Maitag bei einer WIndböhe und lach mir dabei einen - aber wenn ich in der Tageschau die eh schon von üblen Szenen befreiten Bilder eines Anschlages sehe und dann auf dem Boden Blut sehe, wird mir schlecht, weil DAS eben echt ist. Daher bin ich sicher, dass wegen "Gewalt" in Spielen oder Medien kein HALBWEGS normaler Mensch dauerhaft negativ beeinflusst wird.

Und da rein von der Optik her eben immer mehr "normal" ist, sind nunmal auch Dinge mittlerweile ok,. die vor 10-20 Jahren nicht akzeptiert worden wären. Die 16jährigen von heute haben nunmal leider zum Großteil schon echte Morde und Leichen unzensiert gesehen, so dass ein Film wie Predator in der Uncut-Version im Gegensatz zu damals, wo der Film rauskam, niemanden in dem Alter mehr schockiert, so dass der ehemals indizierte Film inzwischen ab 16 freigegeben wurde. Die Gesellschaft verändert sich nun mal auch - Anfang des 20Jhd sind zB Leute vor Panik schreiend aus einem Frankenstein-Film gelaufen, der heutzutage von einem 6jährigen belächelt wurde. Und die Medien gehen dann mit der Zeit mit. Nagel mitten ins Auge? Das war vor 30 Jahren ein Grund für eine Beschlagnahmung, heutzutage kann es ab 12 durchgehen, wenn es im Kontext gesehen keine falsche moralische Aussage gibt (zb wenn gezeigt werden soll, WIE böse der Bösewicht ist), und ab 16 geht es durch egal warum das zu sehen ist...

Und bei zB Shootern: es war schon immer so, dass das Ziel war, möglichst alle zu "töten", im Multiplayer sowieso. bzw. teilweise sind zwar die Primärziele so was wie zB Flaggen erobern, aber ohne Kills kommt man dann nicht aus. ABER: jeder weiß doch, dass das nicht wirklich "Tode" sind, sondern nur so was wie ein "markieren" des Gegners, so dass der temporär aus dem Spiel ist, genau wie zB bei Völkerball. Diejenigen, die dabei wirklich an reales Töten denken, sind auch ohne Games schon durchgeknallte Irre ODER extrem empfindliche Leute, die durch die Grafik dann dran denken müssen, wie es "in echt" wäre und dann schockiert sind.

Dass gewisse Spiele aber nichts für Kinder sind, das ist ja wohl auch klar. Aber man kann ja nicht "brutale" Spiele oder Filme ächten, nur weil es manche Eltern gibt, denen ihre Kinder scheißegal sind, so dass die viel zu früh mit gewissen Dingen in Kontakt kommen und davon vlt sogar eine moralische Erziehung erhalten. Zudem ist es auch so, dass es schon so was wie "Amokläufe" und hyperaggressive Menschen gab lange bevor es Film oder gar Games gab. Und all dass sind stets ABSOLUTE Einzelfälle bezogen auf die Bevölkerungszahl. Daher sehe ich es nicht als Problem. wenn Gewalt auch explizit dargestellt wird oder gewalttätiges Vorgehen im Rahmen eines Filmes oder Spiels als probates Mittel genutzt wird.
 
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Zybba

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Wie die anderen habe ich auch nicht alles gelesen, eher überflogen.

Teilweise hast du sicher Recht, teilweise fließt die verklärte Erinnerung mit rein.
Wirklich folgen konnte ich dir eh nicht. ^^
Ist aber gut, dass du dir Gedanken darüber machst!
 

GTAEXTREMFAN

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Eine sehr persönliche Sicht der Dinge wie ich finde. Nehmen wir zB nur mal Spiele wie Super Mario oder Giana Sisters. Auf Schildkröten oder sowas herumzuspringen, ist von der Handlung her extrem abstoßend imo. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Man könnte diesen Spielen sogar vorwerfen derartiges Verhalten zu verharmlosen.
Nur weil es "lustig" aussieht, ist es nicht weniger brutal.
Die scheinbare oder tatsächliche Verfügbarkeit von derartigen Inhalten ist allerdings imho angestiegen.

Für den C64 gab es damals "Tea**er Busters"( Grillen /Rösten, mit dem Panzer Lehrer überfahren) und für den AMIGA 500 hatte ich Hardcorepornographie ( MORE LOVE / bewegte Bilder mit Musik), ich war zarte dreizehn Jahre alt.

An deiner Online Geilheit, leide ich bis heute nicht. Mir machen Games im SP am meisten Spaß. Wenn ich -ECHTE- Competition will, gehe ich lieber zum Training.
 

hibana

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Klar spring auf ne geierschildkröte endet fix Brutal....:-D
 

DeusExZero

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Ich denke, dass PC- Spiele zu einem gewissen Grad den aktuellen Geist und sozialen Zustand userer Gesellschaft wiederspiegeln. Von daher ist es für mich klar ersichtlich, dass die Messwerte für Gewalt, Brutaliät etc. in den letzten 30 Jahren erheblich zugenommen haben. Es liegt sicher zum Teil an den technischen bzw. graphischen Möglichkeiten, die früher nicht möglich waren. Wenn man die Nachrichten hört bzw. sieht, wird einem aber gleichzeitig auch bewusst, woher diese Vibes kommen. Anschläge, Kriegsdrohungen, politische Entwicklungen...wir befinden uns in einer extremen Zeit. Vielleicht war es schon immer so, vielleicht haben wir gerade wieder eine "rivival" Phase. Im Prinzip ist es auch egal. Es reflektiert und bietet gleichzeitig die Möglichkeit Dinge auszuleben ( im Sinne von Stressabbau) und von dieser irren Welt "abzuschalten". Aktion und Reaktion.
 

MrFob

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Ich weiss ja nicht. Ich habe Mitte der 90er als Teenager auch irgendwoher die Shareware Versionen von DOOM (und auch einem anderen Id Spiel) gespielt, die waren mindestens genauso brutal wie alles, was man heute so sieht. Dann habe ich irgendwo her die unzensierte Version von Crusader: No Regret bekommen, das reinste Schlachtfest mit eigentlich keiner morlaischen Grundfeste ueberhaut. Und so ging es munter weiter, ob nun mit Duke Nukem, Unreal, Half Life, Mortal Combat oder was auch immer. Brutalitaet in Spielen ist sicher kein Praedikat des 21. Jahrhunderts.

Wenn ueberhaupt, dann wuerde ich sagen, dass - sicher auch aufgrund der neueren Technik und besseren Praesentationsmoeglichkeiten - heutzutage Gewalt viel mehr in einen Kontext gesetzt wird. Wo frueher einfach eine Spielmechanik dahinter stand und das dann auch so ziemlich genug war. Heute muss es evben schon eine Story geben, die das ganze zusammenhaetlt, das erwarten die Spieler und das liefern die Publisher. Deshalb wird Gewalt viel oefter in einen Kontext gesetzt und gerade fuer das amerikanische Publikum ist dieser Kontext eben sehr haeufig Krieg, nicht gerade ein schoenes Thema aber ja geradezu eines, das sich fuer die Shooter Spielmechanik aufdraengt.

Was Spiele angeht, die sich nicht um Gewaltanwendung drehen, die gab es frueher wie heute doch genauso. Ich habe eigentlich auch eher selten die Shooter und Gewaltorgien gespielt und in den 90ern viel Zeit mit Adventures wie Day of the Tentacle, the Riddle of Master Lu oder den Star Trek Adventures wie 25th Anniverary und A Final Unity verbracht, oder eben mit Spielen, bei denen die Gewaltanwendung eher eine Nebenrolle spielte wie Rollenspiele ala Baldur's Gate oder Strategiespiele. Das gleiche findet man aber heute noch. Einige meiner liebsten Spiele aus den letzten Jahren sind komplett Gewaltfrei, wie The Talos Principle, die Portal Serie, etc. (leider gibt es mMn wenige wirklich gute neue Adventures, das ist schade aber vielleicht kommt das auch wieder). So oder so, man konnte damals wie heute durchaus immer Gewaltfreihe Spiele finden, es kommt halt darauf an, was man sich heraussucht.

Ich gebe zu, damals wie heute erfordern die meisten Spiele irgendeine Art der Gewaltanwendung aber das hat mMn zwei Gruende:
1. Werden in Spielen, genauso wie in Filmen und Buechern Geschichten erzaehlt und Geschichten brauchen in der Regel (und von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) einen Konflikt, den die Charaktere loesen muessen. In Konflikten wenden Menschen als ultimatives Mittel nun einmal Gewalt an, das ist so in der Realitaet und es spiegelt sich in den Geschichten wieder. Deshalb, wenn man sich die Medien allgemein anschaut, dann wird sicher in der Mehrzahl aller Geschichten ueberhaupt irgendwann in irgendeiner Form mal Gewalt angewandt, so eben auch in Spielen. Aber:
2. Im interaktiven Medium Spiel ist Gewaltanwendung im Vergleich zu anderen Medien sicher noch einmal mehr vertreten. Warum? Ganz einfach, Die Anwendung von Gewalt, sei es nun durch schiessen, Schwertkampf, Magie oder pruegeln laesst sich wunderbar in rechnergesteuerte, und dadurch automatisch wiederholbare Mechaniken umwandeln. Sie bilden also eine der Einfachsten Moeglichkeiten dem Spieler Interaktion mit seiner Umgebung zu erlauben, die - wenn die Mechanik einmal fertig designed ist - in verschiedenen Situationen (sprich Levels) mehr oder weniger per copy/paste in Spiele-Content verwandelt werden kann.
Dies gilt nicht fuer so ziemlich alle anderen Arten der Konfliktloesung. Wenn der Protagonist das Problem/den Konflikt durch einsatz seiner deduktiven Faehigkeiten besiegen soll, wie in einem Adventure, dann muss jedes Problem und jede Loesung von Hand designed werden (ein Ausnahmen sind Umgebungspuzzles, die in Portal oder Talos Principle, die auch zu einem gewissen Teil mechanistisch implementiert sind aber selbst hier muss der Designer die Umgebung spezifisch fuer ein Puzzle erschaffen anstatt einfach ein paar Gegner in einem Level zu spawnen und den Rest dem Spieler zu ueberlassen). Soll der Protagonist seine diplomatischen Faehigkeiten anwenden koennen muss die Interaktion mit jedem NPC aufwendig inszeniert werden und dem Charakter muessen mehrere Optionen fuer einen Dialog zur Verfuegung gestellt werden damit das finden der Richtigen Loesung noch eine Art Spielmechanik darstellt und es immer noch als Spiel durchgeht, nicht als Film.
Die koerperliche Form der Konfliktloesung dagegen (also Gewaltanwendung) laesst sich viel programmatische implementieren und bietet dabei dann immer noch ein Herausforderung. Deshalb sehen wir so viel Gewalt in Sielen, ies ist schlichtweg die einfachste Form der Implementierung von Interaktionsmoeglichkeiten mit dem Spiel.

Dass die Zahl derSpiele mit Gewalt als die wichtigste Interaktionsform im ganzen zugenommen hat ist sicher richtig, aber es hat nunmal die Zahl der Spiele insgesamt ueber die letzten 30 Jare stark zugenommen und da Spiele, die Gewaltanwendung in der einen oder anderen Form aus den oben genannten Gruenden nunmal das Gros der Spiele allgemein darstellen ist es kaum verwunderlich, dass wir auch mehr brutale Spiele sehen.

Meiner Meinung nach kommt es immer auf die Auswahl und die Einschaetzung des Inhalts an. Klar, auch ich spiele gerne mal einen Shooter aber ich siele auch gerne anderes. Am liebsten habe ich ein ausgewogenen Spiele-Erlebnis. Darum ist meine Lieblings-Spieleserie auch Mass Effect, wo mMn die Balance zwischen dem Shooter Gameplay und den Dialogen sowie dem Entdecken neuer Orte sehr gut getroffen ist. Auch freue ich mich tierisch auf Star Citizen (wenn es mal fertig wird ;)), denn klar, ich freue mich Dogfights und den Shooter Teil aber auch gerade deswegen weil diese Aspekte des Spiels eher Mittel zum Zweck sind um andere Teile des Spiels wie das Entdecken neuer Sternensysteme und Planeten oder das erledigen von coolen Missionen (sprich: Geschichten) eben so interessant und ansprechend wie moeglich zu gestalten. Ich habe letztens zum Beispiel mal Elite Dangerous angespielt, das fast das gleiche bietet, wo aber kein Shooter Teil dabei ist und die Kaempfe fuer einen Einsteiger so schwierig sind, dass sie nicht wirklich eine Option darstellen, also praktisch ein Gewaltfreies Star Citizen. Ich habe es gerne mal angespielt und werde wohl auch nochmal reinschauen, aber es hat mich viel weniger angesprochen.
So geht es mir bei Filmen auch. Ich schaue mir schon auch mal ein Drama oder ein Doku an, in der rein Action maessig nicht viel passiert aber auf die Dauer streue ich dann doch auch lieber wieder einen James Bond oder so etwas ein, ein bisschen Action muss eben sein.

Wie gesagt, alles eine Frage dessen, was man sich zu Gemuete fuehren will. Dass sich die Situation gross zu brutalen Spielen hin verschoben hat kann ich so nicht unterschreiben, die gibt es entsprechen der jeweils zeitgemaessen Praesentationsmoeglichkeiten schon ewig und sie werden sicher auch langfristig ein dominanter Teil der Spielebranche bleiben. Stoeren tut mich das nicht, es gibt halt nur eine paar krasse Faelle, die ich ignoriere und damit ist es gut.
 

Spassbremse

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Dann habe ich irgendwo her die unzensierte Version von Crusader: No Regret bekommen, das reinste Schlachtfest mit eigentlich keiner morlaischen Grundfeste ueberhaut.

Das ist so nicht ganz richtig. "No Regret" ist ja die Fortsetzung von "No Remorse". Während der zweite Teil v. a. Wert auf verbessertes Gameplay legt, weist der erste Teil dagegen eine ausgearbeitete Hintergrundgeschichte auf - Rechtfertigung der "Gewaltexzesse" inklusive:

Die Welt ist in der Hand von totalitär regierenden Konzernen. Zu Beginn weigert sich der Protagonist, der "Silencer", wehrlose Zivilisten zu exekutieren und entgeht selbst knapp der eigenen Liquidierung. Er schließt sich dem Widerstand an und bekämpft das Regime.

Insofern existiert schon eine Art moralischer Rechtfertigung. :)
 

MrFob

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Das ist so nicht ganz richtig. "No Regret" ist ja die Fortsetzung von "No Remorse". Während der zweite Teil v. a. Wert auf verbessertes Gameplay legt, weist der erste Teil dagegen eine ausgearbeitete Hintergrundgeschichte auf - Rechtfertigung der "Gewaltexzesse" inklusive:

Die Welt ist in der Hand von totalitär regierenden Konzernen. Zu Beginn weigert sich der Protagonist, der "Silencer", wehrlose Zivilisten zu exekutieren und entgeht selbst knapp der eigenen Liquidierung. Er schließt sich dem Widerstand an und bekämpft das Regime.

Insofern existiert schon eine Art moralischer Rechtfertigung. :)

Ich habe auch den ersten Teil inzwischen mal gespielt (gibt's auf GOG) und hatte auch schon damals die Hintergrundgeschichte gelesen gehabt. Gerade wegen der Geschichte habe ich das eigentlich so geschrieben. Klar, die Rebellen kaempfen gegen das Regime, blabla, aber so, wie sich die Sache abspielt sind die Rebellen kaum besser als das Regime. Beide agieren unglaublich brutal und menschenverachtend. Das Regime tut dies sicher in groesserem Massstab (und es war ja damals natuerlich schon so gedacht, dass man "die Guten" spielt) aber ich hatte immer so das Gefuehl, das ist nur so, weil sie es koennen, ob die Rebellen wirklich die besseren Menschen sind, daran habe ich so meine Zweifel, bei den Charaktaeren, die man so trifft.

Versteh mich nicht nicht falsch, ich finde es war ein super Spiel und es hat mir damals wie heute sehr viel Spass gemacht und auch die Hintergrundgeschichte fand ich sehr cool (vor allem weil es auch ziemlich cool umgesetzt haben, mit dem Propaganda-Flyern in der Spielpackung und so) aber aus rein "moralischer" Sicht habe ich das Spiel schon immer eher mit einem flauen Gefuehl in der Magengrube gespielt.
 

Batze

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Und nun zum eigentlichen Thema: Die Spiele waren damals doch nicht so voller Gewalt und Kriege wie jetzt, oder?!
Doom Quake Unreal T. usw. Es waren die Spiele die auch damals am meisten gespielt worden, alles reine Baller Shooter. Dazu kamen dann Counterstrike GTA&Co. Die meisten davon haben Überlebt und sind heute nicht anders als damals, nur mit anderer Grafik, das Thema ist aber das gleiche.
Ich glaube mehr muss man gar nicht sagen. um deine Aussage vollkommen zu negieren.
Der Unterschied war das es eben das Internet in dieser Form noch nicht so gab und die allgemeine Gesellschaft all das nicht so mitbekommen hatte.
Spiele damals waren nicht harmloser als Heute. Im Gegenteil. Schau dir mal die Spiele an die, teilweise zu Recht, auf dem Index stehen, fast alles ältere Spiele.
 

Elektrostuhl

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Ich denke hier muss man differenzieren. Dabei behelfen wir uns, Spiele in Genres einzuordnen. Allgemein wurden hier Shooter genannt. CoD als auch Battlefield haben mit Shootern aber nur die Spielmechanik gemein. Tatsächlich gehören sie in das Genre Kriegsspiele. In Analogie dazu gab es früher bei Spielzeugen auch beispielsweise die Actionfiguren von He-Man, neben den klassischen Soldatenfiguren wo man es zunehmend auch nicht gerne sah, wenn man mit ihnen spielte. Letztendlich findet dieses Spiel seinen Höhepunkt dort, wo man selber zur Waffe greift. Sich aktiv am Geschehen beteiligt. Für Kinder gibt es heute Schusswaffen des Herstellers Hasbro. Wir hatten damals Spielzeug, dass echten Waffen täuschend ähnlich nachempfunden war und oft reichte das nicht. Stichwort : durchbohren.

Krieg übt eine Faszination aus, der man sich nur schwer entziehen kann. So grausam er auch sein mag. Deswegen werden Erwachsene auch in die Pflicht genommen, Kinder nicht schutzlos dieser Faszination auszusetzen. Mein Opa, und auch mein Vater, der das Ende des 2. Weltkriegs noch real erfahren hat, haben es nie gerne gesehen, wenn ich Krieg gespielt habe. Da es aber irgendwie normal ist, dass man sich als Junge in seiner Entwicklung zum Mann damit auseinandersetzt, wurde das Kriegsspiel nicht verboten, aber es war ein absolutes No-Go mit Spielzeugwaffen auf Menschen zu zielen.

Wenn man sich beim Spielen diverser Kriegsspiele so fühlt, wie der Threadersteller, dann macht der Entwickler alles richtig. Er spielt mit niederen Instinkten, baut Feindbilder auf und animiert sich diesen mit Gewalt zu entledigen. Was aber natürlich gar nicht sein darf ist, dass man den Krieg zelebriert. Und damit meine ich nicht Trefferzonen oder explizite Gewaltdarstellung, sondern das Koppeln z.B. an Erfahrungspunkte. Es darf nicht sein, dass man für das Abtrennen von Gliedmaßen mehr Punkte erhält oder in Kombination noch mit einem Bonus belohnt wird. Das ist natürlich nur meine Meinung zu diesem Thema. Ich werden den Teufel tun und hier für andere sprechen und ihnen das entsagen, wenn sie daraus ihren Spielspaß ziehen. Aber es gibt ja auch noch mehr Genres, die mir zumindest mehr Spaß bereiten als stumpfsinniges Töten im herkömmlichen Sinn. Auch wenn ich mir für eine Runde CoD oder Battlefield nicht zu schade bin.
 
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