AW:
ultio am 01.12.2007 19:11 schrieb:
Solche Idioten, die wollen sich doch nur herrausreden, dabei haben sie doch ganz ->eindeutig<- Müll verzapft.
Einfach mal ne E-Mail schreiben. So:
"Guten Abend.
Ich möchte gerne auf ihre Reaktion auf das Video von Herrn Dittmayer reagieren.
US-Armee mit Egoshootern
Sie behaubten, die US-Armee würde mit Computerspielen das Zielen und schießen trainieren. Tatsächlich geht aus ihren Auszügen etwas ganz anderes hervor: "um z.B. das Stürmen von besetzten Botschaften üben zu können". Daraus folgere ich, dass die Armee die Spiele nutzt, um in verschiedenen Szenarien taktische Stellungen zu trainieren. Man trainiert also das Takiteren, sich im Raum zurecht finden und wie man schnell und komplikationsfrei einen Raum säubert. Wie man aber eine Waffe betätigt, zielt und lädt, lernt man mit solchen Spielen nicht. Auch die Armee lernt derlei nicht durch Spiele. "Das Militär nutzt diese Videospiele als Vorabtraining", nicht aber als Haubttraining. Oder habe ich das falsch verstanden??
Wissen Sie, welch einen Kraftaufwand es bedarf, eine Waffe zu laden? Ich weis es nicht. Ich habe noch nie eine in der Hand gehalten. Und ja: Ich habe MaxPayne gespielt. Wieso kann ich dann mit einem Luftgewehr auf dem Weihnachtsmarkt keine Rose treffen? Auf zwei Schritt (ich habe lange Beine) treffe ich kaum ein Ziel. Wieso nicht? Ich habe doch mit CounterStrike, HalfLife und Doom3 geübt? Kann es sein, dass man mit Computerspielen, die mit der Maus gesteuert werden, das Zielen überhaubt nicht üben kann? Kann es sein, dass das Zielen durch das Kreuz im Zentrum des Monitores extrem erleichtert wird? Oder unterliege ich da schon wieder einem Irrtum?
„Doom 3“
hätte wie das Vorgängerspiel indiziert werden müssen.
Nein, hätte es nicht. Doom1 und 2 haben dem Spieler nichts erzählt. Es ging nur ums reine Töten. Es gab keine Geschichte. Nur das sinnfreie Morden war Spielinhalt. Und die Splattereffekte setzten dem Ganzen noch die Krone auf. In Doom3 ist das alles etwas anders. Sicherlich ist das Spiel immernoch sehr blutig. Aber das Zerfetzen von Gegnern ist in der Art und Weise, wie es früher der Fall war, nicht mehr möglich. Es ist unmöglich, Gliedmaßen abzuschießen.
Aber um ganz ehrlich zu sein, darf Dumm3 gerne verboten werden. Stört mich absolut nicht. Man nennt es nicht umsonst die größte Grafikdemo aller Zeiten.
Trotzdem hat die Nachfolgeversion „Doom 3“... Bemerken Sie es selbst? Sie werfen einem Spiel vor, der Nachfolger eines anderen Spieles zu sein.
Ich gebe mal eine Reihe von Beispielen: Kennen Sie Jedi Knight? Der Erste Teil war sehr blutig und brutal. Abgetrennte Arme, zerfetzte Leichen und wirklich abstoßende Real-Life-Zwischensequenzen haben ihn zu Recht auf den Index verfrachtet.
Teil 2 und 3 sind von anderem Kaliber. Beide sind ab 16 freigegeben, haben kein Blut, keine Leichenverstümmelung, keine abgetrennten Körperteile und keine unschönen Zwischensequenzen mehr.
Quake. Erster, zweiter und dritter Teil indiziiert. Vierter Teil ab 16. Stark gekürzt, kein Blut, kein Gore. Man hat dazugelernt.
MaxPayne. Erster Teil, wie beschrieben von ihnen, verboten. Zweiter Teil? Nanu? Zeitlupeneffekt? Fehlanzeige, nur Bullettime. Schmerzensschreie? Keine zu hören. Heftige Fäkalsprache? Gut Glück beim Suchen. Na? Wo sind denn die Gemeinsamkeiten, die MaxPayne 2 auf den Index hiefen müssten? Nur der Name?
Frontal21 berichtete korrekt, dass zahlreiche extrem brutale Spiele auf dem Markt sind, deren
Vorgängerversionen noch indiziert waren. Das steht im Widerspruch zum Jugendschutzgesetz (§
14 Abs 4). Wieso? Nur weil der Vorgänger zu blutig war, muss der Nachfolger auch blutig sein???
Das kann nicht Ihr Ernst sein!!
Eine solche Differenzierung erscheint uns zynisch
Mir nicht. Es macht gewiss einen Unterschied, ob man virtuell auf Außerirdische oder Fantasygestalten zielt, oder auf Menschen, die in unserem Alltag auftauchen. Haben Sie mal "The Dentist" (zu Deutsch: der Zahnarzt) gesehen? Nein? Ich auch nicht. Denken Sie mal drüber nach!
Auf der Hülle heißt es: „Bereite dich auf
unsagbare Schmerzen vor“, „Verwende stachelumwickelte Baseballschläger“.
Hierzu sage ich nur eines: Sie haben noch nie Wrestling gesehen. Sonst würden Sie sich darüber nicht pikieren.
Auch dies ist ein zynischer Einwand. Geht es doch in dem Spiel darum, Figuren, die an Behinderte
erinnern, zu töten. Der Unterschied „beteiligt“ oder „unbeteiligt“ ist nach unserer Ansicht
menschenverachtend.
Hä?? In Hitman geht es darum, einen Behinderten zu töten? Wo? Den Level scheine ich noch nicht zu kennen. Und ich habe alle Teile gespielt!
Zur Erklärung: Der "Hitman", Agent 47, ist ein geklonter Auftragsmörder. Seine Aufgabe besteht darin, gefährliche Menschen auszuschalten. Ja. Man spielt einen Killer. Und deswegen mag ich Hitman. Es ist das einzig ehrliche Kilelrspiel. Und man wird bestraft, wenn man die falschen Leute tötet. Man hat ein bis 8 Ziele. Wer mehr Leute tötet bekommt erstens weniger Geld, wird zweitens sehr wahrscheinlich gesehen und bei der Polizei angeschwärzt und muss für viel Geld alles wieder ins Lot bringen und hat es drittens in Zukunft richtig schwer. Sinnloses Morden? Bitte. Wenn Sie es so spielen wollen. Aber dann viel Glück ab der dritten Mission.
Bei Frontal21 war von „Metzelspielen“ die Rede
Stellt sich die Frage, was Metzelspiele sind? Diesen Begriff gibt es nicht. Da wir ja kritisieren dürfen... Nein, ich kritisiere nicht. Ich bitte nur, und zwar um eine bessere Wortwahl. Seien Sie ein Vorbild und lehren den Jugendlichen richtiges Deutsch. Nutzen Sie Worte, die sich im Duden finden lassen. Metzelspiele ist nicht deutsch.
Es entspricht schlicht der Lebenserfahrung
Dass verbotene Früchte am Besten schmecken. Sie wollen ein Verbot von Killerspielen? OK. Immer her damit. Die Jugendlichen holen sich die Spiele dann vom Dealer. Sie halten dies wahrscheinlich für ein Hirngespinnst. Aber die Lebenserfahrung zeigt, dass es immernoch endlos viele Drogenabhängige mit Todesfolge gibt. Soviel zum Verbot.
Alleiniger Spielinhalt ist wieder das reaktionsschnelle Erschießen
Eine Frage: Was ist der Inhalt von Stirb langsam? Oder von StarWars? Oder von Rambo? Oder von Kill Bill? Oder von Starship Troopers? Oder von Herr der Ringe? Oder von Asterix und Obelix? Richtig: Die Gewalt. Ist es der alleinige Inhalt? Nein. Aber es ist ein tragender Bestandteil. Wieso machen Egoshooter so vielen Menschen Spaß? Weil sie wie Actionfilme sind, nur zum selber erleben. Bevor sie wieder mal auf Egoshootern rumhacken, sollten sie mal eines von Anfang bis Ende durchspielen. Ich empfehle wärmstens Half Life2, Max Payne2, Jedi Knight3 oder Starship Troopers. Diese erzählen tolle Geschichten. Und dennoch ist die Haubtaufgabe das Schießen.
Was gerne unterschlagen wird, ist, dass Deutschlands Jugendschutz der weltweit härteste ist. Was gerne unterschlagen wird, ist, dass es keine Langzeitstudien über die Auswirkung von Killerspielen gibt.
Und was alle hier vergessen: Diese Diskussion gab es in den 60er Jahren bezüglich der Beatles, in den 80er Jahren bezüglich der Horrorfilme und es gibt sie heute wieder. Ja, wir Menschen lernen wahrlich nie aus. Denn wir lernen nie hinzu!!
Ich wünsche einen angenehmen Advent.
Achja, eh ich es vergesse: Ich Spiele seit Wolfenstein3D Killerspiele und bin Erzieher. Ich spiele gerne einen Killer (am liebsten Mr. 47) und bringe Kindern gewaltfreie Konfliktlösung bei. Nach ihrer Recherche müsste das unmöglich sein. Wieso geht es dann doch?"
zum Beispiel.