Calyptratus
Gelegenheitsspieler/in
- Registriert
- 22.09.2005
- Beiträge
- 394
- Reaktionspunkte
- 0
AW: News - Webfundstück: Diskussion: Tragen die Entwickler selbst die Schuld an Software-Piraterie?
Gebe dir vollkommen Recht!
Nur befürchte ich, dass in den oberen Etagen der Publisher ähnlich gedacht und geplant wird, wie in anderen Branchen. An der Finanzbranche kann man ja aktuell wunderbar studieren, wozu Mißmanagement und Gier führen. In der Industrie müsste man vor allem festlegen, dass die Manager mit ihrem persönlichen Vermögen dafür haften, wenn es bergab geht, damit sie "freiwillig" auf Qualität achten und langfristig denken.
Aktuell hat EA zwar steigende Umsätze aber trotzdem unterm Strich Verluste gemachte. Der Vorstand streicht (das vermute ich jetzt mal) wahrscheinlich einen Bonus ein für die Umsatzsteigerung und wegen der Verluste nach Abzug der Kosten werden Mitarbeiter entlassen. Das ist das Denken der Neoliberalen, und deshalb wird die Spieleindustrie auf Dauer ebenso den Bach runtergehen wie zur Zeit die Finanzbranche oder (GM steht knapp vor der Pleite) die Autoindustrie. Mach dir also keine Hoffnung.
Quellen:
EA: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/electronic-arts-macht-verlust-und-streicht-stellen;2076561
GM-Niedergang: http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/MONEY-boerse/money-boerse-gm-desaster-bedroht-us-wirtschaft_aid_347865.html
Shadow_Man am 11.11.2008 21:33 schrieb:Es gibt in der Spielebranche einfach zu viele Fehlplanungen:
1. übertriebene Hardwareanforderungen: Zum damaligen Zeitpunkt als Crysis erschien, war es doch voraussichtlich, dass das Spiel kein Millionenhit wird, weil einfach zu wenige die entsprechende Hardware dafür hatten. Ich kann doch kein Spiel entwickeln, das vielleicht nur 10% spielen können.
2. Terminplanung: Zwischen Januar und September erscheinen fast gar keine Spiele und in den letzten 3 Monaten alle auf einem Haufen. Sicher, warten heißt da die Devise. Aber wie ihr wisst können das viele Spieler nicht und so kaufen sich diese Leute 2-3 Spiele und saugen sich den Rest. Da wäre es besser die Spiele über das Jahr zu verteilen.
3. Bugs und unfertige Spiele: Bei vielen Spielen gibt man heute 40 Euro aus und muss manchmal monatelang warten bis alles richtig gepatcht ist und anständig läuft.
4. Spiele werden immer mehr zu Ramschware und Wegwerfprodukten: Auf der einen Seite will man ja, dass Spiele als Kunst angesehen werden, aber auf der anderen Seite werden sie immer mehr wie Wegwerfprodukte entwickelt. 5 Stunden Spielzeit, keine Langzeitmotivation und dafür bis zu 60 Euro verlangen (Bsp. neue James Bond Spiel).
Wo man sich früher mit einem Spiel wochen- oder monatelang beschäftigen konnte, werden heute solch Spiele auf den Markt geworfen - mit meist einem offen Ende - so dass man ja schnell einen Nachfolger hinterher werfen kann. Da wäre es imo z.B. sinnvoller nur alle 3 Jahre ein COD rausbringen, dafür mit dem 3fachen Umfang, als ein Spiel, dass man an einem Nachmittag durchhat.
5. Mehr auf Qualität achten: Es erscheinen jedes Jahr immer mehr Spiele von bestimmten Publishern, aber wieviele sind da wirklich gut? Da wäre es aus meiner Sicht besser, lieber pro Jahr nur sehr wenige Titel veröffentlichen und dafür mit sehr guter Qualität.
Qualität statt Quantität sollte da das Ziel sein.
6. Kopierschutz und DRM: Wäre das mit den Raubkopierern nicht schon ein großes Problem, so verringert sich die Branche durch DRM die Zielgruppe noch weiter. Menschen, die kein Internet am Computer haben, fallen da schon mal zusätzlich als Käufer weg und dann kommen noch viele Kritiker hinzu, die sich nicht vorkriminalisieren lassen.
Es muss da meiner Meinung nach ein völliges Umdenken stattfinden. Vor allem muss sich der ehrliche Käufer wieder wie ein Kunde fühlen der ernst genommen wird und nicht wie einer, der als potentieller Krimineller angesehen wird.
Gebe dir vollkommen Recht!
Nur befürchte ich, dass in den oberen Etagen der Publisher ähnlich gedacht und geplant wird, wie in anderen Branchen. An der Finanzbranche kann man ja aktuell wunderbar studieren, wozu Mißmanagement und Gier führen. In der Industrie müsste man vor allem festlegen, dass die Manager mit ihrem persönlichen Vermögen dafür haften, wenn es bergab geht, damit sie "freiwillig" auf Qualität achten und langfristig denken.
Aktuell hat EA zwar steigende Umsätze aber trotzdem unterm Strich Verluste gemachte. Der Vorstand streicht (das vermute ich jetzt mal) wahrscheinlich einen Bonus ein für die Umsatzsteigerung und wegen der Verluste nach Abzug der Kosten werden Mitarbeiter entlassen. Das ist das Denken der Neoliberalen, und deshalb wird die Spieleindustrie auf Dauer ebenso den Bach runtergehen wie zur Zeit die Finanzbranche oder (GM steht knapp vor der Pleite) die Autoindustrie. Mach dir also keine Hoffnung.
Quellen:
EA: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/electronic-arts-macht-verlust-und-streicht-stellen;2076561
GM-Niedergang: http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/MONEY-boerse/money-boerse-gm-desaster-bedroht-us-wirtschaft_aid_347865.html



. Dummerweise haben die Erbsenzähler dabei nicht bedacht, dass das nicht Produkt gekauft wird, wenn es den Kundenwünschen nicht entspricht. Und je öfter dies passiert, um so mehr leidet der Ruf der Publishers, und sinkt das Vertrauen des Kunden, bis irgendwann gar kein Produkt mehr gekauft wird. (Die Absatzwahrscheinlichkeit sinkt.) Es macht sich ja jetzt schon bemerkbar - denn durch die immer höheren Kosten, die selbst ein 08/15-Produkt verursacht, ist selbst ein 'nur sehr geringer' Absatz für die meisten Produkte fatal.