AW: News - Umfrage: Verliert der PC gegenüber Next-Gen-Konsolen?
N-o-x am 10.03.2008 17:27 schrieb:
Sei es aufgrund der Komplexität oder aufgrund der geringeren Ansprüche des durchschnittlichen Konsolenspielers. Und diese Entwicklung zieht den PC mit runter.
Es scheint wohl bewiesen zu sein, dass sich im Zuge der "Globalisierung" der Videospiele auch eine starke Verschiebung der Kundengruppen eingestellt hat. Damals war UbiSoft mit seinen 200.000 abgesetzten Einheiten von Raven Shield zufrieden, heute reicht der kleine Kundenkreis der Core-Gamer eben nicht mehr aus, um wirtschaftlich und im großen Stil arbeiten zu können. Die Konsole hat den Trend des Casualgamings maximal beschleunigt, doch sie kann nicht der Grund dafür sein. Die Publisher sind nicht dumm, und reagieren auf die Entwicklungen des Marktes und auf die Wünsche der Kunden. Wenn nur wenige Spieler Titel wie XIII, Deus Ex 1, System Shock 2, NOLF und Tron 2.0 kaufen, dann lässt man solche Ideen eben fallen, und konzipiert einfachere Titel. Auch im Konsolensegment merkt man dies anhand von Kommentaren aus der Branche. Nintendos Twilight Princess war ein Meisterwerk, nur kam das Spiel dort auch nicht so besonders an, und selbst der geistige Vater hinter der Marke merkte an, dass man sich künftig solche teuren und großen Entwicklungen auch sparen könnte, wenn der Markt insgesamt kein großes Interesse daran bekundet.
Es mag sicherlich den durchschnittlichen Konsolenspieler geben, doch es gibt auch den durchschnittlichen PC-Spieler. Oder glaubt hier tatsächlich jemand, dass der PC-Kunde nur Leet-Ware kauft? Guckt euch die Regale an (hier hat ja einer die vollen PC-Regale gelobt, nur ist 90% davon auch Müll). Billige Titel und Casualgames boomen auch im PC-Segment. Der polnische Entwickler und Publisher "City" wirft alle 3 Monate Low-Budget-Shooter auf den Markt, die sich prima verkaufen. Es findet einfach eine Verschiebung statt: Wenige Core-Gamer werden von einer stetig wachsenden Masse der Casual-Gamer "eingekesselt". Logisch also, dass Entwickler und Publisher sich umorientieren, und Titel primär für diese Gruppen konzipieren. Die wollen schließlich verdienen, nicht die romantische Ansicht vom tollen und kreativen Spiel vertreiben. Die Zeiten sind vorbei, ebenfalls sind es die Zeiten, wo 50.000 verkaufte Einheiten eines PC-Spiels auf Diskette innerhalb von einem Quartal noch einen Erfolg bedeutet haben.
Das ist ein knallharter Markt, wo sich jeder positionieren will. Und was die breite Masse der Kunden will, bekommt sie auch. Und das sind eben einfache Titel und belanglose Spiele auf ALLEN Plattformen. Wir, die Freaks in den Foren, die sich über mangelnde Innovationen und Ideen aufregen, sind eben eine finanzielle Randgruppe. Vor einigen Jahren war dies anders, doch diese Zeiten sind vorbei. Heute will man Frauen, ältere Menschen, und so ziemlich jede Volksgruppe ködern, was in der Mehrheit auch funktioniert und Gewinne generiert, die niemals hätte ein komplexes System Shock 2 generieren können, was ja damals schon bei den Core-Gamern eine finanzielle Katastrophe war, und maßgeblich am Untergang von Looking Glass beteiligt war.
Komplexe Titel sterben auf allen Plattformen aus. Hier sagte es schon jemand: Wo sind denn die zahlreichen Flug- und Militärsimulationen? Wo sind die neuen Birth of the Federations oder ultrakomplexen Strategiegames? Die findet man auf keiner Plattform mehr, weil die schon damals kaum einer haben wollte. Also entweder muss man sich ein anderes Hobby suchen, oder man findet sich mit dem Schauspiel ab. Unpassend ist es jedoch, diesen Trend auf eine spezifische Plattform zu schieben - schließlich leiden auch Core-Konsoleros unter diesem Untrend, wobei es dort in der Masse noch mehr Core-Games verteilt auf 4 große Plattformen gibt, als momentan für den PC.
Regards, eX!