Mothman am 21.11.2007 12:12 schrieb:
Also war der PC also IMMER schon ein "Auslaufmodell der Spielebranche"?
Eher ein Hoffnungsträger, der sich niemals wirklich gegen die Konsolen durchsetzen konnte (zumindest laut Absatzzahlen der Spiele). Die goldene Zeit hatte der PC wohl von 1995 - 2005, in dem Zeitraum kamen recht viele Spiele primär und exklusiv für den PC, oder wurden erst später konvertiert (Doom 3, Max Payne, HL2, Flashpoint, Counter-Strike). Damals war der Markt noch in euphorischer Laune, der PC galt als interessantes und vielfältigeres Medium - was ja eigentlich auch richtig ist -, nur kam die Ernüchterung für die Publisher (die eben bestimmen, welche Plattform siegt und welche nicht) recht schnell. Man steckte viel Geld in Spiele wie Thief, Outcast, Deus Ex, System-Shock, XIII, Beyond Good & Evil und was kam am Ende raus? Eine derbe Enttäuschung für die Publisher, einige Studios wurden gar aufgelöst (Looking Glass), Serien wurden stark für den Markt vereinfacht (Deus Ex 2) und Fortsetzungen wurden eingestampft (Outcast 2). Der PC-Markt hatte es damals in der Hand, doch er wollte keine kreativen Titel, ergo begann hier der Verfall und der starke Kurzwechsel. Spiele mit abgedrehten Ideen ähnlich wie in BG&E zu sehen verkauften sich auf der Konsole gut, und entsprechend änderte sich der Kurs vieler Publisher und Entwickler. Die Auswirkungen des Wechsels sieht man gerade im PC-Segment überdeutlich: Mainstreamware, quasi keine abgedrehten Konzepte mehr, angepasste Spiele für den Massenmarkt, ohne aber damit Einnahmen erzielen zu können, die mit denen von den Konsolen vergleichbar wären.
Warum führen wir dann überhaupt diese Diskussion und warum wurde dann überhaupt so ein Artikel veröffentlich?
Frag den Redi. Aber ich sehe die Sache so, dass der PC seine Chancen verspielt hat, und dies nun auch die Zeitschriften mitbekommen. PC-Games kann man problemlos auch in Multiplattform-Games umbenennen, da quasi fast alle Titel über die berichtet wird, auch für anderen Plattformen kommen. Deutlich wird dann auch die Intention beim Hype für den letzten echten PC-Shooter Crysis deutlich, dann siehe Klassiker-Tests, die dann doch wieder belegen, dass der PC-Markt vor einigen Jahren anders war, dann die regelmäßigen Artikel der Marke "PC geht vor die Hunde", und natürlich noch die sinkenden Auflagen der PC-Magazine mit purem PC-Schwerpunkt.
Schlussfolge: Hersteller gaben dem PC damals eine gute Chance, brachten viele qualitativ hochwertige Titel raus, die größtenteils keinen Erfolg hatten, und somit die Luft aus der Plattform nahmen. Auf Konsolen findet man noch immer komische Comic-Games und schlicht groteske Titel mit kreativen Inhalten, auf dem PC ist so etwas seit Jahren nicht mehr zu finden, weil es sich dort eben nicht verkauft.
Deine Aussage führt das Ganze ab absurdum! Wenn doch schon seit der PS1 die Konsolen wirtschaftlich mehr Erfolg haben (bezweifel ich ja nicht), ist der PC also schon seit da an ein "Auslaufmodell".
Siehe Erklärung oben. Chancen wurden nicht genutzt. Ergo machte sich der PC selbst irgendwie zum Auslaufmodell, obwohl der Markt mehr als genug getan hat, um dies zu verhindern...nur braucht es auch Kunden, die solche Inhalte wollen.
Und warum gibt es immer noch die PCGames, Spiele wie Crysis (um mal ein aktuelles Beispiel zu nennen), tausende von PC-Spiele-Webseiten, Regale voller PC-Spiele, ganze Firmen die sich nur mit PC-Spielen beschäftigen etc. ?
Paper-Mags verlieren immer mehr Kunden, Crysis ist eine deutlich gepushte Ausnahme, die wahrscheinlich auch irgendwann auf Konsole landen wird, die Regale sind voll, nur womit? Spiele für 15 Euro aus Polen und Russland, Konsolenports wie Gears of War oder Rainbow Six. Mehrplattformware wie Bioshock oder Raving Rabbids. Echte exklusive Qualität
nur für den PC findest du kaum noch. Da ist dann wirklich Crysis der letzte Titel, der die Fahne für den PC hält. Und welche Firma bitte beschäftigt sich nur noch mit PC-Spielen? Nicht einmal Crytek tut dies, da die damals beim ersten Far Cry-Titel für Konsole kreativen und technischen Beistand geleistet haben. Die "großen" PC-Studios sind entweder weg (Looking Glass), aufgekauft (Westwood) oder entwickeln Titel für alle / andere Plattformen (Valve, Epic, Remedy (!!!), BioWare (!!!), Irrational). Du siehst die Sache etwas zu rosig, oder du hast verpasst, wie die Studios langsam ihre Prioritäten verschoben haben.
Also: Es mag ja sein, dass konsolen mehr Kohle abwerfen, aber das heißt noch lange nicht, dass PC-Spiele nur noch ein paar Freaks in heruntergekommenen Kellerwohnungen spielen. Auch nicht in naher oder ferne Zukunft.
Sagt auch keiner, nur sprechen die Zahlen eben eine deutliche Sprache: Konsolen-Markt > PC-Markt. Und die aktuelle Generation hat den Trend eben zusätzlich betont, weil erstmalig eine Konsole zum Launch deutlich schneller war (XB360 Ende 2005) als ein PC zum damaligen Zeitpunkt). Heute ist der Geschwindigkeitsbonus nicht mehr da, aber das Gerät ist etabliert, und hat eine feste Hardwarebasis mit einer sehr großen Programmbibliothek.
Exakt das will ich euch doch klar machen: Die Diskussion ist bescheuert, weil es 3 Spielertypen gibt und IMMER GEBEN WIRD:
1. Der reine PC-Spieler, der (aus welchen Gründen auch immer...völlig belangslos) keine Konsole in sein Haus lässt
2. Der reine Konsolen-Spieler , der (aus welchen Gründen auch immer...völlig belangslos) keinen PC in sein Haus lässt
3. Der Hybrid, der es versteht für sich die Vorteile beider Plattformen auszunutzen und - je nach Bedarf und Spiel - beides nutzt
Nur geht es nicht darum, es geht darum, wer die
meisten Kunden hat. Denn viele Kunden bedeuten automatisch viele Spiele, viele Genres und viele Bereiche die man abdecken kann. Außerdem ist da die Bereitschaft der Hersteller größer, auch mal komische Spiele zu entwickeln. Aufgrund der fehlenden starken Basis im PC-Segment, ist eben auch diese Bereitschaft der Hersteller hier kaum noch vorhanden. Bestimmt wird es auch in vielen Jahren noch PC-Spieler geben, nur wird das Angebot der Titel bezogen auf die Qualität einfach geringer werden, außer es kommt eine große Trendwende, die ich atm aber nicht sehe.
Ob Konsolen nun wirtschaftlich erfolgreicher sind oder nicht juckt die PC-Spieler einfach mal nicht die Bohne. Weil der Markt für PC-Spiele ist immer noch groß genug, dass jedes Jahr hunderte von PC-Spielen auf den Markt kommen. Oder ist dem etwa nicht so?
Wie oben geschrieben, welche von den Hunderten Spielen sind noch "echte" PC-Spiele, welche Ports und welche einfach nur Billigwahre? Wenn du stark runterrechnest, dann sieht du, was wirklich noch für den PC kommt, und das ist pro Jahr nicht viel.
Regards, eX!
Edit: Scheinbar hat auch der
PC-Markt keinen echten Bock auf Crysis. "Nur" ein öder Platz 4 für DAS PC-Spiel mit höchsten Wertungen seit HL2. Die schlechte Platzierung dürfte wohl auch die Erklärung dafür sein, dass PCGames.de keine News zu den aktuellen Saturncharts gemacht hat...bei Bioshock gab es damals direkt eine, okay, das Spiel war auch direkt am ersten Verkaufstag auf Platz 1...
-> http://saturn.computec.de/saturn/entertainment/games/index.cfm?menu=1500