PeterHantsche am 09.09.2008 16:25 schrieb:
Ich konstatiere ganz frech, dass es zum Wesen des Menschen gehört, gewaltätig zu sein, respektive sich an Gewalt zu ergötzen.
könnte sein.
auch wenn es vermutlich mehr als genügend beispiele gibt, für die das so nicht gilt.
Ausnahmen bestätigen offenbar die Regel. Ich verwies auf die Geschichte: Schon immer begeistern Arenakämpfe, Hinrichtungen, Hexenverbrennungen und heute eben Boxkämpfe, Krimis, Horrorfilme und Shooter die Massen. Irgendwas muss ja dran sein...
Das tolle an Computerspielen - und damit ein Schritt in die richtige Richtung - ist, dass der Mensch so diesem Instinkt nachkommen kann ohne jemandem damit zu schaden.
dann ist es also demnach so, dass gerade jugendgewalt mit aufkommen der visuellen und noch mehr der digitalen interaktiven medien, exorbitant abgenommen haben müsste, verstehe ich das richtig?
müsste ja so sein, da viele ihr -angebliches- grundbedürfnis gewalt auf diese weise befriedigen können sollten.
seltsamerweise stimmt das aber nicht.
genaugenommen ist sogar eher das gegenteil der fall, wie die kriminalstatistiken in deutschland nahelegen.
Ich dachte immer die Kriminalitätsrate sei rückläufig... Da muss ich mir wohl mal genaue Zahlen ansehen. Jedenfalls drehst du mir einfach das Wort im Mund rum: Ich wollte damit ausdrücken, dass es keinen negativen Effekt gibt. Von einem postiven war nie die rede. Bezogen auf Kriminalstatistiken. Wie gesagt ich denke auch nicht, dass ein Besucher des Zircus Maximus, den Arenakampf nachstellend jemanden umbringen würde. Nur dass leider bei eben jener Darbietung die er genoss, tatsächlich jemand verletzt wurde oder starb. Trotzem gab es sicher Raub, Mord und Totschlag... Wie auch schon vorher. Die Menschheit im allgemeinen ist einfach so... Ich habe ja nie gesagt das sei gut. Nur beobachtet und festgestellt...
das bedeutet natürlich ebensowenig, dass (beschränken wir uns auf unser gebiet) gewaltspiele nun den -von teilen der politik behaupteten- effekt hätten.
Was mich viel mehr nervt, ist die Doppelmoral hinter all dem: Warum werden zum Beispiel eSport-Recken (die Counterstrike spielen) verteufelt und Boxer wie Helden gefeiert? Mir will einfach nicht klar werden, wie man echte Gewalt (inkl. Blut) gutheißen kann, aber mit virtueller ein Problem hat...
du redest hier von "man".
wer ist denn "man"?
die paar medien, die einen (ehemals) milchschnitte verspeisenden ukrainer als dt. boxhoffnung anpreisen und damit millionen deutsche vor den bildschirm befördern?
ich für meinen teil, der keine ahnung vom boxen hat, schaue mir den kram aber eben nicht an, da ein boxkampf für mich eben wirklich nur ein "auf-die-fresse-hauen-ist".
"Man" sind hier meinetwegen die Öffentlich Rechtlichen: "Heute um 20.15 Uhr im ARD-Abendprogramm: Boxkampfübertragung X gegen Y und im Anschluss daran sehen Sie die Panorama Reportage 'Wie Computerspiele unsere Kinder zu Mördern erziehen'" <--- Übertrieben ausgedrückt. Es geht mir einfach gegen den Strich, dass es offenbar gesellschaftlich akzeptierte Formen von Gewalt gibt, mir aber mein Konsum von Action-Games verhagelt werden soll... Entweder wir halten die Gesellschaft komplett gewaltfrei oder stellen fest, das der Status quo keinem weh tut.
dennoch stimme ich dir zu, dass hier eine doppelmoral vorherrscht, aber wieso und weshalb sollte das unsere bewertung von gewaltspielen beeinflussen?
(der punkt wurde aber schon von
boesor angesprochen.)
Denn Spiele mit gewaltgeprägtem Inhalt haben auch eine taktische und eine Skillkomponente.
klar, die gibt es.
aber wofür oder -gegen ist das denn jetzt ein argument?
sollte ein spiel, dass dieser komponenten entbehrt, dann verboten werden, oder wie soll ich das verstehen?
Nein, das sollte nur den Aspekt der Doppelmoral verdeutlichen. Es war kein Argument für oder gegen etwas. Wenn du jeden Satz einzeln zerpflückst, geht natürlich etwas Sinn verloren, denn der hier zitierte ist eng mit dem nächsten verknüpft.
Genau diesen Fakt erkennen die Killerspielgegner dieser (unserer ! )Freizeitbeschäftigung aber ab.
stimmt, an der stelle gibt es sicher mängel in der aufklärung bzw am vorhandensein derselben.
ob man dem aber mit einer "spielekiller"-kampagne vorschub leisten kann, sei mal dahingestellt....
Wichtig ist mir der Fakt, dass alle Menschen Aggressionen haben (tut mir leid zu pauschalisieren, aber wer das leugnet ist ein Lügner)
klasse argumention: "wer was anderes behauptet als ich, der lügt."
dass es dazu auch durchaus andere meinung gibt, die vertreten werden, kehrst du mal eben so unter den teppich.
Wie schon in einem anderen Post erwähnt, kannst du es auch gern "überschüssige Energie" nennen. Jeder hat es. Auch dazu habe ich mich schon in anderen Posts geäußert.
Ich seh die Lücke in meiner Argumentation nicht, tut mir ehrlich leid...
auch eine vollkommen absurde argumentationskette kann durchaus in sich geschlossen sein.
Das stimmt allerdings, siehe Diskussionen mit Verschwörungstheoretikern...