AW: News - PC Games: Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden begrüßt Verbot so genannter Killerspiele
Bonkic am 08.06.2009 13:39 schrieb:
hat sich jemand mal die unterschriftenliste dieses bündnisses zum thema "killerspieleverbot" durchgelesen?
da heisst es doch tatsächlich:
Mit meiner Unterschrift bestätige ich, dass ich die Forderung „Verbot von Killerspielen, die dazu dienen, Menschen zu ermorden“ in vollem Umfang unterstütze.
Ich erwarte von den zuständigen verantwortlichen Personen bzw. Stellen die bestehenden
Gesetze auf diese Forderungen hin zu überprüfen und die entsprechenden Änderungen der
Gesetze zu veranlassen.
killerspieleverbot_pdf
bei allem respekt vor den opfern und den nachkommen- aber wer denkt sich denn bitteschön so was aus?
Der Vater eines der Opfer, der seine 16 jährige Tochter verloren hat, ist der Einzelakteur, der sich für dieses Verbot einsetzt. Er wird sich das im Umkehrschluß auch ausgedacht und ins Leben gerufen haben. Auf Stern.de gibt es hierzu auch ein recht interessantes Interview, das mit dem Initiator dieser Aktion, Hardy Schober, geführt wurde.
*click* Das Herr Schober auch für ein Verbot von Faustfeuerwaffen eintritt, wofür es auch eine Petition gibt, wird hier unter den Tisch fallen gelassen.
*click* Allerdings liest sich diese Petition ähnlich, wie auch die andere, in der es um das Verbot von
Killerspielen geht.
Gegen die Verursacher der Probleme wird ein Verbot so oder so nichts ausrichten. Auch die Auslöser werden dadurch nicht beseitigt, die zu solchen Gewaltakten führt, wie sie nun zuletzt bei dem Amoklauf stattfanden, wo viele junge Menschen ihr Leben verloren haben. Ich denke nicht, das Herr Schober mit dieser Aktion viel erreichen wird, noch weniger, das ein Verbot von Killerspielen durchgesetzt werden kann. Es ist aber einfacher, ein Verbot von Killerspielen zu fordern, und es bei Bedarf auch durchzusetzen, als sich gegen die Waffenlobby zu stellen.
Aktiv gegen Waffen einzutreten, hieße, sich zum Beispiel gegen Daimler EADS zu stellen, gegen Heckler und Koch, Schützenvereine, Waffenbesitzer ganz allgemein. Das kann sich kein Politiker leisten, der nicht auf seine Laufbahn Wert legt. Da geht es nämlich um das ganz große Geld, und das wiederum, kommt Vater Staat zugute. Aber auch ein Waffenverbot wird nicht dazu führen, das zukünftige Amokläufe verhindert werden. Dann nimmt der nächste, der einen Anschlag auf Leib und Leben anderer plant, eben Molotow Cocktails, oder eine Machete.
Helfen kann nur
Prävention durch
Aufklärung der Eltern, durch
Einbindung der jugendlichen in die Gesellschaft, durch eine
Behandlung der jugendlichen nicht als jugendliche, sondern als junge Erwachsene. Wenn jugendliche mehr in die Gesellschaft eingebunden werden, und damit meine ich, das sie nicht sich selbst überlassen werden, unter sich bleiben, oder sich absondern und ihre eigenen Regeln aufstellen, sondern aktiver Teil der Gesellschaft zu werden, dem man Verantwortung gibt. Den Weg können die Politiker bereiten, die Verantwortung
müssen bis zu einem gewissen Grad die Eltern übernehmen, und die Umwelt kann dafür sorgen, das es funktioniert.
Was den meisten Jugendlichen heute fehlt, scheint mir, ist eine Perspektive. Die Eltern beziehen Harz IV, oder wie es bei uns heißt Arbeitslosengeld, die Kinder sehen keine Perspektive, bleiben sich selber überlassen, und können sich selten an ihre Bezugspersonen wenden, die Eltern oder ihr soziales Umfeld. Jugendliche brauchen ebenso eine Aufgabe, wie wir als Erwachsene, der Geist etwas Verändern zu können, denn Probleme gäbe es ja mehr als genug derzeit, fehlt aber. Diesen müsste man den Jugendlichen vermitteln, und ihnen Wege aufzeigen, wie sie Probleme lösen können, ohne Gewalt, sondern gemeinsam, mit anderen.
Was nicht viel bringt, sind Petitionen, und noch mehr Petitionen, bezahlte Studien der einen oder anderen Seite, politischer Populismus mit Verbotsforderungen, Aktionismus und Selbstverteidigung. Damit werden nämlich nur Feindbilder konstruiert, auf die die breite Masse anspringt. TV ist Schuld, PC Spiele sind Schuld, das Internet, die Medien, überhaupt alles ist Schuld. Die Verursacher der Probleme, das Umfeld der Täter, die Verantwortlichen und die Ursachen für solche Taten, bleiben oft eine Nebensächlichkeit, genauso wie die Opfer.
An die Opfer denken scheinbar weder die Politiker, noch die Medien, ja nicht einmal PC Games hat an sie gedacht. Es hieß Amoklauf, die Worte Killerspiele seien Schuld geisterten durch die Medien, dagegen muß eine Petition ins Leben gerufen werden. T-Shirts wurden gedruckt, lange Texte an Politiker verfaßt, und die Opfer, was war noch schnell mit ihnen? Diese halten für alle Seiten her, um darüber zu streiten, wer denn Schuld sei am tragischen Tod. Gegen die Waffenlobby stellt sich ebenfalls weder PC Games, noch richtet sich eine Petition dagegen, sie dient ebenfalls nur dazu, zu argumentieren, Schützenvereine seien böse. Denn dort wird ja das töten geübt, mit echten Waffen, nicht am PC:
Aus diesem Grund wäre ich für ein Ende dieser nicht fruchtenden Diskussionen, der T-Shirt Aktionen und Petitionen an Politiker, die am Ende des Tages doch nicht das bringen, was sie sollten. Sie verhindern auch keine Amokläufe, sie verhindern keinen Mord, sie sorgen nicht für eine bessere Welt, sie bringen die Eltern nicht dazu, sich mit ihrem Nachwuchs intensiver auseinanderzusetzen. Sie retten nur ein Hobby, und Spielezeitschriften, die über Spiele berichten, die Einnahmen.