SoSchautsAus am 05.02.2008 11:56 schrieb:
Zubunapy am 05.02.2008 11:48 schrieb:
(Mafia) zeigten mir die Schattenseiten des Verbrecherdaseins, wie zB das Töten von Freunden.
Ja, genau wie in San Andreas. :o
SSA
Darüber kann man vortrefflich streiten, nur wirkte der "gesellschaftskritische Ansatz" in den ganzen GTA-Teilen imho nicht wirklich überlegt in die Spielmechanik eingeflochten. Aufgrund der derben Überzeichnung und der gewissen Andersartigkeit des "Humors", blieb nicht viel tiefe Aussage übrig - außer man macht sich die Mühe, und interpretiert in jede Aussage, Mission, Inszenierung kritische Aspekte. Da diese Spiele schon immer für eine eher junge und coole Zielgruppe konzipiert wurden, rechne ich nicht wirklich damit, dass sich tatsächlich jemand die Inhalte zu Herzen genommen hat. Primär verniedlichte GTA in meinen Augen stets tatsächliche Probleme, und machte mit seiner fast schon naiven Art deutlich, dass Gewalt, Drogen, Verrat und das Beseitigen von Freunden eigentlich gar nicht soooo schlimme Dinge sind.
Gerade Mafia ging da deutlich effektiver und glaubwürdiger vor. Die moralische Komponente rund um Freundschaft, Loyalität, Verrat und Liebe wurde aufgrund der nötigen Seriosität im Spielfluss gut - und nachvollziehbar! - veranschaulicht. Man fühlte, litt und verstand die Denkmuster der Spielfigur. In GTA war es einem hingegen egal, ob man dem Homie mit der 9mm die Rübe weggeballert hat, um anschließend die geklauten Drogen zu verticken, damit man sich später für das Geld tolle Kleidung kaufen kann.
Ich musst schon etwas stutzig gucken, als du GTA

A hier tatsächlich gesellschaftskritische Aspekte ankreiden wolltest. Das ist mir niemals bei der Serie sonderlich stark oder geschickt inszeniert aufgefallen. Selbst die Intention, kritische Sachen zu behandeln (Drogen in GTA

A) wurde aufgrund der Figuren und Dialoge vorzüglich im Keim erstickt. Mir kam es eher so vor, als wären Drogen ja gar nicht so schlimm, Kiffer eher lustige Typen und Gewalt gegen Verräter in der "Gang" ein völlig legitimes Mittel.
Gerade für die angepeilte Kundenbasis im Alter von 16 sind solche Inhalte wohl kaum so aufschlussreich, oder regen merklich zum Nachdenken an. Als ich in jungen Jahren die älteren GTA-Titel gespielt habe, habe ich auf solche Aspekte ebenfalls geschissen (zumal einem mit 16 / 17 solche Anspielungen in der Regel kaum oder gar nicht auffallen). Da ging es primär um das Erkunden der Welt und das Überfahren von irgendwelchen Typen, die dämlich den Bürgersteig belagerten. Den GTA-Cops mit der Sniper die Rübe von den Schultern zu schießen war damals natürlich für mich auch voll cool, gerade in einer Zeit, wo „dank“ Soldiers of Fortune Gewalt in Spielen als richtig cool und absolut nötig erachtet wurde.
Professionelle Gesellschaftskritik sucht man in diesen Konzepten imho mit der Lupe, und eigentlich bietet GTA quasi nur noch diese kontroversen Inhalte, um entsprechend in den Medien aufzutauchen. Von der Spielmechanik hat sich die Marke gemäß treuer Serientraditionen fast totgelaufen, da muss man eben mit kontroversen Inhalten locken - was Rockstar IMMER vorzüglich getan hat. Siehe Manhunt, Bully und eben GTA.
Regards, eX!