TheMadman am 05.08.2009 09:45 schrieb:
Ein Verbot von Spielen, die nichtmal klar definiert sind zu verbieten, oder Elternorganisationen gegen World of Warcraft sind mit Sicherheit keine Lösung für Probleme, die in Einzelfällen auftreten. WoW ist eine Herausforderung für den Willen. Aber darauf will ich jetzt gar nicht eingehen.
Die Bevölkerung ist einfach übersättigt von Wohlstand und Medienkonsum, und mit erschreckender Geschwindigkeit bahnt sich ein riesen Kollaps an. Es geht uns einfach zu gut. Damit kann der Mensch nicht umgehen. Zumindest muss er lernen, das wir es hier gut haben.
Was meint ihr?
Warum macht der Mensch sich dauernd selbst Probleme? Noch vor 20 Jahren stand die Mauer. Und davor ging es noch schlimmer zu. Jetzt sitzen wir an unseren Rechnern, essen dabei Pizza und können uns nach dem Kacken mit warmen Wasser die Hände waschen. Man muss noch nichtmal arbeiten gehen. Extreme Arbeitsunlust kann schließlich auch arbeitsunfähig machen
Glück und Zufriedenheit haben erst mal nichts mit Geld und Wohlstand zu tun.
Nur weil heute die meisten von uns nicht tagtäglich um das nackte Überleben kämpfen müssen, heisst das nicht, dass wir keine Probleme haben.
Ich kann auch diese ständigen Vergleiche nicht nachvollziehen, á la "im Vergleich zu den armen Menschen in Afghanistan geht es uns viel zu gut." Es macht niemanden glücklicher zu wissen, dass es anderen Menschen schlechter geht als einem selbst!
Sehr viele Menschen in Deutschland haben grundlegende existenzielle Probleme und Ängste, nur offenbaren die sich nicht so deutlich wie noch vor 500 Jahren, wo es darum ging, sich einen Hirsch zu schiessen, damit man etwas zu Essen auf dem Tisch hat.
Heutige Probleme sind wesentlich subtiler, nicht mehr so greifbar... Lösungen sind bei Weitem nicht mehr so offensichtlich und alleine diese Unsicherheit und Ungewissheit, wie es weitergehen soll, löst biologisch betrachtet dieselben Stressoren und Ängste aus, die ein Neandertaler hat, der vor einem Säbelzahntiger steht.
Es geht uns einfach zu gut? Lies diese viel zu schnell ausgesprochene Floskel noch mal in Ruhe und mach dir Gedanken zu der Schwachsinnigkeit dieser Aussage, denn zwischen den Zeilen bedeutet dass, das es uns "viel besser gehen würde, wenn es uns schlechter geht."