AW: News - Crysis 2: Komplette Beta-Version illegal im Netz aufgetaucht - Update: Crytek-Statement
Ich hab deinen Beitrag oben nochmal gelesen, meintest du nicht, dass das Wort ggf. ein Grund für das Problem sei?
Ein Problem ist es einfach deswegen, weil es etwas suggeriert, was nicht ist. Bei einem Raub findet die Entwendung eines physischen Gutes statt (kommt noch hinzu unter Gewalteinwirkung, wenn man die Wiki-Definition dafür zugrunde nimmt). Das ist beim (illegalen) Kopieren von Software nunmal nicht der Fall: Die Festplatte auf dem sich der Original-Sourcecode der Software befindet, ist immer noch im Besitz des Eigentümers. Darum ist (und bleibt) das Wort "Raub" hier völlig fehl am Platz, weil es das Problem nicht beschreibt. Die Absicht hinter dem Wort "Raubkopie" ist daher offensichtlich nicht die, das Problem zu umschreiben, sondern diesem eine gefühlsmässige Wertung (illegal Software kopieren ist so schlimm wie jemanden ausrauben) anzuheften.
Anstatt mit so Phrasen wie "die Leute werden nie aufhören" um dich zu werfen, sollten wir hier eher überlegen, was man gg. das Problem machen könnte ... schlussendlich versaut das unser (!) Hobby.
Tatsachen ins Auge zu sehen ist der erste Schritt, um die Lösung für ein Problem zu finden. Für mich ist es eine Tatsache, dass die Leute nicht damit aufhören werden, illegale Kopien von Software zu erstellen. Das liegt in der Natur der Sache: Alles was "soft" ist, kann (und wird) mit virtuell Null Aufwand vervielfältigt.
Die "Branche" (im weitesten Sinne, da gehören nicht nur Spiele-Entwickler dazu, sondern alle, die digitale Produkte herstellen, also z.B. auch die Musikbranche) scheint sich aber darauf versteift zu haben, genau das verhindern zu wollen. Das ist als ob man den Regen daran hindern wollte, zu fallen: Das geht nicht.
Der erste Schritt für "die Branche" wäre daher, in diesem Punkt Einsicht zu zeigen und wegzukommen von festgefahrenen Vorstellungen die zu unglaublich kontraproduktiven Leerläufen führen: DRM und Kopierschutz die lediglich zahlenden Kunden Probleme bereiten, Singleplayer-Spiele mit Online-Zwang, etc.
Die Lösung lautet: Alternative Geschäftsmodelle. Wieso gelingt es den Entwicklern von Minecraft gewinnbringend zu arbeiten? Wieso kann Runic Games Torchlight für gutes Geld an den Mann bringen, warum ist Blizzard immer noch in den schwarzen Zahlen?
Was macht es aus, dass oben genannte Beispiele trotz Torrents und One-Click-Hoster florieren? Haben diese möglicherweise Geschäftsmodelle, die sich als "illegale Kopie-resistent" erweisen? Wenn ja, wie machen die das? Was machen sie "richtig"?
Des Weiteren, was heißt "auf einen fairer Nenner bringen"? Fühlt sich jetzt jemand angegriffen, weil "wir" ihn Raubkopierer nennen? Weint er dann in seinem kleinen Kabuff?
Ich weiss nicht, ob sich jemand angegriffen fühlt. Trotzdem halte ich es nicht für fair, wenn man Einbrecher mit Mörder vergleicht - oder illegal Kopierende mit Räuber.
Ganz einfach weil der Schaden der entsteht nicht derselbe ist.
Ich wiederhol mich an dieser Stelle, es macht für das Problem ( und der Lösung ) keinen Unterschied ob ich das 'ach so geächtete' Wort Raubkopierer benutze und/oder den juristisch korrekten Begriff.
Für Dich, wie für so viele andere, offensichtlich nicht. Für mich schon, wie oben angeführt.
Übrigens, das es kein juristisch korrekter Begriff ist, ist dem Alter unserer Gesetzestexte geschuldet. Diese wurden verfasst, da war an Software ( und deren Vervielfältigung bzw. Erschleichung von Nutzungsrechten ohne Zustimmung der Rechteinhaber ) garnicht zu denken.
Sollten die Texte diesbezüglich irgendwann angepasst werden, wird Raubkopierer eventuell sogar ein juristisch korrektes Wort sein.
Ja. Vermutlich werden wir uns noch eine ganze Weile in die falsche Richtung bewegen - leider. Allen anderen, die die Problematik nicht reflexartig mit "aber... aber... Raubkopie!" betrachten, empfehle ich einen Blick auf www.techdirt.com