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News - 50 Jahre BPjM

spassiger am 08.07.2004 22:06 schrieb:
Die Spiele werden immer noch von den Entwicklern freiwillig entschärft. Wenn ein Entwickler will, kann er ein Spiel auch komplett ungeschnitten auf den Markt bringen (Beispiele: Doom3, Max Payne 2).
Genau wie die Geiseln von Terroristen freiwillig in deren Gewalt sind. Sie könnten sich ja auch einfach weigern.
Zugluft schrieb:
Die BPjM hat ja die Aufgabe Jugendliche und Kinder, die von ihren sorglosen Eltern im Hinblick auf ihre geistige Entwickelung nicht ausreichend "gepflegt" werden vor sinnloser, zubrutaler und menschenunwürdiger Gewalt zu schützen. Dies muss gewahrt bleiben und deswegen halte ich die Einrichtung BPjM für überaus sinnvoll. Über die Arbeitsmethoden und Vorgänge könnte man eventuell streiten, aber bis jetzt halte ich sie für gut.
Viele totalitäre Staaten schützen ihre Bürger vor schädlichen Äußeren
Einflüssen.
Das Problem das ich mit der BPjM habe ist diese perfide Zensur und die Gängelung. Es gibt eine FSK. D.h. Filme und Spiele bekommen eine Alterseinstufung und dürfen damit nicht an Kinder, die jünger als diese Grenze sind, verkauft werden. Es gibt sie aber frei in Läden liegen. Das ist OK. Was die BPjM macht ist eine echte Zensur. Medien werden tabuisiert, Werbeverbot etc. Damit werden sie in der Öffentlichkeit ausgelöscht. Da sie nicht frei ausliegen dürfen findet der Vertrieb nicht statt, weil für die Produzenten nicht lohnt, oder sie werden gezwungen zu beschneiden (nicht sich selber :-D ). Wenn nicht schon die Entstehung des Machwerks, wie bei Doom3, für Furore sorgt, bekommt man gar nicht mit, daß es das indizierte Produkt überhaupt gibt. Man hat also keine frei Entscheidung und keinen freien Zugang zu Informationen um sich selbst ein Urteil zu bilden. Ergo: Zensur und für mich nicht hinnehmbar.
Das mit dem Schutz der Kinder ist Schwachsinn. Klar müssen Kinder geschützt werden aber nicht so. Für die Erzeihung der Kinder sind immer noch die Eltern verantwortlich. Und wenn das Asis sind, was willst du dann machen, die ganze Welt überwachen? Wenn Eltern Kanonenschläge oder Feuerwerk kaufen und es ihren Kinder geben, ist das unverantwortlich aber dagegen kanst du nichts tun. Es gibt Gesetze, daß keine Böller an Kinder verauft werden dürfen. Und es gibt die FSK bei Filmen. Für ihre Kinder sind aber maßgeblich die Eltern verantwortlich.
Es ist meiner Meinung nach ein ernstes Problem in unserer Gesellschaft, daß keiner für sein eigenes Leben Verantwortung übernimmt. Der Staat soll dies und jenes machen. Wenn irgend ein Idiot über eine 3 Meter hohe Mauer klettert und sich bei herunterfallen etwas tut , hätte man ihn davon abhalten müssen.
Ein Arbeitsloser muß sich keinen Job suchen, der Staat hat ihm einen zu geben, der überdies leicht gut bezahlt und spassig ist.
Schuld ist immer der andere nie man selber. Etwas Eigenverantwortung schadet nicht.
Keine Ahnung ob die Leute wieder einen Führer wollen, der ihnen sagt was richtig ist, daß sie ja keinen Fehler machen. :ugly:
 
woher wußte ich blos dass die Diskussion zu dem Thema hier so laufen würde.

Falls es den Nörglern entgangen sein sollte, die BPjM ist nicht nur für die Spiele da. Sie leistet auch in anderen Bereichen Jugendschutz. (ja es gibt auch Bücher, Kasetten, CDs, u.s.w.)
Und da hat sie auch schon gegen rechtsradikale Kinderbücher und anderen verherrlichenden Schriften gute Arbeit geleistet.

Was ich aber nicht verstehen kann sind die aus jedem Zusammenhang gerissenen Vergleiche und Argumente von Kindern die als Grundlage dafür dienen sollen einen Grund zu liefern dass ein 12 Jähriger Max Payne 2 spielen soll.

Ja meine Geburtstagskerzenanzahl ist schon längst über die magische Grenze gegangen, aber auch davor hatte ich keine Probleme oder einen fanatisch aufgebauten Hass gegen die BPjM.


PS:
Es gibt Gesetzte in unserem Rechtsstaat die von einem sehr großen Teil der Gesellschaft getragen werden. Dass einige Jugendliche nicht immer einsehen wollen dass Jugendschutz in ihrem Sinne ist, ist klar, aber hier von "Terrorsiten", "Beraubung der Grundrechte", u.s.w. zu reden zeigt doch sehr deutlich dass es hier nicht mehr um Kritik, sondern um fanatischen, blinden, sturren und kleinkindisch-bockigen Trotz geht.
 
narotic am 09.07.2004 10:34 schrieb:
woher wußte ich blos dass die Diskussion zu dem Thema hier so laufen würde.

Falls es den Nörglern entgangen sein sollte, die BPjM ist nicht nur für die Spiele da. Sie leistet auch in anderen Bereichen Jugendschutz. (ja es gibt auch Bücher, Kasetten, CDs, u.s.w.)
Und da hat sie auch schon gegen rechtsradikale Kinderbücher und anderen verherrlichenden Schriften gute Arbeit geleistet.

Was ich aber nicht verstehen kann sind die aus jedem Zusammenhang gerissenen Vergleiche und Argumente von Kindern die als Grundlage dafür dienen sollen einen Grund zu liefern dass ein 12 Jähriger Max Payne 2 spielen soll.

Ja meine Geburtstagskerzenanzahl ist schon längst über die magische Grenze gegangen, aber auch davor hatte ich keine Probleme oder einen fanatisch aufgebauten Hass gegen die BPjM.


PS:
Es gibt Gesetzte in unserem Rechtsstaat die von einem sehr großen Teil der Gesellschaft getragen werden. Dass einige Jugendliche nicht immer einsehen wollen dass Jugendschutz in ihrem Sinne ist, ist klar, aber hier von "Terrorsiten", "Beraubung der Grundrechte", u.s.w. zu reden zeigt doch sehr deutlich dass es hier nicht mehr um Kritik, sondern um fanatischen, blinden, sturren und kleinkindisch-bockigen Trotz geht.


Das man Kinder schützen will ist ja schön und gut, aber warum kriege ich wenn ich ne ab 18 Version als Erwachsener der auch schon so 20 Kerzen auf dem kuchen hatte ne Zensierte Version?????????
Muss man mich etwa auch von Gewalt in Spielen schützen oder wie muss ich das verstehn :confused:
Wenn ne Version ab 18 ist dann ist die NUR für Erwachsene, warum wird die dann trotzdem noch Zensiert...........sorry aber dafür kann ich kein Verständnis aufbringen. Da du es gerade erwähnst bei Filmen usw ist es genauso schlimm, da wird genauso verstümmelt und gekürzt bis der Film 15 minuten kürzer ist als das Englische original :rolleyes:


Aber vieleicht solte ich der BPJM auch danken, da ich seit 2-3 Jahren fast nur Englische Games zocke und viele Filme die von der BPJM verstümmelt oder gleich auf dem Index gelandet sind, nur in Englisch gucke ist mein Englisch um längen besser geworden...
 
Ob nun Streit hin ooder her, die BPJM ist eine sinnvolle Organisation, weil ich denke das Jugendschutz besonders in der heutigen zeit sehr wichtig ist. Ich bin zwar erst 19, aber ich weiss noch gut wie es war, als ich noch jünger war. Ich hab mit 15 oder 16 beispielsweise auch nicht die ganzen Shooter-Games gespielt und muss sagen, ich hab dadurch auch nix verpasst. Es ist echt schlimm zu sehen, wie manche 15 jährige heutzutage darüber reden, wie toll brutal das Spiel XXX sei und das man da köpfe abschlagen kann und die gegner anpissen kann (Alle, die wissen welches Spiel gemeint ist, verstehen sicherlich meine Einstellung) . Weiterhin halte ich Jugendschutz für eine sinnvolle und vorallem wichtige sache, die Ernsthafter betrachtete werden sollte.
 
Klar hat die BPJM einen gewissen Sinn, ich meine 12 jährige sollten nicht Kill Bill sehen oder Max Payne 2 spielen und wer dass eben angesprochene Postal 2 spielt ist meiner Meinung sowieso irgendwie krank. Aber ich bin 16 und will mir von niemanden verbieten lassen Max Payne 2 zu spielen, weil ich so reif bin zwischen Spiel und Realität zu unterscheiden und ich kenne 20 jährige die können das nicht und dürfen es aber offiziell spielen- macht das Sinn ? Außerdem bringen diese Verbote doch eh nichts, weil wer ein Spiel oder einen Film wirklich haben will der kriegt ihn auch, egal wie alt.
 
Die BPjM ist also nötig um Jugendliche zu schützen? Wozu taugt denn eine Indizierung genau?

Laut Jugendschutzgesetz dürfen nur Spiele mit der Freigabe "ab 18" indiziert werden. D.h. an einen Jugendlichen dürfen sie nach geltenden Recht sowieso zu *keinem Zeitpunkt* verkauft werden.

Wozu also dieses zusätzliche staatliche Instrument der Indizierung? Geht von der Verpackung des Spiels oder der Tatsache das es (ohne Indizierung) offen in einem Händlerregal liegen würde schon eine Jugendgefährdung aus? Doch wohl kaum! Genauso gut könnte man dann verlangen, dass hochprozentige Alkoholprodukte (die auch nur an Erwachsene verkauft werden dürfen) aus sämtlichen Supermarkregalen verbannt werden ... aber am Alkohol verdient der Staat auch reichlich Geld....

Mit der BPjM existiert vor allem eins: eine Bevormundungs- und Zensureinrichtung gegenüber den erwachsenen Bürgern, denn der Jugendschutz ist durch die existierenden Altersfreigaben (und die damit verbundenen Abgabeverbote an Jugendliche) auch ohne jede Indizierung jederzeit gewährleistet.

Dazu passend sind die Mitglieder der BPjM in keinster Weise demokratisch legimiert - im Gegenteil, dort finden sich (schön paritätisch besetzt) die Vertreter der Haupt-Macht-Interessengruppen zusammen um zu entscheiden, was durch eine Indizierung "totgeschwiegen" werden soll.
Das Problem für einen Erwachsenen ist nämlich nicht, indizierte Produkte zu kaufen - wenn er denn einen Händler findet (bei indizierten Büchern besonders schwer), der die entprechenden Produkte anbietet. Nein, das Problem ist, überhaupt zu erfahren, dass dieses indizierte Produkt überhaupt existiert, denn es darf weder beworben noch sonstwie öffentlich gemacht werden.

Da haben dann viele Entwickler natürlich schon die Schere im Kopf, wenn es um ein Spiel geht, das in Deutschland veröffentlicht werden soll, weil sie Angst haben müssen durch eine Indizierung ihr Produkt nicht mehr verkaufen zu können.

Sicher, viele (sogar die meißten) der Medien auf dem Index *sind* Müll, aber das kann ich als Erwachsener doch bitteschön *selber* entscheiden. Genauso wie ich in der Lage bin an politischen Wahlen teilzunehmen.

Fazit also: auch die permanent vorgeschobenen Jugenschutzheuchelei kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Einrichtung wie die BPjM in einem demokratischen Land nichts zu suchen hat, ja sogar im krassen Gegensatz dazu steht.

50 Jahre BPjM sind 50 Jahre zu viel!
 
Ich feier den Jahrestag. MAn(n) ist schließlich Masochist ;-)
 
Wurstsuppenkasper am 09.07.2004 00:36 schrieb:
spassiger am 08.07.2004 22:06 schrieb:
Die Spiele werden immer noch von den Entwicklern freiwillig entschärft. Wenn ein Entwickler will, kann er ein Spiel auch komplett ungeschnitten auf den Markt bringen (Beispiele: Doom3, Max Payne 2).
Genau wie die Geiseln von Terroristen freiwillig in deren Gewalt sind. Sie könnten sich ja auch einfach weigern.
Zugluft schrieb:
Die BPjM hat ja die Aufgabe Jugendliche und Kinder, die von ihren sorglosen Eltern im Hinblick auf ihre geistige Entwickelung nicht ausreichend "gepflegt" werden vor sinnloser, zubrutaler und menschenunwürdiger Gewalt zu schützen. Dies muss gewahrt bleiben und deswegen halte ich die Einrichtung BPjM für überaus sinnvoll. Über die Arbeitsmethoden und Vorgänge könnte man eventuell streiten, aber bis jetzt halte ich sie für gut.
Viele totalitäre Staaten schützen ihre Bürger vor schädlichen Äußeren
Einflüssen.
Das Problem das ich mit der BPjM habe ist diese perfide Zensur und die Gängelung. Es gibt eine FSK. D.h. Filme und Spiele bekommen eine Alterseinstufung und dürfen damit nicht an Kinder, die jünger als diese Grenze sind, verkauft werden. Es gibt sie aber frei in Läden liegen. Das ist OK. Was die BPjM macht ist eine echte Zensur. Medien werden tabuisiert, Werbeverbot etc. Damit werden sie in der Öffentlichkeit ausgelöscht. Da sie nicht frei ausliegen dürfen findet der Vertrieb nicht statt, weil für die Produzenten nicht lohnt, oder sie werden gezwungen zu beschneiden (nicht sich selber :-D ). Wenn nicht schon die Entstehung des Machwerks, wie bei Doom3, für Furore sorgt, bekommt man gar nicht mit, daß es das indizierte Produkt überhaupt gibt. Man hat also keine frei Entscheidung und keinen freien Zugang zu Informationen um sich selbst ein Urteil zu bilden. Ergo: Zensur und für mich nicht hinnehmbar.
Das mit dem Schutz der Kinder ist Schwachsinn. Klar müssen Kinder geschützt werden aber nicht so. Für die Erzeihung der Kinder sind immer noch die Eltern verantwortlich. Und wenn das Asis sind, was willst du dann machen, die ganze Welt überwachen? Wenn Eltern Kanonenschläge oder Feuerwerk kaufen und es ihren Kinder geben, ist das unverantwortlich aber dagegen kanst du nichts tun. Es gibt Gesetze, daß keine Böller an Kinder verauft werden dürfen. Und es gibt die FSK bei Filmen. Für ihre Kinder sind aber maßgeblich die Eltern verantwortlich.
Es ist meiner Meinung nach ein ernstes Problem in unserer Gesellschaft, daß keiner für sein eigenes Leben Verantwortung übernimmt. Der Staat soll dies und jenes machen. Wenn irgend ein Idiot über eine 3 Meter hohe Mauer klettert und sich bei herunterfallen etwas tut , hätte man ihn davon abhalten müssen.
Ein Arbeitsloser muß sich keinen Job suchen, der Staat hat ihm einen zu geben, der überdies leicht gut bezahlt und spassig ist.
Schuld ist immer der andere nie man selber. Etwas Eigenverantwortung schadet nicht.
Keine Ahnung ob die Leute wieder einen Führer wollen, der ihnen sagt was richtig ist, daß sie ja keinen Fehler machen. :ugly:


a)Ich brauche natürlich keinen Führer und bin auch für möglichst wenig Gesetze, damit das Leben der sich im Staat befindlichen Leute nicht unnötig einzuschränken.
b)Kinder und Jugendliche gucken halt Werbung. Für die BPjM ist es halt logisch das man diese dann unterbinden sollte bei gewaltverherlichenden Spielen. Das diese dann offen in den Regalen der Läden rumliegen ist nicht ihre Schuld, denn das fällt aus ihrem Einflussbereich und muss gesetzlich gereglt werden.
c)Es ist logisch das man nichts mitbekommt von gewissen Spielen die auf dem Index gelandet sind. Das nun die Erwachsenen [ich bin übrigens laut Gesetz auch einer :P] sich beschweren das ihnen der Informationsfluss abschnitten worden ist, ist unverständlich. Denn es liegt ja bei ihnen was dagegen zu tun. Sie können sich auf ausländischen Internetseiten legal informieren. Sie können sogar selber Internetseiten aufmachen oder sonstwas mit Alterskontrolle und dann andere informieren. Hier mag eine Marktlücke herschen. So gesehen aber keine Schuld der BPjM.
d)Ich will nicht die ganze Welt überwachen. Aber ich finde man sollte, wenn man sich fragt ob die BPjM sinnvoll ist, nicht nur sich selber berücksichtigen auch mal ein bisschen weiter denken und an andere abstrakte Situation wie vorhin schon geschilder mit den Kindern und den sorglosen Eltern. Man darf diese Kinder nicht einfach so in rechtsleeren Raum zurücklassen. Da wo die fähigkeit der Eltern aufhört müssen halt Gesetzte, Regelungen oder Einrichtungen her. Für Kinder von normalen Eltern sollte der zugang zu solchen Spielen sowieso schon von den Eltern verboten werden, so fordert es jedenfalls der Staat.
 
Wo kann ich den Antrag stellen, dass die vorzeitig in den Ruhestand geschickt werden?
Meinetwegen auch mit vollen Bezügen - Hauptsache weg damit.
 
SYSTEM am 08.07.2004 15:02 schrieb:
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Die BPjM ist für Gewalt zuständig, aber nicht auch für Volksverblödung? Die sollten sich mal das Nachmittagsprogramm vornehmen, da wird zwar nicht gemetzelt, aber das ist unterstes Niveau, was da gezeigt wird, absolute, gezielte Manipulation und gesteuerte Verblödung. :confused: Danach müßten die Musiksender dran glauben, da laufen tagaus und tagein die selben Videos der "Künstler", die das Glück hatten, einen einflussreichen Manager zu finden. Ganz zu schweigen von den ganzen "Musikern", in deren Texten es nur ums Killen, Poppen, dicke Autos fahren...geht. :-$ Aber dagegen wird nichts unternommen, die Texte sind auf Englisch, versteht bei uns sowieso keiner.... :ugly: Dagegen sollte auch mal vorgegangen werden, nicht nur gegen Gewalt!!!! :schnarch:
 
Wurstsuppenkasper am 09.07.2004 00:36 schrieb:
Viele totalitäre Staaten schützen ihre Bürger vor schädlichen Äußeren Einflüssen.
Das Problem das ich mit der BPjM habe ist diese perfide Zensur und die Gängelung. [...] Was die BPjM macht ist eine echte Zensur. Medien werden tabuisiert, Werbeverbot etc. Damit werden sie in der Öffentlichkeit ausgelöscht. Da sie nicht frei ausliegen dürfen findet der Vertrieb nicht statt, weil für die Produzenten nicht lohnt, oder sie werden gezwungen zu beschneiden [...]. Wenn nicht schon die Entstehung des Machwerks, wie bei Doom3, für Furore sorgt, bekommt man gar nicht mit, daß es das indizierte Produkt überhaupt gibt. Man hat also keine frei Entscheidung und keinen freien Zugang zu Informationen um sich selbst ein Urteil zu bilden. Ergo: Zensur und für mich nicht hinnehmbar.
Zensur wäre, wenn der Gesetzgeber dir den Zugang zu Seiten wie GamersHell verweigern würde, damit du dir die Demos dieser Spiele nicht mehr herunterlädst oder dass ausländische Seiten, die Spiele testen, nicht mehr aufrufbar sind. Und auch hier im Forum gibt es doch immer wieder Diskussionen zu FarCry, BloodRayne, Postal 2 usw.
 
MichaGer am 09.07.2004 13:30 schrieb:
Mit der BPjM existiert vor allem eins: eine Bevormundungs- und Zensureinrichtung gegenüber den erwachsenen Bürgern, denn der Jugendschutz ist durch die existierenden Altersfreigaben (und die damit verbundenen Abgabeverbote an Jugendliche) auch ohne jede Indizierung jederzeit gewährleistet.
Dem Satz stimme ich allerdings zu. Die Indizierung ist meiner Meinung nach nur in absoluten Ausnahmefällen (z.B. Postal2) begründet. Bei Spielen wie Doom3 reicht es auch aus, einen "ab 18"-Sticker draufzukleben. Aber dieser „Trend“ zeichnet sich im Moment ohnehin schon ab. :top: :)

MichaGer am 09.07.2004 13:30 schrieb:
Fazit also: auch die permanent vorgeschobenen Jugenschutzheuchelei kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Einrichtung wie die BPjM in einem demokratischen Land nichts zu suchen hat, ja sogar im krassen Gegensatz dazu steht.
In krassem Gegensatz dazu? Man kann's auch übertreiben, schließlich kannst du's problemlos im Laden kaufen. Es ist ja nicht so, dass die Titel vollständig verboten sind.
 
spassiger am 12.07.2004 14:15 schrieb:
MichaGer am 09.07.2004 13:30 schrieb:
Fazit also: auch die permanent vorgeschobenen Jugenschutzheuchelei kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Einrichtung wie die BPjM in einem demokratischen Land nichts zu suchen hat, ja sogar im krassen Gegensatz dazu steht.
In krassem Gegensatz dazu? Man kann's auch übertreiben, schließlich kannst du's problemlos im Laden kaufen. Es ist ja nicht so, dass die Titel vollständig verboten sind.

Eine Einschränkung des Grundrechts auf Informationsfreiheit (auch wenn das zum Zwecke des Jugendschtuzes geschieht) steht *immer* im direkten Gegensatz zum Grundkonzept der modernen Demokratie.
Dieses Grundrechtrecht der Informations- und Meinungsfreiheit gilt nämlich zunächst und *ohne Einschränkung* für solche Lächerlichkeiten wie "Postal 2", genauso wie für eine intelligente politische Satire. Eben dieses Prinzip macht eine Demokratie nämlich erst zu einer!

Dieser Argumentation (und der Macht der Grundrechte) können sich selbst die hysterischsten Jugenschützer nicht entziehen, also wird argumentiert, das der Schutz der Jugend in bestimmten Fällen schwerer wiegt, als das Recht der Erwachsenen auf Informationsfreiheit. Und auf eben diese Grundlage beruft sich die BPjM auch in *jeder* Indizierungsbegründung. Kunst und Lehre geniessen allerdings *noch* weitreichenderen Schutz .So war beispielsweise in den 80igern bei sehr vielen Indizierungsanträgen zu, heute als Klassikern geltenden, Comics immer die Frage: "Ist es Kunst oder indizierungsfähiger Schund?"
Erstaunlich übrigens wie sehr die Rituale und Litaneien der BPjM zu den Werken von Comic Autoren die heute in den Museen der Welt bewundert werden können, den heutigen Phrasen zu Computerspielen gleichen. Wobei Coputerspielen, völlig unverständlicherweise, noch immer die Kunstfähigkeit abgesprochen wird.

Aber zurück zum Thema:
Man mag als Erwachsener der Meinung sein, diese (weltweit einmaligen) Einschränkungen eines Grundrechts sind vertretbar, wenn damit "die Jugend geschützt wird" , wobei derjenige, der dem Begriff "Jugenschutz" auf den Grund geht, für Deutschland zu erstaunlich peinlichen Ergebnissen kommt.... aber das führt zu weit.

Ich aber halte die geltende Praxis einer bindenden Altersfreigabe für völlig ausreichend, den "Jugendschutz" zu gewährleisten. Die Grundlage für die Einschränkung eines Grundrechts ist nicht gegeben und das (ansonsten nur in Diktaturen zu findende) Instrument der Indizierung ist damit hinfällig und gehört so schnell wie möglich abgeschafft!
 
MichaGer am 14.07.2004 11:22 schrieb:
Ich aber halte die geltende Praxis einer bindenden Altersfreigabe für völlig ausreichend, den "Jugendschutz" zu gewährleisten. Die Grundlage für die Einschränkung eines Grundrechts ist nicht gegeben und das (ansonsten nur in Diktaturen zu findende) Instrument der Indizierung ist damit hinfällig und gehört so schnell wie möglich abgeschafft!
Das streite ich auch nicht, dem stimme ich sogar zu. Die bindenden Altersfreigaben sind allerdings durchaus sinnvoll.
 
spassiger am 14.07.2004 15:56 schrieb:
MichaGer am 14.07.2004 11:22 schrieb:
Ich aber halte die geltende Praxis einer bindenden Altersfreigabe für völlig ausreichend, den "Jugendschutz" zu gewährleisten. Die Grundlage für die Einschränkung eines Grundrechts ist nicht gegeben und das (ansonsten nur in Diktaturen zu findende) Instrument der Indizierung ist damit hinfällig und gehört so schnell wie möglich abgeschafft!
Das streite ich auch nicht, dem stimme ich sogar zu. Die bindenden Altersfreigaben sind allerdings durchaus sinnvoll.

Dann sind wir uns einig. Bindende Altersfreigaben: ja! BPjM und Indizierung: nein!

Nur, wer erklärt den Leuten von der BPjM jetzt, dass sie sich einen neuen Job suchen müssen?;)
 
MichaGer am 15.07.2004 13:21 schrieb:
Nur, wer erklärt den Leuten von der BPjM jetzt, dass sie sich einen neuen Job suchen müssen?;)
Wer erklärt erst mal den Jugendschutz-Hinterwäldlern bei der CSU, dass Ego-Shooter Jugendliche nicht automatisch in Monster verwandeln? ;)
 
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