Wobei ein Portal auch wieder keine "faire" Lösung ist ... siehe gog.com
Die Dateien sind auch ohne DRM u.ä. Maßnahmen, trotzdem findet man so gut wie jede Datei im Internet.
Ich dachte vielmehr an eine Ausweitung der GEZ bzw. der öfters diskutierten "Kulturflatrate".
Die Frage ist ja, was man unter Lösung versteht. Ich bin der Überzeugung, dass sich Diebstahl (sei es nun physisch oder digital) einfach nicht verhindern lässt. Das ist einfach eine gesellschaftliche Gegenbenheit, die man akzeptieren muss, auch wenn man sie natürlich bekämpfen sollte. Es liegt nun mal in der Natur des Menschen, sich Dinge möglichst günstig zu beschaffen.
Eine Zwangsabgabe ala GEZ halt ich persönlich für völlig falsch, da damit erneut alle Bürger völlig unabhängig von ihren Präferenzen und Vorlieben für etwas bezahlen müssen. Damit wird zwar Softwarepiraterie praktisch sinnlos gemacht, allerdings auf Kosten derjenigen, die evtl. gar keine Filme, Spiele oder Musik konsumieren oder nur in ganz kleinem Umfang. Das ist meiner Meinung nach noch deutlich ungerechter als die bisherigen Lösungen.
Ich bin eher der Ansicht, dass man die Zugangsbarrieren zu digitalen Medien senken muss und gleichzeitig den Anreiz für eine kostenpflichtige Lösung erhöhen muss, um Softwarepiraterie effektiv zu bekämpfen, d.h. man muss sich Gedanken machen über den Preis, über die Verfügbarkeit, über die Qualität und über den Komfort des Bezugs von digitalen Medien. Wenn ich zu einem aktzeptablen monatlichen Preis meinen Konsum nach meinem Gusto befriedigen kann, ist der Anreiz zu illegalen Methoden zu greifen auf alle Fälle geringer als ohne diese Möglichkeit. Wird dadurch Softwarepiraterie ausgeschlossen? Natürlich nicht, denn es ist nach wie vor nicht kostenlos.
Fairness hat in diesem Kontext meiner Meinung nach damit zu tun, dass mir jemand ein faires Angebot macht, für das ich bereit bin eine faire Menge Geld zu bezahlen, d.h. wenn es zu einem Ausgleich von Angebot und Nachfrage kommt, mit dem beide Seiten zufrieden sind. Fairness kann aber nicht durch Zwangsmaßanhmen (ala Kulturflatrate oder GEZ) erreicht werden, schon gar nicht auf einem eigentlich freien Markt. Es liegt schlicht in der Natur des Menschen, dass er versucht, für sich selbst den größten Profit herauszuschlagen, ohne auf die Interessen und Ansprüche anderer in größerem Maße Rücksicht zu nehmen. Können wir das verhindern mit fairen Methoden? Nein. Können wir es mit fairen Methoden einschränken? Ja, vielleicht, wenn wir den Menschen klarmachen, dass die Vorteile einer fairen bezahlpflichtigen Lösung (ala Medienflatrate) die langfristigen Nachteile des eigenen kostenlosen Konsums (Preise erhöhen sich, Schutzmaßnahmen werden größer, DLCs und Microtransactions werden vermehr eingesetzt, "mittelgroße" Produktion lohnen sich nicht mehr, usw usw usw) aufheben und man durch eine bezahlbares Abonnement praktisch "freien" Zugang zu digitalen Medien haben kann, ohne Gewissensbisse haben zu müssen. Das wäre doch immerhin ein erstrebenswertes Ziel im Gegensatz zu den "Forderungen" der Piratenpartei und Co, oder nicht?.....
