Lustig das du grad den Vergleich bringst, den Bier darf man schon ab 16 und Whiskey erst ab 18 konsumieren, könnte man ja übertragen Lootboxen ab 16 und richtiges Glücksspiel ab 18.
Lustig: Diese Übertragung ist durchaus im Sinne des Verfassers.
ob [Bier] nen kulturellen Hintergrund hat glaub ich net.
In einem Land, in dem beim Oktoberfest massenweise "Maß" e mit Bier getrunken werden und zu Karneval typischerweise Kölsch (was ja mindestens
per Definition auch ein Bier sein soll

) gereicht wird und bei
jeder größeren Kirmes oder sonstigem Happening auch ein Bierstand dabei ist, kann man durchaus davon sprechen, daß in Deutschland Bier zu deutschen Kultur gehört.
Du wirfst mir Befangenheit vor.
Äh, nein.
Ich habe dir nichts vorgeworfen. Ich habe lediglich die Möglichkeit in den Raum gestellt. Meine Formulierung war:
"Aber ebenso kann es auch sein, daß ...". Vielleicht solltest du
deinen Vorwurf, andere würden nicht genau lesen, auch mal auf dich selbst anwenden.
Und ich wiederhole mich noch einmal: Man müsste so vieles unter Glücksspiel einordnen...
Möchtet ihr die Börse unter Glücksspiel einordnen? Nach der Definition einiger gehört diese nämlich dann dort hin.
100% Zustimmung. Sämtliche Definitionen von Glücksspiel passen da.
Ich glaube nicht das man so weit ausholen möchte. Deswegen besteht bezüglich der Lootboxen auch kein Handlungsbedarf, sonst fangen wir nämlich an ganz viel als Glücksspiel zu kategorisieren.
Das will kein Schwein.
Warum nicht? Warum nicht die Dinge beim Namen nennen? Warum heißt es an der Börse "Spekulation", während man beim Fußball von einer "Wette" spricht?
Sind doch alles Glücksspiele.
Für mich gehört zur Definition von Glücksspiel auch immer die Fragen: Wie sehr kann ich abhängig werden? Wie schnell kann ich mich verschulden? Betrifft es die breite Masse? Bekomme ich einen "Gegenwert" garantiert zurück?
Das sind Fragen, die die Suchtgefahr und die Gefahr für die eigene Existenz und damit die Gefahr des konkreten Glücksspiels festlegen. Und damit auch, wie man mit dem konkreten Glücksspiel rechtlich umzugehen hat.
Aber das ist völlig irrelevant, bei der Frage,
ob etwas ein Glücksspiel ist. Denn in der Definition steht nichts davon, wie schnell man dabei in den finanziellen Ruin getrieben werden kann oder wie verbreitet es ist. Wie stellst du dir das auch vor? Wenn dann an der Definitionsgrenze plötzlich einer mehr spielt, macht es
*schwupp* und das Nicht-Glücksspiel ist plötzlich ein Glücksspiel? Macht doch gar keinen Sinn.
Und wenn man jetzt ganz genau gelesen hat sollte jedem eins bewusst werden:
Glücksspiel ist nicht so einfach definiert wie man es gerne möchte.
Ähm doch, es gibt exakte Definitionen von Glücksspiel. Man sollte allerdings nicht fehlerhaft daran herum deuten wie die USK, die dann einfach behauptet, Nicht-Geld Gewinne wären keine Gewinne.
Mit einem
"entscheidend bei dieser Definition ist, ob man Geld gewinnen kann" schließt man übrigens auch Sachpreise aus - was aber die nächste Frage aufwirft: Sachpreise kann man doch verkaufen. Nun gibt es ja verschieden wertige Sachpreise - von von Kindern selbst gebasteltem Zeug, das ausschließlich ideellen Wert hat bis hin zu Wertgegenständen wie Autos.
Aber wenn die Verkaufswert des Gewinns für die Kategorisierung als "Glücksspiel" relevant sein soll: Wo fängt das an? Bei einem Yps-Heft? Einer kosten losen Werbe CD? die aber möglicherweise doch Sammlerwert besitzt? Bei irgendeiner Unterhaltungselektronik >100 Euro? Und wie ist das, wenn der Gewinn personalisiert ist? also zB ein 2 Jahre langes Abo eines Internetanbieters, das direkt vor Ort per Formular an den Gewinner gebunden wird?
Ist das dann plötzlich kein Gewinnspiel mehr, nur weil das nicht weiterverkauft werden kann?
Ich habe mir auch echt die Mühe gemacht alles genau durch zu lesen. Viele gute Ansätze sind dabei, und bei einigen Punkten stimme ich auch gerne zu.
Aber gewisse Fragen hat sich so wirklich keiner gestellt:
Warum habe ich das verlangen nach Lootboxen und verschulde mich dadurch u.U. sogar?!
Was geht dem vorraus?
Warum habe ich das Bedürfnis danach?
Aha.
2. Das Prinzip hinter der "Lootboxsucht" dürfte das des Sammlers sein, der seine Sammlung komplett haben will - ein Unterfangen, was ihm nicht gelingen wird, da ja im Laufe der Zeit immer neue Lootitems generiert werden.
Während der Spielautomaten Spieler den Geldgewinn als Motivation hat.
Also wenn ich in Heroes of the Storm eine Lootbox öffne, ist das schon mit einem Erfolgsgefühl verbunden, wenn ich da eine tolle Belohnung rausfische. Das Öffnen wird ja auch inszeniert: erst schwebt die Lootbox vor dir, dann klickt man drauf, dann sieht man die Qualitätsstufe der 4 enthaltenen Items (normal, selten, rar, legendär), muß diese aber nochmal einzeln anklicken, um zu sehen was das jeweils ist und das wird dann mit einem Soundeffekt und ggfalls einem Voice over "Legendär!" angezeigt.*
(Gekauft habe ich noch keine einzige Lootkiste, daher fühlt sich das Öffnen für mich auch noch mehr wie ein erreichter Spielabschnitt an.)
[Bei Ü-Eiern] dürfte auch eher der Second Hand Markt problematisch sein, auf dem zur Komplettierung der Sammlung fehlende seltene Figuren für horrende Preise gezielt nachgekauft werden.
Somit fällt das Glücksspiel weg als "Motivation", denn ein Item erhalte ich ja sowieso.
1. Der Süchtige definiert, was eine "Niete" ist. Wenn man was bekommt, damit der Betreiber sagen kann "Es gibt keine Nieten", das aber für den Spieler vollkommen wertlos ist, ist das für ihn exakt dasselbe wie eine Niete.
Beispiel: In
Heroes of the Storm gibt es als Loot Kisten Inhalt "Dialogzeilen" - man kann diese "anlegen", so daß der Held bei bestimmen Ereignissen eben diese Dialogzeile sagt.
Für mich haben diese Dialogzeilen den Wert und Sinn NULL. Jede Lootkiste, die ausschließlich Dialogzeilen enthält, ist für mich eine "Niete".
Zum Glück

kann man die Lootkisten in HotS neu auswürfeln lassen (gegen leicht verdientes ingame Gold mit pro reroll steigenden Kosten), so daß ich bei reinen Dialogzeilen "Gewinnen" quasi instant auf den reroll Button klicke.
Laut Definition bedeutet Glücksspiel auch, das ich u.U. leer ausgehe.
OK, du hast gewonnen.
Das steht in der Tat in der Definition. Und selbst, wenn ich mir die Nieten selbst definiere und es rein theoretisch sein kann, daß ich durch mehrere rerolls immer nur Dialogzeilen (= Nieten) bekomme, ist das recht unwahrscheinlich.
Hm,
also jeder definiert Glücksspiel wohl anders.
Bei einem ist es ein Glücksspiel die/dem richtige/n Frau/Man fürs Leben gefunden zu haben.

Das mal so als kleines anderes Beispiel. Soll da der Gesetzgeber etwa auch eingreifen?
Im gaming,
Diablo 3, auch alles Glücksspiel was man findet, so als Beispiel.
Jedes Game wo es was zu looten gibt, reines Glücksspiel. Ich selbst, WoW, momentan im Mythic Raid, nix bekommen die letzte Zeit was ich brauche obwohl höchste Spielklasse, also auch da reines Glücksspiel. Habe ich außer mein Abo was bezahlt, nein. Soll ich jetzt klagen? Steht mir was besseres zu weil ich ein Abo habe? In SwTor kann man mit oder ohne Abo spielen, die Lootchance ist die gleiche, klagen?
Bei allen deinen Beispielen zahlst du aber nicht, um Loot zu bekommen.
