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Grand Theft Guantánamo:Kommentar von Peter Bathge zur Folterszene in GTA 5

Also es ist immer ein Unterschied, ob ich etwas konsumiere, wo ich nicht selbst eingreifen kann, oder ob ich ein Spiel spiele wo ich die Handlungen selbst vornehme ... jedenfalls macht das für mich meistens den kleinen, aber feinen Unterschied aus.
 
Also ich muss sagen es ist ne harte Szene aber nicht das erste mal. CoD hat es auch schon gemacht. Auch wenn die Szene wirklich extrem ist habe ich nicht daran gedacht das Pad weg zu legen. Ich hatte dennoch danach ein komisches Bauchgefühl danach. 24, Supernatural, Dexter oderws sonst noch im Fernsehen läuft. Ist Brutalität überall zu shen. Wenn ich aber lesen muss das Eltern ihrem 11 Jahre alten Sohn GTA schenken dann bekomm ich zuviel(4Tage vor Release). Da es nur an Erwachsene gerichtet ist.
Aber ist die Folterszene schlimmer als "Drücke die X Taste um das Bein abzutrennen"(CoD)?
 
Wer sich wegen dieser Szenen aufregt sollte doch besser "Abenteuer auf dem Reiterhof" spielen. Die notorischen Dauernörgler haben halt immer was zu beanstanden. Die sinnfreie Aufregung ist übles Spießbürgertum in Reinkultur.
Mit der Micro-Uzi die Straßen "säubern" ist also OK - aber wegen ein paar Wassertropfen regt man sich auf! Geht´s noch?
 
Ich kann beide Seiten verstehen. Sowohl die Spieler die von der Szene angewidert sind, als auch die Spieler die die Folterszene nicht schlimmer finden als z.B. Passanten zu überfahren oder Hinterwäldler im Rahmen einer Highscore-Jagd (Trevor's Amokläufe) abzuschlachten.

Ich persönlich war kurzzeitig auch mal leicht angewidert, allerdings nicht mehr als z.B. bei der Szene in Inglorious Basterds, in der einem Nazi die Kopfhaut abgesäbelt wird. :-$
Ab aktiv oder passiv, Spiel oder Film, das macht für mich keinen Unterschied. Jedenfalls nicht wenn es nur darum geht ein paar Knöpfchen zu drücken und Analog-Sticks zu bewegen. Das reicht einfach nicht aus damit ich mich wie ein aktiver Folterknecht fühle.

Unpassend fand ich allerdings das Ende der Mission, wo Trevor auf einmal anfängt das gefolterte Opfer zu bemuttern. Hätte diesen Part z.B. Michael übernommen, die Message wäre m.M.n. besser und vor allem glaubwürdiger rübergekommen. So hab ich mich nur gewundert warum gerade Trevor, der einfach mal so Menschen zu Brei tritt nur weil er grad schlechte Laune hat, eine Moralpredigt über Folter abhält und danach weiter den sadistischen Psycho mimt.
 
Macht ihr Witze oder was das einzige was mich an der Szene gestört hat war dass man den Typen am ende nicht anzünden durfte!
 
Unpassend fand ich allerdings das Ende der Mission, wo Trevor auf einmal anfängt das gefolterte Opfer zu bemuttern. Hätte diesen Part z.B. Michael übernommen, die Message wäre m.M.n. besser und vor allem glaubwürdiger rübergekommen. So hab ich mich nur gewundert warum gerade Trevor, der einfach mal so Menschen zu Brei tritt nur weil er grad schlechte Laune hat, eine Moralpredigt über Folter abhält und danach weiter den sadistischen Psycho mimt.
Eben weil er ein Psychopath ist, vielleicht? Psychopathen stechen nunmal unter anderem durch irrationales Verhalten hervor. ^^
 
Ich habe diese Mission wie jede andere Mission in GTA V auch einfach durchgespielt. Ich habe mich weder vor den Folterszenen geekelt, noch habe ich lachend vor der PS3 gesessen. Das Spiel hat durch diese Mission bei mir keine Pluspunkte- aber auch keine Minuspukte gemacht.

Das ich danach ein schlechterer Mensch geworden bin, kann ich von meiner Warte aus auch nicht feststellen.

Ich hab auich schon die eine oder andere Folterszene gespielt. Zwar nicht so Detailreich wie hier, aber es war Folter.

Das letzte war doch bei dem einen neuen Splinter Cell Teil glaube ich.

Genau wie Du sagst habe ich sie einfach durchgespielt weil ich sie durchspielen musste ohne mir dabei groß Gedanken zu machen über irgendwelche Menschen oder Handlungen die da getan werden. Es ist ein Spiel, RS meint die Szene gehört zum Spiel dazu und um das Ende zu erleben muss man sie durchspielen. Und als Pragmatiker sehe ich nur daß ich Handbewegungen vollführe um im Endeffekt Pixel zu bewegen. Das lässt mich emotional kalt.

Viel schlimmer finde ich Bücher, wenn dort so etwas beschrieben wird. Da graust es mir viel mehr weil es in meiner Vorstellungskraft echter wirkt. Dagegen finde ich so etwas in Spielen/Filmen harmlos.
 
Für mich ist dat nur ein Game. Wenn ich aber Erschiessungen sehe die in den Nachrichten oder im Internet gezeigt werden, finde ich es viel schimmer. GTA 5 ist für Leute ab 18 Jahre, wenn ein ein Jugedlicher unter 18 das Spiel von seinen Eltern bekommt, so dürfen sich Jugendschutz auch nicht über GTA auskotzen. Der Jugendschutz sollte bei den Eltern anfangen, nicht bei den Games.
 
Ich mochte die Szene nicht und habe sie versucht so schnell wie möglich durchzukriegen.
 
Für mich ist dat nur ein Game. Wenn ich aber Erschiessungen sehe die in den Nachrichten oder im Internet gezeigt werden, finde ich es viel schimmer. GTA 5 ist für Leute ab 18 Jahre, wenn ein ein Jugedlicher unter 18 das Spiel von seinen Eltern bekommt, so dürfen sich Jugendschutz auch nicht über GTA auskotzen. Der Jugendschutz sollte bei den Eltern anfangen, nicht bei den Games.

sorry, wenn ich dich jetzt grad beispielhaft rauspicke, aber wie einige andere hast du offensichtlich nicht kapiert, dass es bei der diskussion überhaupt nicht um jugendschutz oder solche dinge geht.
ich schätze mal, dass wirklich keiner der kritiker dafür ist, diese szene von staatswegen zensieren zu lassen oder gar das gesamte spiel verbieten zu lassen. :-]
 
Weichei :D Genial gemacht und hätte länger gehen können! Über die ganzen Sexszenen beschwert sich keiner, war klar :)
 
ein tortureguy hat uns hier gerade noch gefehlt. :-B
rabowke - übernehmen sie!
 
Gut geschriebener Artikel. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob der liebe Peter vielleicht mehr nachdenkt als es der Entwickler getan hat.

Wenn man sich die E3s der letzten paar Jahre anschaut, scheint der Trend doch immer mehr zu "Gewalt um Gewalt zu zeigen" zu gehen, also ohen tieferen Hintergrund.
Dasselbe vermute ich hier.
 
Weichei :-D Genial gemacht und hätte länger gehen können! Über die ganzen Sexszenen beschwert sich keiner, war klar
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In denen sieht man ja gar nichts. Und der große Unterschied besteht darin, das man sie machen kann. Die Folterszene hingegen muss man machen.

Die Freiwilligkeit ist das eine. Zum anderen wüßte ich nicht, weshalb man Folter und Sex auf irgendeiner Ebene, oder irgendwelchen Bewertungskritierien gleichsetzen sollte... Im Gegensatz zu Sex hat Folter immer nur einen Sinn bzw. Zweck: Qual und Leid zu erzeugen um Bestimmtes zu erzwingen. Das ist wie der Vergleich zwischen Uzi und z.B. Hammer oder Baseballschläger...
 
Mir ging es ähnlich wie Peter. Wo ich keinerlei Probleme hatte während meinen Fahrten durch die Spielwelt Passanten umzufahren, einen Handtaschendieb auf offener Straße mit dem Sturmgewehr zu erschießen oder dutzende von Gegnern über die Klinge hopsen zu lassen: Die Folterszene ging mir nah - und ich wollte sie am liebsten abbrechen.
Ich denke es liegt daran, dass man hier die Gewalt hier direkt und persönlich wirkt. Der Gefolterte ist zwar nur eine Randfigur, aber doch mehr als ein Passant oder ein Soldat, die in der logik von Computer- und Videospielen eigentlich doch nur Pixelhaufen sind, die ein Hindernis für den Spielfortschritt bedeuten - ohne Seele, ohne Geschichte. zu dem ist die Gewalteinwirkung eine Andere. In anderen Fällen der Gewalteinwirkung quäle ich die Charaktere nicht, ignoriere nicht ein Flehen nach Gnade. Ich füge keine köperliche Pein zu. Ja ich nehme Pixelhaufen aus dem Spielgeschehen, aber ich wende keine Folter an. Mir hätte es wohl weniger Probleme bereitet, wenn Trevor dem Charakter eine Pistole an den Kopf gesetzt und ihn mit der Erschießung bedroht hätte. Das hätte ich immer noch nicht gut gefunden, aber erträglich. Da hilft dann auch die Relativierung der Folter durch Trevors Monolog auf dem Weg zum Flughafen wenig.
Hätten alle Figuren die ich über den Haufen fahre oder sonst irgendwie "umbringe" eine Geschichte, einen Funken Persönlichkeit, würde ich das Spiel wohl weglegen.

So gesehen ist das ganze sehr ambivalent und hat mich auch dazu gebracht über den Umgang mit Gewalt in Spielen nachzudenken. Eigentlich ist es schon fast pervers, dass einem fließbandartige Tötungshandlungen nichts ausmachen, aber die Folterszene für ein Ungutes Gefühl sorgt. Andererseits wird hier durch die Erzählweise eine Situation geschaffen, die sich Grundlegend vom Abknallen von Klonsoldaten, Klongangstern, etc. unterscheidet, in dem der Charakter einen Hintergrund bekommt, um Gnade fleht ( die der Spieler eigentlich sofort gewähren möchte) und sein Leiden gezeigt wird.

So bleibt ein merkwürdiges Gefühl bei der Szene und die Erkenntnis, dass es in Spielen Grenzen gibt, die nicht überschritten werden sollten.
 
Aber das ist mit Abstand das dümmste, was ich je gelesen habe...

Man spielt GTA... man fährt Passanten um, man schießt Leute um, macht so ziemlich alles Illegale, was geht... am besten knallt man auch die Professionellen nach vollbrachter Dienstleistung ab...
Aber dann auf einmal ein Gewissen vorzuheucheln, wenn es um Folter geht.... das ist dumm
 
Das ist sicher eben nicht das Dümmste, was man bisher gelesen hat! Es geht hier um eine Grenze, die Rockstar überschritten hat und Peter macht sich eben seine Gedanken dazu. Zum Glück, denn das Leben ist tatsächlich kein Ponyhof. Wenn er die Folterszene als Grenzüberschreitung betrachtet, dann ist das legitim - wenn andere diese immer noch als "Spiel" verstehen und lustig finden, bedeutet es, dass deren Schmerzgrenze irgendwo anders liegt.
Interessant ist es durchaus zu lesen, wer die Grenze gefunden hat und wer sie noch sucht. Ich halte Folterszenen auch für ziemlich schwachsinnig in einem Spiel, denn die Realität ist grausam genug; und besonders hirnrissig, wenn ich nicht wählen kann. Es sollte hier jedem klar sein: Folter ist abstoßend und menschenverachtend. Immer und überall.
 
Aber das ist mit Abstand das dümmste, was ich je gelesen habe...

Man spielt GTA... man fährt Passanten um, man schießt Leute um, macht so ziemlich alles Illegale, was geht... am besten knallt man auch die Professionellen nach vollbrachter Dienstleistung ab...
Aber dann auf einmal ein Gewissen vorzuheucheln, wenn es um Folter geht.... das ist dumm

GTA hat Gewalt und alles andere Illegale immer überzogen dargestellt, parodiert und auf satirische Weise dargestellt. Schlichtweg mit schwarzem Humor und überspitzt, wobei die recht realitätsfremde Physik hier (wenn vlt. auch ungewollt) ihren Teil beträgt. Das ist eine völlig legitime Möglichkeit, um die (in dem Fall amerikanische) Gesellschaft und Missstände zu kritisieren.

Aber mit dieser Folterszene schlug Rockstar einen deutlich ernsthafteren, realistischeren Weg ein, der nichts mit der lustigen Physik oder den raubeinigen Klischee-Gangstersprüchen zu tun hat. Hier geht es ans eingemachte. Hätte der Spieler dem Gefolterten zig mal einen Schraubenzieher über die Birne gezogen, während der Gefolterte ohne größere Schäden zurück bleibt und die beiden sich mit markigen Sprüchen belabert hätten, hätte sich vermutlich kaum jemand aufgeregt. Eben weil die Darstellung völlig überzogen wäre und fernab der Realität, passend zum allgemeinen Tonfall, den die Serie anschlägt.

Mit dieser Folterszene wollte Rockstar vermutlich bewusst einen weit ernsthafteren Zug wagen. Und das hat offenbar gewirkt.
 
Nochmal... Passanten umzufahren, wahllos Leute zu erschießen (nicht das es jeder macht,... aber das Spiel lässt es zu) steht also auf des ein oder anderen "Gewissens-Skala" noch oberhalb einer Folterszene?

Jungs... (oder auch Mädels)... mit Euch will ich nicht abends rausgehen... ehrlich...

Im Übrigen gibt es dieses Thema in zahlreichen Filmen / Serien... wie weit darf jemand gehen, um Informationen zu erhalten, die ggf. zahlreiche andere Menschen retten könnten...

Aber diese Diskussion in einem Spiel aufzumachen, dass gerade dazu ausgelegt ist, zahlreiche andere Menschen töten/verletzen zu können, wirkt deplaziert.

Und ein Spieler, der dieses Spiel spielt, ggf. beim cruisen einfach mal den Bürgersteig leer fegt oder aus dem fahrenden Auto einfach mal in die Menge hält.. also quasi alle erdenklichen Amokszenarien durchspielt oder einfach nur in Kauf nimmt, dass lieber ein Blutfleck an der Stossstange ist, als das frisch geklaute Auto zu beschädigen...

Der bekommt auf einmal Skrupel-Anfälle, wenn es um "sinnvolle" Folterung geht?

Hört Ihr Euch eigentlich zu?
 
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