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Grand Theft Guantánamo:Kommentar von Peter Bathge zur Folterszene in GTA 5

"...hartes gameplay in einem sonst eher unterhaltsamen open world game"
So? Hunderte Leute umzulegen ist unterhaltsam aber die Folterszene ist hart? :D
 
Wie Du bereits erwähnt hast, nur mit dem psychopatischen Travor konnte man diese Szene über sich ergehen lassen. Mit Michael bin ich eher ein braver Familienmensch, mit Franklin Gangster Dieb und mit Travor bin ich durchgeknallt gewalttätig unberechenbar. Deswegen konnte ich diese Szene ohne Bedenken durchziehen, nicht weil ich abgestumpft bin, weil ich generell in Games nur Polygone + Texturen sehe und dies einfach nicht mit der Realität im Einklang bringen kann. Und schon garnicht Rockstars Satire Seite ;)
Wahr ist, es wäre besser gewesen, man hätte die Wahl gehabt die Szene zu überspringen. Zuschauer wäre da wohl die bessere Wahl gewesen. Deswegen funktioniert sowas nur in Filmen und deswegen ist die Kritik zu dieser Szene in den Medien an Rockstar auch völlig gerechtfertigt. Ergo die Szene ist nicht nötig gewesen von R* um uns diese Art der Folter näher zu bringen.
 
Nachdenklich in vielen Faktoren, nachdem ich auf PLAY drückte wollte ich sicherheitshalber noch einmal nachschauen wann ich morgen früh den Zahnarzt Termin habe. So bildgewaltig und überraschend kommt dann zeitgleich auch noch dieses Video mit dem Hobby Zahnarzt ... gutes timing, neee perfektes timing.

Ich musste lachen, obwohl ich die Folterszene eigentlich gar nicht zum lachen finde. Ich habe nicht mit so viel Würze bei GTA 5 gerechnet. USK 18 hin oder her, bei einem Spiel wie GTA 5 wo von Anfang an der Hype um das Spiel den Takt angegeben hat eher belanglos. Da wurden Spieler regelrecht angestachelt, vermutlich ein großer Teil davon minderjährig. Die Gangster Thematik ist ja voll cooool und wird einen Jugendlichen nicht davon abhalten das Spiel zu kaufen.Der Streisand Effekt kommt nun auch noch hinzu, jetzt wollen es noch mehr haben weil ja alle sagen wie krass es ist. Dann ist diese Art oder härte von Gewalt doch bald wieder völlig normal, geblendet davon wird dann demnächst wieder jemand von ein paar Jugendlichen totgeschlagen und alle sind auf einmal total schockiert. Eine tolle Gesellschaft haben wir.

PeterBathge kann ich da nur Lob und Anerkennung aussprechen. Er stellt sich dem Thema und spricht es kritisch an, man merkt das hier jemand auf seine Gefühle hört und den Kopf bei solchen heiklen Themen benutzt. Die Hype Welle hat ihn nicht umreissen können, top. Weiter so...
 
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Ein brisantes Thema zum Gegenstand der eigenen Empfindung/Gedanken in einem Videospiel zu machen ist ein mutiger Schritt.

Ich denke nicht das Rockstar mit dieser Szene dem Spieler dem Spaß an der Folter geben wollte - ich denke vielmehr Rockstar wollte dem Spieler hier dem Spieler ein flaues Gefühl verpassen!
Den Spielern zeigen wie schlecht und grausam Folter ist und das sich jeder über soetwas Gedanken machen sollte!
Na klar haben sie nicht mit dem erhobenem Zeigefinger gewackelt und auf Moralapostel getan, vielmehr haben sie es (wenn man so will) auf ihre eigene Art umgesetzt. Brutal Frontal - eben für Erwachsene!
GTA ist voll mit Gesellschaftskritik - eine Kritik zu einem schrecklichem Thema wollten sie vielleicht einfach drin haben!
 
Ich fand die Szene sehr belanglos und hab weder gefallen daran gefunden noch mich darüber aufgeregt. Ich verstehe das ganze Theater darum nicht und ich finde dass es an heuchelei grenzt um diese szene so einen zirkus zu machen.

Nur weil der spieler die aktionen selbst ausführt und nicht unbeteiligter zuschauer ist wird alles so schrecklich. Wieso? Ich drücke lediglich auf einen Button und sehe meinem charakter zu wie er etwas macht, dass ist für mich nicht belastend oder störend, schließlich sage ich trevor lediglich was er tun soll und sehe ihm dann dabei zu. Wer sich GTA kauft nimmt in Kauf mit gewalt konfrontiert zu werden, wie Sie schon sagten, wir fahren alle über die Fußgänger am Straßenrand und erfreuen uns an der unrealistischen physikengine. Dazu kommt dass die Folter unrealistisch und abgedreht ist, man stelle sich mal eine wirklich realistische Folterszene vor, DAS wäre ein Grund sich zu beschweren. Nichts was man im TV oder in Spielen sieht kommt auch nur annähernd an die Grausamkeit der Realität heran und das ist auch gut so, ich würde das auch nicht sehen wollen.

Ich wünschte man würde mit der elenden heuchelei aufhören und sich entweder ganz gegen gewalt einsetzen oder sie akzeptieren.

Herr Bathge, sie haben kein problem mit gewalttätigen inhalten in spielen, das schreiben sie so selbst in ihrem Kommentar, eine gute einstellung, die ich unterstütze, gewalt ist Teil des menschlichen Lebens und sie wird auch immer Teil der Menschheit sein. Ich bin froh dass ich heutzutage Gewalt virtuell erleben kann und im richtigen leben meine ruhe habe.

Ich frage mich also was hat Sie bewegt diesen Kommentar zu schreiben? Hat die Szene sie wirklich gestört? Hat es Sie wirklich psychisch belastet "X" in dieser situation zu drücken? Oder wollten sie lediglich ihren "Senf" zu einem thema dazugeben, dass bereits viele vor ihnen aufgegriffen haben. Ich meine das nicht abwertend, PC Games muss das thema natürlich behandeln, weil es soviele andere auch tun. Journalismus und so.
 
herrje .... das spiel ist ab 18 ...und man sollte - gewalt hin, gewalt her - nicht vergessen dass hier nur pixel gefoltert werden. mit 18 und darüber sollte man die unterschiede zwischen spiel und realität kennen, oder vielleicht lieber pflanzenflüsterer werden. schlimm genug, dass es diese dinge in der realität gibt, trotzdem ist doch diese diskussion hier wieder typisch deutsch. spiele werden indiziert... der aufschrei ist groß. und nun wieder ein aufschrei weil ein spiel das wohlgemerkt ohnehin erst ab 18 ist "durchgewunken" wird. wie immer kann man es in deutschland niemandem recht machen .... herrje, ich würde dieses spiel nicht meinen kindern zum spielen geben... aber einem 18 jährigen sollte man zutrauen können, dass er zwischen realität und fiktion unterscheiden kann.

es gibt viele filme, die sind sehr viel brutaler als diese szene ..... und nur weil man da nicht selbst "hand anlegen" muß ist das also für euch besser? also filme bieten da aber mehr realität als die grafik von GTA5 und kommen auch bedeutend echter rüber auch wenn man da eben nicht selbst mitmacht. deutschland, ich verstehe die leute hier einfach nicht mehr.

so leid es mir tut das sagen zu müssen, aber ich bin gerade vor einigen tagen 45 geworden und ich kann eher mit einer 5 minütigen folterszene in einem computerspiel leben in der ich dem "opfer" nen zahn selbst ziehen muss... und ihm meinetwegen auch mit einem teelöffel und einer zahnbürste den blinddarm ohne betäubung herausoperiere als dass mir in meinem alter vom staat vorgeschrieben wird was ich mir ansehen darf und was nicht - und gerade im spielebereich gab es ja schon sehr oft kürzungen extra für den deutschen markt, denn hier ist man ja selbst mit 18 anscheinend noch niccht wirklich mündig. obwohl diese spiele auch hierzulande alle mit dem ab 18 aufkleber kamen wurden sie geschnitten ... für mich persönlich untragbar.
dazu sei noch vermerkt, dass ich - so gerne ich in einem spiel auch mal die sau raus lasse - kein gewalttätiger mensch bin und mich auch in jungen jahren nie geschlagen habe - di emeisten die ich kenne können das nicht von sich behaupten!

leute, ihr solltet euch mal einig sein was ihr wirklich wollt... vor allem wie ich schon an anderer stelle hier geschrieben habe ist ja GTA ein spiel das sowieso durch äußerste gewalt auffällt... nicht nur beim foltern. gott, den amerikanern wird immer eine doppelmoral vorgeworfen ... bei uns ist es nicht anders und hey, wenn ein spiel sich schon an "erwachsene" richtet, dann benehmt euch doch auch danach. oder halt doch mal "ponyhof 3d" rauskramen und installieren.

niemand schreibt euch vor, dass ihr an dieser szene gefallen finden müßt, das tue ich im übrigen selber auch nicht .... trotzdem möchte ich, wenn ich mir solch ein spiel zulege es auch so spielen wie die programmierer es sich gedacht haben...und nicht wie es mir jemand vorschreiben will! baut ne softwareschmiede auf, schustert eure eigenen spiele nach euren regeln zusammen ....

herrje, das hier regt mich so auf.... dieses elendige gejammere um nullen und einsen die man hier quält, währenddessen verhungern kinder irgendwo auf der welt. klar, das gehört nicht hierher... und trotzdem ist das ein sehr viel wichtigeres thema das mal angesprochen werden sollte, denn das ist der ECHTE horror.

whatever.... der deutsche, hat er mal keine probleme, dann macht er sie sich einfach mal! dann seid konsequent und schickt eure spiele zurück wenn diese szene so unerträglich ist, dass man das spiel deswegen nicht mehr haben möchte - egal ob ihr das geld zurück bekommt oder nicht. das habe ich seinerzeit mit battlefield 3 gemacht weil ich das spiel unerträglich schlecht fand (sorry, mein geschmack...so ist es nunmal) oder man nimmt das spiel als das was es ist... ein spiel für erwachsene indem nicht nur ein paar minuten ein pixelmännchen gefoltert wird, sondern indem fußgänger häufig einfach aus spaß überfahren werden, indem man amoklaufend eine virtuelle staddtbevölkerung auslöschen kann, indem es bis auf das "eigene gesetz" nichts anderes gibt, denn man nimmt sich was einem gerade gefällt.
aber klaro ... fußgänger aus spaß zu tode zu prügeln ist ja im vergleich zur folterszene keine gewalt.
man muss sich nur ein paar lifestreams ansehen und man weiß wovon ich spreche...

sich wegen ein paar minuten so aufzuregen bei einem spiel das ca. 100 stunden und mehr zu fesseln weiß.... damit macht sich doch ein wenig lächerlich . germany - zero points!
 
PeterBathge kann ich da nur Lob und Anerkennung aussprechen. Er stellt sich dem Thema und spricht es kritisch an, man merkt das hier jemand auf seine Gefühle hört und den Kopf bei solchen heiklen Themen benutzt. Die Hype Welle hat ihn nicht umreissen können, top. Weiter so...

Dankeschön für das Lob :)

Herr Bathge, sie haben kein problem mit gewalttätigen inhalten in spielen, das schreiben sie so selbst in ihrem Kommentar, eine gute einstellung, die ich unterstütze, gewalt ist Teil des menschlichen Lebens und sie wird auch immer Teil der Menschheit sein. Ich bin froh dass ich heutzutage Gewalt virtuell erleben kann und im richtigen leben meine ruhe habe.

Ich frage mich also was hat Sie bewegt diesen Kommentar zu schreiben? Hat die Szene sie wirklich gestört? Hat es Sie wirklich psychisch belastet "X" in dieser situation zu drücken? Oder wollten sie lediglich ihren "Senf" zu einem thema dazugeben, dass bereits viele vor ihnen aufgegriffen haben. Ich meine das nicht abwertend, PC Games muss das thema natürlich behandeln, weil es soviele andere auch tun. Journalismus und so.

Du hast es erfasst, ich wollte meinen "Senf" dazugeben. Das ist einer der Gründe, warum ich Journalist geworden bin - um auch mal meine Meinung öffentlich zu machen zu einem Thema, das nicht nur mich, sondern auch andere Menschen interessiert. Und ja, mich hat diese Szene wirklich gestört - deshalb der Kommentar, den ich auch diesem Grund sehr persönlich gehalten habe. Die Folterszene ist nichts, was ich dem Spiel zu Last lege, immerhin habe ich GTA 5 getestet und eine exzellente Wertung vergeben. Ich trenne da zwischen der Person des Redakteurs, der ein Spiel mit einem gerüttelt Maß an Objektivität testet, und der des Spielers, der sich ganz eigene Gedanken zu Spielen macht.

Ich finde es auch mal spannend, nicht immer nur Tests und Vorschauen nach Schema F abzuliefern, sondern über andere Aspekte als Grafik, Sound und Steuerung eines Spiels zu schreiben. Ist das nicht gerade etwas, das in den vergangenen Jahren von vielen Lesern der deutschen Spielepresse vehement gefordert wurde? Ich erinnere an die Sache mit Christian Schmidts Spiegel-Artikel ... ;)

P.S: Es freut mich, dass hier so lebhaft diskutiert wird und nicht jeder der gleichen Meinung ist. Genau so einen Austausch wollte ich mit meinem Kommentar anregen.
 
Sorry, aber solche Spielszenen gehören nicht in Spiele (!). Das ist einfach way to much.

Ich habe diese Mission wie jede andere Mission in GTA V auch einfach durchgespielt. Ich habe mich weder vor den Folterszenen geekelt, noch habe ich lachend vor der PS3 gesessen.

FInde ich bedenklich. Du nicht auch? Das dich eine solche Szene, in der man aktiv (!) einen Menschen (OK ein paar Pixel) foltern muss, dich emotional überhaupt nicht tangiert?
 
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und was läuft im kino + TV? meist als FSK16. killbill fällt mir ganz spontan ein da fliegen die Köpfe da sprizt das Blut Literweise

Das war alles passiv. Ich finde einige Szenen in den heutigen Filmen auch abstoßend, sieh zB die SAW- Rehe. Sowas braucht es meiner Meinung nach wirklich nicht im Kino. Es ist aber alles passives "konsumieren", hier muss ich aktiv einschreiten und da ist eindeutig eine Grenze überschritten.

eine hilflose Frau im Koma liegend wird gefickt.

Sie wurde vergewaltigt und nicht "gef****". Wäre gut, hier mal auf die Wortwahl zu achten...

Ganz ehrlich wer sich GTA zulegt weiß doch vorher was ihn erwartet. Sich dann darüber aufzuregen is einfach nur peinlich.

Ich fände es eher peinlich, solche Szenen um die es hier geht, einfach unkommentiert zu lassen. Auch Games müssen sich kritischen Betrachtungen unterziehen und sind kein Freifahrtschein für irgendwelche menschenverachtenden Handlungen.
 
Ganz ehrlich wer sich GTA zulegt weiß doch vorher was ihn erwartet.

wenn jeder eine folterszene in gta 5 erwartet hätte, dann gäb es weder diesen kommentar noch die diskussion um das thema (übrigens nicht nur in deutschland wie hier jemand fälschlicherweise angenommen hat). :-]

SergeantSmith schrieb:
So? Hunderte Leute umzulegen ist unterhaltsam aber die Folterszene ist hart?

klingt sicher irgendwo pervers, aber ja - genauso ist es.
gewalt ist natürlich unterhaltung, aber -zumindest bei manchen leuten- eben nur bis zu einem gewissen grad offenbar.
oder meinst du call of duty wäre ein erfolg, wenn man gegnern massenweise zähne mit der beißzange rausreißen würde?

Werwelpe schrieb:
herrje, das hier regt mich so auf.... dieses elendige gejammere um nullen und einsen die man hier quält, währenddessen verhungern kinder irgendwo auf der welt. klar, das gehört nicht hierher... und trotzdem ist das ein sehr viel wichtigeres thema das mal angesprochen werden sollte, denn das ist der ECHTE horror.

wenn das der maßstab ist, können wir das forum hier dicht machen und auch all unsere anderen hobbys zu den akten legen.
genaugenommen dürften wir eigentlich überhaupt nix mehr machen, bis krieg und hunger auf der welt geschichte sind.
denn verglichen damit ist alles andere in der tat ziemlich unbedeutend.

und hey, wenn ein spiel sich schon an "erwachsene" richtet, dann benehmt euch doch auch danach. oder halt doch mal "ponyhof 3d" rauskramen und installieren.
ich dachte, dass es gerade erwachsene auszeichnet, dass sie sich mit dem auseinandersetzen, was sie so konsumieren und eben nicht einfach alles als gegeben hinnehmen.
 
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Das war alles passiv. Ich finde einige Szenen in den heutigen Filmen auch abstoßend, sieh zB die SAW- Rehe. Sowas braucht es meiner Meinung nach wirklich nicht im Kino. Es ist aber alles passives "konsumieren", hier muss ich aktiv einschreiten und da ist eindeutig eine Grenze überschritten.
Ob hier eine Grenze überschritten wurde, muss jeder für sich selbst entscheiden. Es ist genauso richtig, solche Dinge "nicht an sich heran zulassen", wie emotional davon getroffen zu sein. Ein "Richtig" oder "Falsch" gibt es in dem Sinne nicht, was das eigene Empfinden angeht.
Mir gefällt nicht, wie manche sich hier ausdrücken und wie gleichgültig sie sich einer solchen Szene gegenüber verhalten ("Ist ja nur ein Spiel"). Aber ich kann niemanden da rein reden und sagen "Du hast dich gefälligst darüber zu beschweren, weil die Szene abartig ist".

Ich fände es eher peinlich, solche Szenen um die es hier geht, einfach unkommentiert zu lassen. Auch Games müssen sich kritischen Betrachtungen unterziehen und sind kein Freifahrtschein für irgendwelche menschenverachtenden Handlungen.
Dem stimme ich zu.

Ich denke aber auch, dass manche hier den ein oder anderen falschen Vergleich anführen, meiner Meinung nach.
Ich habe es schonmal in einem anderen Thread, der sich mit dieser Szene befasste, geschrieben und schreibe es hier nochmal:
In einem Shooter oder anderen vergleichbaren Spielen ist Gewalt an der Tagesordnung, okay. Aber der Spieler ist nicht aktiv am Quälen der Gegner beteiligt. Ein Kopfschuss und der virtuelle Gegner ist tot, ohne zu Leid und Qual. Einfach tot. Das macht Gewalt nicht gleich besser, stellt für mich aber einen menschenwürdigeren Abgang des Gegners dar, als wenn ich ihn im Spiel noch aktiv foltere.

Und da ich im RL schon ein eher friedlicher Mensch bin und niemanden, der am Boden liegt, noch zusammentreten würde, stellt diese Folterszene für mich ein unnötiges Unterfangen dar. Das hat nichts mit emotionaler Instabilität zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit meinen Ansichten über Gewalt. Ein präziser Schlag vor den Kiefer, damit mein Gegner liegt und ein Weilchen braucht, um wieder aufzustehen, ist für mich besser, als wenn ich ihn halbtot prügeln würde. Zumal ich ohnehin ausschließlich nur Gewalt anwende, wenn ich mich in Notwehr befinde. Und ähnlich ist es in den meisten Shootern, in denen man sich allein der Handlung wegen häufiger mehr oder weniger in einer "Verteidigerposition" befindet.

Tomb Raider (2013) ist hier ein besonders gutes Beispiel (von den unpassend vielen Ballereinlagen mal abgesehen). Die junge Miss Croft greift eigentlich nie von selbst an, muss sich aber nunmal verteidigen, obwohl ihr ein anderer Weg definitiv lieber wäre (den die Entwickler ruhig hätten geben können, was aber widerum nicht hier hin gehört).
 
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Also ich fand die Szene auch extrem. Das war sicher die Szene, die mich am meisten nachhaltig verstört hat in meiner ganzen Videospielkarriere. Es war mir aber während der gesamten Szene klar, was die Entwickler damit ausdrücken wollten.

Die USA als das selbsternannte Gute entführt und foltert unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung ohne Anklage, ohne Gerichtsverfahren und setzt sich dabei über jegliches geltendes Recht oder selbst definierte Moralvorstellungen hinweg. Die andere, die dunkle Seite der Weltpolizei. GTA hat immer schon diese Gegensätze in der US-Amerikanischen Gesellschaft parodiert. Einerseits grenzenlose Freiheit, andererseits weitverbreitete Intoleranz gegenüber andersdenkenden, wie Schwule, wie arabisch aussehenden Mitbürgern etc etc.

Es gibt viele Kontroversen wie diese. Und wie der Peter Bathge das meiner Ansicht nach völlig richtig beschreibt, in der heutigen Zeit, wo die Informationen über das Weltgeschehen nur so fließen und schreckliche Tragödien wie aktuell der Syrienkrieg nur kurzfristig Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist die Holzhammermethode am effektivsten. Und GTA stand immer schon für die Holzhammermethode, wenn es darum ging diese Kontroversen aufzuzeigen. Das gehört sicherlich zum Reifeprozess dieses Mediums dazu.
Fakt ist das nun darüber diskutiert wird. Das war sicherlich auch das Ziel.

Ich kann mich an eine Folge bei Breaking Bad erinnern. In der zweiten Staffel, wie dieses wunderschöne Mädchen im Heroinrausch an ihrer eigenen Kotze erstickt ist. Das war dasselbe Prinzip. Breaking Bad steckt voll davon. Aber gerade diese Geschichte zeugt von der Botschaft der Macher. Ein Mensch, 18 Monate clean, voller neugewonnenes Leben und neugesteckter Ziele fällt von jetzt auf gleich wieder in die alten selbstzerstörenden Gewohnheiten zurück. Und wie sie auf diese grausame Art und Weise stirbt. Das hat mich hat mich ähnlich extrem mitgenommen, dass muss ich ehrlich sagen. Diese Serie zeigt, wie Drogen Menschen zu Tieren macht. Den körperlichen und sozialen Verfall etc. und ist für mich, zusammen mit "The Wire" das beste was ich bis dato je gesehen habe.

Auch wenn mich diese Folterszene in GTA angewidert hat, verstehe ich warum die Entwickler diese so explizit in das Spiel gebracht haben. Das hat für mich auch nichts mit Effekthascherei zu tun. Hier geht es darum Missstände aufzuzeigen. Effekthascherei hat Rockstar gar nicht nötig. GTA verkauft sich auch so wie geschnitten Brot.
 
Also Peter großes Lob für den Artikel. Finde auch absolut gerechtfertigt und gut, dass du ihn persönlich gehalten hast, denn genau um die persönliche Betroffenheit geht es ja. Ich habe auch mit einigen Leuten gesprochen, die diese Szene gesehen/gespielt haben und viele davon waren tatsächlich unbeeindruckt, was ich tatsächlich schwer bedenklich finde. Diese Gefühlslethargie muss ich vorallem der jüngeren Generation ankreiden, wobei ich sagen muss, dass das ja nichtmal ihre eigene Schuld ist. Bei dem Übermaß an schrecklichen Taten, bei denen dann sensationshaschend berichtet wird, muss man irgendwann abstumpfen. Ging mir anfangs ähnlich mit der 2ten Weltkriegsthematik im Schulunterricht. Wenn man 9 Jahre lang im Unterricht hört, wie böse das doch alles war, hängt einem das zu den Ohren raus. Zum Glück hatte ich am Ende meiner schulischen Laufbahn eine ausgezeichnete Geschichtslehrerin, die die Fehler ihrer Vorgänger durch viel Arbeit wieder gut gemacht hat. Wer weiß, wie "egal" mir die Thematik ansonsten gewesen wäre.

Mir ging es mit der Szene ähnlich wie dir Peter, vorallem die immens wichtigen Kommentare von Trevor nach der Szene waren ausschlaggebend, dass ich dem Ganzen eine gewisse Daseinsberechtigung geben konnte. Dennoch wäre, wie schon oft erwähnt, eine Skipfunktion angebracht gewesen. Es gibt noch wesentlich zartbesaitetere Menschen, als die, die hier als Jammerer dargestellt weren. Und NEIN: SOWAS erwarte ich auch in einem GTA nicht!
 
Ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen. Kann also sein, dass ich hier nichts Neues sage.

Die USK hat sich weiterentwickelt. Damit meine ich jetzt nicht, dass sie nun endlich jede Form der Gewaltdarstellung durchwinkt. Ich bin Ü30, ich brauche nicht immer mehr Gewalt. Im Gegenteil, stellenweise kotzt es mich sogar an, wenn sinnlos das Blut spritzt, einfach nur weil... öhm... ja... weil es halt geht :confused: Ich fand es im Tomb Raider Reboot schon drüber, dass beinahe für jedes Quick Time Event eine blutige Todesanimation für Lara eingebaut wurde. Voll fürn Arsch, ohne einen Holzpflock durch den Kopf, geht scheinbar nichts mehr. Als wäre das ein wichtiger Spielbestandteil... Aber egal. Bleiben wir bei der USK und ihrer Entwicklung. Sie blockiert nicht mehr alles, was irgendwie mit Gewalt zu tun hat. Sie hat begonnen, zu differenzieren. Das es dabei zu widersprüchlichen Entschidungen kommen kann (und wird!), ist klar. Man muss erst seinen neuen Weg finden. Aber wenigstens suchen sie nach ihm.

Ich denke, dass die USK diese Szene hat "durchgehen" lassen, eben weil sie so schonungslos brutal und interaktiv ist. Man bleibt nicht in der gewohnten Spielansicht (gewohnt = vertraut = Sicherheit), um sein Opfer zu schlagen und zu quälen. Die Szene wird besonders hervorgehoben und auf eine Art dargestellt, die wohl bei jedem empfindungsfähigen Wesen eine gewisse Abscheu aufkommen lässt. Man wird gezwungen minutenlang zu quälen, ohne es spaßig in Szene zu setzen und ohne viel Spielraum zu geben. Das hier ist kein Manhunt, wo ich bei jeder Waffe noch aus drei Todesanimationen auswählen kann. Es wird nicht die Gewaltdarstellung in Szene gesetzt, sondern die Ausübung. Man drückt nicht das Knöpfchen, um ne schöne Szene anzuschauen und weiterzugehen. Man drückt und drückt und drückt, ohne das es aufhört. Man kann sich nicht abwenden, um sich gleich das nächste, anonyme Opfer zu suchen. Man kann nicht entfliehen. Man muss sich mit seinen Taten auseinandersetzen. Man bekommt die Zeit aufgezwungen, über Folter nachzudenken. Und wenn man das nächste Mal die Nachrichten einschaltet und was von Guantanamo hört, wird man an das unwohle Gefühl denken, dass man bei GTA hatte. Guantanamo wird von der Textzeile der Nachrichtensprecher, zu einer Abscheulichkeit. Großartig!

Ähnliches hat man schon bei Spec Ops: The Line gemacht. Wäre früher auch im Leben nicht durch die USK gekommen. Dort wurde der Spieler ebenfalls gezwungen, schlechte Dinge zu tun (auch wenn es nicht von Anfang an klar war), um ihn anschließend in Cutscenes mit den Konsequenzen seiner Handlungen zu konfrontieren, oder ihn gleich in den "Geh-Modus" zu zwingen, damit er zwei Minuten braucht um durch die Leichenfelder zu spazieren, die er fabriziert hat. Hilfeschreie und abgetrennte Gliedmaßen inklusive. Dort hat man die Gewaltdarstellung gebilligt, weil sie notwendig war, um die Konsequenzen der Gewalt zu zeigen. Bei GTA V billigt man die Gewaltdarstellung, weil sie nötig ist, um die Abscheulichkeit der Durchführung und die Unmenschlichkeit der Täter darzustellen.

Und nun kommt die Kopfnuss: Nach jedem Amoklauf wird von Spielern geschrien, dass Computerspiele nicht Schuld sind. Sind doch nur bunte Pixel auf einem Bildschirm, hat mit der Realität nichts zu tun. Nur weil man mit der Maus klickt, ist man doch noch lange nicht in der Lage, im echten Leben Menschen zu töten. Pixel wegzuklicken, bringt nicht bei, Spaß am Töten zu haben. Recht haben wir! Aber nun schauen wir uns mal diese Folterszene an. Sind doch nur bunte Pixel auf einem Bildschirm...

Auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 ein "Juckt mich nicht, sind nur Pixel" ist und 10 einem "Das ist abartig, ich will das nicht!" entspricht, liegt die Folterszene bei "Das ist abartig, ich will das nicht!", also einer 10. Den Schritt vom Spiel zur Realität, finden wir aber schon bei Shootern (auf der Skala also eine 1) extrem heftig und unrealistisch. Etwas das uns bei Pixeln nicht stört, würden wir im echten Leben nie machen, weil es unmenschlich ist. Wie aber ist der Schritt dann erst bei der Folter? Wenn wir selbst mit den Pixeln Mitleid haben? Wie unmenschlich muss man sein, wenn man DAS in der Realität macht - etwas das wir nicht mal virtuell ertragen wollen?



Fazit: Als Kritik, finde ich diese Szene gut. Das Medium "Computerspiel", hat Potenzial, uns wirklich zum Nachdenken anzuregen. Ich habe solche Szenen schon in manchem Film gesehen (ich rede hier von harmlosen James Bond Filmen!), aber nie wirklich darüber nachgedacht. Wenn man aber selbst aktiv werden muss, wenn die Folter nicht ohne eigenes Zutun abläuft, ist das was anderes. Diese Interaktivität erreicht mich. Aber ob diese Szene in ein GTA gehört? Für mich war GTA immer eine Gangsta-Parodie. Ein humoristisch-satirischer Blick auf Gangsta-Rapper, korrupte Bullen, Banden und Perverse. Ins Lächerliche überzeichnete Gewalt, die man nicht ernst nehmen kann. Quasi "Pulp Fiction: The Game". Das ist GTA's Stil. Passt da eine knallharte Folterszene rein? Eine Szene, in der die Gewalt entgegen der üblichen Gepflogenheiten eben NICHT ins Lächerliche überzeichnet wird? Normalerweise hätte es den Schraubenschlüssel zehn mal quer über den Kopf gegeben, ohne das dem Opfer viel passiert. Aber hier passen sie ja sogar auf, dass sie ihn nicht versehentlich umbringen. Da geht der Schraubenschlüssel eben nicht auf die Rübe, weil man sich plötzlich bewusst ist, dass das Leben kein Tom & Jerry-Zeichentrick ist, in dem man alles überleben kann.

Natürlich, die Szene lebt davon, dass sie nicht passt, das ist mir klar... Aber darf man so krass "gegen" sein Publikum gehen? Der Spieler erwartet ein "lol, voll aufs Fressbrett" und bekommt ein "Shit, mach das weg!". Die Szene ist gut, sie erfüllt ihren Zweck hervorragend. Aber gehört sie an diese Stelle, in dieses Spiel? Im oben angesprochenen Spec Ops: The Line, hätte ich sie gefeiert. Aber in einem GTA... Fühlt sich ungut an. Macht keinen "Spaß". Was wohl auch zur Akzeptanz der USK geführt hat.
 
Atuan, duncan10r, RoTTeN1234, viele gute Punkte in euren Beiträgen. Zu viele, um sie alle zu zitieren. Besonders den Vergleich mit Spec Ops: The Line finde ich sehr gelungen, Atuan. Da stimme ich dir nämlich voll und ganz zu: In dem Spiel hätte die Szene "wunderbar" zum Rest gepasst. In einem GTA hat dagegen keiner damit gerechnet - und vielleicht ist sie auch gerade deshalb so wirkungsvoll. Wie man es dreht und wendet, ich glaube, Rockstar hat sich sehr viele Gedanken vor dem Einbau dieser Szene gemacht.

@duncan10r
Die erwähnte Breaking-Bad-Folge hat mich auch geschockt, auch wenn aus einem anderen Grund. Dort war es eher die Hilflosigkeit, mitansehen zu müssen, wie so ein sympathischer, "unschuldiger" Charakter einen derart grotesken Tod stirbt.

@RoTTeN1234
Danke fürs Lob, freut mich :)
 
Leider wird auch in obigem Artikel die Folterszene nur verkürzt wiedergegeben. Der Zusammenhang ist aber eben wichtig. Es wird immer wieder zu den beiden anderen Protagonisten gewechselt die nach den erfolterten Informationen nach einem Opfer suchen, das sie mit dem Gewehr zu töten haben.

Die Informationen sind aber so absurd und unbrauchbar, das hier bereits die Folter als Methode ad Absurdum geführt wird. Das Opfer des Attentates stirbt letztlich weil ein gefolterter Gefangener angibt das ein rauchender Linkshänder gesucht wird.

In jeder einzelnen Szene dieser Mission wird deutlich das Folter nicht nur abstoßend ist, sondern auch vollkommen unnütz. Mir stößt es viel mehr auf, wenn immer wieder in Spielen und Filmen zu Szenen kommt in denen Folter legitimiert wird. Die Liste ist sehr lang. Von No one lives forever über Mass Effect 2 bis 24 gibt es eine endlose Zahl an Beispielen.
Dort werden dann Zwangssituationen konstruiert in denen die Zeit so drängt und die Alternativen so schrecklich sind, das Folter nachvollziehbar wird. DAS ist unmenschlich und nebenbei unrealistisch. Folter funktioniert nun einmal nicht und GTA 5 zeigt das anschaulich.

Ganz nebenbei muss man sich klarmachen das, wie in der Mission gesagt, Waterboarding in den USA ja gar nicht als Folter gesehen wird, der Staat dort solche Verhöre durchführt und Waterboarding gerade so beliebt ist, weil keine Spuren bleiben.

Ich habe die Mission sicher nicht genossen, finde die Debatte aber heuchlerisch, zumal ständig nicht nur virtuell sondern ral gefoltert wird. Die Darstellung bei GTA war bisher eine der negativsten die ich kenne.
 
Ganz nebenbei muss man sich klarmachen das, wie in der Mission gesagt, Waterboarding in den USA ja gar nicht als Folter gesehen wird, der Staat dort solche Verhöre durchführt und Waterboarding gerade so beliebt ist, weil keine Spuren bleiben.

waterboarding gilt seit obama als folter in den usa und ist verboten.
 
Mag die mögliche Absicht von Rockstar Games, Folter als brutales, perverses, sadistisches und ganz klar menschenfeindliches Unterfangen zu inszenieren und somit die Augen zu öffnen gegenüber Staaten, in denen immer noch Folter praktiziert wird,

Oder Rockstar wollte einfach nur das Publikum ansprechen dass schon bei James Ryan lachend im Kinosaal saß... die Möglichkeit halte ich für bei weitem größer.

Die Zielgruppe von GTA lag schon immer zum gehörigen Teil unter dem USK / Pegi - Einstufungen... und so leid es mir tut, es gibt so viele Flachzangen da draußen, die die Szene einfach nur "cool" finden.

Aber mal von ab: Schon Jack Bauer wurde in 24 vor sich hergefoltert... und das war dann am Ende ab 16 :-B
 
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