Ich lese immer wieder, wie schlimm 2016 gewesen sei. Schließlich sind relative viele Promis gestorben.
Mein 2016 hat das in keinster Weise negativ beinflusst.
Gehts noch wem so?
Ich frage mich einfach ob alle anderen überreagieren, weil es sich um Stars handelt, oder ob ich wildfremden Menschen mehr Mitgefühl entgegenbringen muss.
Nun, das hat erstmal was mit Wertschätzung und Anerkennung als Künstler zu tun - ein David Bowie beispielsweise, der nicht nur stur eine populäre Erfolgsmasche durchgezogen hat, sondern trotz der ganzen Verlockungen des Musikbusiness immer versucht hat, sein eigenes Ding zu machen
(zB diese frühe Variante von "Outside") und der es dabei auch noch geschafft hat, in 5 Jahrzehnten Hits und Alben in die Top Charts zu bringen, dem kann man nur Respekt zollen.
Ein Musiker, der einen das ganze Leben lang begleitet hat (meine erste db Kassette habe ich mit 13 gehört und seitdem habe ich kontinuierlich verfolgt, was er denn so gemacht hat), dessen Musik nahezu jede bisherige Lebensphase begleitet hat, dessen Songtexte einen vielleicht auch mal besonders überzeugt haben, oder der schlicht einer dramatischen Lebensphase mal genau den richtigen Soundtrack verpaßt hat, der wächst einem auch ans Herz. Der wird Teil von einem selbst, gemäß dem Spruchweistum "Er wird immer in unseren Herzen weiterleben".
Bis hin zum rein egoistischen "Schade, daß es von dem jetzt nichts Neues mehr geben wird".
Auch, wenn ich nicht einmal auf einem seiner Konzerte war - ein "wildfremder Mensch" war David Bowie für mich jedenfalls nicht. Auch, wenn ich ihn nur durch den Filter seiner jeweiligen Bühnenfigur wahrnehmen konnte.
Das mal zu dem Prominenten, dessen Tod mich dieses Jahr am meisten beeinflußt hat (ich hab danach einen Monat lang ausschließlich David Bowie gehört).