Electronic Arts: Rassistischer FIFA-Spieler lebenslang gesperrt

Spiritogre

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Ob BLM endlich eine Lösung bringt hängt davon ab wie empfänglich der Rest des Landes für die Nöte schwarzer Menschen ist (sieht bisher eher nicht danach aus). Wenn sich nichts ändert, dann prophezeihe ich, wird die nächste Stufe wieder "Rassenunruhen" wie in den 1960ern sein. Wenn denn BLM nicht schon an dem Punkt ist. Und natürlich kriegen die Schuld dann wieder die Menschen, die sich gegen eine Ungerechtigkeit wehre und nicht die, die sie verursachen...
Diese Rassenunruhen kommen in den USA mittlerweile aber ohnehin wieder jährlich vor. Eigentlich jedes Mal wenn (rassistische) Polizisten mal wieder einen Schwarzen töten.
(Polizisten-Ausbildung in den USA ist ja nach Bundesstaat übrigens auch nur so sechs Monate lang, dann sind die Leute halt Polizist, also was völlig anderes als hierzulande).

Davon ab ist die Verteilung der Ethnien ziemlich eindeutig: 60 Prozent Weiße, ca. 18 Prozent Hispanisch und erst danach kommen Schwarze mit knapp 13 Prozent und Asiaten mit 6 Prozent. Sämtliche Ureinwohner inkl. Indianer, Hawaiianer etc. liegen zusammen bei ca. 1,5 Prozent.

Und in der Regel ist es doch so, dass die Hispanics noch weitaus ärmer dran sind als die Schwarzen, allerdings wohl nicht ganz so kriminell. Jedenfalls scheinen sie ein wenig unsichtbarer in den Medien zu sein. Was sich übrigens auch schon bei der Anzahl an Film- und TV Rollen zeigt. Der Rassenkampf explizit zwischen Schwarzen und Weißen ist also auf historische Animosität hinzuführen, wo keine Seite Frieden geben will. Während die anderen Ethnien, die zusammen beinahe ein Viertel der Bevölkerung stellen und damit weitaus häufiger vertreten sind als Schwarze eher weniger auffällig sind. Jetzt kann man natürlich ketzerisch Fragen, ob der Rassismus gegen Schwarze in den USA die alleinige Schuld der Weißen und anderen Ethnien ist ob die Schwarzen nicht auch eine gewisse Eigenverantwortung daran tragen. Das zu entscheiden überlasse ich aber lieber anderen, die sich da gerne durch Statistiken wühlen können.
 

xaan

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Jetzt kann man natürlich ketzerisch Fragen, ob der Rassismus gegen Schwarze in den USA die alleinige Schuld der Weißen und anderen Ethnien ist ob die Schwarzen nicht auch eine gewisse Eigenverantwortung daran tragen. Das zu entscheiden überlasse ich aber lieber anderen, die sich da gerne durch Statistiken wühlen können.
Hier ist ne Studie dazu:

"Our results show that people of color face a higher likelihood of being killed by police than do white men and women, that risk peaks in young adulthood, and that men of color face a nontrivial lifetime risk of being killed by police."


Mir ist nicht so ganz klar warum du die Anteile an der Bevölkerung nennst. Spielen die eine Rolle? Slebst wenn eine Minderheit nur 0,1% ausmachen würde, wäre eine Ungleichbehandlung noch immer icht in Ordnung und Protest dagegen gerechtfertigt (nur vermutlich weniger sichtbar).
Will ich jetzt wissen, welche konkrete "Gleichschaltung" von was genau gemeint ist ...? :rolleyes:

Das ist die typische "Argument"ationsweise. Eine halbseidene Unterstellung unerklärt in den Raum werfen.

Ich glaube der User will behaupten, die Begriffe "Protest" und "Wandel" seien unangebracht. Aber ohne Erklärung warum weshalb wieso - oder ob das überhaupt tatsächlich gemeint ist - ist weder eine Diskussion noch eine Verteidigung möglich.

Das ist kein Zufall, sondern Absicht. Denn so fühlen sich die Verschwörungsmärchenerzähler unterm Strich im Recht. Kam ja kein Gegenargument...
 
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Spiritogre

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Hier ist ne Studie dazu:

"Our results show that people of color face a higher likelihood of being killed by police than do white men and women, that risk peaks in young adulthood, and that men of color face a nontrivial lifetime risk of being killed by police."


Mir ist nicht so ganz klar warum du die Anteile an der Bevölkerung nennst. Spielen die eine Rolle? Slebst wenn eine Minderheit nur 0,1% ausmachen würde, wäre eine Ungleichbehandlung noch immer icht in Ordnung und Protest dagegen gerechtfertigt (nur vermutlich weniger sichtbar).
Zunächst - Ungleichbehandlung ist nie in Ordnung.

Die Anteile der Bevölkerung nenne ich, weil sie zeigt, dass Schwarze in den USA überproportional die gelackmeierten sind, die im Knast sitzen oder von der Polizei angegangen werden. Und das, obwohl die merklich größere Gruppe der Hispanics teils eben nochmals ärmer dran ist. Hispanics sitzen anteilsmäßig aber "nur" doppelt so viele im Gefängnis wie Weiße während Schwarze eben fünf bis sechs Mal so häufig einsitzen.

Meine Frage ist jetzt, wie kommt das? Sind die US Amerikaner ALLE so rassistisch, obwohl der Anteil nicht Weißer Menschen dort bei 40 Prozent liegt, d.h. es gibt auch unglaubliche viele Schwarze und sonstige Polizisten.

Oder halten sich Schwarze eben überproportional nicht an die dortigen Regeln während ein viel größerer Anteil der anderen Ethnien, denen es nicht besser geht sondern teils sogar schlechter im Schnitt, sich eben daran halten.

D.h. sind die Schwarzen hier tatsächlich immer nur Opfer oder tragen sie nicht auch eine gewisse Mitschuld, durch ihr eigenes Verhalten.
 

AzRa-eL

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Jetzt kann man natürlich ketzerisch Fragen, ob der Rassismus gegen Schwarze in den USA die alleinige Schuld der Weißen und anderen Ethnien ist ob die Schwarzen nicht auch eine gewisse Eigenverantwortung daran tragen.
Diese Frage ist nicht nur ketzerisch, sondern auch unbewusst (hoffe es zumindest) rassistisch, weil sie indirekt unterstellt, dass Schwarze selber schuld sind am Rassismus. Das würde ich sogar rassistisches Victim-Blaming nennen. Rassismus ist immer einseitig und geht in den USA primär von der weißen Mehrheitsbevölkerung aus - man kann nicht für Rassismus schuld sein. Wie denn auch? Rassismus ist als Konzept einfach nur unendlich dumm, weil es Menschen für Merkmale abwertet, die sie seit Geburt tragen und nicht ändern können.

Aber ich glaube du möchtest auf hohe Kriminalitätsraten der Schwarzen anspielen, mit der Conclusio, dass Schwarze dadurch selber schuld sind für den Rassismus. Diese Annahme wird allerdings von der sozialkriminologischen Theorie der sekundären Devianz (Labelling) widerlegt, die verdeutlicht hat, dass Minderheiten durch rassistisch--strukturellen Ausschluß aus der Gesellschaft und einer ständigen Kriminalisierung im öffentlichen Diskurs tatsächlich dazu führt, dass Minderheiten häufiger in die Kriminalität rutschen oder kriminalisiert werden (racial profiling).

Ähnliches Phänomen haben wir auch hier in BRD.
 
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Spiritogre

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@ Ja--Sin
Siehe deswegen meinen Post vor deinem. Im Vergleich zur größten ethnischen Minderheit sind Schwarze halt tatsächlich extrem häufig straffällig. Und die kleine Minderheit der Asiaten praktisch gar nicht.

Wiederum gibt es Regelungen in vielen Firmen wie Google, dass zur "Fairness" Weiße und Asiatische Männer, also ein noch viel kleinere Minderheit, "nicht zu bevorzugen" sind. Sondern vorzugsweise Frauen und die anderen Ethnien eingestellt werden sollen.

Also muss entsprechend ja mit Schwarzen irgendwas anders sein. Denn die Schuld einzig den Weißen zuzuschieben ist genauso einseitig. Denn die Schwarzen stellen mit 13 Prozent ja auch nur einen relativ kleinen Anteil an anderen Ethnien, die restlichen nicht Weißen Ethnien sind mit knapp 27 Prozent mehr als doppelt so häufig vertreten und haben diese Probleme nicht, zumindest nicht in dem Ausmaß.

Und ich schiebe das teilweise auf die Mentalität. Denn gerade Asiaten, die ja wenn sie in den Westen gehen auch häufig aus sehr armen und ungebildeten Verhältnissen stammen, schaffen es in der Regel binnen ein, zwei Generationen sich sowohl bei Bildung als auch Jobs nach oben zu arbeiten. Kann man auch gut in Deutschland sehen. Asiatische Kinder die hier aufwachsen sprechen alle fließend deutsch, ganz im Gegensatz zu vielen arabischen Familien, wo die nach drei, vier Generationen noch nicht die Sprache können.
 
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Worrel

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D.h. sind die Schwarzen hier tatsächlich immer nur Opfer oder tragen sie nicht auch eine gewisse Mitschuld, durch ihr eigenes Verhalten.
a) Wenn eine Bevölkerungsgruppe diskriminiert wird, verdienen diese häufig weniger als als die Diskriminierenden. Oder finden seltener einen Job. Trotzdem müssen sie ihre Miete zahlen. Wenn legal kein Job mit ausreichend Einkommen vorhanden ist, bleiben nur noch illegale Jobs.

b) Auffällig ist immer der, der "anders" ist. Das betrifft Kleidung, Verhalten und auch Hautfarbe. Daher werden Schwarze von Weißen häufiger kontrolliert als Weiße. Der eigenen Hautfarbe lässt man womöglich mehr durchgehen als anderen.

c) Wenn Schwarze häufiger kontrolliert werden und dadurch natürlich mehr schwarze Straftäter gefunden werden, werden aufgrund der "höheren Wahrscheinlichkeit" wiederum mehr Schwarze kontrolliert, was die Statistik weiter in die Höhe treibt ...
 

Spiritogre

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@ Worrel, siehe meine anderen Posts, es ist nun mal auffällig, wenn nur bestimmte Ethnien immer kriminell sind etc. während andere es relativ problemlos schaffen sich irgendwie zu integrieren. Die Chinesen haben das in den USA etwa jahrzehntelang geschafft, indem sie die berüchtigten Waschsalons und Nähereien betrieben haben.

Und selbst Punkt c) scheitert letztlich daran, dass die Unterschiede zu extrem sind.
 

xaan

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Zunächst - Ungleichbehandlung ist nie in Ordnung.

Die Anteile der Bevölkerung nenne ich, weil sie zeigt, dass Schwarze in den USA überproportional die gelackmeierten sind, die im Knast sitzen oder von der Polizei angegangen werden.

Meine Frage ist jetzt, wie kommt das? Sind die US Amerikaner ALLE so rassistisch, obwohl der Anteil nicht Weißer Menschen dort bei 40 Prozent liegt, d.h. es gibt auch unglaubliche viele Schwarze und sonstige Polizisten.

Ich denke mal das ist ein gordischer Knoten aus aus Racial Bias und überproportionaler Armut verglichen mit dem Rest von Amerika. Will sagen: schwarze Amerikaner haben einfach aus historischen Gründen viel weniger Gelegenheit gehabt zu Reichtum zu gelangen und leben deshalb in prekären Verhältnissen. Und das verändert ihre gesamte Interaktion mit der Polizei.

- Armut bedingt Verbrechen.
-> Die Polizei guckt noch mal extra genau hin. Denn das klingt ja sogar logisch. Dort wo viel Verbrechen ist um so sträker präsent zu sein. Das führt dann zu Dingen wie New Yorks "Stop-and-frisk" Gesetzen.

Solche Gesetze sind aber gleichzeitig wiederum ein gefundenes Fressen für Polizisten, die ihre rassistische Ader ausleben möchten. Hey, wolltest du schon immer mal jeden Tag die selben Personen anhalten und an die Wand drücken, oder auf den Boden werfen, und durchsuchen, und dich dabei richtig mächtig fühlen? Super, hier darfst du es. Alles unter dem Pretext auch noch etwas Gutes zu tun.

Und wehe die so getriezten Menschen haben eines Tages mal echt keine Lust auf den Zirkus und rennen weg. Jetzt wirken sie erst recht verdächtig. Jetzt ist es "widerstand gegen Staatsgewalt". Was in sich schon als Verbrechen bestraft werden kann, unabhängig davon ob es noch einen anderen Anlass für die Durchsuchung gegeben hat oder nicht. Nun sind sie im Gefängnis. Und was produzieren amerikanische Gefängnisse? Geläuterte Menschen, die sich wieder in die Gesellschaft eingliedern? ....

Trevor Noah hat es in einem kurzen 4-Minuten Segment mal richtig gut zusammengefasst:
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Herbboy

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Bei so viel offensichtlichem "hab ich so gehört"-Rassimus müsste man manche mal an die Hand nehmen und sie durch eine richtige Großstadt führen, damit sie nicht mehr so viel Scheiße labern und begreifen, dass es bei ansonsten sehr ähnlichen Start-Bedingungen kaum Unterschiede zwischen zB Asiaten und Arabern gibt. Hier in Köln gibt es haufenweise Kinder von Flüchtlingsfamilien aus dem Orient, die innerhalb von 3-4 Jahren quasi fließendes Deutsch gelernt haben, und auch etliche Erwachsene geben sich dabei viel Mühe. Die Klischee-Asi-Familie mit Macho-Vater und "Main Frau nix gehen raus aus das Haus!" gibt es natürlich AUCH, aber das ist eine Minderheit. Genau so viele ur-kölsche Famileien sind auch nicht besser, da sagt der Mann dann halt "Ming Frrau jeit nisch ussem Huss!" - auch kein besseres Deutsch, nebenbei gesagt...

Es gibt umgekehrt übrigens auch haufenweise Facharbeiter aus Asien, die 20 Jahre hier leben und immer noch klingen wie eine misslungene Chinesen-Imitation von Mario Barth... und gerade im asiatischen Bereich ist auch patriarchisches Verhalten weit verbreitet - wer also zB einem Iraker unterstellt, er wäre ein frauenfeindlicher Macho, nur weil er aus dem Irak stammt, müsste das bei einem Japaner oder Chinesen auch tun.

Aber wenn man halt Scheuklappen anhat und aus Einzelfällen auf die Mehrheit schließt oder sogar nur durch Hörensagen eine Meinung hat, dann kommt man eben zu idiotischen Weltbildern.

In den USA, nebenbei gesagt, waren die Schwarzen DIE Bevölkerungsgruppe, die am spätesten Rechte bekamen, um so etwas wie ein eigenes Leben, eine "Dynastie" aufzubauen. Die Chinesen wurden ganz früher auch rassistisch behandelt, die Japaner ab dem WK2 auch - aber sie wurden viel früher geduldet und durften viel mehr, haben auch teilweise bestimmte Segmente besetzt, die lukrativ waren. Teils auch Segmente, die Schwarzen gar nicht offen stehen, wie Restaurants. Denn die Nachkommen von Sklaven konnten ja kein Lokal eröffnen mit "typischen Sklavengerichten"... :B Lokale mit afrikanischen Spezialitäten gingen ebenfalls nicht, denn die mittlerweile befreiten Ex-Sklaven hatten ja gar keine Bezug ehr zur ihrer Ur-Kultur.

Die Schwarzen wurden im Endeffekt bei weitem am längsten von SO vielen Weißen herabgewürdigt, dass sie es neben den Indianern am schwersten hatten, irgendwas Eigenes aufzubauen. Daher sind Schwarze im Schnitt immer noch sozial schwächer - man kann nicht von 1960 an innerhalb von nur 60 Jahren die Hälfte der total armen Schwarzen zu erfolgreichen Angestellten und Unternehmern machen... schon gar nicht bei dem immer noch schwelenden Rassismus. Schwarze sind daher immer noch im Schnitt sozial schwächer, und in sozial schwachen Gefügen gibt es unabhängig von der Ethnie nun mal mehr Straftaten, vor allem die, die man allgemein als "Verbrechen" wahrnimmt wie Raub, Drogenhandel, Körperverletzung und Mord.

Viele Schwarze haben es trotzdem geschafft, aber sie hatten es viel länger schwer als asiatisch stämmige. Letztere waren btw lange berüchtigt für Verbrecher-Syndikate - so was gab es bei en Schwarzen nie. So zu tun, als hätten die meisten asiatisch stämmigen in den USA durch Fleiß extrem viel und alles legal erreicht, die Schwarzen hingegen fast nie, ist völliger Blödsinn. Es gibt nebenbei gesagt ca 4x mehr asiatisch stämmige als Schwarze in den USA - d.h. selbst wenn Asiaten doppelt so kriminell wie Schwarze wären, gäb es immer noch doppelt so VIELE kriminelle Schwarze. Dies nur als Hinweis, wie sehr ein nicht allzutiefer Blick auf die Verhältnisse täuschen kann, wenn man nur guckt, wo den "sehr viel" passiert.
 
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xaan

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Bei so viel offensichtlichem "hab ich so gehört"-Rassimus müsste man manche mal an die Hand nehmen und sie durch eine richtige Großstadt führen, damit sie nicht mehr so viel Scheiße labern und begreifen, dass es bei ansonsten sehr ähnlichen Start-Bedingungen kaum Unterschiede zwischen zB Asiaten und Arabern gibt. Hier in Köln gibt es haufenweise Kinder von Flüchtlingsfamilien aus dem Orient, die innerhalb von 3-4 Jahren quasi fließendes Deutsch gelernt haben, und auch etliche Erwachsene geben sich dabei viel Mühe. Die Klischee-Asi-Familie mit Macho-Vater und "Main Frau nix gehen raus aus das Haus!" gibt es natürlich AUCH, aber das ist eine Minderheit. Genau so viele ur-kölsche Famileien sind auch nicht besser, da sagt der Mann dann halt "Ming Frrau jeit nisch ussem Huss!" - auch kein besseres Deutsche...

Es gibt umgekehrt übrigens auch haufenweise Facharbeiter aus Asien, die 20 Jahre hier leben und immer noch klingen wie eine misslungene Chinesen-Imitation von Mario Barth...

Aber wenn man halt Scheuklappen anhat und aus Einzelfällen auf die Mehrheit schließt oder sogar nur durch Hörensagen eine Meinung hat, dann kommt man eben zu solchen idiotischen Weltbildern.

Es ist doch hinlänglich bekannt, dass selbst hier in Deutschland Kinder von Akademikern viel höhere Chancen haben, selbst ein Studium abzuschließen als Kinder aus Arbeiterfamilien.

Dinge wie keine Kreditie zu erhalten (oder nur zu viel höheren Zinsen), kein Land kaufen zu können (auf dessen Grundlage man weitere Kredite erhalten könnte), nicht auf Universtitäten gehen zu können (sei es wegen rassistischer oder aber wegen finanzieller Gründe) .....das wirkt über die Generationen einfach kumulativ.

Erneut Trevor Noah, der das mal anhand der Diskussion zu Reparationszahlungen an schwarze US-Bürger bildhaft erklärt:
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AzRa-eL

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Asiatische Kinder die hier aufwachsen sprechen alle fließend deutsch, ganz im Gegensatz zu vielen arabischen Familien, wo die nach drei, vier Generationen noch nicht die Sprache können.
Das ist ein absolutes Vorurteil, welches so pauschal ist, dass es gar nicht stimmen kann.
Die arabische Welt ist von Marokko bis zum Irak ein so riesiger Landstrich mit ganz unterschiedlichen Migrationsgeschichten. Ich arbeite zufällig im Schul- und Bildungswesen und kann dir sagen, dass sämtliche arabischstämmigen Familien (in Köln, wo ich lebe, vorwiegend aus Nordafrika) in 2. Und 3. Generation hier leben, und perfektes Deutsch sprechen.
Die neue Migrationsbewegung, vorwiegend aus Syrien und Algerien, haben in relativ kurzer Zeit wirklich gutes Deutsch gelernt - bezweifle, dass im Gegenzug viele Deutsche in nur paar Jahren so gut arabisch lernen können. Daher kann ich Dir nur vehement widersprechen, dass arabischstämmige Familien in 3. Generation schlecht Deutsch sprechen. Davon abgesehen, was sind asiatische Familien? Iranisch? Türkisch? Indisch?

Edit: Tut mir leid, aber ich muss das gerade los werden: Es macht mich so unfassbar wütend, dass Diskussionen um Rassismus bei der Schuldfrage von Diskriminierten landen...ich weiß das wollen Leute, die sich jetzt angesprochen fühlen nicht hören, aber DAS IST RASSISMUS!
 
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Herbboy

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Das ist ein absolutes Vorurteil, welches so pauschal ist, dass es gar nicht stimmen kann. Die arabische Welt ist von Marokko bis zum Irak ein so riesiger Landstrich mit ganz unterschiedlichen Migrationsgeschichten. Ich arbeite zufällig im Schul- und Bildungswesen und kann dir sagen, dass sämtliche arabischstämmigen Familien (in Köln, wo ich lebe, vorwiegend aus Nordafrika) in 2. Und 3. Generation hier leben, und perfektes Deutsch sprechen. Die neue Migrationsbewegung vorwiegend aus Syrien und Algerien haben in relativ kurzer Zeit wirklich Gutes Deutsch gelernt - bezweifle, dass im Gegenzug viele Deutsche in nur paar Jahren so gut arabisch lernen können. Daher kann ich Dir mir widersprechen, dass arabischstämmige Familien in 3. Generation schlecht Deutsch sprechen. Davon abgesehen, was sind asiatische Familien? Iranisch? Türkisch? Indisch?
Exakt das habe ich auch erlebt, und allein durch "in Köln leben" - wer die sehr schwierigen Viertel in manchen Städten , wo es solche Fälle gibt, sowie die paar Straßenzüge, in denen sich DIE sammeln, die wirklich keinen Bock auf ein wenig Anpassung haben und in ihrer eigenen kleinen Welt leben möchten, als Mehrheit darstellt, der hat ganz einfach keine Ahnung.

Selbstverständlich gibt es "viele" Familien aus Nordarfika, Irak, Syrien, der Türkei usw., die selbst nach zig Jahren mieses oder kein Deutsch sprechen - aber da sind DESWEGEN viele, weil es so viele Menschen aus den Ländern hier GIBT, nicht weil die Mehrheit dieser Leute keinen Bock hat oder so was. Es sind derzeit um die 800.000 Menschen allein aus Syrien in Deutschland - logisch finden sich dann auch viele Tausende, bei denen es nicht so gut läuft, zum Teil weil sie keinen Bock haben, zum Teil aber auch, weil sie keine Hilfe bekommen.
 

AzRa-eL

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Exakt das habe ich auch erlebt, und allein durch "in Köln leben" - wer die sehr schwierigen Viertel in manchen Städten , wo es solche Fälle gibt, sowie die paar Straßenzüge, in denen sich DIE sammeln, die wirklich keinen Bock auf ein wenig Anpassung haben und in ihrer eigenen kleinen Welt leben möchten, als Mehrheit darstellt, der hat ganz einfach keine Ahnung.
Ja, aber selbst die "keinen Bock auf wenig Anpassung" haben, haben das Recht in Deutschland ihre Religion frei auszuleben und ein Recht auf ein Leben frei von Diskriminierung. Für mich ist gelungene Integration wenn ich die Sprache des Landes spreche und mich an ihre Gesetze halte. Von Muslimen zu verlangen, dass sie aussehen wie Deutsche, essen wie Deutsche, und feiern wie Deutsche ist eher der Ruf nach Assimilation.

Back to topic, das Problem ist in den USA jedoch ein viel intensiveres, denn Schwarze in USA sind keine Migranten, wie viele "Asiaten" und Lateinamerikaner, sondern vollwertige Bürger, die im Alltag, im Beruf, in Schulen, bei Polizeikontrollen, und in Gerichten immer noch wie Menschen 2. Klasse behandelt werden. Das hat was mit einer rassistischen Sozialisierung zu tun, die ihre Ursprünge im Kolonialismus hat.
 

Herbboy

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Ja, aber selbst die "keinen Bock auf wenig Anpassung" haben, haben das Recht in Deutschland ihre Religion frei auszuleben und ein Recht auf ein Leben frei von Diskriminierung. Für mich ist gelungene Integration wenn ich die Sprache des Landes spreche und mich an ihre Gesetze halte. Von Muslimen zu verlangen, dass sie aussehen wie Deutsche, essen wie Deutsche, und feiern wie Deutsche ist eher der Ruf nach Assimilation.
Das versteht sich ja von selbst - und wer verlangt denn sogar eine Assimilation? An die Gesetze halten und die Sprache lernen - das kann man verlangen. Mehr nicht. Dass sich die Kulturen dann "mischen" und viele Migranten oder auch Nachfahren von Migranten in vielen Dingen "deutscher" oder "westlicher" werden, kommt von ganz alleine, wenn diejenigen dazu Lust haben.

Es geht mir einfach nur darum, dass es eine völlig falsche Beobachtung ist, wenn man meint, "bockige", unmotivierte Immigranten aus dem nahen Osten seien eine große Gruppe. Es sind zahlenmäßig nicht wenige, aber in Relation zu denen, die hier leben, ist es eine kleine Minderheit. Und das weiß jeder, der sich in einer größeren Stadt mal richtig umschaut und informiert, also nicht nur auf Problemviertel blickt oder gar seine Infos vom "Hörensagen" hat.
 

AzRa-eL

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.
Es geht mir einfach nur darum, dass es eine völlig falsche Beobachtung ist, wenn man meint, "bockige", unmotivierte Immigranten aus dem nahen Osten seien eine große Gruppe.
Ja, und davon abgesehen;
in Relation zur Bevölkerung gibt es immer noch weitaus mehr "bockige", unmotivierte "Bio-Deutsche" in den Problemvierteln^^
 

xaan

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Ja, und davon abgesehen;
in Relation zur Bevölkerung gibt es immer noch weitaus mehr "bockige", unmotivierte "Bio-Deutsche" in den Problemvierteln^^

Selbst das halte ich für eine eher verzerrte Darstellung aus dem Lager von Neokonservativen und Wirtschaftsliberalen, die damit Wahlkampf machen die Sozialsysteme abzubauen und/oder zu privatisieren. Um ihre Ansicht als vernünftig und nicht empathiebefreit darzustellen muss man natürlich ein Narrativ aufbauen in dem die Bezieher von ALG2 an ihrer Lage selbst Schuld sind und es daher nicht besser verdienen.

Nicht dass es solche Menschen nicht gäbe, aber so zahlreich sind sie dann auch nicht.

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Spiritogre

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Tja, eigene Erfahrung und "alle sind gleich" (wenn aus ähnlichen Verhältnissen) stimmen bei mir halt nicht mit der Lebensrealität überein, wenn das bei euch anders ist, dann Leben wir eben in unterschiedlichen Blasen.
 

xaan

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Hier gibt es noch eine schöne Studie zur Arbeitswilligkeit. In Kalifornien wurde in einer kleinen Kommune ein Grundeinkommen von 500 Dollar ausgezahlt. Ohne dass die Leute dafür arbeiten mussten oder sonstige Pflichten hatten.

Zu beginn hatten 28% einen Vollzeitjob. Nach einem Jahr waren es 40%.
In der Kontrollgruppe war der Anstieg nur 5%.

 

Herbboy

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Woher weißt Du denn wie genau die Gruppe der ALG2-Bezieher in Arbeitsunwillige und Arbeitswillige aufgeteilt sind?
Wie sind diese Daten erhoben worden?
Er sagt nichts davon, dass er es genau weiß, sondern nur, dass die Gruppe der Klischee-Faulenzer nicht so groß sei, wie einige tun. Manche tun ja so, als würde die klare Mehrheit mit Hartz IV gut genug leben und daher gar nicht arbeiten wollen. Das ist aber auf keinen Fall so, etliche Leute klagen ja darüber, dass ihnen Hartz IV nicht reicht sowie darüber, dass sie suchen und suchen und suchen und trotzdem keinen Job finden. Dass es auch die Faulenzer gibt, die mit dem Geld auskommen, sich von Billig-Food und dem ein oder anderen Bier ernähren und den ganzen Tag Konsole zocken oder das mit 10 Leuten geteilte Netflix-Abo nutzen, steht außer Frage. Vor allem werden gerade sie dann auch dankenswerterweise im "Asi-TV" präsentiert werden als seien sie die Norm...

Aber die Mehrheit würde gerne arbeiten, findet aber nichts oder kann es auch aus bestimmten anderen Gründen nicht, die nichts mit Faulheit zu tun haben. Es gab da zB eine Umfrage unter "Kunden" eines Jobcenters, ob man die Hartz IV-Sanktionen abschaffen sollte, die man bei Nicht-Einhalten von Terminen bekommen kann, was ja mal im Gespräch war. Wenn es so WÄRE, dass die Mehrheit faulenzen will, wäre ja die Mehrheit der Befragten ja klar dafür gewesen, dies abzuschaffen. War sie aber nicht, 46% waren dagegen, 37% dafür. https://www.spiegel.de/wirtschaft/s...tionen-a-27d3ecd6-292d-4ff7-9e3c-8c9b0a38ac45

Dann gab es auch eine andere Umfrage, laut der die Mehrheit der Deutschen Hartz IV-Empfänger quasi für faul hält und meint, sie würden nicht aktiv nach Arbeit suchen, obwohl es nachweislich Unsinn ist: https://www.welt.de/wirtschaft/arti...sten-Irrtuemer-ueber-Hartz-IV-Empfaenger.html Denn laut Erhebungen sagen 75% der Arbeitslosen, dass ihnen Arbeit enorm wichtig sei, und 70% würden auch eine Arbeit unterhalb ihrer Qualifikation annehmen, 62% bewerben sich von sich aus bei potenziellen Arbeitgebern, also ohne "Anweisung" vom Jobcenter.

D.h. es gibt zwar keine ganz klaren Zahlen, aber viele klare Hinweise darauf, dass die Vorurteile, ein großer Teil der Hartz IV-Empfänger würde sich mit ihrem Status quasi vergnügt abfinden, Käse sind. Es IST nun mal so, dass etliche Leute tun können, was sie wollen, und nichts mehr finden oder nichts finden, was machbar ist - z.B. kann man ohne Auto keinen Job annehmen, für den man 60km fahren müsste oder per Nahverkehr 4 Stunden unterwegs wäre... Oder wer nimmt denn zB noch in Zeiten, in denen Onlinehandel immer wichtiger wird und man sowieso immer weniger Verkaufspersonal braucht, die 55jährige Ex-Schlecker-Angestellte, die noch nicht mal mit einem PC umgehen kann und vielleicht auch noch leichte Rückenprobleme hat? Die kann entweder ein Riesenglück haben und einen der wenigen Verkäuferjobs bekommen oder bei einer kleinen Firma zB als Bürohilfe ankommen und ansonsten quasi nur so was wie Reinigungsfrau machen, und da stehen viele jüngere, auch mit Migrationshintergrund einfach noch als Konkurrenz im Weg. Hinzu kommt dann, dass manche Arbeitgeber auch noch DIE, die besonders lange suchen, per se schon als "unpassend" empfinden - so nach dem Motto "wenn er/sie SO lange nichts gefunden hat, dann war er/sie wohl sehr faul oder ist einfach nur schlecht - dann schau ich mir ihn/sie erst gar nicht an". Der klassische Teufelskreis.

Manche sollten sich auch mal fragen, was denn wäre, wenn sie selber arbeitslos werden und ob sich sich dann ernsthaft für eine löbliche Ausnahme halten, wenn sie dann trotz Hartz IV weiter nach Arbeit suchen, und es okay wäre, wenn man sie als faul brandmarkt, nur weil es das entsprechende Vorurteil gibt.
 
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xaan

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Woher weißt Du denn wie genau die Gruppe der ALG2-Bezieher in Arbeitsunwillige und Arbeitswillige aufgeteilt sind?
Wie sind diese Daten erhoben worden?
Ich habe genauso wenige Zahlen wie Diejenigen die behaupten oder implizieren, Abeitslose seien einfach nur faul. Was ich aber habe sind Indizien wie die oben verlinkte Studie.

Davon mal ganz abgesehen lautete anno dazumal das Versprechen der Automatisierung - der Ersetzung von Arbeitsplätzen durch Maschinen - dass wir alle weniger arbeiten müssten und trotzdem den selben Wohlstand halten würden. Nunja, bisher ist nur die eine Hälfte des Versprechens eingelöst - Arbeitsplätze sind durch Automatisierung verschwunden.
 

AzRa-eL

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Die kann entweder ein Riesenglück haben und einen der wenigen Verkäuferjobs bekommen oder bei einer kleinen Firma zB als Bürohilfe ankommen und ansonsten quasi nur so was wie Reinigungsfrau machen, und da stehen auch mit Migrationshintergrund einfach noch als Konkurrenz im Wegviele.
Menschen mit Migrationshintergrund müssen sich auf Jobs 100 mal mehr bewerben als Bio-Deutsche. Die stehen niemandem im Weg...
 

Herbboy

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Menschen mit Migrationshintergrund müssen sich auf Jobs 100 mal mehr bewerben als Bio-Deutsche. Die stehen niemandem im Weg...
In bestimmten Jobs müssen sich "Migranten" nicht 100 mal mehr bewerben, sondern werden von vielen Firmen mit Kusshand genommen oder sogar extra nach Deutschland geholt, weil es da rein von der Zahl her genug gibt, die für viel zu wenig Geld bereit sind, zu arbeiten, UND die Arbeitsgeber auch noch meinen, sie würden im Gegensatz zu "Bio-Deutschen" auch noch unkomplizierter sein und alles mit sich machen lassen. Du weißt doch selber sicher gut, das das zB in vielen Schlachthöfen genau so gemacht wird und am Ende oftmals noch nicht mal der Mindestlohn effektiv bei rumkommt.

Und um SOLCHE Jobs ging es, da braucht du nicht so zu tun, als würde ich Migranten allgemein als "im Weg stehen" einstufen, was ich ja noch nicht mal so meinte, sondern nur ausdrücken wollte, dass es gerade in den Niedriglohn-Jobs, von denen viele verlangen, dass Langzeitarbeitslose sie annehmen sollen, viel Konkurrenz GIBT und zwar auch durch viele (nicht die Mehrheit, sondern einfach nur zahlenmäßig "viele" ) Migranten, was überhaupt kein Vorwurf ist, sondern nur eine Beschreibung der Situation, die darauf entsteht, dass viele nach D kommen um sich ein Leben aufzubauen, aber noch keine Ausbildung haben und daher im Niedriglohn-Sektor mit anfangen müssen.

Eine ältere Arbeitslose wie in meinem Beispiel hat eben zig jüngere als Konkurrenz, sowohl Deutsche als auch Migranten, und weil Migranten im Schnitt noch sozial schwächer sind, sind es im Niedriglohnsektor bei den eher "einfachen" Jobs in der Regel etwas mehr als wenn es zB um eine Sekretärin geht - das war der Punkt. Der Punkt war nicht "die nehmen Jobs weg" ....

Dass es in den meisten "normalen" Jobs Migranten schwerer haben, sich erfolgreich zu bewerben, ist leider korrekt. Gerade gestern erst las ich was von einer Studie, bei der die gleiche Frau mit exakt gleichem Text drei Bewerbungen schrieb, 1x als Manuela Schmidt, 1x als Ale Süleman und 1x als Ale Süleman + Kopftuch per Fotoshop beim Foto dazu. Wie man sich denken kann, gab es bei der "Deutschen" die meisten Einladungen zu einem Gespräch und bei der Kopftuch-"Version" die wenigsten, und zwar mit RIESEM Abstand.

Und nebenbei: ich hab mit keinem Wort gesagt, dass die Ex-Schlecker-Dame Bio-Deutsche sei - immer diese Vorurteile, arbeitslose Ü50-Ex-Schlecker-Mitarbeiterinnen seien stets Bio-Deutsche... :rolleyes: ;)
 
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xaan

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Weil der Begriff jetzt mehrfach verwendet wurde: Was genau bedeutet "Bio-Deutsch"? Kann man das -Bio-Deutschsein am genetischen Code ablesen? Ab wie vielen Generationen von Vorfahren mit deutscher Staatsbürgerschaft zählt man denn eigentlich als "Bio-Deutsch"? Und wie weit darf man dabei maximal zurück gehen? Weit genug zurück findet jeder von uns einen Migrationshintergrund im Stammbaum.
 

AzRa-eL

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Weil der Begriff jetzt mehrfach verwendet wurde: Was genau bedeutet "Bio-Deutsch"? Kann man das -Bio-Deutschsein am genetischen Code ablesen? Ab wie vielen Generationen von Vorfahren mit deutscher Staatsbürgerschaft zählt man denn eigentlich als "Bio-Deutsch"? Und wie weit darf man dabei maximal zurück gehen? Weit genug zurück findet jeder von uns einen Migrationshintergrund im Stammbaum.
Bio-Deutsch ist ein etwas provokanter Gegenentwurf zu Deutsche mit Migrationshintergrund. Du kannst in 2. Oder 3. Generation hier leben, wie ich, bekommst aber weiterhin eine Markierung, dass du nicht ganz Deutsch bist. Daher Deutscher mit Migrationshintergrund und Bio-Deutsch.

@Herbboy, du hast es schön differenzierend im letzten Kommentar beschrieben. Ich war nur etwas getriggert, weil da erstmal stand, dass Menschen mit Migrationshintergrund den Deutschen im Weg stehen als Konkurrenz und wollte deshalb einfach nur, dass du es nochmal klarstellst. Das hast du gemacht, danke!
 
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