Wenn ich mich nicht ganz irre fällt dein Arbeitsbeispiel unter den Bereich "Umgangssprache". Und in diesem Fall stimmt die Aussage "Nur weil man es immer wieder falsch sagt, wird es dadurch nicht richtig." nicht, da auch der Duden kein in Stein gemeisseltes Werk für die Ewigkeit ist und durchaus immer wieder umgangssprachliche Redewendungen, die ehemals falsch waren aufnimmt und sie somit als richtig deklariert.
Das ist korrekt. Aber dennoch ist die Redewendung, BIS sie im Duden landet, trotzdem falsch.
Und bei manchen Dingen WILL man doch auch eigentlich nicht, dass sie im Duden landen, nur weil viele zu faul sind, es "richtig" zu sprechen, oder?
(Ich hoffe ja seit Jahren das meine Redensweise "der Einzigste" endlich in den Duden aufgenommen wird, damit mich meine Frau nicht mehr andauernd verbessern kann.^^)
Die Angewohnheit hatte ich auch, aber ungefähr ein Jahr dauerndes Verbessern seitens meines Freundes hat mich davon geheilt. Jetzt kann ich's! ^^
Flüchtigkeitsfehler im Onlinejournalismus kann ich eher verschmerzen als die in meiner regionalen Tageszeitung (oder der PC GAmes), da ich für diese ja bares Geld ausgegeben habe.
Ich nicht. Denn Online-Medien sind die Zukunft. Und wenn man sagt, dass man Fehler in Online-Medien eher verschmerzen kann, sagt man im Grunde, dass man Fehler in Zukunftsmedien eher verschmerzen kann, als in denen des letzten Jahrhunderts. Da ich durchaus zukunftsorientiert bin (trotz umseitiger Skepsis), bin ich der Meinung, dass man ein paar nützliche Standards in die Zukunftsmedien übernehmen sollte. Außerdem ist ja der Schreiber der gleiche, ob er nun für die gedruckte oder die Online-Version schreibt. Er muss es einfach können. Wie perfekt die Welt ist (bzw. wie nahe sie dem Zustand kommt) bestimmen ja wir mit unseren Ansprüchen.
Übrigens zahlen wir im Grunde für die Online-Variante mehr als für das gedruckte Exemplar, nur dass die Kosten indirekter sind und erst mal weniger spürbar als die fehlenden 7 EUR im Portomonaie.
Und noch mehr ärgere ich mich über Fehler in Büchern, deren gedruckte Ausgaben ja nun auch nicht gerade preiswert sind.
Stimmt, in dem Bereich ärgere ich mich auch sehr oft über mich selber, dass ich nicht konsequent genug bin, die Dinger zu reklamieren und eine Rückabwicklung des Kaufs zu fordern. Bei Game of Thrones bspw gibt es Seiten, auf denen mehr als vier Fehler vorkommen (Wortauslassungen, falsche Personalpronomen, falsche Verbendungen usw.). Das würde genügen für eine Rückgabe bzw. Minderung des Kaufpreises, wenn sich mal wirklich jemand quer stellen würde. aber das macht aus Zeitgründen niemand, sondern alle akzeptieren den Schund. Bei einem Auto würden die Leute Zeter und Mordio schreien.
Na ja, sehen wir's mal so ... vielleicht gibt es in 50 Jahren in der deutschen Sprache nur noch drei Fälle und der Dativ war tatsächlich des Genetivs Tod.
Genau so sehe ich das ja auch. Und versuche es zu verhindern. Unsere Sprache ist eine enorm vielseitige Standardsprache (
Standardsprache – Wikipedia), mit der sich viele Dinge besser ausdrücken lassen als in anderen sprachen, was besonders deutlich wird, wenn man versucht Dinge in anderen Sprachen auszudrücken und von einem entsprechenden Muttersprachler erfährt, dass das so nicht geht. Dieses Gut zu verschleudern, nur weil es mühsam ist, es zu erhalten und etliche unerfahrene Leute denken, dass sie es nicht brauchen, wäre schade.
Ich lebe ja schon damit, dass der Konjunktiv fast völlig verschwunden ist (obwohl er praktisch ist).
[Quot€]Aber man sollte sich nicht über jeden Flüchtigkeits- oder umgangssprachlichen Fehler aufregen.[/quote]
Das mache ich ja auch gar nicht. Tippfehler oder eben Flüchtigkeitsfehler lassen mich meist völlig kalt, weil sie eben auf Flüchtigkeit beruhen.
Dativ statt Genetiv ist aber kein Flüchtigkeits- sondern ein systematischer Fehler, weil derjenige, der ihn macht, meist die richtige Variante gar nicht kennt. Da rippelt sich bei mir so sehr der Rücken, dass ich reagieren muss.

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Und mit gutem Beispiel voran zu gehen, versuche ich (wenn auch bisweilen mit wenig Erfolg).
@Worrel:
Jeder ist Mensch und kann sich daher mal irren. Zudem ist Sprache ständig im Wandel. Was man heute noch nach allen Regeln der Kunst 100% richtig schreibt, mag in 50 Jahren schon falsch sein.
Wie ich Briareos schon schrieb, ist die Genetiv-Geschichte eher etwas Systemisches, kein mal vorkommender, momentaner Irrtum. Momentane Irrtümer sehe ich genauso wie Du.
Mit den 50 Jahren hast Du recht, aber es liegt an uns, WAS sie da verändert. Wollen wir, dass "ich habe fertig" oder "so muss Technik" als richtig im Duden steht?
Wie korrektes Deutsch bei so einer Vorgehensweise im Duden mal aussehen könnte, zeigen Studien, wie sich Einwanderer heutzutage via SMS unterhalten: Frage: "Wo Du?", Antwort "Bahnhof"
Sicher genügt das für einfache Kommunikation. Aber wollen wir so weit runter?
Mein Standpunkt ist: Hey, wenn das nur ein Fehler ist - der eventuell in dem entsprechenden Landstrich, in dem der Schreiber wohnt, gar kein Fehler ist, weil das da alle immer so sagen - kann man da problemlos drüber weg sehen.
Hah! Das ist eine böse Falle. Da es z.B. im Ruhrpott mehr Menschen gibt, als im nördlichen Niedersachsen, würden dann, weil die neuen Online-Medien ja überregional sind, jene Ruhrpottler Stück für Stück ihre Sprache bundesweit durchdrücken, weil das da ja so richtig ist und alle problemlos drüber weg sehen. Das passiert sicher auch dann, wenn sich jemand aufregt, aber es geht langsamer. 
Da mag ich die Schweizer. Die simsen (übrigens eine neues Wort, gegen das ich nichts habe) im Dialekt (völlig in Ordnung und seeehr vielseitig), aber halten sich, wenn sie in Hochdeutsch schreiben, an die Schriftdeutsch-Regeln. Sie unterscheiden stärker zwischen offizieller und inoffizieller Sprache.
Buchstabensuppe stört mich übrigens nur dann, wenn erkennbar ist, dass der Verfasser sich unhöflicherweise keine Mühe gegeben und das Ganze hingeschlunzt hat. Ist es lediglich der Schnelligkeit geschuldet und der Rest lässt erkennen, dass mir da jemand Zeit gewidmet hat, dann sehe ich da auch drüber weg. Da bin ich völlig entspannt. Laut Studie kann man ein Wort ja erkennen, wenn der erste und der letzte Buchstabe stimmen (funktioniert wirklich).