(Lange) Frage an das Podcast Team ^^
Hallo zusammen. Mit ist kürzlich im Gepräch mit einem Freund folgender Gedanke gekommen. Und zwar habe ich das Gefühl, dass die Spiele-Magazine sich immer mehr von der Sichtweise eines normalen Spielers entfernen. Ganz konkret werden in Tests immer häufiger Belanglosigkeiten kritisiert. Da ist hier mal eine Textur verwaschen und dort ist eine Funktion aus einem anderem Spiel abgeguckt. Insgesamt werden sehr viele kleine Negativpunkte herausgesucht. Wenn ich die Spiele dann selbst ausprobiere, merke ich diese ganzen Aspekte überhaupt nicht, weil das Spiel als solches einfach Spaß macht. Ein aktuelles Beispiel ist Deus Ex Human Revolution. Mir ist bewusst, dass es insgesamt doch recht positiv bewertet wurde, aber ich lese überall immer nur "schlechte Grafik" und "veraltete Technik". Meiner Meinung nach ist das Redakteursauge sehr verwöhnt geworden. Ich habe mit meinen Kumpels gesprochen und alle sind der Meinung, dass die Grafik für das Spiel völlig in Ordnung geht. Auch die ständigen Hinweise auf die "bessere englische Synchronisation" gehören, so möchte man meinen, mittlerweile obligatorisch in den Redakteursartikel. Dem normalen Spieler fällt die leicht emotionslose Stimme eines Nebencharakters jedoch garnicht auf. Ich spiele schon Computerspiele, seit man den Soundtreiber noch in einer blauen DOS Box auf Soundblaster 16 einstellen musste, jedoch immer nur in gelegentlichen Abständen, z.B. abends ein paar Stunden. Der Redakteur spielt jedoch am laufenden Band, hat in unzähligen Call of Dutys wahrscheinlich schon jedes denkbare Szenario gespielt, kennt alle Waffen beim Namen. Da ist es denke ich nur logisch, dass die Spiele mehr und mehr als zu bewertendes Raster gesehen werden und nicht als entspannender Zeitvertreib. Wenn ich ein Deus Ex spiele, dann genieße ich jede Sekunde der Zwischensequenzen, freue mich über kleine Anspielungen auf frühere Teile, lese mir jeden PDA Eintrag durch. Schließlich habe ich ja 50€ dafür hingelegt. Irgendwelche negativen Punkte, die mich jetzt besonders geärgert hätten, konnte ich bis jetzt noch keine finden. Was sagt ihr dazu? Läuft ein Redakteur Gefahr, betriebsblind zu werden? Ich kenne Leute, die gucken inzwischen lieber einen kurzen Youtube Clip, um sich einen Eindruck zu verschaffen als sich im Heft die "Sezierung" eines Spiels durchzulesen.
PS: Die Kritik betrifft alle Magazine. Mit dem Podcast macht weiter so!