• Aktualisierte Forenregeln

    Eine kleine Änderung hat es im Bereich Forenregeln unter Abschnitt 2 gegeben, wo wir nun explizit darauf verweisen, dass Forenkommentare in unserer Heftrubrik Leserbriefe landen können.

    Forenregeln


    Vielen Dank
  • Kritk / Fragen / Anregungen zu Artikeln

    Wenn ihr Kritik, Fragen oder Anregungen zu unseren Artikeln habt, dann könnt ihr diese nun in das entsprechende Forum packen. Vor allem Fehler in Artikeln gehören da rein, damit sie dort besser gesehen und bearbeitet werden können.

    Bitte beachtet dort den Eingangspost, der vorgibt, wie der Thread zu benutzen ist: Danke!

Der Kino-Hit Dune 2 hat ein großes Problem - und es nervt mich gewaltig!

Maci Naeem

Redakteur
Teammitglied
Mitglied seit
01.08.2019
Beiträge
431
Reaktionspunkte
139
Unsere Meinung bei Filmen differenzierte ja gern mal (Episode 8!!11 ^^), aber hier muss ich dir mal zustimmen.
 
Verstehe ich das richtig, dass der Autor enttäuscht ist von der Entscheidung von Paul zum Schluss um die Hand der Tochter des Imperators anzuhalten? Und deswegen ist der Film eine Enttäuschung. Ich kann jetzt schwer nachvollziehen, wie man als Zuschauer überhaupt so einen großen Fokus auf die kleine Liebesgeschichten der beiden setzen kann bei der Fülle an Themen im Kosmos von Dune. Außerdem, wieso sollten die Zuschauer da zum Schluss emotional reagieren und weil sie es nicht täten (Unterstellung), sei das eine verpasste inszenatorische Chance gewesen bzw. Verfehlungen in der Hinleitung dazu.
Und vor allem gäbe es kaum Anlass dazu, da Pauls Entscheidung eine reine politische ist, mit der Tochter eine Verbindung einzugehen. Er sagt ja in der Szene UNMITTELBAR DAVOR, dass er Chani immer lieben werde.
 
@Buddha31
Nein, du verstehst nicht richtig.
Der Autor ist nicht davon enttäuscht, dass Paul es macht, sondern davon, dass nachdem er es gemacht hat, der Autor nicht emotional mitgerissen war. War ich übrigens auch nicht. Nicht im Geringsten.
Obwohl es genau das war, was Villeneuve in einer seinen Zahllosen Interviews vor dem Kinostart gesagt hat, nämlich, dass das Ende des Films tragischer wäre als das Buch und das Publikum emotional zerstört sein würde. Dass Zendaya und Timothée Chalamalet weit hinter ihren Möglichkeiten bleiben ist meiner Meinung nach auch korrekt. Das bedeutet nicht, dass der Film schlecht ist, sondern nur, das Villeneuve eher weniger dramaturgisches Gefühl hat, wenn er selbst Drehbücher schreibt und besser Drehbücher verfilmen sollte, die schon eine vorgefertigte Dramaturgie haben. Eine Romanvorlage zu adaptieren, schien bestimmt machbar für ihn. Ich finde das jedoch nicht. Deswegen ist der Film, obwohl visuell beeindruckend, eher einer seiner schlechteren Filme. Nur Meinung, nicht getriggert werden bitte.
 
Dass die Romanze bzw das Finale nicht so knallt, hat mehrere Gründe. Den wichtigsten Punkt habe ich bereits in einem größeren Meinungsartikel (hier nachzulesen) erläutert: Villeneuve hat einen wichtigen Zeitsprung aus der Buchvorlage gestrichen, dadurch spielen sich die Ereignisse in Part Two nur über ein paar Monate ab. In Folge dessen fehlen auch ein paar Details, die ich persönlich wichtig finde. Ich führe das mal kurz aus...

Schon allein deshalb lohnt sich ein Blick ins Buch: Noch bevor Gurney Halleck bei den Schmugglern entdeckt wird, sind Paul und Chani bereits seit mehr als zwei Jahren ein inniges Paar. Sie leben zusammen im Sietch, haben einen gemeinsamen Sohn (der bei einem Angriff das Leben verliert). Das fehlt alles im Film. Chani glaubt im Buch auch fest an Pauls Schicksal und hält eisern zu ihm (was in einer Traumsequenz in Part One übrigens noch angedeutet wird).

Was mich zum nächsten Punkt bringt, den der Film ändert: Chani ist Paul nicht bedingungslos ergeben, das ist im Buch anders. Im Film kämpft sie zwar in seinem Namen, hinterfragt aber auch seine Rolle und wünscht sich offenbar eine andere Zukunft für Arrakis ("This is how they enslave us!"). Das macht ihre Figur zwar eigentlich interessanter, aber ihre Motive (und ihr Konflikt, schließlich liebt sie Paul und hat ungeheuren Einfluss auf ihn) hätten etwas mehr Ausarbeitung vertragen.

Und darauf können sich wohl die meisten Zuschauer nach dem Kinobesuch einigen: Das Ende, also der komplette Teil nach der Schlacht um Arrakeen, wirkt im Film ein bisschen gehetzt. Auch das hängt wieder mit Kürzungen zusammen. Im Buch gibt es da zum Beispiel noch eine überaus traurige Szene mit Thufir Hawat, die im Film komplett fehlt (und die eigentlich einen sentimentalen Abschluss für den Fall des Hauses Atreides bilden sollte). Auch Graf Fenring taucht in Part Two nicht auf - er ist zwar nur eine Nebenfigur, polstert aber den Schluss etwas aus, da er eigentlich an der Seite des Imperators steht. Er sagt zwar nicht viel, doch was er sagt, verleiht den Ereignissen (die Entmachtung von Haus Corrino) mehr Gewicht. Villeneuve hat die Rolle von Fenrig zwar aus gutem Grund gestrichen (seine Szenen wurden übrigens gedreht!), allerdings findet er im Film auch keinen passenden Ersatz.

All das - also das Fehlen von Thufir, die Änderungen an Chani, die Streichung von Graf Fenrig - wirkt sich am Ende aus: Der Schluss mit seinen dramatischen Konsequenzen, die sich alle erst im zweiten Buch zeigen, wird einfach ein wenig zu flott abgehandelt. Hier hätte Villeneuve ggf ein-zwei Dialoge entwerfen sollen, die dem Zuschauer helfen, das Gezeigte besser einzuordnen. So muss man sich manches selbst zusammenreimen... oder man wartet eben geduldig auf Dune 3.

Noch ein klitzekleiner Punkt: Dass Paul eine Zweckehe mit Irulan verlangt, ist relativ deckungsgleich mit dem Buch, das geht in Ordnung. Was hier wieder fehlt, hängt abermals mit den Änderungen rund um Chani zusammen: Im Buch geht Paul kurz nach seiner Machtergreifung zu Chani und erklärt ihr, dass er Irulan nur aus politischen Gründen heiraten muss. Die letzten Seiten des Romans sind nur diesem Moment gewidmet: Er schwört, Irulan niemals zu begehren oder ein Kind mit ihr zu zeugen. Chani, der sein Herz gehört, erklärt er damit als seine Konkubine. Das verunsichert sie zwar, aber Jessica - selbst die Konkubine des verstorbenen Herzogs - stellt sich daraufhin an ihre Seite und spricht ihr Mut zu.

All das gibt dem Finale von Dune einen besonderen Beigeschmack - und das alles fehlt mal wieder bei Villeneuve.

Warum? Ich vermute, weil ihm Pauls Dschihad und die Demontage seiner Heldenfigur zu diesem Zeitpunkt bereits wichtiger sind. Darum geht es zwar streng genommen erst im zweiten Buch bzw im dritten Film. Doch Vielleneuve hat das alles schon im Hinterkopf, hat er auch schon in einigen Interviews gesagt. Das Ende soll hier wahrscheinlcih einfach schon den richtigen Ton vorgeben. Paul läuft Chani nicht hinterher, die Machtergreifung ist ihm da offenbar wichtiger. Grundsätzlich in Ordnung. Dass aber ausgerechnet die Romanze (die Villeneuve laut eigenen Aussagen ja so wichtig ist) dabei etwas zurückbleibt, lässt sich leider nicht leugnen.

My 2 cents, danke fürs Lesen.

(P.S: Pauls Treueschwur an Chani und Thufirs Selbstmord wurden beide für die Lynch-Version von 1984 gedreht. Die Szenen wurden geschnitten, sind im Netz aber auffindbar.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe weiter unten meine Gedanken besser ausdrücken können, deshalb editiert
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich finde ja beinahe das Chani ziemlich distanziert ist von Paul. Ich würde die ganze Nummer aufgrund des Films eher als heissen Flirt in der Wüste abtun, und so ist es nur logisch das Paul am Ende aus politischen Gründen die Imperator Tochter zur Frau nehmen will.

Mal abgesehen von 2-3 Momenten scheint Chani eher Zweifel an Paul zu haben oder aber Probleme damit das er sich selbst quasi zum Messias erhebt und damit die Anbetung der Anhänger aufgreift. Man könnte auch sagen er hat sich unabhängig ob er der wirkliche Messias ist definitiv dazu hinreißen lassen die Macht zu nehmen die man ihm aufgrund der Sagen verleiht.
 
Mich stört es eigentlich sogar, dass der Film so gefeiert wird. Nicht der kommerzielle Erfolg, sondern dass die Story von Kritikern so gefeiert wird. Denn die hält einfach mit den Büchern oder älteren SF Filmen nicht mit und die Reaktionen zeigen aus meiner Sicht, wie tief unsere Ansprüche gesunken sind. Dune 2 bedient halt die Leute, die am liebsten einen ordentlichen Star Wars Film hätten, das aber von Disney nicht bekommen.
Der Film ist so klar und stumpf in der Charakterzeichnung, die starke self empowered Chani, die cartoonmäßigen Harkonnen, Paul, der nach dem Wasser des Lebens plötzlich eine 180 Grad Wendung macht und am Ende so eindeutig als Schurke dargestellt wird, da hätte er sich auch ein Hakenkreuz auf die Stirn tätowieren lassen können.

In letzter Zeit war wegen Helldivers 2 wieder viel von Starship Troopers die Rede. Und die Entwicklung von Rico aus Starship Troopers ist wie ich sie mir bei Paul in Dune 2 gewünscht hätte. Die Richtung der Entwicklung der Figur ist ähnlich, aber in Starship Troopers viel subtiler und man ist irgendwann geschockt, wenn man feststellt: Moment Mal, habe ich da gerade einem Faschisten die Daumen gedrückt? In etwa so ein Feeling hätte auch Dune 2 hervorrufen müssen, denn das ist auch in etwa das Feeling, das man beim Lesen hat, die einen noch beim Lesen von Band 1, die anderen raffen es halt spätestens bei Band 2.

Die Bücher bieten Kopffutter zum Nachdenken, der Film tut es nicht. Hier noch ein Zitat aus einem positiven Review des Films: "In Dune: Part Two, Villeneuve is less subtle with his choices, being aggressively vocal about the film’s intent, leaving very little room for ambiguity". Und ja, das ist für mich ein Problem und ich denke, ein Christopher Nolan hätte da anders agiert.

Ich bin umso mehr enttäuscht von Teil 2, weil mir Teil 1, der sich sehr nah an die Vorlage gehalten hat, sehr gut gefallen hat und ich gehofft habe, dass es genauso weiter geht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Bücher habe ich nie gelesen. Vielleicht hole ich sie ja irgendwann mal nach. Deswegen gehe ich unbedarft und "jungfräulich" an den Film heran. Part 1 habe ich kürzlich zum zweiten Mal gesehen und fand ihn nach diesem zweiten Mal doch besser, als gedacht. Auf Part 2 bin ich deswegen durchaus gespannt.
 
Also die Bücher sind in der heutigen Zeit nicht so leicht "runterzulesen" hab die ersten drei Bücher vor Jahren gelesen und es liest sich eben nicht so angenehm einfach...
 
ich fand den ganzen film max. mittelmäßig- auch die optische inszenierung war für mich nicht so heraussragend. da war ich bei div. transformers-filmen viel mehr geflashed von der optischen inszenierung.

und die "liebesbeziehung" habe ich garnicht wirklich mitbekommen.....bin zum schluss hat es sich eher wie ein "wir lernen uns gerade kennen - vielleicht wird was draus oder auch nicht" an....hätten genauso gut nur normalle freunde statt ein liebespaar sein können.
 
Ab der Mitte des Filmes wird die Geschichte in Eiltempo abgenudelt. Die Inszenierung vom Ende hat mir gar nicht gefallen. Da fand ich den alten Dune sogar besser.
Und genau das ist das Problem des Films. Ein Dreiteiler wäre besser gewesen. Gerade die Entwicklung der Beziheung zwischen Paul, Chani und den Fremen generell hätten einen tollen zweiten Teil abgegeben. Durch die Kürzungen, den Schnitt, das Auslassen von Figuren verliert Dune 2 am Ende sehr viel vom Buch, sehr viel der eigentlichen Originalstory. Und natürlich verhindert das Ende in meinen Augen jegliche Fortsetzung.
 
SPOILER:

Der Film Dune 2 ist gut. Ich möchte jedenfalls am liebsten immer weiter gucken.
Allerdings ist es kein sehr guter Film. Ihn als Meisterwerk zu bezeichnen wäre unverdient.

Die Schlusszene hat mir nicht das Herz gebrochen. Das wurde aber vorbereitet. Chani hat sich doch abgewandt (Ohrfeige). Eigentlich aus Dummheit, weil Sie nicht verstand, warum Paul das Wasser des Lebens trank: Der einzige Weg das Volk der Fremen zu retten (und damit auch Chani!; vertiefend: Sein oder Nichtsein mit Lars Eidinger).
Es ging ihm nicht um seine(!) Anerkennung (als Messias). Weil er vor dem Trank nur Bruchstücke sah (Millionen Tote, wenn er in den Süden geht). Das KANN nicht die Lösung sein. Also musste er das Wasser des LEBENS(!) trinken. Ja auch auf die Gefahr hin selbst zu sterben.
Weitere Einleitung: Chani, solange ich atme werde ich Dich immer lieben.
und durch den Imperator: Liebe "regiert" nicht. Also die Heirat zur Rettung der Fremen (wie vorhergesagt). Ein logischer Kreis der nicht durchbrochen werden kann ;) (Schicksal).
Ist ja irreal, fand ich aber durchaus nachvollziehbar aus Sicht von Paul. Als einzigen Weg! (er hat ja viele verschiedene Zeitlinien durchgespielt, und das war die einzige, wo das Volk der Fremen gerettet wird.

Zum Film:

Mein Kumpel (internationaler Künstler) meinte trocken; die erste halbe Stunde des Film hätte man weglassen können. Ich habe das genossen. Aber Meisterwerk oder sehr guter Film nein. Die CG ist solide, kommt aber gefühlt zu wenig vor.
Der Film wird insgesamt zu banal erzählt (sollte ihn jeder verstehen?). Mir fehlten da die Intrigen der anderen Häuser.
(Mir fehlt da das einspinnen der anderen Häuser, mit Ihrer Kleidung, Kultur, anderen Raumschiffen. Sowie Bilder von deren Planeten, Entfernungen die überbrückt werden müssen). Etc.
Der Plan der höheren Töchter wird erzählt, aber nicht besonders ausführlich (Habsburger Modell: Alles verheiraten) und Kinder Gebähren.

Was mich wunderte. Warum genau das Spice so umkämpft wird fehlt oder ich habe es nicht wahrgenommen. Ja gut, gleich am Anfang kommt. Wer das Spice hat, hat die Macht. Aber warum und wozu?
Das Spice erlaubt doch Reisen über Lichtjahre (gedanklich) hinweg?! Das bedeutet man kann Intrigen Planen, sich verbünden, etc.

Dune von 1984 würde ich eher als Meisterwerk einordnen. (Im Teil 1 hat Villléneuve den 1984er Film praktisch kopiert) . Der Film von David Lynch krankt leider an der (aus heutiger Sicht) veralteten Technik und besonders, dass der Film um mehrere Stunden geschnitten wurde (was für ein kunstvolles Verbrechen). Wie gerne würde ich diese Fassung sehen.

Villeneuve kann leider seine eigenen Ansprüche nicht erfüllen (Ja, erhat sich verhoben). Die CG Abteilung ist sehr gut, Star Wars ist da jedoch besser. Inhaltlich nett, aber (auch die Dialoge) leider oft belanglos. Die Musik ist aber fantastisch.

Ein Meisterwerk ist Christopher Nolans Interstellar. In keinem Film habe ich jemals so sehr geweint. Da war meine Tochter 5-6 Jahre alt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe mich extra angemeldet um das zu schreiben.
Mich hat der film so sehr genervt weil die ganze zeit in der künstlichen sprach gesprochen wird, das passiert nicht mal im buch, dort wird es nur kurz angeschnitten aber mehr nicht.

Hat mich irgendwann so sehr genervt das ich den Film nicht mehr genießen konnte.
 
Ob willie überhaubt die bücher gelesen hat ? oder hat er sich maximal die filme angesehen ,den alten von 84 und die neueren ?
 
Auch wenn ich schon lange kein so gutes Kinoerlebnis hatte muss ich dir im Nachhinein bei deiner Ansicht zur Liebesbeziehung zustimmen. Im Kino selbst war es mir zwar gar nicht so aufgefallen, aber als mir dann auf YouTube von einem Filmreview zu Dune 2 das Erlebnis nochmal komprimiert vor Augen geführt wurde, wurde mir dann auch klar was mich an dem Film trotz allem gestört hatte.
 
Auch wenn ich schon lange kein so gutes Kinoerlebnis hatte muss ich dir im Nachhinein bei deiner Ansicht zur Liebesbeziehung zustimmen. Im Kino selbst war es mir zwar gar nicht so aufgefallen, aber als mir dann auf YouTube von einem Filmreview zu Dune 2 das Erlebnis nochmal komprimiert vor Augen geführt wurde, wurde mir dann auch klar was mich an dem Film trotz allem gestört hatte.
Mich hat die Liebesbeziehung ehrlich gesagt nicht so richtig gestört. Aber was richtig ist, ist, dass sich gegen Ende alles irgendwie zu schnell anfühlt.
 
Zurück