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Call of Duty: Modern Warfare - Schüsse aufs Baby beenden das Spiel

Beim Schmähgedicht brauchte es nicht erst eine umstehende Bewertung, sondern es wurde von Anfang an und während des Gedichts ziemlich klar gemacht, dass man das nicht darf.
Ähm ... das ist ja gerade der Kontext, der die Schmähgedicht Präsentation mit Kontext von dem eigentlichen Schmähgedicht ohne Kontext unterscheidet.
 
Ähm ... das ist ja gerade der Kontext, der die Schmähgedicht Präsentation mit Kontext von dem eigentlichen Schmähgedicht ohne Kontext unterscheidet.
Ja eben. Die Grenzüberschreitung geschieht nur, wenn man das Gedicht aus dem Kontext reißt, beispielsweise indem man es in Textform im Internet verbreitet, ohne Statement oder den Kontext sogar verdreht. Aber abgesehen davon war keine Grenzüberschreitung zu erkennen.

Aber selbst im Kontext ist A Serbian Film ein perverser Film, der so nicht hätte sein müssen, wie ich angeführt habe. Er überschreitet Grenzen, auch wenn man irgendwelche Botschaften hinein interpretiert.

Deswegen hinkt dein Vergleich da ein wenig, finde ich. ^^
 
Aber selbst im Kontext ist A Serbian Film ein perverser Film,
Nein. Pervers wäre er, wenn er die dargestellten Grausamkeiten positiv oder gar erregend präsentieren würde. Aber zu jeder grausamen Szene gibt es durch die Reaktionen des Hauptdarstellers die zum Mainstream passende moralische Einordnung.

Für mich ist die Verschachtelung von A Serbian Film als Film über einen kranken Film extrem wichtig für meinen Meinung zum Film. Ohne diese Verschachtelung hätten wir nur den Film, den Vukmir infilm dreht - und zwar nicht nur die Ausschnitte, die wir in A Serbian Film zu sehen bekommen, sondern die kompletten Szenen. Also einfach einen Film, in dem der Hauptdarsteller durch die Gegend rennt und im Berserkermodus alles totfickt, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. So einen Film würde ich mir ebenso wenig ansehen wie zB Hostel.

Was ich jetzt interessant finde:
Daß mir gerade auffällt, daß ich Maniac für einen guten Film halte, der ohne moralische Einordnung(!) brutale Morde zeigt, da der ganze Film aus der Ego Perspektive des Mörders gedreht wurde.

Hm.
 
Das finde ich ehrlich gesagt 1000x mal nerviger als meinen Vorschlag. Zumindest hier bei CoD MW; denn die Savepoints sind echt sehr nah beeinander, da musst du maximal 3 Min erneut spielen, wenn überhaupt. Zudem ist es ebenfalls nicht realistisch, denn im Eifer des Gefechts steht man extrem unter Adrenalin und bekommt das wohl idr gar nicht mit, außer man hat gezielt getötet, und in letzterem Falle wären dann wiederum sowieso keine Tränen oder ähnliches angesagt.
Man muss unterscheiden zwischen Spieler und Spielfigur. Ist doch egal, ob der Spieler es extra gemacht hat, die Bestrafung liegt ja dann ebenfalls darin, dass es der Spielfigur eben nahe geht und das nervt den Spieler dann auch. Wenn wir schon von Realismus sprechen, dann wäre die optimale Lösung schlicht und ergreifend, dass es dem Spiel egal ist, was mit dem Baby geschieht. Ein Neustart reißt einen für meinen Geschmack mehr aus der Immersion raus, als eine kleine ingame Strafe.
 
Nein. Pervers wäre er, wenn er die dargestellten Grausamkeiten positiv oder gar erregend präsentieren würde. Aber zu jeder grausamen Szene gibt es durch die Reaktionen des Hauptdarstellers die zum Mainstream passende moralische Einordnung.

Für mich ist die Verschachtelung von A Serbian Film als Film über einen kranken Film extrem wichtig für meinen Meinung zum Film. Ohne diese Verschachtelung hätten wir nur den Film, den Vukmir infilm dreht - und zwar nicht nur die Ausschnitte, die wir in A Serbian Film zu sehen bekommen, sondern die kompletten Szenen. Also einfach einen Film, in dem der Hauptdarsteller durch die Gegend rennt und im Berserkermodus alles totfickt, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. So einen Film würde ich mir ebenso wenig ansehen wie zB Hostel.
Deine Interpretation des Films ist ja:
"Schau, was passieren kann, wenn du mitmachst, ohne zu wissen, was derjenige, der entscheidet, vorhat. Und vielleicht kennst du denjenigen, der entscheidet, ja auch noch gar nicht. Du denkst: 'So schlimm wird es schon nicht werden. Wie schlimm kann es denn werden? Es ist doch nur ein Porno.' Und dann wird es schlimmer, als du dir in deinen kühnsten Alpträumen vorstellen könntest."

Ich wiederhole mich, aber: Braucht es dafür wirklich solche Szenen, wie ich sie in meinem vorletzten Beitrag geschildert habe? :confused: Hätte es da nicht eine Alternative geben können? Die simple Botschaft "Pass auf, auf wen du dich einlässt" (nichts anderes bedeutet deine Interpretation ja im Kern), hätte man auch in einem harmlosen Jugendfilm aufarbeiten können. Oder in einen Actionfilm. Zumindest hätte man den Film anders aufbereiten und den Fokus mehr auf Psychoterror und nicht auf derart grenzüberschreitende Szenen legen können.

Deine Interpretation des Films ist sehr einfach und zeigt mir eigentlich, dass in dem Film nichts anderes steckt, als stumpfe Gewalt. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Protagonist mit Ekel und Angst darauf reagiert. Solche Reaktionen gibt es in anderen, deutlich harmloseren Filmen, ja auch. Was soll daran besonders sein oder inwiefern macht das den Film besser oder künstlerisch wertvoller? :confused:

Der Film zeichnet ein ziemlich eindeutiges und klares Gut gegen Böse-Schema. Der Protagonist tut das ja nicht freiwillig und ist auch ein Opfer. Und der Antagonist ist einfach nur böse und hat keine anderen Motive, außer unter dem Deckmantel der Kunst einen Snuff-Film zu drehen. Seine Psyche wird nicht beleuchtet (was ja bei so einem Film durchaus interessant gewesen wäre), nein. Er ist einfach nur böse. Tatsächlich macht der Film im Endeffekt nichts anders als irgendwelche Slasher-Filme. Das einzige, was ihn von Slasher-Filmen abhebt, ist die massive sexuelle Gewalt, auch gegen Kinder.

In Hostel gibt es ja, bedingt durch die Reaktionen und das Leiden der Opfer, auch eine moralische Einordnung. Ist ja nicht so, dass die Freude daran empfinden oder der Antagonist in seinem Handeln glorifiziert wird. Es gibt immer eine moralische Einordnung. Das macht den Film ja trotzdem nicht besser oder weniger pervers. Trotzdem ist der Film eine stumpfe Gewaltorgie. Sowohl Hostel, als auch A Serbian Film leben allein von ihrer Gewalt. Nimmt man die weg, was bleibt dann? Quasi nichts.

Was ich jetzt interessant finde:
Daß mir gerade auffällt, daß ich Maniac für einen guten Film halte, der ohne moralische Einordnung(!) brutale Morde zeigt, da der ganze Film aus der Ego Perspektive des Mörders gedreht wurde.

Hm.
Dazu kann ich nichts sagen. Hab Maniac nie gesehen. Aber A Serbian Film ist ja nicht mal ein guter Film. :ugly:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich wiederhole mich, aber: Braucht es dafür wirklich solche Szenen, wie ich sie in meinem vorletzten Beitrag geschildert habe? :confused: Hätte es da nicht eine Alternative geben können? Die simple Botschaft "Pass auf, auf wen du dich einlässt" (nichts anderes bedeutet deine Interpretation ja im Kern), hätte man auch in einem harmlosen Jugendfilm aufarbeiten können.

Das "Und dann wird es schlimmer, als du dir in deinen kühnsten Alpträumen vorstellen könntest." hab ich nicht umsonst dazu geschrieben. Das ist Teil des Films und wäre bei einem "harmlosen Jugendfilm" eben komplett unter den Tisch gefallen.

Der Film zeichnet ein ziemlich eindeutiges und klares Gut gegen Böse-Schema. Der Protagonist tut das ja nicht freiwillig und ist auch ein Opfer.
Doch, anfangs tut er das freiwillig. Erst, als er nach der Babyszene aussteigt, greift Vukmir zu Methoden, die den Hauptdarsteller auch zum Opfer machen.

Außerdem kann man den Film auch als Kritik an genau dem sehen, weswegen er kritisiert wird: Der massiven Darstellung von Gewalt in Filmen.
Als Metapher könnte man das so auslegen:
"Anfangs schaut man sich nur harmlose Streifen an, die dann immer schlimmer werden und durch Auswirkungen auf den Zuschauer später sogar Auswirkungen auf dessen Familienleben haben können"
"Familienleben" könnte man dann noch als "Gesellschaft" interpretieren und wenn man interpretationsfreudig ist, könnte wegen der letzten Szene noch jedwede Propaganda, die einzelne Gruppen gegeneinander aufhetzt, da hinein interpretieren.

Es gibt immer eine moralische Einordnung.
Nein. Siehe Maniac. Da gibt's keinerlei Protagonist, der die Moralinstanz darstellt.

Das macht den Film ja trotzdem nicht besser oder weniger pervers. Trotzdem ist der Film eine stumpfe Gewaltorgie.
Genau so wie das Schmähgedicht auch nur ein strafbares Rumstänkern ist - oder eben doch was anderes, weil es in einem entsprechenden Kontext statt findet.
 
Das "Und dann wird es schlimmer, als du dir in deinen kühnsten Alpträumen vorstellen könntest." hab ich nicht umsonst dazu geschrieben. Das ist Teil des Films und wäre bei einem "harmlosen Jugendfilm" eben komplett unter den Tisch gefallen.
Das ist doch aber auch nur eine Steigerung von dem, was ich wiedergegeben habe ("Pass auf, auf wen du dich einlässt"). Das ändert doch am Kern nichts.

Meiner Meinung nach, sollte die Vermittlung einer Botschaft zum einen auf einer höheren Ebene stattfinden als du sie in deinem vorherigen Post formuliert hast, und zum einen sollte die Art des Film als Medium, der die Botschaft transportieren will, auch passend sein. A Serbian Film kann nicht als Medium für die ziemlich simple Botschaft "Pass auf, auf wen du dich einlässt. Kann richtig übel enden." funktionieren, weil durch den immensen Gewaltgrad eher Angst geschürt werden würde und keine Sensibilisierung für die Gefahr, die unbekannte Menschen mit sich bringen könnten. Wobei aber auch "Angst machen" nicht funktioniert, da die (angebliche) Moral des Films durch die Gewaltdarstellungen überschattet wird und der Film sich nur durch diese auszeichnet. Mehr als Ekel empfindet der Großteil der Menschen dabei nicht.

Der Film lässt inhaltlich nicht zu, dass man sich differenziert mit der Gewalt auseinandersetzt. Eine Reflexion der Gewalt geschieht weder beim Zuschauer (dem es ganz simpel zu weit geht), noch im Film selbst. Dafür fehlt eine umfassendere Charakterzeichnung der Prota- und Antagonisten, unter anderem da sich eine Gewaltszene an die nächste reiht. Es bleibt gar keine Zeit, sich mit den Figuren auseinanderzusetzen und damit mal hinter ihre Motive zu blicken.

Der Protagonist ist kein Unschuldslamm und macht am Anfang ja trotzdem noch mit, obwohl er bedenken hat. Weil Geld winkt. Es wird später lediglich eine klare Grenze gezogen, aber niemals die Frage geklärt, warum er nicht schon vorher aufgehört hat. Warum wird sich damit nicht auseinandergesetzt? Und was ist mit diesem Vukmir? Warum ist er so? Was hat er selbst erlebt, um so zu werden? Was treibt ihn wirklich an? Hinweise darauf gibt der Film nichtmal ansatzweise und präsentiert Vukmir ganz einfach und stumpf als bösen (und nichtmal sonderlich charismatischen) Snuff-Film-Produzenten. Das ist er zwar in der Tat, unabhängig seiner (nicht vorhandenen) Lebensgeschichte, aber simpler kann eine Charakterzeichnung nicht sein. Das ist schon fast Kindergartenniveau.

Also hat der Film sein Ziel, so er denn (außer simpelste Provokation) eines hätte, vollkommen verfehlt. Hätte der Film sich differenzierter und durch eine komplexere Charakterzeichnung mit der Gewalt auseinandergesetzt, würde ich vermutlich anders über den Film denken. Aber so taugt der Film in meinen Augen weder als Metapher für irgendwas, noch als Sozialkritik. Und schon gar nicht als erhobener Zeigefinger, um dem Zuschauer zu sagen, dass er sich vor Fremden hüten soll. Das kriegt man schon im Kindergarten gesagt. Dazu braucht es keinen Gewaltporno, in dem gefühlt alle paar Minuten Blut spritzt oder vergewaltigt wird.

Außerdem kann man den Film auch als Kritik an genau dem sehen, weswegen er kritisiert wird: Der massiven Darstellung von Gewalt in Filmen.
Als Metapher könnte man das so auslegen:
"Anfangs schaut man sich nur harmlose Streifen an, die dann immer schlimmer werden und durch Auswirkungen auf den Zuschauer später sogar Auswirkungen auf dessen Familienleben haben können"
"Familienleben" könnte man dann noch als "Gesellschaft" interpretieren und wenn man interpretationsfreudig ist, könnte wegen der letzten Szene noch jedwede Propaganda, die einzelne Gruppen gegeneinander aufhetzt, da hinein interpretieren.
Wie gesagt, kann man in manche Filme auch zu viel hinein interpretieren. A Serbian Film lässt das inhaltlich gar nicht zu. Dafür fokussiert er sich zu sehr auf die Gewalt, nicht aber auf die Figuren.

Nein. Siehe Maniac. Da gibt's keinerlei Protagonist, der die Moralinstanz darstellt.
Der Protagonist in Maniac ist der Mörder. Der "Böse" muss ja nicht zwangsläufig immer der Antagonist sein. Und je nachdem, wie der Film aufgearbeitet ist, kann der Zuschauer auch selbst als moralische Instanz, die dem "Bösen" entgegen gesetzt ist, fungieren. Ist beim Joker ähnlich. Da gibt es keine feste entgegen gesetzte Instanz, die Arthur Fleck Einhalt gebieten will. Da gibt es keinen Batman. Da gibt es nur den Joker und den Zuschauer als moralische Instanzen.

Versteh mich nicht falsch. ^^ Du kannst ja gern interpretieren, wie du willst. Und wenn du solche Filme nicht so schlimm findest, ist das völlig okay. Nur finde ich eben, um es mal kurz zu machen, dass manche mehr in so einen Film rein interpretieren, als er tatsächlich zu zeigen und zu geben imstande ist.

Lassen wir es am besten gut sein. Ich denke, auf einen Nenner kommen wir sowieso nicht. Aber schön, dass man über sowas mal vernünftig diskutieren konnte. :D
 
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