Auch in Büchern ist die Immersion in gewisser Weise beschränkt, hier aber auf der visuellen Ebene. Du glaubst gar nicht, wie unterschiedlich sich manche einen knapp beschriebenen Wald oder überhaupt eine Gegend vorstellen. Oder gar nicht vorstellen können. Manche haben ein ganz eigenes Bild von dem, was im Buch beschrieben wird.
Das ist doch kein Nachteil, sondern ein Vorteil.....
Ich denke, gerade in einem Spiel, welches ja länger beschäftigt als ein 2stündiger 08/15-Film, ist es durchaus möglich, eine Charakterentwicklung aufzuzeigen, die dem Charakter viel mehr Tiefe verleiht, als man es bisher gewohnt ist. Aber das liegt unter anderem auch am Entwickler, ob er sich die Zeit nimmt, die Charakterentwicklung entsprechend aufzubauen.
Ich behaupte sogar, dass einige Spiele eine bessere Story erzählen, eben weil sie viele Entscheidungsmöglichkeiten bieten, die der Spieler selbst übernimmt. Nehmen wir mal The Witcher als Beispiel...ich persönlich kenne die Bücher nicht. Geralt war in den Spielen einfach nur eine coole Sau, mit rudimentären Charaktereigenschaften. Durch die Möglichkeit, Dinge selbst zu entscheiden, spielte man seine eigene Geschichte...ganz übertrieben ausgedrückt ist der Spieler in dem Fall selbst die Spielfigur, was allzu tiefgreifende Charakterzüge auch mehr oder weniger unnötig macht. Immerhin entscheidet ja der Spieler selbst, salopp gesagt, über Leben und Tod und nicht der Protagonist.
Es ist ein Fehler, Geralt als Beispiel zu nehmen, wenn du die Bücher nicht kennst. Und du sagst es selbst: in einem Spiel entscheidet man selbst, zumindest in einigen. Das ist Sinn vieler Spiele (vor allem RPGs) und auch eine gute Sache, weil man ja was spielen will und nicht nur was erleben will. Spielen unterscheidet sich nun mal durch die Interaktion von Film und Buch. Das macht eine Story aber nicht besser im Sinne dessen, was man im Spiel serviert bekommt. Anders gesagt: ich kann mir auch in der Dusche völlig alleine eine Geschichte zusammenspinnen, in der ich selbst der Superheld bin. Dafür brauche ich kein Spiel. Das kann auch eine super Story sein. NUR: was ich dann erlebe, ist meine eigene Geschichte und nicht die, die ein anderer verfasst hat. Genau deswegen hat ein Spiel auch nie die Chance vom Storytelling her so gut zu sein wie ein Buch. Um das noch zu verdeutlichen, ziehe ich mal Tabletop RPGs als Beispiel heran. Auch dort kann ich mir (oder der Kampagnenleiter) eine super Geschichte ersinnen und darin eintauchen, nur ist das nicht die Leistung des RPG-Herstellers, sondern zum allergrößten Teil meine eigene....
Außerdem IST ein Spiel, das sich nur auf Storytelling beschränkt, entweder ein Film oder ein Buch und auf die Unterschiede zwischen Film und Buch bzw. die Stärken und Schwächen bin ich ja schon eingegangen......
Ist eh alles nichtig, was ihr hier schreibt. Welches Medium die beste Immersion bietet, kommt immer auf den Konsumenten an.
Man kann nicht seine eigenen Gefühle auf andere projizieren.
Grundsätzlich kann auch eine mündlich erzählte Geschichte am Lagerfeuer die beste sein. Also wäre das Medium "Luft" das beste zum Geschichtenerzählen.
Natürlich kann man keine Gefühle auf andere projezieren. Aber du tust im Umkehrschluss so, als wäre die menschliche Psyche ein einziges Mysterium, über das man nicht mal zu reden braucht. Dem ist aber faktisch nicht so. Es ist doch lächerlich zu behaupten, dass Filme, Bücher und Spiele nicht klar definierbare Stärken und Schwächen haben, die sich zwar in der Ausprägung und Intensität von Mensch zu Mensch unterscheiden können, die aber dennoch immer vorhanden sind und sich auch nicht wegdiskutieren lassen....
Dein Lagerfeuerbeispiel hinkt übrigens auch gewaltig bzw. unterstützt meine Argumentation: eine Erzählung untercheidet sich in keinster Weise von einem Buch, da ein geschriebenes Wort und ein gesprochenes Wort erst mal identisch sind. Der einzige Unterschied ist die Intonation beim Vortragen bzw. Sprechen, die einen Teil der Vorstellungskraft durch die Arbeit des Erzählers ersetzt. Das ist zwar ein Unterschied, aber nur ein geringfügiger. Man könnte sagen, der Entertainmentfaktor ist dadurch leicht erhöht auf Kosten der eigenen Fantasie.
Baldurs Gate 1+2 entkräftet deine Agrumentation leider völlig. Die Story, und es ist eine Schande werte PC Games Redaktion das dieser Storymeilenstein in eurer komischen Liste fehlt, ist tiefgängiger als jedes Buch. Außerdem sind es Bücher die beschränkt sind das sie zwar die Fantasie fordern diese aber im gegensatz zu PC spielen schlecht visualisieren. PC Spiele haben also den Vorteil Details sichtbar machen zu können, von daher ja Spiele sind wenn sie gut gemacht sind, und das sind die wenigsten, die besseren Bücher.
@Redaktion
Baldurs Gate 1-2
Ultima IV VI, VII & VIII
Jade Empire
Sleeping Dogs
Fallout 1+2
diverse Adventures hier sei stellvertretend Beneat a Steel Sky oder auch The Dig genannt.
Und btw. wenn ihr Swtor erwähnt könnt ihr auch RIFT, WOW Guildwars 1+2 und vor allem Everquest 1+2 nennen die auch alle "tiefgründige" Hintergrundstory besitzen.
Oh, ich bin der allergrößte Fan der BG Reihe (BG2 ist mein Lieblingsspiel....), aber was du hier sagst, ist schlicht lächerlich. Natürlich gibt es in Punkto Storytelling, Pacing, Charakterentwicklung und -tiefe (vor allem aufgrund der Introspektive) usw. weitaus bessere Bücher als das, was in der BG Saga umgesetzt ist.
Wenn deine Fantasie bzw. dein Vorstellungsvermögen unfähig ist, das Gelesene ausreichend zu visualisieren, dann solltest du vielleicht mehr lesen und ein wenig "üben". Es ist traurig genug, dass so mancher der jungen Generation die eigene Fantasie nur noch in Ausnahmefällen benutzt und sich sonst nur von dem berieseln lässt, was er vorgesetzt bekommt. Dabei sind Vorstellungskraft und Kreativität die wichtigsten Triebfedern des Menschen...

Ich würde gerne mal wissen, warum du Spiels als die besseren Medien für Geschichten empfindest, nur weil sie Dinge visualisiern können. Das widerspricht nämlich meiner These von der Limitierung des visuellen Mediums durch die Darstellung des Offensichtlichen bei gleichzeitigem Aufgeben der Introspektive und der erzählerischen Freiheit. Außerdem ist das nach wie vor auch noch die Limitierung durch die Technik ein Thema, was Filme (und Theaterstücke, die Urform des Films) zum besseren visuellen Medium für die Darstellung von Charakteren macht bisher.....