• Aktualisierte Forenregeln

    Keine Angst, niemand kauft eine Waschmaschine! Und im Grunde sind keine großen Neuerungen dazu gekommen, sondern nur Sachen ergänzt worden, an die sich die Moderation sowieso laut internen Absprachen hält. Die Forenregeln sind an den betreffenden Punkten nur etwas klarer formuliert. Änderung gab es unter dem Punkt 1.2 Meinungsfreiheit und 4.6 Spam und neu dazu gekommen ist 1.3 Verhaltensregeln, wo es im Grunde nur darum geht, höflich zu bleiben.

    Forenregeln

    Das bezieht sich nach wie vor nicht auf Neckereien und soll vor allem verhindern, dass Diskussionen zum Schauplatz von Streitigkeiten werden.
    Vielen Dank

Wie leben Deutsche im Ausland?

A

aph

Gast
Wenn es um unsere türkischen Mitbürger geht, z. B. um Integration und Parallelgesellschaften, um die Konzessionen an ihre Religion, um Forderungen nach dem Beherrschen der Sprache oder zu großer Ghettobildung ... da hört und liest man immer wieder den einleitenden Halbsatz:

"Ich kann ja auch nicht in die Türkei ziehen und einfach ..."

Angeblich würde man als Deutscher in der Türkei seine christliche Religion nicht ausüben können und käme nicht weit, wenn man sich nicht anpasse.

Die Berliner Zeitung (die ich täglich lese) hat uns nun einen wertvollen Dienst erwiesen und über genau solche Menschen berichtet. Jene, die in die Türkei gezogen sind, um dort tatsächlich zu leben.

Der Bericht ist voller interessanter Details und lädt zu einem differenzierten Abwägen und Vergleichen ein, daher würde ich gern eure Meinungen dazu hören - gern auch zu einzelnen Punkten.

Hier ist der Link.

Ein paar nette Zitate stell ich schon mal hier rein:

...Heute leben hunderttausend Menschen in Alanya. Mehr als zehntausend davon sind Deutsche, weshalb die Türken die Stadt Alemania nennen.
...
Hasan Sipahioglu
(der Bürgermeister) hat gehört von den Debatten in Deutschland. Von den Forderungen an die dort lebenden Türken, sich der neuen Heimat anzupassen. Sich zu integrieren. So richtig verstehen kann er das alles nicht. "Wir sind vielleicht toleranter als die Deutschen", sagt er. "Wir erwarten nicht, dass die Deutschen so werden wie wir. Warum sollten sie das tun?" Er sagt, dass es jetzt in Alanya dreiunddreißig Brotsorten gibt, dass es Baumärkte gibt, dass Häuser gebaut werden nach deutschen DIN-Normen. "Die Deutschen haben unsere Stadt bereichert, wir können viel von ihnen lernen."
...
Vielleicht ging das ja alles zu schnell, sagt Ute Brix. "Wir waren gar nicht vorbereitet auf dieses Land. Wir können die Sprache nicht, alles war fremd." Es gab dann auch die ersten Enttäuschungen. "Wir stellten fest, dass viele Türken abzocken, lügen und betrügen", sagt Ute Brix. Selbst von Leuten, die sie lange kannten, fühlten sie sich verraten. "Die haben alle ein Euro-Auge und ein Dollar-Auge. Das Geld macht die Beziehungen kaputt." Sie wurden misstrauisch, zogen sich zurück, hatten irgendwann nur noch deutsche Freunde.
...
Sie blicken ohne Liebe auf dieses Land, beißen sich an Kleinigkeiten fest. Irgendwann denkt man, dass sie Deutschland nie verlassen haben. Sie leben hier, aber eigentlich sind sie weit weg. In Deutschland würde man das wohl Parallelwelt nennen.
Im Stadtteil Oba gibt es die Pasa-Anlage. Hier wohnen nur Deutsche. Weiße Wohnblöcke stehen im Karree. Zwischen den Häusern wachsen Orangenbäume. Natursteinpfade führen an Beeten und Rasenflächen vorbei. Draußen herum läuft ein Zaun. Am Eingangstor steht: "Für Fremde kein Zutritt."
...
Rainer Korten ist katholischer Pfarrer. Der einzige in der Türkei. Vor einem Jahr hat er als erster ausländischer Geistlicher eine Arbeitsgenehmigung bekommen. Es ging nicht mehr anders. Es waren einfach zu viele Deutsche geworden an der Küste. Es gab Trauungen, Beerdigungen und Taufen, aber keinen Pfarrer.
...

Interessant, oder? ^^
Ich empfehle, aber den ganzen Artikel zu lesen, um die Zusammenhänge vollständig nachvollziehen zu können.
 

Schisshase

Gesperrt
Mitglied seit
16.04.2002
Beiträge
1.476
Reaktionspunkte
7
Ein Onkel von mir ist Anfang der 50er nach Südafrika ausgewandert. Er hat als einfacher Bergarbeiter angefangen und sich dann bis zum Goldminendirektor hochgearbeitet. Das geht nicht ohne ein gewisses Maß an Anpassung.
Trotzdem hat sich auch dort eine "Parallelgesellschaft" aus deutschen Einwanderern entwickelt, die ihr eigenes Süppchen kocht. Das gibts aber in jedem Einwanderungsland. Egal ob Deutsche, Türken, Italiener oder Chinesen, immer wird man ansammlungen einer bestimmten Gruppe vorfinden.
Jetzt will mein Onkel allerdings wieder nach D zurück, aus Gesundheitlichen Gründen. Weil er aber seit Jahrzehnten keinen Deutschen Paß mehr hat, gilt er jetzt in D als Ausländer :P
Und er müßte seine Vermögensverhältnisse offenlegen, was ihm gar nicht schmeckt ;)
 
TE
B

BM_W

Gast
Hm, interessanter Text... Ich muss sagen, ich finde es nciht gut, wenn man in der Türkei lebt, dort deutsche Regelungen zu erzwingen... Wenn es keine Fahrradspuren gibt, und? Dann eben nicht. Und ich finde es auch nicht gut, dass es dort Deutsche gibt, die kein Türkisch können und sich nicht über den Islam informieren...

Ich denke man muss sich an das Land in dem man lebt anpassen. Man muss nicht zu einem Türken werden wenn man in der Türkei ist, aber man muss die Türken respektieren. Man muss auch kein Deutscher werden, wenn man in Deutschland lebt, aber man muss trotzdem die Sprache (zumindest einigermassen) beherrschen und die Gepflogenheiten respektieren.

Und um noch ein Land ins Spiel zu bringen - ich finde die Lösung in Kanada sehr gut. Voraussetzung für die Einwanderung ist das Beherrschen einer der beiden Sprachen sowie ein Grundwissen über Staat und Gesellschaft. Wird übrigens in Tests überprüft. Ansonsten darf man leben wie man es bevorzugt, solange es nicht gegen die Gesetze geht. Mosaik der Kulturen nennen sie es.

Türken dürfen gerne ein Teil des Mosaiks in Deutschland werden. Aber kein eigenständiges Mosaik werden.
 
TE
A

aph

Gast
BM_W am 31.01.2005 16:52 schrieb:
Hm, interessanter Text... Ich muss sagen, ich finde es nciht gut, wenn man in der Türkei lebt, dort deutsche Regelungen zu erzwingen... Wenn es keine Fahrradspuren gibt, und? Dann eben nicht. Und ich finde es auch nicht gut, dass es dort Deutsche gibt, die kein Türkisch können und sich nicht über den Islam informieren...

Mich stimmt das alles sehr nachdenklich. Zwei Dinge beschäftigen mich:

Warum fällt es Deutschen so schwer, sich der türkischen Gesellschaft anzupassen und umgekehrt? Sind die Kulturen vielleicht wirklich einfach zu unterschiedlich? Mir würden Fahrradspuren fehlen. Und gute Brotsorten fände ich auch sehr wichtig (wie hab ich das in den USA und in Frankreich vermisst!).

Und wieso scheint es den Türken überhaupt nichts auszumachen, wenn sich die Deutschen nicht anpassen? (Wie war das in Südafrika? Gab es da Feindseligkeiten?) Umgekehrt wird Anpassung erwartet, wenn Türken nach Deutschland oder nach Kanada kommen.

Vielleicht ist es wirklich so, wie in dem Artikel steht:
Wahrscheinlich ist Integration auch eine Machtfrage. Oder eine Geldfrage. Nur Arme und Schwache müssen sich anpassen. Ob in Deutschland oder in der Türkei.
Kann man es so vereinfacht sagen?
 

davidian2000

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
27.02.2004
Beiträge
531
Reaktionspunkte
0
An der Wand lacht ein rosa Schwein, daneben hängt ein Bild von Kemal Atatürk, dem Gründer der türkischen Republik.

das glaube ich erst, wenn ich es sehe.

dieser artikel ist kein paradebespiel für objektiven journalismus, die subjektive note des autors, dessen ironische anspielung und voreingenommenheit zu diesem thema sich an vielen stellen im text widerspiegeln, sollte in einem kommentar zur geltung kommen und nicht in einer reportage.

was sich vielleicht viele nicht eingestehen wollen:
in deutschland wird allen ortens über die ausufernde bürokratie und regelungswut bis ins kleinste detail abgelästert - aber so bald man selbst in etwas anarchistischen ländern wohnt, sich nach der relativen sicherheit des organisierten gesellschaftsleben sehnt :-D

warum sollte es eigentlich grundsätzlich negativ sein, errungenschaften einer zivilisierten gesellschaft (auch wenn es um kleinigkeiten wie impf-erkennung für haustiere und radwege geht) in diesbezüglich offensichtlich unterentwickelten gesellschaftssystemen (freilaufende haustiere werden erschossen) einzuführen ?

scheinbar erkennen auch viele türken, die mit westeuropäischen systemen in berührung kamen, dass übertragbare verbesserungen in ihrer heimat lohneswert sind. ich erinnere mich an einen artikel in der auto-bild, nach dem ein türke über jahre deutsche verkehrsschilder in sein türkisches heimatdorf exportierte, um dort ein der stvo-ähnliches system zu etablieren und somit der verkehrssicherheit vorschub zu leisten. mittlerweile soll er in seinem dorf eine art held sein...

p.s.:
@ bm_w:
der türke, der 30 jahre in dtl lebte, "kämpft" für radwege ;)

aph am 31.01.2005 17:01 schrieb:
Und wieso scheint es den Türken überhaupt nichts auszumachen, wenn sich die Deutschen nicht anpassen?

das kam mit den bürgermeisterkommentaren doch zur geltung:
sie erkennen, dass das deutsche system offensichtlich von vorteil ist, denn wo deutsche leben, herrscht wohlstand und ordnung (obwohl das sicher ein im ausland vorherrschendes deutschen-mythos ist *ggg*) und wollen gleiches erreichen.
 
TE
L

LopezdieMaus

Gast
Also sei mir nicht böse aber meine persöhnliche Erfahrung ist die das sie hier sind wegen dem Geld und den sozialen Absicherungen aber nicht wegen den Deutschen ! (Nur wenige sind es die wegen dem Land hier sind)

Und ich finde wenn ich in eine Land gehe dann wegen den Menschen bitte !
Ein Türke oder Araber darf sich eine Deutsche Frau nehmen aber umgekehrt bekommst Du Schwierigkeiten bzw die Frauen geben sich erst garnicht mit einem Deutschen ab ! Es ist im Grunde genommen nur eine aggressive genetische Expansion sonst nichts !

So und jetzt schimpft mich alle Nazi :-D

Im übrigen wohne ich mit einem Franzosen einem Araber und einem Chinesen zusammen :]
 
TE
H

hisb

Gast
aph am 31.01.2005 17:01 schrieb:
Vielleicht ist es wirklich so, wie in dem Artikel steht:
Wahrscheinlich ist Integration auch eine Machtfrage. Oder eine Geldfrage. Nur Arme und Schwache müssen sich anpassen. Ob in Deutschland oder in der Türkei.
Kann man es so vereinfacht sagen?

genau so sieht es aus, so einfach ist das.

@Lopez : ich würd sagen, dass die deutschen in alanya wegen der Natur, halt dem meer, berge und frischen bzw. sauberen Luft dort leben.
ach ja nicht zu vergessen, günstig ist es da auch auf jeden fall :)
nix teuer wie hier ... :rolleyes:

und wer geht denn irgendwo hin wegen den Menschen und bleibt da auch für immer ???
mir sind doch die Menschen erstmal relativ egal denke ich, man will nur seine Ruhe und wie es in dem Artikel ja steht, wohnen die Deutschen ja alle sehr nahe beieinander,oda ?
 
TE
A

aph

Gast
davidian2000 am 31.01.2005 17:04 schrieb:
dieser artikel ist kein paradebespiel für objektiven journalismus, die subjektive note des autors, dessen ironische anspielung und voreingenommenheit zu diesem thema sich an vielen stellen im text widerspiegeln, sollte in einem kommentar zur geltung kommen und nicht in einer reportage.

was sich vielleicht viele nicht eingestehen wollen:
in deutschland wird allen ortens über die ausufernde bürokratie und regelungswut bis ins kleinste detail abgelästert - aber so bald man selbst in etwas anarchistischen ländern wohnt, sich nach der relativen sicherheit des organisierten gesellschaftsleben sehnt :-D

warum sollte es eigentlich grundsätzlich negativ sein, errungenschaften einer zivilisierten gesellschaft (auch wenn es um kleinigkeiten wie impf-erkennung für haustiere und radwege geht) in diesbezüglich offensichtlich unterentwickelten gesellschaftssystemen (freilaufende haustiere werden erschossen) einzuführen ?

Ja, auch das finde ich genauso interessant wie du. Aber an welcher Stelle hat der Autor eine Wertung dieses Phänomens abgegeben? Er hat doch nirgends geschrieben, dass es schlecht sei, solche Bürokratie zu fordern. Es liegt an uns, die Geschehnisse so zu interpretieren oder eben nicht.
 
TE
L

LopezdieMaus

Gast
hisb am 31.01.2005 17:44 schrieb:
aph am 31.01.2005 17:01 schrieb:
Vielleicht ist es wirklich so, wie in dem Artikel steht:
Wahrscheinlich ist Integration auch eine Machtfrage. Oder eine Geldfrage. Nur Arme und Schwache müssen sich anpassen. Ob in Deutschland oder in der Türkei.
Kann man es so vereinfacht sagen?

genau so sieht es aus, so einfach ist das.

@Lopez : ich würd sagen, dass die deutschen in alanya wegen der Natur, halt dem meer, berge und frischen bzw. sauberen Luft dort leben.
ach ja nicht zu vergessen, günstig ist es da auch auf jeden fall :)
nix teuer wie hier ... :rolleyes:

und wer geht denn irgendwo hin wegen den Menschen und bleibt da auch für immer ???
mir sind doch die Menschen erstmal relativ egal denke ich, man will nur seine Ruhe und wie es in dem Artikel ja steht, wohnen die Deutschen ja alle sehr nahe beieinander,oda ?

Ich würde eher sagen das das wieder typisch ist für Menschen :-D
 

davidian2000

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
27.02.2004
Beiträge
531
Reaktionspunkte
0
im gegensatz dazu würde mich interessieren, welche uns fremde besonderheit in deutschland übernommen werden kann. bis auf den (zugegebenermaßen großartigen) döner und den in der türkei praktizierten säkularismus (in deutschland nur ein lippenbekenntnis) fällt mir gerade nix ein...

eines doch:
obwohl in der türkei selbst nicht zur anwendung kommend, denke ich, dass gewisse passagen der scharia in deutschland angebracht sind, zb. hand-amputation bei diebstahl.

----------------------------------------

mit dem thema auswanderung hab ich mich auch schon beschäftigt, unter anderem, da ich herbst und winter hasse und in eine gegend ziehen möchte, wo 365 tage / jahr die sonne scheint.

ein bekannter hat den schritt gewagt, hat seinen job gekündigt, haus verkauft und ist mit frau und kind nach paraguay ausgewandert...

nur würde für mich kein (in meinen augen) unterentwickeltes land in frage kommen..und auch kein land ohne großstadt-metropolen mit pulsierendem nachtleben :)
wenn ich so drüber nachdenke, nur USA (florida). meine größte sorge besteht in der eventuell unzureichenden medeizinischen versorgung im fall der fälle...auch sollten die ärzte eine gängige sprache sprechen (englisch), da meine fremdsprachenkennnisse eher dürftig sind :B

für mich kommt so was leider erst in frage, wenn ich finanziell unabhängig bin (lottogewinn *ggg*) oder so ab dem 55.lebensjahr
 

Dimebag

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
29.07.2003
Beiträge
3.568
Reaktionspunkte
0
aph am 31.01.2005 17:01 schrieb:
Vielleicht ist es wirklich so, wie in dem Artikel steht:
Wahrscheinlich ist Integration auch eine Machtfrage. Oder eine Geldfrage. Nur Arme und Schwache müssen sich anpassen. Ob in Deutschland oder in der Türkei.
Kann man es so vereinfacht sagen?

Wie kannst du dir diese Frage nur stellen?
Es kann sein, dass sich manch eine reiche Person nicht so sehr anpassen muss, aber auch als "armer" muss man sich natürlich nicht anpassen.
Denk doch mal über Ghettos nach, warum bilden die sich? Da bildet sich eine kleine eigenständige Kultur, und die kann auch aus den genannten armen und schwachen bestehen.

Von wegen den Türken macht das nichts aus:
Solche Verallgemeinerungen sind gefährlich, aber gehen wir mal davon aus, dass es so ist.
Ich denke, dass den Türken egal ist, ob die Deutschen sich anpassen, weil sie keine Angst vor ihnen haben, während das in D (und auch anderswo) oft so ist. Meiner Erfahrung nach neigen die Leute in D eher dazu, sich von anderen Kulturen sozusagen bedroht zu fühlen.

Generell denke ich, dass zu grosses Misstrauen zu der Entstehung dieser Subkulturen führen.
Der Einwanderer traut den Heimischen nicht wirklich, und umgekehrt.

Schade eigentlich.

mfg
 
TE
D

Dave87

Gast
Hy

Erstmal: Der Link zu dem artikel hat nicht gefunkt...hab ihn also nicht gelesen!

2. Ich wohn ja in Kairo (Ägypten), und ja, es stimmt auch hier! Die Deutschen hier haben eine Art Parrallelgesellschaft gebildet! Ist auch bei mir so! Ich habe meine "deutschen" Freunde, und die "ägyptischen" Freunde "müssen" sich uns nunmal anpassen...also von dem her...
Dazu muss ich aber sagen, dass hier alle ausländlischen Jugendlichen so schnell wie möglich nach Europa, Amerika oder sonstwohin wollen...nur raus aus dem Land...Auch die meisten Erwachsenen sind "nur" für n paar Jahre (4-8) hier, weil sie von irgendeinem Unternehmen hierherversetzt wurden!

Also abschliessend kann man wohl nicht sagen, dass sich die Deutschen/Schweizer/Österreicher (auch die anderen, mit denen hab ich aber nix zu tun) besonders in das "integrieren" hineinstürzen...Aber es handelt sich hier ja wohl auch eher um eine relativ kurze Zeit im Ausland, vielleicht weil die Erwachsenen mal "andere Luft" schnuppern wollen oder was weiss ich..ich versteh eh nicht, wie man freiwillig hierherkommen kann ;)

Wie gesagt, ich habe den Artikel nicht gelesen, wenn es überhaupt nicht passt, ignoriert mich einfach =)
 
TE
A

aph

Gast
Dave87 am 31.01.2005 19:58 schrieb:
Wie gesagt, ich habe den Artikel nicht gelesen, wenn es überhaupt nicht passt, ignoriert mich einfach =)

Doch, passt super. Danke für deinen Erfahrungsbericht.
 
TE
A

aph

Gast
Schisshase am 31.01.2005 16:45 schrieb:
Ein Onkel von mir ist Anfang der 50er nach Südafrika ausgewandert. Er hat als einfacher Bergarbeiter angefangen und sich dann bis zum Goldminendirektor hochgearbeitet. Das geht nicht ohne ein gewisses Maß an Anpassung.
Trotzdem hat sich auch dort eine "Parallelgesellschaft" aus deutschen Einwanderern entwickelt, die ihr eigenes Süppchen kocht. Das gibts aber in jedem Einwanderungsland. Egal ob Deutsche, Türken, Italiener oder Chinesen, immer wird man ansammlungen einer bestimmten Gruppe vorfinden.
Jetzt will mein Onkel allerdings wieder nach D zurück, aus Gesundheitlichen Gründen. Weil er aber seit Jahrzehnten keinen Deutschen Paß mehr hat, gilt er jetzt in D als Ausländer :P
Und er müßte seine Vermögensverhältnisse offenlegen, was ihm gar nicht schmeckt ;)

Hehe, das glaub ich ... als Direktor einer Goldmine hat er sicher viele Nuggets unterm Kopfkissen, die er da angeben müsste. ^^

Aber was mich interessieren würde: Wie nahmen die Einheimischen diese Ghettobildung auf?
 

Schisshase

Gesperrt
Mitglied seit
16.04.2002
Beiträge
1.476
Reaktionspunkte
7
aph am 01.02.2005 10:58 schrieb:
Schisshase am 31.01.2005 16:45 schrieb:
Ein Onkel von mir ist Anfang der 50er nach Südafrika ausgewandert. Er hat als einfacher Bergarbeiter angefangen und sich dann bis zum Goldminendirektor hochgearbeitet. Das geht nicht ohne ein gewisses Maß an Anpassung.
Trotzdem hat sich auch dort eine "Parallelgesellschaft" aus deutschen Einwanderern entwickelt, die ihr eigenes Süppchen kocht. Das gibts aber in jedem Einwanderungsland. Egal ob Deutsche, Türken, Italiener oder Chinesen, immer wird man ansammlungen einer bestimmten Gruppe vorfinden.
Jetzt will mein Onkel allerdings wieder nach D zurück, aus Gesundheitlichen Gründen. Weil er aber seit Jahrzehnten keinen Deutschen Paß mehr hat, gilt er jetzt in D als Ausländer :P
Und er müßte seine Vermögensverhältnisse offenlegen, was ihm gar nicht schmeckt ;)

Hehe, das glaub ich ... als Direktor einer Goldmine hat er sicher viele Nuggets unterm Kopfkissen, die er da angeben müsste. ^^

Aber was mich interessieren würde: Wie nahmen die Einheimischen diese Ghettobildung auf?
Keine Ahnung. Wahrscheinlich hat man es stillschweigend hingenommen, wie bei uns auch mit den Türken. Man brauchte ja Arbeitskräfte damals. Es war auch nicht direkt Ghettobildung. Man war halt in seiner Freizeit lieber unter seinesgleichen. Sowas passiert, denk ich mal, automatisch, wenn man im ausland mit Landsleuten zusammen kommt.
Ich hab überhaupt keinen Kontakt zu meinem Onkel. Ich kenne nur die Geschichten, die ich so von meinem Vater (war mehrmals da zu Besuch) und meinem Bruder (hat ihn zweimal in D getroffen) über ihn höre. Bin auch nicht unglücklich darüber. Mein Onkel ist ein ziemlich Arroganter Schnösel. Seine Frau hat ihn nicht umsonst verlassen. Er war auch absolut gegen die Gleichberechtigung von Schwarzen. Er hatte sich dem Apartheidsstaat hervorragend angepaßt.
 

ZerGoth

Neuer Benutzer
Mitglied seit
13.06.2004
Beiträge
5
Reaktionspunkte
0
So, dann bin ich auch maldran :-D
Wohne seit 2en Klasse hier in Frankreich, und gehe hier auch zur Schule (bin zZ. 11e Klasse). An deutschsprachigen Ausländern gibt es hier hauptsächlich Schweizer, aber wenig Deutsche. Aber eine Art Subkultur der Deutschen formt sich nicht. In Frankreich wird man als Ausländer sogar ziemlich gut akzeptiert, wenn man die Sprache spricht und auch Spaß versteht ;)
Auf jeden Fall haben wenig Franzosen Probleme mit Ausländern, da sind sie schon ziemlich offen.
Leider formiert sich auch in Frankreich eine Subkultur, nämlich die der Einwanderer aus Nordafrika. Ist allerdings weniger schlimm wie in Deutschland, die Einwanderer sprechen größtenteils Französisch und es ist allgemein nicht so schlimm wie "Drüben". Aber daß liegt hier nicht an der Intoleranz der Franzosen (obwohl die ältere Generation durchaus etwas gegen "Araber" hat), auch nicht am politische System, sondern leider an der Intoleranz der Einwanderer selbst. Sie bezeichnen beispielsweise quasi 90% aller Franzosen, die zB. Metal hören, als Skinhead (obwohl Skinheads ja überhaupt nichts mit Rassismus zu tun haben, ist aber ein anderes Thema), und bleiben allgemein gerne unter sich, auch wenn sie sich ab und an mit Franzosen anfreunden, aber nie so sehr wie unter sich.

Persönlich habe ich es geschafft mich recht gut zu integrieren, aber zuhause leider nicht. Da wird halt immer noch Deutsch geredet, gegessen und deutsche Fernsehen geschaut.
Ich denke mal daß die "typischen Deutschen" einfach nicht viel mit etwas Ausländischem anfangen können (vllt. eine Auswirkung des Fakts, daß wir keine Patrioten sein dürfen, unter der Gefahr, als Nazi zu gelten :rolleyes: ), und deshalb ihre Kultur "importieren", anstatt sich anzupassen. Dieses Misstrauen gegenüber Fremden wird leider nicht nurauf Produkte uÄ. beschränkt, sondern auch auf Menschn. Und deshalb fällt es Deutschen vor allem im Ausland schwer, sich zu integrieren, und im Inland fällt es eben schwer, zu integrieren, vor allem aus Furcht und Misstrauen. Allerdings liegt es auch an den Einwanderern, die sich nicht anpassen wollen, daß die Deutschen sie nicht integrieren.

Ich denke, beide Parteien haben eine Teilschuld, die vor allem auf den kulturellen Unterschieden und Misstrauen beruht. Wenn man integrieren will, muß man zuallererst bei sich selbst anfangen, und dann sollte man auch von den zu Integrierenden erwarten, daß sie sich anpassen.

Danke für die Aufmerksamkeit :)
 
TE
S

Sgod

Gast
ZerGoth am 02.02.2005 22:17 schrieb:
Ich denke mal daß die "typischen Deutschen" einfach nicht viel mit etwas Ausländischem anfangen können (vllt. eine Auswirkung des Fakts, daß wir keine Patrioten sein dürfen, unter der Gefahr, als Nazi zu gelten :rolleyes: ),
Wo ist da der Zusammenhang?

Zum Patriotismus:
Das man in Deutschland nicht Patriot sein darf, stimmt nicht. Den Satz "Ich bin kein Nazi, aber..." bringen die meisten 'Patrioten' ja schon, bevor überhaupt irgend jemand irgendwie auf eine Äußerung reagiert hat. Sie reden von einem unverkrampften Umgang mit Patriotismus, sind aber selber nicht in der Lage, normal damit umzugehen.
Außerdem ist das Problem nicht, das Patrioten als Nazis gelten. Vielmehr ist es so, dass die meisten Nazis sich als Patrioten bezeichnen!


Gruß Sgod
 

HellBull

Benutzer
Mitglied seit
07.01.2005
Beiträge
81
Reaktionspunkte
0
..besser als Ausländer in Deutschland. (weniger Hass, netterer Umgang.. spreche aus Erfahrung. D-> auswärts).
 

TheSinner

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
02.02.2004
Beiträge
1.269
Reaktionspunkte
585
HellBull am 03.02.2005 10:38 schrieb:
..besser als Ausländer in Deutschland. (weniger Hass, netterer Umgang.. spreche aus Erfahrung. D-> auswärts).

@Hellbull Ich bin erstaunt ob deiner ungemein differenzierten Argumentation und deiner schier unermesslichen Detailfülle.

Nun mal zum eigentlichen Thema.

In meinen Augen wäre diese ganze Integrierungsgeschichte an und für sich überflüssig, wenn wir endlich akzeptieren würden, dass wir allesamt gleich sind (Menschen eben) und dass da jeder andere Erfahrungen hat, eine andere Kultur etcetera ist ganz natürlich und sollte dementspreched akzeptiert werden.


Wir haben insbesondere in Deutschland "den Ausländern" eine Menge zu verdanken, das wird aber gerne vergessen wenn heute wieder gegen Ausländer gehetzt wird. ohne "die Ausländer" wäre Deutschland völlig kollabiert in der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, es gab de fakto nicht genügend Deutsche für all die Arbeitsplätze. Davon abgesehen werden wir täglich von diesen "Ausländern" bereichert - eine Moschee mitten in meiner Heimatstadt beweist das und ich bin dankbar dafür. Ich freue mich, dass diese Menschen sich hier so heimisch fühlen und ich freue mich, dass wir voneinander lernen (wie es das obere Beispiel des Originaltextes auch aufzeigt). Die Menschheit hat viele Jahrhunderte nutzlos damit verbracht, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen statt endlich zu realisieren dass wir alle einander brauchen - und wenn sich die Kulturen immer weiter vermischen, kann mir das nur recht sein und wird letztendlich dazu führen, dass wir vielleicht eines fernen Tages nur noch eine einzige gemeinsame Kultur besitzen - die der Menschheit.

Dahin kommen wir aber nicht, wenn wir andere Menschen dazu zwingen sich uns anzupassen, sondern wenn wir akzeptieren dass sie anders sind als wir. Wir sind ja schliesslich auch anders als sie - und nicht nur sie anders als wir.

Stattdessen jedoch predigen wir Hass, leben wir Rassismus und atmen wir deutsche Luft - das ist zwar nicht ein typisch deutsches Merkmal, aber gerade in Deutschland weit verbreitet da wir noch unter den Nachwehen unserer unrühmlichen Vergangenheit leiden, noch immer glauben einige tausend Vollidioten an diese geistige Verirrung sondergleichen - wir sind dort also nicht allzu weit weg von "damals".

Dementsprechend sind "die Türken" für mich auch weiter, insofern es stimmen sollte dass sie kein Problem damit haben, dass sich die Deutschen nicht anpassen. Zwar "sollten" sich die Deutschen insofern anpassen, dass sie auch die Türken genauso akzeptieren und tolerieren, aber in einem fremden Land liegt diese "Bringeschuld" nunmal primär auf seiten der Einheimischen - und anscheinend sind uns "die Türken" da weit voraus.
 

forestspyer

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
21.04.2003
Beiträge
249
Reaktionspunkte
0
aph am 31.01.2005 17:01 schrieb:
Mich stimmt das alles sehr nachdenklich. Zwei Dinge beschäftigen mich:

Warum fällt es Deutschen so schwer, sich der türkischen Gesellschaft anzupassen und umgekehrt? Sind die Kulturen vielleicht wirklich einfach zu unterschiedlich?

Ja, sind sie leider. Natürlich gibt es Ausnahmen. Aber im Großen und Ganzen trifft das leider zu.
 
TE
A

aph

Gast
TheSinner am 07.02.2005 09:11 schrieb:
...
Die Menschheit hat viele Jahrhunderte nutzlos damit verbracht, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen statt endlich zu realisieren dass wir alle einander brauchen - und wenn sich die Kulturen immer weiter vermischen, kann mir das nur recht sein und wird letztendlich dazu führen, dass wir vielleicht eines fernen Tages nur noch eine einzige gemeinsame Kultur besitzen - die der Menschheit.
...
Dementsprechend sind "die Türken" für mich auch weiter, insofern es stimmen sollte dass sie kein Problem damit haben, dass sich die Deutschen nicht anpassen. Zwar "sollten" sich die Deutschen insofern anpassen, dass sie auch die Türken genauso akzeptieren und tolerieren, aber in einem fremden Land liegt diese "Bringeschuld" nunmal primär auf seiten der Einheimischen - und anscheinend sind uns "die Türken" da weit voraus.
(sorry fürs Kürzen)

Also, ich kann deine Argumentation nicht ganz nachvollziehen, auch wenn ich sie emotional unterstütze.
Klar wäre es schön, wenn wir uns alle gegenseitig tolerieren und auf diese Weise vermischen, ohne unsere Identität aufzugeben. Nur zeigt sich doch leider, dass es mit dem Vermischen nicht allzu gut funktioniert. Ghettobildung gibt es hier wie dort. Dass Türken sich hier lieber unter sich bewegen, wenn sie so angefeindet werden, verstehe ich dabei ja noch. Aber dass auch Deutsche sich in der Türkei abkapseln, OBWOHL die Türken die mitgebrachten Eigenarten mehr als tolerieren (was meiner Ansicht nach ausschließlich wirtschaftliche Gründe hat) - das will mir nicht in den Kopf.
Angesprochen wurden in dem Artikel betrügerische Aktivitäten der neuen türkischen "Freunde" - keine Ahnung, was da dran war. Jedenfalls drückt sich darin ja erneut der Druck der wirtschaftlichen Kluft aus, der auch hier der Integration entgegenwirkt.

Ist die türkische Gesellschaft also wirklich "weiter"? Oder liegt ihre erhöhte Toleranzbereitschaft wie auch das Scheitern der Integration an den unterschiedlichen finanziellen Background?

Kann die von dir gewünschte globale Vermischung nur entstehen, wenn auch die wirtschaftichen Unterschiede überwunden sind?
 
TE
L

LopezdieMaus

Gast
aph am 07.02.2005 11:00 schrieb:
TheSinner am 07.02.2005 09:11 schrieb:
...
Die Menschheit hat viele Jahrhunderte nutzlos damit verbracht, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen statt endlich zu realisieren dass wir alle einander brauchen - und wenn sich die Kulturen immer weiter vermischen, kann mir das nur recht sein und wird letztendlich dazu führen, dass wir vielleicht eines fernen Tages nur noch eine einzige gemeinsame Kultur besitzen - die der Menschheit.
...
Dementsprechend sind "die Türken" für mich auch weiter, insofern es stimmen sollte dass sie kein Problem damit haben, dass sich die Deutschen nicht anpassen. Zwar "sollten" sich die Deutschen insofern anpassen, dass sie auch die Türken genauso akzeptieren und tolerieren, aber in einem fremden Land liegt diese "Bringeschuld" nunmal primär auf seiten der Einheimischen - und anscheinend sind uns "die Türken" da weit voraus.
(sorry fürs Kürzen)

Also, ich kann deine Argumentation nicht ganz nachvollziehen, auch wenn ich sie emotional unterstütze.
Klar wäre es schön, wenn wir uns alle gegenseitig tolerieren und auf diese Weise vermischen, ohne unsere Identität aufzugeben. Nur zeigt sich doch leider, dass es mit dem Vermischen nicht allzu gut funktioniert. Ghettobildung gibt es hier wie dort. Dass Türken sich hier lieber unter sich bewegen, wenn sie so angefeindet werden, verstehe ich dabei ja noch. Aber dass auch Deutsche sich in der Türkei abkapseln, OBWOHL die Türken die mitgebrachten Eigenarten mehr als tolerieren (was meiner Ansicht nach ausschließlich wirtschaftliche Gründe hat) - das will mir nicht in den Kopf.
Angesprochen wurden in dem Artikel betrügerische Aktivitäten der neuen türkischen "Freunde" - keine Ahnung, was da dran war. Jedenfalls drückt sich darin ja erneut der Druck der wirtschaftlichen Kluft aus, der auch hier der Integration entgegenwirkt.

Ist die türkische Gesellschaft also wirklich "weiter"? Oder liegt ihre erhöhte Toleranzbereitschaft wie auch das Scheitern der Integration an den unterschiedlichen finanziellen Background?

Kann die von dir gewünschte globale Vermischung nur entstehen, wenn auch die wirtschaftichen Unterschiede überwunden sind?

NEIN :-D Der Mensch ist und bleibt ein Lügner !!!
Und @TheSinner Du bist ein Klugscheisser und ein Spinner :X Aber es ist was wahres dran an Deinen Worten *gg
 
TE
L

LopezdieMaus

Gast
LopezdieMaus am 07.02.2005 11:27 schrieb:
aph am 07.02.2005 11:00 schrieb:
TheSinner am 07.02.2005 09:11 schrieb:
...
Die Menschheit hat viele Jahrhunderte nutzlos damit verbracht, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen statt endlich zu realisieren dass wir alle einander brauchen - und wenn sich die Kulturen immer weiter vermischen, kann mir das nur recht sein und wird letztendlich dazu führen, dass wir vielleicht eines fernen Tages nur noch eine einzige gemeinsame Kultur besitzen - die der Menschheit.
...
Dementsprechend sind "die Türken" für mich auch weiter, insofern es stimmen sollte dass sie kein Problem damit haben, dass sich die Deutschen nicht anpassen. Zwar "sollten" sich die Deutschen insofern anpassen, dass sie auch die Türken genauso akzeptieren und tolerieren, aber in einem fremden Land liegt diese "Bringeschuld" nunmal primär auf seiten der Einheimischen - und anscheinend sind uns "die Türken" da weit voraus.
(sorry fürs Kürzen)

Also, ich kann deine Argumentation nicht ganz nachvollziehen, auch wenn ich sie emotional unterstütze.
Klar wäre es schön, wenn wir uns alle gegenseitig tolerieren und auf diese Weise vermischen, ohne unsere Identität aufzugeben. Nur zeigt sich doch leider, dass es mit dem Vermischen nicht allzu gut funktioniert. Ghettobildung gibt es hier wie dort. Dass Türken sich hier lieber unter sich bewegen, wenn sie so angefeindet werden, verstehe ich dabei ja noch. Aber dass auch Deutsche sich in der Türkei abkapseln, OBWOHL die Türken die mitgebrachten Eigenarten mehr als tolerieren (was meiner Ansicht nach ausschließlich wirtschaftliche Gründe hat) - das will mir nicht in den Kopf.
Angesprochen wurden in dem Artikel betrügerische Aktivitäten der neuen türkischen "Freunde" - keine Ahnung, was da dran war. Jedenfalls drückt sich darin ja erneut der Druck der wirtschaftlichen Kluft aus, der auch hier der Integration entgegenwirkt.

Ist die türkische Gesellschaft also wirklich "weiter"? Oder liegt ihre erhöhte Toleranzbereitschaft wie auch das Scheitern der Integration an den unterschiedlichen finanziellen Background?

Kann die von dir gewünschte globale Vermischung nur entstehen, wenn auch die wirtschaftichen Unterschiede überwunden sind?

NEIN :-D Der Mensch ist und bleibt ein Lügner !!!
Und @TheSinner Du bist ein Klugscheisser und ein Spinner :X Aber es ist was wahres dran an Deinen Worten *gg
Ps. Die Türken waren schon immer Expansionsfreudig deswegen waren sie nicht umsonst Eroberer !!
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/18/0,1872,2001234,00.html :-D
 
TE
A

Azraelzero

Gast
TheSinner am 07.02.2005 09:11 schrieb:
HellBull am 03.02.2005 10:38 schrieb:
..besser als Ausländer in Deutschland. (weniger Hass, netterer Umgang.. spreche aus Erfahrung. D-> auswärts).

@Hellbull Ich bin erstaunt ob deiner ungemein differenzierten Argumentation und deiner schier unermesslichen Detailfülle.

Nun mal zum eigentlichen Thema.

In meinen Augen wäre diese ganze Integrierungsgeschichte an und für sich überflüssig, wenn wir endlich akzeptieren würden, dass wir allesamt gleich sind (Menschen eben) und dass da jeder andere Erfahrungen hat, eine andere Kultur etcetera ist ganz natürlich und sollte dementspreched akzeptiert werden.

[idealvorstellung über Toleranz]
Prinzipiell bin ich ganz deiner Meinung, allerdings hat die ganze Sache nur einen Haken: Die von dir verlangte Erkenntnis, dass wir alle gleich und dennoch inviduell sind, setzt leider Intelligenz voraus. Somit werden ca. 80% der Weltbevölkerung diesen Umstand nicht wirklich nachvollziehen können.
 

TheSinner

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
02.02.2004
Beiträge
1.269
Reaktionspunkte
585
aph am 07.02.2005 11:00 schrieb:
TheSinner am 07.02.2005 09:11 schrieb:
...
Die Menschheit hat viele Jahrhunderte nutzlos damit verbracht, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen statt endlich zu realisieren dass wir alle einander brauchen - und wenn sich die Kulturen immer weiter vermischen, kann mir das nur recht sein und wird letztendlich dazu führen, dass wir vielleicht eines fernen Tages nur noch eine einzige gemeinsame Kultur besitzen - die der Menschheit.
...
Dementsprechend sind "die Türken" für mich auch weiter, insofern es stimmen sollte dass sie kein Problem damit haben, dass sich die Deutschen nicht anpassen. Zwar "sollten" sich die Deutschen insofern anpassen, dass sie auch die Türken genauso akzeptieren und tolerieren, aber in einem fremden Land liegt diese "Bringeschuld" nunmal primär auf seiten der Einheimischen - und anscheinend sind uns "die Türken" da weit voraus.
(sorry fürs Kürzen)

Also, ich kann deine Argumentation nicht ganz nachvollziehen, auch wenn ich sie emotional unterstütze.
Klar wäre es schön, wenn wir uns alle gegenseitig tolerieren und auf diese Weise vermischen, ohne unsere Identität aufzugeben. Nur zeigt sich doch leider, dass es mit dem Vermischen nicht allzu gut funktioniert. Ghettobildung gibt es hier wie dort. Dass Türken sich hier lieber unter sich bewegen, wenn sie so angefeindet werden, verstehe ich dabei ja noch. Aber dass auch Deutsche sich in der Türkei abkapseln, OBWOHL die Türken die mitgebrachten Eigenarten mehr als tolerieren (was meiner Ansicht nach ausschließlich wirtschaftliche Gründe hat) - das will mir nicht in den Kopf.
Angesprochen wurden in dem Artikel betrügerische Aktivitäten der neuen türkischen "Freunde" - keine Ahnung, was da dran war. Jedenfalls drückt sich darin ja erneut der Druck der wirtschaftlichen Kluft aus, der auch hier der Integration entgegenwirkt.

Ist die türkische Gesellschaft also wirklich "weiter"? Oder liegt ihre erhöhte Toleranzbereitschaft wie auch das Scheitern der Integration an den unterschiedlichen finanziellen Background?

Kann die von dir gewünschte globale Vermischung nur entstehen, wenn auch die wirtschaftichen Unterschiede überwunden sind?

Zunächsteinmal ein Danke für die Bereicherung der Diskussion, zumal du mich alten Toleranzträumer auf etwas hingewiesen hast, was mir zwar bewusst aber in diesem Moment nicht zu Papier gekommen war. Das ist tatsächlich ein grosses Problem, denn die wirtschaftlichen Unterschiede sind in meinen augen die Wurzel der Konflikte - hätten wir wirklich allesamt denselben Besitz (und ich spreche hier ausdrücklich und explizit nicht vom kommunistischen Gedankensystem), oder auf eine andere Weise allesamt gleichermassen abgesichert vor Elend, dann gäbe es keinen Sinn mehr für Territorialkämpfe und dergleichen.

Dass wir dies nicht erreichen - zumindest nicht während ich lebe - ist mir durchaus klar, doch wenn es niemand ausspricht, wer soll es dann hören? Letztendlich ist beides was ich äusserte noch utopisch, aber vielleicht gelangen wir Schritt für Schritt irgendwann doch dahin.

Zwar könnte die Toleranz vielleicht auch ohne den wirtschaftlichen Ausgleich funktionieren, aber ich räume ein, dass es da schwieriger würde. Funktionieren könnte es insofern, als dass Toleranz und Akzeptanz gerade von den Armen anderer Kulturen gelernt werden kann, ebenso wie beispielsweise "Kinderfreundlichkeit" (Italien) oder "zuvorkommende Gastfreundschaft" (Türkei, Tunesien) - wir müssten nur aufhören mit unserer Industrienationenarroganz in der wir glauben, wir hätten die Weisheit gepachtet - wir sehen ja, wohin uns unsere "Weisheit" geführt hat.

Wenn wir voneinander lernen würden, könnten wir auch begreifen, dass andere Kulturen keine Bedrohungen darstellen sondern Bereicherungen. Letztendlich gehören wir schon immer zu derselben Kultur (der der Menschen) und wenn die subjektiv empfundene Not in unseren Industrienationen immer grösser wird in Zukunft (Armutsgrenze, Arbeitslosigkeit, Bildungseklat) dann könnten wir irgendwann endlich das tun, was wir schon jetzt tun sollten (und im Ansatz zum Glück auch tun) - von anderen Kulturen und Nationen lernen, wie es besser geht (Niederlande, Finnland etc.).

Wir mögen uns wissenschaftlich fortentwickelt haben, aber in diesem Punkt sind wir heute noch genauso weit wie im Mittelalter.


PS: Wir Deutschen waren auch schon immer sehr expansionsfreudig..nicht erst im 20ten jahrhundert (siehe "Heiliges römisches Reich deutscher Nationen") :).
 
TE
A

Azraelzero

Gast
TheSinner am 07.02.2005 21:56 schrieb:
Dass wir dies nicht erreichen - zumindest nicht während ich lebe - ist mir durchaus klar, doch wenn es niemand ausspricht, wer soll es dann hören? Letztendlich ist beides was ich äusserte noch utopisch, aber vielleicht gelangen wir Schritt für Schritt irgendwann doch dahin.
Wir werden dorthin gelangen müssen, denn sonst ists um die Menschheit schlecht bestellt. Schon mal bedacht, dass es in unserem ach so schönen Wirtschaftssystem nur jemandem gut gehen kann, wenn es einem anderen entsprechend schlecht geht?
Schöne Grundlage, um eine tolerante, gleichberechtigte Gesellschaft zu bilden...
 

Dimebag

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
29.07.2003
Beiträge
3.568
Reaktionspunkte
0
TheSinner am 07.02.2005 21:56 schrieb:
Funktionieren könnte es insofern, als dass Toleranz und Akzeptanz gerade von den Armen anderer Kulturen gelernt werden kann, ebenso wie beispielsweise "Kinderfreundlichkeit" (Italien) oder "zuvorkommende Gastfreundschaft" (Türkei, Tunesien) - wir müssten nur aufhören mit unserer Industrienationenarroganz in der wir glauben, wir hätten die Weisheit gepachtet - wir sehen ja, wohin uns unsere "Weisheit" geführt hat.

Hier liegt IMHO ein Fehler - du sagst, dass wir alle Menschen sind, denkst aber selber in Nationen.

Es ist meiner Meinung nach so, dass es keine kinderfreundlichen Nationen gibt - es gibt nur kinderfreundliche Menschen. Ich habe meine Kindheit in Deutschland verbracht und finde, ich wurde dort als Kind sehr gut behandelt. Sowohl von Bekannten als auch von Fremden. Ich finde nicht, dass die Wahrscheinlichkeit in Deutschland geringer ist, als Kind gut behandelt zu werden. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es in Italien weniger misshandelte Kinder gibt als in Deutschland.

Ich finde deine Haltung generell aber sehr löblich und richtig. Ich hoffe, dass du diese beibehältst und weitergibst.

Über dieses Thema könnte ich stundenlang weitermachen....

mfg
 

HellBull

Benutzer
Mitglied seit
07.01.2005
Beiträge
81
Reaktionspunkte
0
TheSinner am 07.02.2005 09:11 schrieb:
HellBull am 03.02.2005 10:38 schrieb:
..besser als Ausländer in Deutschland. (weniger Hass, netterer Umgang.. spreche aus Erfahrung. D-> auswärts).

@Hellbull Ich bin erstaunt ob deiner ungemein differenzierten Argumentation und deiner schier unermesslichen Detailfülle.

...Wir haben insbesondere in Deutschland "den Ausländern" eine Menge zu verdanken,...

Dahin kommen wir aber nicht, wenn wir andere Menschen dazu zwingen sich uns anzupassen, sondern wenn wir akzeptieren dass sie anders sind als wir. Wir sind ja schliesslich auch anders als sie - und nicht nur sie anders als wir.

...Dementsprechend sind "die Türken" für mich auch weiter
.., dass sich die Deutschen nicht anpassen.

Zuerstmal möchte ich sagen, dass ich deiner Meinung und deren Inhalt, im Ganzen betrachtet, zustimme.
Dein Erstauntsein zu meiner Antwort, welche zugegeben nicht sehr differenziert daherkam (keine Zeit gehabt..Arbeit usw. sorry !) verstehe ich .. .

Allerdings finde ich es auch nicht sehr differenziert andauernt von "den Ausländern", "den Türken" und "den Deutschen" zu sprechen.
Wer ist denn "der Ausländer", "der Türke" und "der Deutsche" ?
Ich lebe teils in Deutschland und Teils im Ausland.. .
In der Zeit im Ausland (.. obwohl ich mich eigentlich nie wie im Ausland fühle sondern dank der Menschen vor Ort immer wie Zuhause) und auch durch den Umgang mit einigen Freunden in Deutschland, deren Vorfahren etwa aus Tunesien, der Türkei, Spanien, Kroatien, den USA und Eritrea (NordOstAfrika) stammten, kann ich sagen, dass es "den Türken" genausowenig gibt wie "den Deutschen" oder "den Ausländer".
Ich kenne einen schwulen Türken, der gerne Punkmusik hört und der mit Religion an sich nicht viel am Hut hat. Genauso einen Deutschen mit spanischen Wurzeln (wurde in Spanien geboren hat aber nun die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen..) der keine Paella mag und bei Stierkämpfen vor Wut fast jedesmal an die Decke springt, da er dieses nicht so klasse findet.
Es gibt "den Türken" genausowenig wie "den Ausländer"... wenn man das begriffen hat, lebt es sich viel relaxter und man muss gar nicht mehr viel darüber reden, ob nun ein jeder so akzeptiert werden soll, wie er eben ist oder ob man jedem mit Angst, Missgunst oder gar Hass entgegentritt.

Desweiteren habe ich gerade kürzlich wieder an einem dieser Familientreffen teilgenommen, von welchen ich mich aus priv. Gründen immer mehr fernhalte.. Dort musste ich mir dann auch wieder Sachen wie "mittlerweile verbastardete deutsche Gesellschaft", "..die nehmen uns die Arbeitsplätze weg" usw. usw. anhören (meine Eltern möchte ich hier ausdrücklich von ausnehmen, da für sie die Herkunft eines Menschen nicht mit einer Wertigkeit in Verbindung zu bringen ist !).
Ich habe dann wieder einen meiner Ausraster bekommen, den betreffenden Personen mitgeteilt was ich von ihnen und ihrer Meinung halte.. mich höflich verabschiedet und wieder gen Heimat gemacht.
Anderswo gibt es diese Intoleranz leider ganz genauso...
Z.B.: Hat mir den Quatsch mit der "verbastardeten Gesellschaft" auch schon ein Portugiese, mit dem ich zusammenarbeitete, mit einer gewissen Boshaftigkeit erzählt. ..oder auch zu erwähnen, die Shoppingtour durch London, wo ich mit 2 Freunden (beide haben einen etwas dunkleren Teint wie ich ;) ) in nem sogenannten "Schwarzenviertel" (finde ich persönlich nicht so toll, diese Bezeichnung) unterwegs war. Hier hat man dann zur Abwechslung eben mal mich, mit den freundlichen Worten "hurry up white motherfucker.." aus dem Laden verabschiedet. Intoleranz, Hass, Liebe, Respekt ..gibt es überall .

Meine Heimat ist da wo man mich willkommen heißt und ich mich wohlfühlen darf.. ob dies ein kleines spanisches Fischerdorf im Süden ist oder die Stadt Mannheim.. spielt da für mich keine Rolle.
Wenn zum Glück nur einige Deutsche Bürger von Anpassung usw. sprechen, habe ich immer so ein seltsames Gefühl, als wenn sie dann eher Assimilation der "Fremden" meinen. Diese sollen ihre Kultur, Vergangenheit und Familientradition an der Grenze abgeben und gefälligst genauso den "anständigen Deutschen" (gibts nicht) mitspielen wie eben ein Meier oder Schmidt dies für sie tut.
Aberwitzig so etwas von Jemandem zu verlangen..

Aber ich kenne auch genug "Deutsche" (ob dunkle, helle, große und kleine "Deutsche"..) die das genauso sehen wie TheSinner oder auch ich..
Es gibt eben keinen "der Ausländer" oder "der Deutsche"..
Locker machen und sich an unserer allesamt Andersartigkeit erfreuen.. dann erkennt man mit den Jahren mehr Gemeinsamkeiten wie man es je für Möglich gehalten hat.
 
TE
A

aph

Gast
TheSinner am 07.02.2005 21:56 schrieb:
Wenn wir voneinander lernen würden, könnten wir auch begreifen, dass andere Kulturen keine Bedrohungen darstellen sondern Bereicherungen. Letztendlich gehören wir schon immer zu derselben Kultur (der der Menschen) und wenn die subjektiv empfundene Not in unseren Industrienationen immer grösser wird in Zukunft (Armutsgrenze, Arbeitslosigkeit, Bildungseklat) dann könnten wir irgendwann endlich das tun, was wir schon jetzt tun sollten (und im Ansatz zum Glück auch tun) - von anderen Kulturen und Nationen lernen, wie es besser geht (Niederlande, Finnland etc.).

Mal zum Thema Bereicherung: Was bedeutet das denn eigentlich?

An einer Moschee vorbeizugehen und zu sagen: "oh, schau an, eine Moschee" kanns ja wohl nicht sein? Hast du dich deswegen mehr mit islamischer Kunst und Religion beschäftigt? Warst du schon in einer? Feierst du islamische Feste mit?

In den USA sieht das ganz anders aus, da werden der irische Saint-Patricks-Day ebenso gefeiert wie katholische und jüdische Feste. Was gäbs hier für einen Aufstand, wenn die Moslems in Berlin mal das Passatfest öffentlich feiern wollten? Ich erinnere mich an die Proteststürme bei der Idee eines islamischen Feiertages. Warum ist das in den USA problemlos, erzeugt hier aber Ängste? Warum können die Schwulen den CSD feiern und alle gaffen fröhlich, aber nichtchristliche Prozessionen sind verboten?
 
Oben Unten