Hyperhorn
Spiele-Kenner/in
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In der Tat. Mir wird im Kollegenkreis gerne mal (spaßhalber) vorgeworfen, grundsätzlich etwas gegen Steam zu haben, aber das stimmt überhaupt nicht. Für jemanden, der seine Spiele gerne online sofort und ohne Wartezeit kauft, Auto-Patches mag und seine Spiele nicht weiterverkaufen möchte, ist eine solche Plattform super. (Die Liste lässt sich nahezu beliebig fortsetzen.)Es ist aber schon sehr scheinheilig von Valve und Gabe Newell DRM zu kritisieren. Schließlich haben sie es mit ihrem Steam damals salonfähig gemacht. Sie haben dafür gesorgt, dass man beim Installieren online sein muss, dass man seine Spiele an eine Onlineverkaufsplattform zwangsverheiraten muss, selbst wenn man es im Laden kauft.
Und was DRM betrifft. Je mehr die Hersteller darauf setzen, desto mehr verlieren die Spieler die Scham, das Spiel einfach irgendwo runterzuladen. Merk ich ja an mir selbst auch. Bei Spielen mit stark übertriebenen Kopierschutz hab ich in letzter Zeit schon manchmal nachgedacht, mir solche Spiele einfach anders zu besorgen. Habs aber dann gelassen.
Wenn ich mich aber nicht an so eine Plattform binden möchte und einen Spiele-PC offline betreibe (Ja, ich habe offensichtlich Internetzugang. Nein, ich sehe allein aus Sicherheitsgründen keinen Bedarf sämtliche meiner PCs ans Netz zu hängen.), dann ist es einfach extrem ärgerlich, wenn man als ehrlicher Kunde für 50 Euro ein Produkt enthält, das sich nur stark eingeschränkt nutzen lässt und jemand, der sich das Spiel illegal aus dem Netz zieht, nicht nur die 50 Euro gespart hat, sondern das Produkt auch so nutzen kann, wie man es sich eigentlich wünschen würde.
Soll also heißen: Steam als optionales Feature ist toll. Wer sein Spiel gerne mit Steam verknüpft, soll dies machen können. (Bestes Beispiel: Die DRM-freien Humble Indie Bundles) Steam als aufgezwungene DRM-Krücke stinkt allerdings. Wenn ich im Laden oder via Versand ein Spiel bestelle, will ich das ohne Online-Zwang "out of the box" nutzen können und bitteschön auch einzelne Patch-Dateinen lokal archivieren installieren können und nicht von einer als DRM-Maßnahme zweckentfremdeten Auto-Patch-Funktion abhängig sein. Ein klassischer Patch (= "Flicken") ist kein Service oder Bonus, sondern etwas, was gar nicht erforderlich sein sollte! (Auch wenn z. B. Kalypso das wohl anders sieht.) Es kann nicht sein, dass unfertige, fehlerhafte Spiele (für die man bereits bezahlt hat!) als Grundlage dazu dienen, eine Online-Verzifizierung zu erzwingen, nur damit auf der Packung nichts von einer Online-Aktivierung stehen muss und der normale Kunde (also der, der nicht stundenlang im Netz Nachforschungen über die verwendeten DRM-Maßnahmen anstellt und dabei die unzähligen von Google ausgespuckten Torrent-Links ignoriert, weil er es eigentlich für richtig hält, für ein Produkt zu bezahlen
) sich dann den DRM-Wolf im Schafspelz kauft.Eine Online-Aktivierung, die direkt nach dem Launch herausgepatcht wird (Beispiel: The Witcher 2) ist für mich auch in Ordnung - sofern es den Patch eben als Einzeldatei zum manuellen Herunterladen gibt. Pre-Release-Leaks werden dadurch verhindert oder zumindest erschwert, als normaler Käufer muss man sich mit dem Käse dann aber nicht mehr beschäftigen. Wenn aber selbst wie bei Bioshock die Green-Pepper-Verwurstungen von über vier Jahre alten Spielen mit Online-Aktivierung daherkommen, dann wird es wirklich lächerlich ... Ich würde für jedes Spiel ohne DRM in einer "Limited DRM-Free Edition" freudestrahlend 5 Euro mehr zahlen - aber diese Edition kriegen halt nur diejenigen, die für ihre Spiele gar nichts zahlen.

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