Ich dachte eigentlich ich hätte mittlerweile genau erklärt, was ich gemeint habe. Ich meine NICHT die unzähligen Kopien, die ich für mich erstellen und installieren kann wie und wo es mir gefällt. Ich meinte damit die nicht erlaubte Weitergabe dieser Kopien, wie ich es mit dem Beispiel, wo ich meine Kopie spiele und gleichzeit ein Freund von mir, dem ich eine von mir erstellte Kopie gegeben habe. Das verbietet mMn der von mir zitierte Absatz der ToU.
Toll, nur habe ich nie behauptet, dass das legal wäre.....
Eigentum bringt mir die Freiheit, mit meine gekauften Produkten im Rahmen der Gesetze tun und lassen zu können, was ich will. Und der Eigentumsübergang ist seit der Urzeit das Grundprinzip von Handel, daran hat aller technischer Fortschritt in 20.000 Jahren Menschheitsgeschichte nichts geändert.
Eigentlich gibt es unser modernes Verständnis von "Eigentum" erst sein der napoleonischen Zeit.....
Außerdem fährst du hier dicke Geschütze auf für so ein simples Luxusprodukt wie Computerspiele. Wir sprechen hier nicht von Dingen des alltäglichen Lebens (bzw. lebensnotwendige Dinge wie Essen oder Energie).....
Außerdem hast du das Grundproblem nach wie vor nicht verstanden: wenn du etwas mietest, besitzt du es nicht. Heißt das dann für dich, dass sowas wie "Miete" Teufelszeug ist? Sich eine Wohnung mieten, ist das schlecht, weil du damit nicht machen kannst, was du willst?
Auch wenn du es mir vielleicht nicht glaubst: Ich auch.

Und ich habe bereits dargelegt, das ich nur sehr, sehr, sehr selten, quasi nie ein Spiel wieder verkauft habe. Sogar das grottenschlechte
Dragonfarm steht bei mir noch im Regal.
Wenn es für dich eh nicht von Belang ist, warum kümmerst du dich darum? Das ist ein Paradebeispiel for Dogmatismus.
Nun, der Gesetzgeber geht sehr allgemein nur von einem Produkt aus. Form, Größe und Aussehen werden nicht näher spezifiziert.
Nur exisitieren bei einem digitalen Spiel weder Form, Größe noch Aussehen nach klassischen (physischen) Gesichtspunkten, nach denen die entsprechenden Gesetze verabschiedet wurden.
Spiele sind von Anfang an digitale Produkte gewesen. Ob das Spiel nun digital auf einer Datasette, Diskette, CD, DVD oder als Download im Netz vorliegt ändern rein gar nichts am Produkt "Spiel" an sich. Der einizige Unterschied ist der "Vertriebsweg", wie also das Produkt vom Hersteller zu mir als Käufer gelangt. Ich kann in den Laden gehen und das Spiel auf DVD kaufen, da bin ich der Vertriebsweg. Ich kann es auf DVD bei amazon & Co. bestellen, da übernimmt die Post den Vertriebsweg. Und ich kann es im Internet als Download kaufen, dann ist meine Internetleitung der Vertriebsweg. All diese Unterschiede ändern aber rein gar nichts am eigentlichen Produkt: Auf allen drei Wegen erhalte ich ein- und dasselbe identische Produkt.
Das ist nur zum Teil richtig. Ich stimme mit dir überein, dass der Wert eines Spiels aus dem "Code" besteht und nicht aus der Disk. Aber die Disk macht ein Spiel zu einem klassischen Produkt. Anders als bei einem rein digitalen Spiel (also auf Download basierend) ist ein Spiel auf einer Disk unweigerlich mit dieser verbunden. Damit ist das ganze Produkt nur mal ein physisches Produkt im Sinne des Gesetzgebers.
Es geht nicht um den Vertriebsweg, es geht um die Definition eines Produktes an sich, eben genau das, was für digitale Produkte nicht explizit geklärt wurde.....
Letztlich stimme ich mit dir aber sogar darin überein, dass man sich nicht Gedanken machen sollte, den Weiterverkauf von digitalen Medien generell zu untersagen zu können (als Anbieter), egal ob auf Disk oder rein digital. Digitale Produkte (Filme, Musik, Spiele) nehmen nämlich eine Sonderposition ein: sie altern nicht (also der Inhalt an sich) und sie verbrauchen sich auch nicht (wenn man die physische Disk mal außer Betracht lässt). Kann man (und sollte man!!!) ein Produkt, das diese Eigenschaften hat, wie ein "normales" Produkt verkaufen müssen. Soll man die Anbieter ZWINGEN, es so verkaufen zu müssen? Denn ein derartiges Produkt ist anders wie etwa beim Gebrauchtwagen keine sekundäre Konkurrenz zum neuen Produkt, sondern direkte, primäre Konkurrenz. Jedes verkaufte digitale "Exemplar eines digitalen Produkten ist automatisch sofort ein Konkurrenzprodukt (da is im Prinzip dasselbe ist). Dieses Eigenschaft trifft auf keinen anderen Markt zu, es ist ein Alleinstellungsmerkmal von digitalen Daten. Wenn es hier aber derartige Eigenschaften bzw. Abweichungen von "Standardprodukt" gibt, ist es dann richtig und gerecht, einfach ungefragt die Prinzipien dieses Standardprodukts auf diesen Markt zu übertragen?
Denn neben all den Errungenschaften für den Konsumenten dürfen wir nicht vergessen, dass auch der Anbieter berechtigte Ansprüche auf eine faire Vergütung hat und dass es zu fairen Vereinbarungen zwischen Vertragsparteien kommt.
Und darüber hinaus: mein persönliches Verständnis eines solchen fairen und marktwirtschaftlichen Vertragsabschlusses zwischen Anbieter und Konsument sagt mir, dass es völlig in Ordnung ist, wenn ein Anbieter ein transparentes Geschäftsmodell hat und dafür Kunden findet, die sich bereiterklären zu den aufgestellten Konditionen den Vertrag einzugehen. Es gibt hier überhaupt keinen Grund, warum der Staat (oder die Justik) hier regulativ eingreifen müsste, solange nicht eine Seite "übervorteilt" oder betrogen wird, zumal nicht auf einem Markt für Luxusprodukte. Es ist absolut unsinnig, alles, was man "kaufen" kann, auch als Produkt einzustufen und daraus eine Eigentumsforderung abzuleiten. Diese Forderung ist nur dann sinnvoll, wenn ich auch eindeutig ein Produkt kaufe, was hier gar nicht der Fall ist. Wenn ich ein Auto lease, weiß ich auch, dass es mir nicht gehört. Wenn ich eine Kinokarte kaufe, weiß ich auch, dass mir nichts gehört außer die Zeit im Kino. Wenn ich ein Streamingabo kaufe, weiß ich auch, dass ich die Inhalte nicht besitze, sondern nur Anrecht auf ein zeitlich begrenztes Entertainment habe.
Es gibt so viele Geschäftsmodelle, aber ausgerechnet die Anbieter digitaler Spiele will man dazu zwingen, sich in das Korsett eines klassischen Produktes zwängen zu lassen? Warum? Was ist der Sinn davon? Ist die Grundlage unserer Marktwirtschaft nicht die, dass der Markt sich selbst reguliert? Die Zahlen zeigen uns jedoch, dass der Kunde die gewünschten Änderungen in der großen Masse gar nicht mal fordert. Nehmen wir Witcher 2 als Beispiel: wie viele Leute haben das Spiel auf Steam gekauft, obwohl es auch als Boxversion frei im Handel (mit Wiederverkaufsrecht) erhältlich ist? Wer würde sowas tun, wenn dieses "Recht ein Produkt zu kaufen wenn man ein digitales Spiel kauft" so immanent wichtig ist?