Ist das schlimm, wenn ich sage, dass mir die meisten neuen Spiele zu leicht sind?

Scherz^^
Du hast aber recht. Spiele wurden Mitte der 90er Jahre viel zu leicht, um sie für den "westlichen Markt" attraktiver zu gestalten. Mit 3 Jahren hab ich schon vorm PC gesessen und Spiele gezockt. Ich hab als 4-Jähriger schon Passagier-Flugsimulatoren gesteuert, bei denen man erstmal 10 verschiedene Dinge machen und prüfen musste, damit man die Turbinen erstmal starten konnte - ohne Handbuch und Hinweise. Das haben manche Erwachsene nicht hinbekommen. Ich musste mit 5 Jahren mit dem HexEditor manchmal Stunden lang in den Spieldateien herumsuchen, wenn ich cheaten wollte, bis ich die richtigen Werte gefunden hatte - da gab es in fast allen Spielen noch gar keine Cheats, geschweige denn Internet, in dem alles steht oder Hex-Sektor-Sniffer a la Cheat-Engine, nicht einmal Windows. Ach ja...die Kindheit...
Heute gibt es bereits in jedem Spiel Mechaniken, die in meiner Spielgeneration noch als Cheats bezeichnet wurden. Unendlich Leben (jedes Spiel), unendlich Gesundheit (z.B. Call of Duty - nur als regeneratives System), Levelauswahl und Co. sind nur einige Beispiele. Ich kann mit solchen Games zum Beispiel oft nie lange was anfangen, weil mir auf kurz oder lang der Spielspaß flöten geht. Wenn ich mir die hier vorgestellten Spiele anschaue frag ich mich, was dort schwer ist. Ich gehöre zu einer ganz anderen Spielergeneration. Ich finde zwar genial, was heute mit Grafik alles möglich ist, aber heute leidet der Spielspaß unter der nicht vorhandenen Schwierigkeit. Was früher der Schwierigkeitsgrad leicht war, ist heute der Schwierigkeitsgrad schwer - nur, dass noch zusätzlich nicht ausschaltbare Cheats dabei sind.
Das ist auch das Problem der Spieleindustrie. Heute hat man keinen Reiz mehr ein Spiel zu spielen, das man in 2 Stunden durchgespielt hat. Was bringen einem Spiele mit 100 Stunden Spielzeit, wenn man die danach nicht noch einmal zocken möchte oder nur noch 2 mal durchspielt, bis es einem zum Halse raushängt, weil es keinen Nervenkitzel gibt.
Ein gutes Beispiel für eine Verbesserung in Richtung vernünftiges Spiel mit Nervenkitzel und 100% Suchtfaktor wäre (ich nehme jetzt mal irgend eins aus der Liste) Dark Souls mit 3 Leben mit nur einem einzigen Continue, wenn man dann noch mal 3 Leben verliert muss man ein neues Spiel spielen. Das würde zwangsweise dazu führen, dass man besser wird und nur noch stirbt wenn man nicht aufpasst. Eine klassische Win-Win-Situation. Der Spieler wird besser und das Spiel wird nicht langweilig, weil man tatsächlich aufpassen muss.