• Aktualisierte Forenregeln

    Eine kleine Änderung hat es im Bereich Forenregeln unter Abschnitt 2 gegeben, wo wir nun explizit darauf verweisen, dass Forenkommentare in unserer Heftrubrik Leserbriefe landen können.

    Forenregeln


    Vielen Dank
  • Kritk / Fragen / Anregungen zu Artikeln

    Wenn ihr Kritik, Fragen oder Anregungen zu unseren Artikeln habt, dann könnt ihr diese nun in das entsprechende Forum packen. Vor allem Fehler in Artikeln gehören da rein, damit sie dort besser gesehen und bearbeitet werden können.

    Bitte beachtet dort den Eingangspost, der vorgibt, wie der Thread zu benutzen ist: Danke!

Special - Spielemarkt: Explizite Gewalt in Spielen: Vom Sinn, Unsinn und dem richtigen Kontext

AW:

STF am 14.07.2009 18:53 schrieb:
Crusader91 am 14.07.2009 18:33 schrieb:
Wer sich an sowas aufgeilt hat nicht alle Latten am Zaun - auch wenns nur virtuell stattfindet !

Andere deswegen abzuwerten und zu beleidigen finde ich nicht in Ordnung.
Der Link in meinem Beitrag weiter vorne, macht das ja auch schon sehr deutlich.

Nunja...es gibt Leute die machen sich nen Spaß draus machen und finden Spiele nur dann gut wenns splattert ohne Ende und richtig viel Blut und Körperteile zu sehen sind. Ich kenne Leute die kriegen da ein richtiges Leuchten in den Augen wenn über "brutale Features" in nem Spiel diskutiert wird...
Ich spiele zwar selbst Ego-Shooter aber das sich meine "Kollegen" immer gleich an die Karre gefahren fühlen wenn man das Wort "brutal" in den Mund nimmt.... :ugly:

Ich denk schon, dass viele Spiele recht Schonungslos mit dem Thema Gewalt umgehen. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich was dagegen habe. Solange man vernünftig mit "Medien für Erwachsene" umgehen kann und sich nicht sinnlos daran aufgeilt, dass man in Spiel X Körperteil Y abhacken kann ist das in Ordnung.
Wenns vielleicht so rüberkommt das Leute die ein spezielles Faible für Gewaltdarstellung haben, meiner Meinung nach nicht ganz Dicht sind, dann bin ich eigentlich recht zufrieden - Das ist meine Meinung ;)
 
AW:

Prototype fand ich eigentlich schon ganz lustig, wie man so über die Hochäuser fliegen und springen kann :-)

Der (Anti)Held Alex Mercer gefiel mir aber überhaupt nicht. Es gibt absolut keinen logischen, nachvollziehbaren Grund, wieso er andere Wesen - ob Soldat, Zivilisten oder Infizierte - auf möglichst bestialische Art töten musste. Und selbst wenn es doch auf eine makabere Art zunächst fasziniert, verliert das doch spätestens beim 10. Mal wieder seine Wirkung.
Es hatte mich auch direkt am Anfang schon etwas genervt wie der die Leute auf der Strasse einfach umrempelt. Was soll das? Das ist doch voll asi so ein Benehmen :-D
Würde Prototype schon als gewaltverherrlichend bezeichnen.

Gegen Gewaltdarstellung aus Realismusgründen hab ich aber nichts. Wenn jemand durch eine Hieb-, Stich-, oder Schusswaffe verletzt wird, dann fliesst nunmal Blut. Das sollte in angemessenen Maße geschehen. Blutfontänen oder zerplatzende Köpfe müssen da nicht sein.

Dann gibt es noch diverse Gratwanderungen, zB Dead Space. Das Dismemberment hat hier spielerische Gründe und ausserdem wirken die Gegner wenig menschlich. Das ist schonmal weniger verwerflich als die platten Folteranimationen eines Alex Mercer.
Auch Kratos aus God Of War befindet sich auf einer solchen Gratwanderung. Auf seinem Pfad nach Rache hinterlässt er eine Spur der Zerstörung und jede Menge zerrissene und ausgeweidete Leichen. Diese zunächst willkürlich wirkende Gewalt wäre ein berechtigter Grund zur Kritik. Wäre da nicht die Hintergrundgeschichte, die auf einer abgewandelten Form der griechischen Mythologie basiert. Diese ist in Teilen sogar noch viel brutaler als es Kratos jemals sein könnte. Ausserdem gilt sie als Kulturerbe und ist Unterrichtsstoff in der Schule.
Gewalt(darstellungen) in Spielen müssen sich halt irgendwie rechtfertigen. Das find ich auch ok. Was ich gar nicht ok finde ist, Gewalt in Erwachsenenspiele grundsätzlich zu verteufeln, während sie in Film, Theater, und Büchern in jeder erdenklichen Art & Weise abgefeiert wird.
 
AW:

naja, wem die deutsche version nicht blutig genug ist, der kann ja meist blutpatches im netz runterladen bzw blood-mods, durch die das spiel noch blutiger als im original wird (meiner meinung nach fast immer überflüssig).
oder man kann sich ja auch die englische version holen und falls es keine deutsche sprachausgabe gibt, den sprachpatch fürs spiel runterladen (www.schote.1a.to)
 
AW:

Die Frage danach, ob die dargestellte Gewalt "sinnvoll" in das Geschehen eingebettet ist oder nicht, der Atmosphäre dient oder sie zerstört, führt am eigentlichen Kern der Sache vorbei und spielt sogar den Zensurverfechtern in die Karten, alleine aufgrund der Tatsache, dass diese Frage gestellt wird und als "Rechtfertigung" dienen soll.

Wir können ebenso gerne hinterfragen, ob der Humor der Three Stooges niveauvoll oder plump ist, ob talkshows im Fernsehen das Publikum verblöden lassen oder bilden, aber wir können und dürfen niemandem verbieten, es zu konsumieren oder zu mögen.

Dieses Recht sollte, nein muss dem Einzelnen vorbehalten bleiben.
 
AW:

masta123 am 14.07.2009 17:46 schrieb:
Was ich persönlich jetzt aber überhaupt nicht ab konnte waren die Comic Soundeffekte aus Fallout 3, wenn der Kopf weggeschossen wird, diesen Soundeffekt fand ich unterhalb des guten Geschmacks, weil das wirklich in der Situation extrem unangemessen karrikierend klingt, und das Zielsystem bei dem einfach die Zeit ANGEHALTEN(nicht verlangsamt) werden kann und man sich aussucht welches Körperteil man denn abtrennen will. Das empfinde ich als wissentliche Verstümmelung die dann auch im Spielkonzept weder Feeling vermittelt noch strategischen Sinn hat, weil sowieso immer der Kopf anvisiert wird...

Gut das ist deine Meinung, ich persönlich fand die Gewaltdarstellung in der uncut Version von Fallout 3 eigentlich sehr passend. Gerade weil diese Welt so schwarzhumorig, zynisch und trostlos ist, passt es ja so gut dass bsp. mit einer 10mm Pistole ein ganzer Supermutant explodiert. Ich will damit sagen dass man das Falloutuniversum sowieso nie für ganz voll nehmen konnte. Eben oder gerade wegen den übertrieben, schwarzhumorigen Gewaltdarstellungen. Übrigens ist es in Teil 3 eher eine Hommage an die Vorgänger, die in der Tat eher noch brutaler waren.

Wobei ich natürlich betonen möchte, dass Gewalt nie als Kaufargument dienen sollte. So kommt es mir vor, dass sich viele Entwickler bzw. deren Publisher damit rühmen, dass ihr Spiel nun "noch realistischere Tötungsanimationen" hat. Das hat bei mir schon in der uncut Version von CoD 5 für einen flauen Magen gesorgt. Ebenso das Zerfetzen von Unschuldigen in Prototype.
Manchen wird bei meinem Post hier wahrscheinlich ein Widerspruch zu meiner Meinung bezüglich FO 3 und den letztgenannten Spielen auffallen. Dem möchte ich eindeutig widersprechen. Denn der satirische Charakter fehlt bei Prototype und CoD 5 leider völlig.

Dennoch leben wir in einer Demokratie und von daher sollte es jedem (sofern alt genug) selbst überlassen sein womit er seine Freizeit verbringt. Solange er seine Gewaltspielchen nur virtuell ausübt, versteht sich ;-)
 
AW:

N-o-x am 14.07.2009 17:31 schrieb:
Den Artikel hätte man auch mit dem Satz "Gewalt zum reinen Selbstzweck ist verwerflich." beenden können, aber das ist ja eigentlich auch keine neue Erkenntnis sondern dürfte lediglich mit den Moralvorstellungen der meisten User hier übereinstimmen.

Rechtfertigt Verwerflichkeit alleine denn auch ein Verbot?
Wer oder was sind wir, dass wir uns das Recht rausnehmen wollen, unsere eigenen Moralvorstellungen anderen Menschen aufzustülpen?
Warum darf ein Staat so elementar in die Freizeitgestaltung seiner Bürger eingreifen?
Brauchen wir als reife und erwachsene Menschen Sittenwächter, die uns vorschreiben wollen, was gut oder schlecht für uns ist? Schäuble hat da ja einige Ideen gehabt...
Wieso darf sich der Staat das Recht herausnehmen, einem Kneipenbesitzer vorzuschreiben, ob in seinem Lokal geraucht werden darf oder nicht?
Wieso dürfen wir eigentlich frei wählen? Wäre es nicht der nächste logische Schritt, uns auch das vorzuschreiben? Schliesslich wird uns ja immer häufiger vor Augen geführt, dass wir scheinbar nicht wissen, was gut oder schlecht für uns ist.

In den letzten Jahrzehnten haben sich Staat und Bürger leider immer weiter voneinander entfernt und ich sehe diese Entwicklung mit mehr als einem bedenklichen und fragwürdigen Blick.
Fragt euch, welchen Weg wir gerade einschlagen... das Ausgangsthema dieses Threads ist nur ein weiterer Meilenstein.
 
AW:

Crusader91 am 14.07.2009 22:28 schrieb:
STF am 14.07.2009 18:53 schrieb:
Crusader91 am 14.07.2009 18:33 schrieb:
Wer sich an sowas aufgeilt hat nicht alle Latten am Zaun - auch wenns nur virtuell stattfindet !

Andere deswegen abzuwerten und zu beleidigen finde ich nicht in Ordnung.
Der Link in meinem Beitrag weiter vorne, macht das ja auch schon sehr deutlich.

Nunja...es gibt Leute die machen sich nen Spaß draus machen und finden Spiele nur dann gut wenns splattert ohne Ende und richtig viel Blut und Körperteile zu sehen sind. Ich kenne Leute die kriegen da ein richtiges Leuchten in den Augen wenn über "brutale Features" in nem Spiel diskutiert wird...
Ich spiele zwar selbst Ego-Shooter aber das sich meine "Kollegen" immer gleich an die Karre gefahren fühlen wenn man das Wort "brutal" in den Mund nimmt.... :ugly:

Ich denk schon, dass viele Spiele recht Schonungslos mit dem Thema Gewalt umgehen. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich was dagegen habe. Solange man vernünftig mit "Medien für Erwachsene" umgehen kann und sich nicht sinnlos daran aufgeilt, dass man in Spiel X Körperteil Y abhacken kann ist das in Ordnung.
Wenns vielleicht so rüberkommt das Leute die ein spezielles Faible für Gewaltdarstellung haben, meiner Meinung nach nicht ganz Dicht sind, dann bin ich eigentlich recht zufrieden - Das ist meine Meinung ;)

Die Meinung sollst du ja auch haben.
Ob Beleidigungen allerdings angbracht sind, ist fraglich.
Allerdings, hast du den Link den ich gepostet habe mal durchgelesen?
Hinweise zur Selbstreflexion
Wenn nicht, kannst du es ja mal machen.
Das sollte eigentlich jeder hier vielleicht mal tun.
Aber nicht gleich aufgeben, auch wenn es ziemlich viel und nicht einfach geschrieben ist...

BTW: Ich zähle mich übrigens nicht zu den Leuten, die ein richtiges Leuchten in den Augen bekommen wenn es um deine angesprochene Kritik geht.
 
AW:

louplex am 15.07.2009 00:14 schrieb:
N-o-x am 14.07.2009 17:31 schrieb:
Den Artikel hätte man auch mit dem Satz "Gewalt zum reinen Selbstzweck ist verwerflich." beenden können, aber das ist ja eigentlich auch keine neue Erkenntnis sondern dürfte lediglich mit den Moralvorstellungen der meisten User hier übereinstimmen.

Rechtfertigt Verwerflichkeit alleine denn auch ein Verbot?
Wer oder was sind wir, dass wir uns das Recht rausnehmen wollen, unsere eigenen Moralvorstellungen anderen Menschen aufzustülpen?
Warum darf ein Staat so elementar in die Freizeitgestaltung seiner Bürger eingreifen?
Brauchen wir als reife und erwachsene Menschen Sittenwächter, die uns vorschreiben wollen, was gut oder schlecht für uns ist? Schäuble hat da ja einige Ideen gehabt...
Wieso darf sich der Staat das Recht herausnehmen, einem Kneipenbesitzer vorzuschreiben, ob in seinem Lokal geraucht werden darf oder nicht?
Wieso dürfen wir eigentlich frei wählen? Wäre es nicht der nächste logische Schritt, uns auch das vorzuschreiben? Schliesslich wird uns ja immer häufiger vor Augen geführt, dass wir scheinbar nicht wissen, was gut oder schlecht für uns ist.

In den letzten Jahrzehnten haben sich Staat und Bürger leider immer weiter voneinander entfernt und ich sehe diese Entwicklung mit mehr als einem bedenklichen und fragwürdigen Blick.
Fragt euch, welchen Weg wir gerade einschlagen... das Ausgangsthema dieses Threads ist nur ein weiterer Meilenstein.
Prinzipiell gebe ich dir ja Recht, aber die Sache mit dem Rauch-Verbot ist ein schlechtes Beispiel. -- Beim Rauch-Verbot geht es im Grunde darum, nicht dem einzelnen zu verbieten, zu rauchen, sondern denjenigen, der nicht rauchen will, vor dem Rauch anderer zu schützen. ... Ob ein Rauchverbot ausgerechnet für die Kneipenszene sinnvoll ist, ist eine andere Frage... --

Beim Spielen ist es hingegen wie mit dem Schokolade-Essen - es hat lediglich Auswirkungen auf die eigene Person. Darum muss es andere auch nicht jucken, was ich spiele oder was mir gefällt. (Voraussetzung ist natürlich bei Erwachsenen-Themen auch über 18, und am besten Erwachsen ;-) , zu sein.)

Der wachsende Einsatz von Gewalt als spielerlisches Element oder als Aushängeschild finde ich allerdings bedenklich. Dabei geht es mir eigentlich weniger um den Einsatz der "Gewalt" selbst, sondern mehr um den Wegfall anderer Dinge, wie etwa Spieltiefe und Abwechslung. Auch gerät immer mehr in Vergessenheit, wozu die Gewalt eigentlich dient. Ebenso sollte die Frage gestellt werden, ob Gewalt auch interaktiv zum Einsatz kommen muss. Immer mehr Spiele bzw. Entwickler gehen offenbar nach dem Trend, was sie an Gewalt darstellen können, anstatt zu überlegen, was sie an Gewalt darstellen sollten. :-|
 
AW:

Der kleinen Bericht und besonders die Art und Weise wie er geschrieben ist und die Art wie die Umfrage wohl durchgeführt wurde hat mir sehr gut gefallen. es war richtig enspannend mal einfach eine kleine Erörterung über die Stilfrage von Gewalt in Computerspielen, ohne das ganze politische tamtam.
Darum möchte ich hier auch einfach nur meine Meinung zu genau dieser Frage kund tun. Besonders da ich selbst auch Fallout 3 (uncut) gespielt habe. In meinen Augen gibt es einfach Spielgenres und -themen die ohne Gewaltdarstellung nicht auskommen. Allerdings gibt es auch genügend Spiele die es damit sinnlos Übertreiben. Im Falle von Fallout 3 muss ich sagen haben die Entwickler genau das richtige Maß gefunden. Wenn ich mir das Spiel in der "zensierten" Version nur vorstelle geht mir der halbe Spielspaß flöten. Teamfortress2 hingegen ist ein sehr gelungenes Beispiel wie man ein "Gewaltspiel" auf sehr ammüsannte Weise entschärfen kann. Ich denke besonder das es nicht nötig ist die Blut und Splätterdarstellungen in Spielen auf ein B-Movie mäsieges Level hoch zu treiben. Bei Prototype hat der Spaß recht schnell nachgelassen, weil die Splättereffekte einfach zu viel und übertrieben waren. MIt etwas weniger Splättereffekten, dafür aber ein wenig mehr von der Story oder ein wenig intelektuellen Anspruch bei den Quests, bzw eine einfacher nach zu verfolgende präsentation der Story und ich hätte mich vileicht doch ein wenig länger damit beschäfftigt. Denn die Idee Resident Evil mit GTA4 zu kreuzen und dieses noch mit einem Spielgefühl, als wäre man ein Kreuzung aus Spiderman und dem Hulk fand ich doch sehr originell und erfrischend. Bioshock ist zum auch ein nettes Beispiel für das richtige Gewaltmaß im richtigen Genre. Aber im großen und ganzen ist es einfach eine Frage des eigen Geschmacks. Peace Out!
 
AW:

PCG_Vader am 14.07.2009 20:26 schrieb:
m185 am 14.07.2009 19:58 schrieb:
Was ich persönlich viel bzw. überhaupt schlimmer finde sind Dinge wie zB Stierkämpfe die tatsächlich der Unterhaltung wegen anderen Organismen Schmerzen u.w. zufügen.

Absolutes Dito - etwas widerlicheres und verachtenswerteres gibt es kaum :pissed:

Du hasst so recht...woran könnte es also liegen, das unsere "Gesellschaft" virtuelle Gewalt anscheind mehr verachtet als wirkliche?...
 
AW:

ich schließe mich dem konsens der geschmacksfrage an. desweiteren möchte ich noch erwähnen, dass ich persönlich ausschließlich uncut versionen auch aus dem grund kaufe, weil ich das gesamtkunstwerk der hersteller sehen möchte. und nicht irgendeine durch in meinen augen übertriebenen jugendschutz geänderte fassung. diese stellt für mich kein vollendetes produkt dar, ich möchte das, was die entwickler entwickelt haben, mit allen ecken und kanten. gewalt zählt meiner meinung nach nicht zu faktoren, die man als "störend" oder "nervend" bezeichnen kann, da das nunmal zum spiel gehört und von den "erschaffern" so gewollt war, ich würde mir auch kein van gogh mit geschwärzten stellen ansehen. ich muss auch zugeben, dass mir die splatter-effekte bei fallout 3 und prototype extrem viel spaß machen, im endeffekt ist und bleibt alles virtuell, kein echtes blut, keiner wird verletzt. alles nur simuliert!

fallout 3 oder dead space kann ich mir ohne gore nicht vorstellen, prototype ist imo auch völlig in ordnung von der gewaltdarstellung her, es ist nunmal ein reinrassiges actionspiel und für erwachsene gemacht. es ist gut, dass es blutige und weniger blutige spiele gibt, hauptsache es passt in den atmosphärischen kontext. ich kenne kein spiel, was ohne gewaltdarstellungen "besser" wäre, das wäre für mich ein falscher ansatz.
 
AW:

Kann ich nur Zustimmen. In DeadSpace ist der Effekt nach ca. 2 Stunden hinüber und es nervt einfach nur auf die betreffenden Körperteile zu zielen.

Fallout 3 Dt vs. Eng/Usa .. ja die Splattereffekte werden auf Dauer sehr nervig. Jedesmal eine Zeitraffer + den Splatter braucht es nicht, da reicht die deutsche Version vollkommen aus.
 
AW:

hawkytonk am 15.07.2009 01:12 schrieb:
Prinzipiell gebe ich dir ja Recht, aber die Sache mit dem Rauch-Verbot ist ein schlechtes Beispiel. -- Beim Rauch-Verbot geht es im Grunde darum, nicht dem einzelnen zu verbieten, zu rauchen, sondern denjenigen, der nicht rauchen will, vor dem Rauch anderer zu schützen. ... Ob ein Rauchverbot ausgerechnet für die Kneipenszene sinnvoll ist, ist eine andere Frage... --

Ich habe dieses Beispiel im Vorfeld überdacht und finde es von daher passend, weil das Argument der Zensurverfechter gegen "Killerspiele" ja auch ist, dass es angeblich eben nicht nur dich betrifft, sondern deine gesteigerte Gewaltbereitschaft deine Umwelt gefährdet (auch wenn es noch keinen monokausalen Beweis zwischen Gewaltkonsum und Gewaltausübung gibt).

Zusätzlich wollte ich darlegen, dass der Staat hier in das Recht des Einzelnen nach offener Gestaltung seiner Freizeit und der freien Ausübung eines Berufes eingreift.
Mit welchem Argument kann ich denn einem Kneiper verbieten, wie er sein Etablissement zu gestalten hat? Eine Kneipe ist kein öffentlicher Raum, warum sollte ein Nichtraucher da geschützt werden? Er muss ja nicht dort hin gehen.

Ein weiteres Beispiel des Eingriffs in die freie Berufsausübung, diesmal auf EU-Ebene, wäre das Verbot, in Europa Windows 7 mit dem Internet Explorer auszuliefern bzw. die anfängliche Forderung, dass Microsoft auch Opera und Firefox anbieten soll.
Was hat den Staat (die EU) zu interessieren, wie ein Unternehmer seine Geschäfte tätigt?
Einer Softwarefirma zu verbieten, ihr eigenes Produkt zu veröffentlichen ist eine Frechheit, da hat sich die Politik rauszuhalten.
Das wäre so, als würde der Staat VW verbieten, ihre Werkradios in neue Autos zu bauen "OK, verkauft den Beetle, bietet den Käufern aber auch Radios von Pioneer und Panasonic an".
Die Eingriffe in privates Recht sind immer schlimmer geworden...
 
AW:

Meiner Meinung nach ist Gewalt ein Bestandteil von Computerspielen, welcher zur Glaubwürdigkeit der Atmosphäre beiträgt. Dennoch denke ich, dass der Gewalt-Faktor nur ein relativ unwichtiger Faktor in PC-Spielen ist, bzw. sein sollte.
Die Betonung liegt hierbei aber eben auf "glaubwürdig". Nicht glaubwürdig sind meiner Meinung nach total übertrieben Splattereffekte genauso wie nicht vorhandene Effekte.
Ein Spiel, indem die Gewaltdarstellung imho gut gelöst war, war die ungeschnittene Version von Crysis. Da gab es zwar Blut zu sehen, aber nur in einer angemessenen Art und Weise, sprich so, dass dadurch Treffer gegen den Gegner auch visuell erkennbar waren.

Das man den Gegner komplett zu Klump schießen kann, ist meiner Meinung nach in den meisten Spielen unangebracht. In Horror-Spielen, wie z.B. FEAR, ist dies noch tragbar. Aber man käme sicher auch ohne das aus, ohne dass das Spielerlebnis schlechter wäre.

Daher bin ich der Meinung, das Gewalt in Action-Spielen zwar ein wichtiger Bestandteil ist, welcher zur Atmosphäre beiträgt, aber sicher kein Kaufargument.
Ich sehe deswegen auch kein Problem mit Gewalt in PC-Spielen, solang sie nicht übertrieben dargestellt wird oder als tragender Baustein in einem Spiel eingesetzt, sprich das es das Ziel des Spiels ist, nur möglichst brutal vorzugehen.
 
AW:

louplex am 15.07.2009 07:24 schrieb:
Was hat den Staat (die EU) zu interessieren, wie ein Unternehmer seine Geschäfte tätigt?
Einer Softwarefirma zu verbieten, ihr eigenes Produkt zu veröffentlichen ist eine Frechheit, da hat sich die Politik rauszuhalten.
Das wäre so, als würde der Staat VW verbieten, ihre Werkradios in neue Autos zu bauen "OK, verkauft den Beetle, bietet den Käufern aber auch Radios von Pioneer und Panasonic an".
Die Eingriffe in privates Recht sind immer schlimmer geworden...
Microsoft hat praktisch ein Monopol, selbst wenn man Linux und Mac OS nimmt sind die Betriebssysteme viel unterschiedlicher als verschiedene Autos.
Autohersteller gibt es so viele, da hat der Kunde die freie Entscheidung.
Wer aber ein ein Betriebssystem will das Windows Programme bestmöglich ausführen kann der wird immer wieder zu Windows kommen.
Gefällt mir VWs Autoradiopolitk nicht gehe ich halt zu Audi. Bei Windows geht das nicht.

Aber mal wieder zum Thema.
Ich brauche keine große Gewaltdarstellung, mir reicht es wenn ich auf die Gegner schieße, die dann umfallen und ne Weile liegen bleiben. Blut muss nicht mal sein. Kenne genug Spiele die so sind und Spass machen.
Allerdings gibt es auch Spiele die es mit dem schneiden übertreiben, wenn bei Left 4 Dead sich die Zombies schon im zu Boden fallen auflösen finde ich das schlecht.
Wenn es Online nachteile gibt finde ich das auch schlecht.
Eine gute Balance ist wichtig für mich, das spiel soll realistisch sein und einen reinziehen, da ist zu wenig Gewalt störend weil aus dem Erlebnis gerissen wird, zu viel ist aber auch nicht gut wenn es dann schon langsam ekelig wird. Je nach Setting ist es halt unterschiedlich was zu viel Gewalt ist und was nicht. Bei Horrorspielen ist es halt wie bei Horrorfilmen, da gehts zur Sache und die sind nicht umsonst ab 18.
 
AW:

Shinizm am 15.07.2009 02:05 schrieb:
Du hasst so recht...woran könnte es also liegen, das unsere "Gesellschaft" virtuelle Gewalt anscheind mehr verachtet als wirkliche?...

Ist das so? Stierkämpfe oder ähnliches sind hier auch nicht gerade hoch angesehen.
Ansonsten nehme ich aber an, dass es eine Mischung aus Unwissenheit, Vorurteilen und (ja, ich weiß, das wollen wir nicht hören) Erfahrung ist.

Unwissenheit, weil kaum einer der etwas älteren unserer Gesellschaft genau weiß, was da eigentlich läuft
Vorurteile, weil allzu schnell Gewaltkonsum mit dem realen Ausüben zur Gewalt gleichgesetzt wird.
Erfahrung, weil ja nun mehr als eine Studie zumindest eine Verbindung zwischen "labilen" Charakteren, der Erhöhung der Gewaltbereitschaft und Killerspielen nahelegt.
 
AW:

Also was Gewalt in Spielen angeht, so bin ich für eine klare Trennung von REALISTISCHER und UNREALISTISCHER Gewalt. Die Definition beider Gewalttypen würde ich anhand der Spielthematik und des Genres abhängig machen.

Z.B. sehe ich persönlich in Sci-Fi, Horror und Fantasy-Spielen kein Problem, wenn der Gewaltgrad etwas höher liegt. Ich selbst spiele z.Z. "Dead Space", und mir war von Anfang an bewusst, dass das Spiel für seine "blutige" Story und Spielweise berühmt / berüchtigt ist.
Da es hier um ein Sci-Fi-Horror-Scenario handelt, kann ich guten Gewissen damit leben, dass es härter zugeht. Hauptgegner /-ziele sind die Aliens (Necormorphen), und die "innovative" Art der Bekämpfung eben Jener kann man in solch einem Genre noch durchlassen, denke ich. Über den Grad an Blut und Splatter kann man natürlich streiten, aber den bestimmen ja nicht die Spieler, sondern die Entwickler solcher Spiele.
Da es sich um ein fiktives Scenario handelt, ist es in meinen Augen auch fiktive, unrealistische Gewalt

Wenn wir uns allerdings auf Spiele einlassen, die auf einen aktuellen, historischen oder realitätsnahen Kontext knüpfen, sollte die Gewalt aus meiner Sicht ganz gestrichen oder im möglichst vertretbarem Maße ( = dezent ! ) vorkommen.
Wenn ich an einen meiner Lieblings-Ego-Shooter denke, nämlich "Medal of Honor", so würde es überaus realitätsentfremdend wirken, wenn mir hier Gliedmaßen im Sekunden-Takt um die Ohren fliegen oder das Schlachtfeld mit eimerweise Blut "gedüngt" erscheint.
Weltkriegsshooter, Spiele in der Modernen, aktuellen Zeit oder Spiele, die alte Geschichte (z.B, Antike, Mittelalter etc.) wiederspiegeln sollen, sollten in Sachen Gewalt lieber minimalistischer sein.

Mir hat in "Medal of Honor" kein Blut oder so wirklich gefehlt, als dass die Atmosphäre und der Spielspaß darunter leiden sollte.

Spiele leben aber hauptsächlich von ihrer Mechanik, das sollte man nicht vergessen. Blut, Splatter oder andere Formen von Gewalt dürfen den Spielehintergrund unterstreichen, selbst aber im Spiel nicht dominieren.
 
AW:

sauerlandboy79 am 15.07.2009 12:18 schrieb:
Also was Gewalt in Spielen angeht, so bin ich für eine klare Trennung von REALISTISCHER und UNREALISTISCHER Gewalt. Die Definition beider Gewalttypen würde ich anhand der Spielthematik und des Genres abhängig machen.
Ok, soweit gehe ich noch mit.
Weltkriegsshooter, Spiele in der Modernen, aktuellen Zeit oder Spiele, die alte Geschichte (z.B, Antike, Mittelalter etc.) wiederspiegeln sollen, sollten in Sachen Gewalt lieber minimalistischer sein.
Hierbei kann ich mich deiner Meinung allerdings nicht ganz anschließen. Geht es dir bei der Darstellung realer / geschichtlicher Ereignisse um das Vermeiden von Übertreibung? - Da wäre ich dann deiner Meinung. Wenn es dir allerdings generell um eine Verweidung von Realem und Gewaltdarstellung geht, kann ich mich dir nicht anschließen. Es ist ganz und gar nicht unrealistisch, wenn ein mittelalterliches oder antikes Szenario in Verbindung mit Gewalt dargestellt wird. Zum Beispiel waren die "früheren" Schlachtfelder häufig von Blut und anderen Körperflüssigkeiten getränkt. So etwas darzustellen wäre also realistisch. Die Frage ist nur, ob dieses für das Spiel und das Spielgefühl auch notwendig ist. Häufig ist dieses nicht der Fall. Da würde dann eine Andeutung völlig reichen.

Spiele leben aber hauptsächlich von ihrer Mechanik, das sollte man nicht vergessen. Blut, Splatter oder andere Formen von Gewalt dürfen den Spielehintergrund unterstreichen, selbst aber im Spiel nicht dominieren.
Da bin ich wieder deiner Meinung.
 
Wer (ab 18) wie viel Gewalt sehen will, sollte jedem selbst überlassen werden. Es gibt nichts schlimmeres als moralische Verbote oder Bevormundungen. Jedem das seine. Ich persönlich stehe nicht auf 1000-Liter-Bluteffekte und zerfetzte Leichen. Aber ich setze mich vehement dafür ein, dass dies jeder selbst zu entscheiden hat. Diktierte Moralvorstellungen haben noch nie einen Vorteil gebracht, sondern nur Kriminalisierung, Starrsinn, Ausgrenzung und Hass.
 
Zurück