Special - Auf den Spuren der Moral: Eine Bewertung von Gut und Böse in Fallout 3, Bioshock und The Witcher

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Special - Auf den Spuren der Moral: Eine Bewertung von Gut und Böse in Fallout 3, Bioshock und The Witcher

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Zum Artikel: http://www.pcgames.de/aid,705231
 

Prime85

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Schöner Artikel, der sich gut lesen lässt.

Ich habe selbst Fallout 3 und The Witcher gespielt und ich musste des Öfteren überlegen und abwägen, welche Entscheidungen mir lieber sind oder welche Vor- und Nachteile mir durch meine Entscheidungen entstehen. Meist war es nicht ersichtlich und ich bin in diesen Fällen danach gegangen, wie ich mich im realen Leben entscheiden würde und welche Personen oder Gruppen mir sympathischer waren.
In diesen beiden Spielen waren die moralischen Entscheidungen sehr gut integriert. Dadurch heben sie sich von anderen Spielen ab, sind komplexer, erfordern mehr Weitsicht sowie gut durchdachte Entscheidungsfindung und machen diese Spiele erwachsener.
 

Lurelein

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Bei solchen Spielen ist der wiederspielwert immer ziemlich hoch. Ich zock meißtens erstmal auf Böse und dann nochmal auf Gut.
 

RedDragon20

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AW:

Schöner Artikel, der sich gut lesen lässt.

Ich habe selbst Fallout 3 und The Witcher gespielt und ich musste des Öfteren überlegen und abwägen, welche Entscheidungen mir lieber sind oder welche Vor- und Nachteile mir durch meine Entscheidungen entstehen. Meist war es nicht ersichtlich und ich bin in diesen Fällen danach gegangen, wie ich mich im realen Leben entscheiden würde und welche Personen oder Gruppen mir sympathischer waren.
In diesen beiden Spielen waren die moralischen Entscheidungen sehr gut integriert. Dadurch heben sie sich von anderen Spielen ab, sind komplexer, erfordern mehr Weitsicht sowie gut durchdachte Entscheidungsfindung und machen diese Spiele erwachsener.
Bei Dragon Age ist das nicht anders und teilweise noch komplexer in den Spielverlauf integriert. In Dragon Age hat selbst das gewählte Geschlecht Einfluss auf Gespräche und Verhalten von NPCs etc, beispielsweise.
Aber auch an vielen Stellen musste ich stark überlegen, wem ich nun den Vorzug gebe. Dem Elfenanführer der Dalish oder dem Waldgeist? Beide haben ihre Standpunkte erläutert und in dem Falle musste wohl schlichtweg das Gefühl entscheiden. Immerhin hatten beide ihre guten Gründe für ihre Taten. In solchen Situationen lässt man eben das Gefühl entscheiden und nur weniger den Verstand.
 

rendar

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ich zocke schon ziemlich lange Computerspiele. Mal mehr mal weniger, aber kontinuierlich.
In den letzten 3-4 Jahren allerdings spiele ich nur noch spiele durch, die einen gewissen Tiefgang besitzen, und Rollenspiel Elemente mit Entscheidungmöglichkeiten bieten.
Das macht das spielen viel Interaktiver und ja natürlich auch interessanter ;) Man bekommt dabei das Gefühl den Lauf des Games verändern zu können, was ja auch programmiertechnisch so gewollt ist.
Beid den heutigen Rollenspiel-Action-survival-shooter-dingens.. die momentan am Markt sind gibt es wirklich ein paar die einen dahin gehend wirklich fesseln können. Weiter so, ich find's Toll. Eine Willkommene Abwechslung zum grauen Alltag!
 

March

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Sehr schöner Artikel! :top: Weiter so! :)
Leider gibt es meines Wissens bis auf The Witcher kein weiteres Spiel, welches die Endlichkeit einer moralischen Entscheidung beinhaltet. Das will natürlich nicht heißen, dass Bioshock oder Fallout 3 schlechte/schlechtere Spiele wären (ich bin selbst sehr großer Bioshock Fan ;)). Aber bei letzteren Spielen sind die moralischen Entscheidungen wirklch nur Beiwerk. Es gibt auch immer nur gute oder böse Entscheidungen und die gute hat immer positive Konsequenzen und die schlechte negative Konsequenzen. Es müsste viel mehr Spiele vom Schlage eines The Witcher geben, bei denen Entscheidungen auch auf lange Sicht gravierende Auswirkungen haben können und nicht immer absehbar ist, dass die gute Entscheidung auch immer positive Folgen hat bzw. umgekehrt.
 

Coldharbour

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Ich hab die anderen genannten Spiele zwar nie gespielt aber vom Eindruck her hab ich das Gefühl das z.B. bei The Witcher jede Entscheidung Stück für Stück den weiteren Ablauf des Spiels verändert. Bei Bioshock ist das etwas oberflächlicher gehandhabt wie ich finde: Da hat die Entscheidung, ob man die Little Sisters ausbeutet oder rettet (ich find die einfach zu knuffig um sie auszubeiten :X ) erst am Ende auswirkungen, die Tonika Upgrades haben ja nicht wirklich auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf.
Auch ich bin ein riesen Bioshock Fan aber die Geschichte um das gescheiterte Utopia mit seiner dazugehörigen Hintergrundgeschichte bietet für mich den interessanteren Unterhaltungswert...mal sehen wenn ich irgendwann viel Zeit habe versuch ich mich mal mit dem "komplexeren" Gerald von Riva.

Btw Wirklich guter Artikel und ihr scheint Wort zu halten was die Qualität der Artikel angeht :) !
 

mxpr

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Bei Fallout 3 find ich das Moralsystem ziemlich
gut, wenn es auch seine Schwächen hat. Wenn
man z.B. einem Penner mehrmals sauberes
Wasser zum Trinken gibt, hat mein sein Karma
find ich etwas zu schnell von böse auf gut
gebracht.
 

Tominator7

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Guter Artikel. Freut mich hier immer öfter auch so Sachen zu lesen zu bekommen.
Ich finde die Entwicklung zu spielerischer Freiheit und weitreichenden moralischen Entscheidungen sehr gut und finde mich auch immer mehr zu solchen Games hingezogen, als zu welchen, die den Spieler auf "Schienen" setzen. Bioshock hatte da ja nicht so viel, da es eben im Prinzip nur eine Entscheidung (wenn auch immer wieder wiederholt) und eine Auswirkung (das Ende, wenn man mal von Adam-Ertrag und Plasmiden absieht) gab. Bei Witcher und Fallout hatte ich allerdings so richtig das Gefühl, dass die Welt lebendig ist und meine Entscheidungen wirklich an jeder Ecke zu spüren sind.
Freue mich auf jeden Fall auf Spiele, die das noch weiter ausbauen und vertiefen. Ich werde sie defintiv spielen!
 

CoA-Labaer

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zu aller erst: FÜR mehr solche Artikel !


Inhaltlich:

In der Tat ist mmn in den meisten Spielen die Moral eher eine billige Doppelmoral.
Es gibt "total gut" und "total böse", alle anderen Spielweisen sind meißt eher von Nachteil ( zB war es einem in KotoR2 nur möglich eine "Prestige" Klasse zu bekommen wen man entweder sehr gut = Jedi oder sehr böse = Sith war. Zwar erwähnt das Spiel die "grauen" Jedi, Spieltechnisch heißt halbhalb sein aber vor allem weniger Talente zu haben :( )

peter molyneux hat übrigens auf der GDC Europe auch verraten WARUM die meißten Moralsysteme so in Stein gehauen / billig sind: die Spieler verhalten sich meißt nur entsprechend enger Maßeinheiten. So sagt er für B&W 1 hätten er und sein Team zuerst für Quests 20 verschiedene Lösungswege inklusive eigenen Dialogen etc gebaut. Faktisch hätten die Spieler dann aber in den Tests nahezu immer 2-3 dieser Optrionen gewählt (sicherlich auch deshalb weil sie garnicht an andere gedacht haben). Außerdem würden es Spieler nicht gerade genre sehen wenn sie im Nachhinein einen dauerhaften, unvorhersehbaren Schaden durch eine Entscheidung hätten ("verdammt, jetzt muss ich das Savegame von vor XX laden").
Ergo sei es die große Kunst des Gamedesigns den Spielern Entscheidungen zu bieten die sich unterschiedlich anfühlen, aber trotzdem keine Spielweise bevorteilen.
(also doch gleich sind)
In der Prasxis ist "wer soll all die anderen Dialoge einsprechen und den ganzen Content machen" natürlich auch ein großes Argument gegen ZU unterschiedliche Handlungsbäume.

Sieht man mmn auch in MassEffect 2:
Das Spiel fühlt sich zwar so an als ob die eigenen Entscheidungen (sogar aus dem letzten Teil) etwas "bewegen" würden.
Faktisch aber ändert sich nur Beiwerk, ein paar Nebendialoge. Das Spiel spielt sich ziemlich gleich.
(übrigens gilt auch in ME2: entweder ganz gut oder ganz böse, snst kann man gegen ende weder die paragon noch die renegade Dialogoptionen mehr wählen).

greez
Koala
 

Wamboland

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Also ich finde es gut - sollte es öfter und "härter" geben. Entscheidungen sollten teilweise auch wirklich ernste Konsequenzen haben - allerdings natürlich nicht das Spiel zerstören, sondern eben andere Wege offerieren.

Bis wir aber ohne strengen roten Faden auskommen wird es wohl leider noch etwas dauern ...

Generell neige ich allerdings oft dazu zu nett zu sein, selbst wenn ich auf fieses Arschloch spielen will :P

Noch unterstützen diese moralischen Entscheidungen ja nur die Handlung und das Spiel, aber ich hoffe das wir bald erste Spiele sehen werden die komplett davon getragen werden und sich wirklich dynamisch entwickeln... so in 5-10 Jahren ;)
 

The_Final

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Toller Artikel. :top: Meiner Meinung nach verbessert ein Moral-System das Spielerlebnis erheblich und ich hoffe, dass in Zukunft mehr Spiele mit einem solchen erscheinen, welches gern auch noch etwas komplexer sein darf als in aktuellen Spielen.
 

DonRossignole

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Feine Sache, Euer Artikel.

Schön, daß ihr immer öfters hinter die (Hochglanz-)Fassaden von Spielen zu schauen scheint. Wir Leser/Spieler sind ja (meist) keine Dummies und können ruhig mehr "ernste" Artikel ertragen.
Sowieso können wir uns der Diskussion um Spielinhalte nicht mehr entziehen, seit diese eine immer breitere Masse an Nutzern erreichen und auch in der Gesellschaftsdiskussion immer stärker betrachtet werden.

Ein Spiel ohne Moral ist für mich ein Spiel ohne Seele und Charakter. Bioware ist auf einem guten Weg. Hoffe sie lassen sich durch den schnöden Mammon nicht davon abbringen und steigern ihr Potential diesbezüglich weiter.
Die Grafikleistungen eines Spieles werden schon sehr bald nicht mehr zur Differenzierung von der Konkurrenz ausreichen. Hoffentlich werden dann endlich wieder die Inhalte stärker in den Entwicklungsschwerpunkt rücken.
Tolle Bilder bleiben den Spielern bei weitem nicht so in Erinnerung, wie eine starke Story.
 
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