Ich denke nicht, dass das Zentrum für Politsche Schönheit dazu geeignet ist, den Rechtsextremismus der AfD mit einer Zitatesammlung zu beweisen, (waren das nicht die selben, die auf so perfide Weise das Sommerinterview mit Weidel gestört haben) denn die allermeisten Zitate sind von der Meinungsfreiheit gedeckt und mögen, so geschmacklos sie mitunter auch sind, nicht dazu geeignet sein, Extremismus in glaubhafterer Form wieder zu geben als wenn ein Grüner Politiker von Zuwanderung bis zum Volkstod spricht. (Hr. Striegel was das glaub ich)
Dass die Mehrheit die Minderheit unterstützt würde ich auch nicht so pauschal als gegeben betrachten. Es ist sicher so dass man relativ schnell in Schnittmengen gerät, dass z.B. die AfD in einem Bereich die gleichen Ziele verfolgt wie die NPD, aber in einem anderen Bereich auch mit den Linken übereinstimmen würde. Letztendlich ist der Extremismusgedanke, in der Partei nicht so verankert, dass man von einer Gefahr ausgehen könnte oder diese gar ihr Leitbild bestimmt.
Ansonsten stimme ich nicht damit überein Islamismus und Rechtsextremimus in einem Topf zu werfen. Das eine ist eine religiöse Ideologie, das andere eine politische. Beide Gruppen untereinander stehen dazu in einem verfeindeten Verhältnis zueinander, weswegen solche Zusammenführungen Augenwischerei sind.
Ansonsten nehme ich mir den ein oder anderen Gedankenanstoß gerne von dir mit.
Ich denke dass es egal ist, ob es das Zentrum für Politische Schönheit ist oder irgendwer anders. Das was zählt sind die Positionen und Äußerungen und Verhaltensweisen der AfD, ihrer Mitglieder und Anhänger. Und beim Sommerinterview sind wir wieder beim Punkt der Scharade, der AfD, den ich ja schon behandelt hatte. Wenn ich ein öffentliches Interview gebe, haben andere in der Öffentlichkeit auch das Recht zum Protest. Korrekt wäre es als AfD/Weidel zu sagen "Ich respektiere die Buhrufe, Demos und Co. ich kämpfe auch dafür, dass ihr mich ausbuhen und öffentlich eure Parolen äußern könnt" und nicht zu sagen, ich gehe absichtlich nicht in einen Innenraum und beschwere mich dann im Nachhinein über die gemeinen Menschen, die sich öffentlich gegen mich positionieren. Wenn wir von perfide reden, ist das perfide. Ein Politiker der herumnölt, dass er in der Öffentlichkeit die Meinung gegeigt kriegt.
Ob etwas von der Meinungsfreiheit gedeckt ist oder nicht, spielt erst Mal keine Rolle. Auch ACAB ist von der Meinungsfreiheit gedeckt, Meinungsfreiheit schützt nicht vor Kritik, es ist kein Schild hinter dem man sich verstecken kann, schon gar nicht als Politiker. Es schützt einzig und allein mich vor dem Staat und auch das nur eingeschränkt, denn am Ende ist es ein Gericht was entscheiden muss. Pauschal gilt keine Meinungsfreiheit in dem Sinn, dass ich tatsächlich alles sagen könnte was ich will. Aber wie gesagt, das ist ohnehin nicht der Punkt. Der Punkt ist, die AfD ist rechtsextrem und das kann man in der Art und Weise wie die AfD kommuniziert und sich Mitglieder verhalten sehen.
Da die Wähler der AfD die AfD wählen, obwohl sie sich all dessen bewusst sind, kann man von Unterstützung der Mehrheit für die Minderheit sprechen. Man wählt keine extremistische Partei, wenn man nicht auch in Kauf nimmt, dass sie extremistisch handelt. Klar, der einzelne kann es ja gut meinen, der will eigentlich nur einen Protest setzen und wählt daher halt was er als Opposition gegen "die da oben" empfindet aber niemand kann behaupten "Hab ja von nichts gewusst", wenn am Ende irgendwelche AfD Schergen handeln wie sie reden. Und ja, bei anderen Parteien ist es auch nicht anders und da muss man, sobald jemand sich extremistisch äußert auch Kante zeigen und darauf hinweisen, wieder und wieder zur Not. Extremismus muss man Kontra geben, damit er sich nicht festsetzen und Schaden anrichten kann.
Zum Thema Islamismus und Rechtsextremismus. Ich sehe als Unterschied allenfalls den spirituellen Faktor. Der Nazi steckt den Homosexuellen ins KZ, der Islamist wirft den Homosexuellen von einem Turm oder steinigt ihn, beide hassen Homosexuelle und beide unterdrücken sie ihn im bestenfall oder bringen ihn im schlimmsten Fall um. Beide begründen sich auf konservative Werte, Traditionalismus und oder sogar beide auf Gott. Die Ansichten zur Erziehung von Kindern und zum Umgang mit Frauen sind ähnlich konservativstisch und (pseudo)-traditionell. Dass sie in einem verfeindeten Verhältnis zueinander stehen bedeutet nicht, dass sie sich nicht trotzdem stark ähneln bzw. selben politischen Spektrum befinden. Siehe Stalinisten und Trotzkisten, Sunniten und Schiiten, Protestanten und Katholiken und die Reihe lässt sich sicher noch sehr, sehr weit fortsetzen.
Ganz ehrlich: Der einzige hier der sich bisher "blöd" benimmt bist du, sorry.
Arrogant, selbstgerecht, urteilend. Entweder bist du noch ein Kind/Teenie oder du bist die schwächste Kerze hier. (...)
Ich sehe das nicht als arrogant, selbstgerecht urteilend ja aber nicht als schwächste Kerze. Es gibt einen grundsätzlichen Respekt, den man in dem Moment verliert, wo man respektlos wird und erst gewinnt, wenn man sich zusammenreißt. Nehmen wir also den Facebook post. Angenommen da ist ein Post zu Annalena Bärbock, der macht sich über sie lustig und darunter postet jemand sowas wie "Der fehlt jemand der sie mal richtig nagelt". Ich bin da ganz auf Seiten von mouthman, dass man diese Menschen nicht ernstnehmen sollte nicht in der Hinsicht, zumindest nicht in einer Hinsicht ihnen politische und gesellschaftliche Kompetenz zuzusprechen, dass man sagen könnte, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen.
Und dasselbe ist auch bei anderen Themen wahr. Wenn jemand von Chemtrails spricht, disqualifiziert sie sich selbst, wenn sie meint jemand bekanntes wie Ozzy Osbourne sei tot wegen der Coronaimpfung, disqualifiziert sie sich selbst, wenn man Erneuerbare Energien ablehnt, weil es eine Klimaverschwörung wäre, dann disqualifiziert man sich selbst. Es ist eine ganz klare Frage, wie man miteinander kommuniziert und sich positioniert. Verhalte ich mich wie eine Axt im Wald, dann ist das Kontra nicht arrogant, das Kontra ist nicht selbstgerecht, das Kontra ist gerechtfertigt und nötig, inklusive dem Urteil das dabei einhergeht. Respekt kann man nur erhalten, wenn man sich entsprechend verhält. Ich weiß nicht wo du dich aufhälst aber sachliche Diskurse sind rar gesäht und aggressive, abwertende Kommentare, gerade von großen Portalen die in Feeds gesteuert werden, sind voll mit Unrat auf Bild, Welt, Focus und Co..
Naja, genau wie es Gründe dafür gibt, dass von der Gesellschaft abgehängte Menschen eher zu Kriminalität und Gewalt neigen, gab es auch nachvollziehbare Gründe für den Hass der deutschen Bevölkerung nach dem 1.WK.
Deutschland hat den Krieg nicht begonnen und war auch nicht der Aggressor, wurde trotzdem am Ende des Krieges zum Hauptschuldigen gebrandmarkt und sozial wie wirtschaftlich ruiniert.
Nenn mir EINE Nation die keinen Dreck am Stecken hat historisch gesehen. Gibt es nicht. Auch da müsste man ja sagen "Jeder Mensch ist fähig eigenständig zu denken". Bringt dir nur nichts wenn die Politik eines Landes einen ganz anderen Kurz einschlägt als du es tun würdest. Klar kannst du gerne versuchen einen auf Märtyrer zu machen, aber es wird am Ende in 99,9% aller Fälle keinen Unterschied machen.
Stimmt, wird es nicht. Aber wenigstens handelt man richtig und nicht falsch und das ist es worauf es ankommt. Bist du ein Mitläufer, der falsche Dinge tut weil andere sie tun oder bist du ein Märtyrer, der das richtige tut, auch wenn alle um dich herum ihre Kinder prügeln, ihre Frauen schlagen, vergewaltigen, jemanden mit langen Haaren anspucken oder einen Homosexuellen in die Fresse hauen, weil er seinen Freund geküsst hat? Man hat nun ein Mal eine Wahl und diese ändert nicht die Welt aber sie ändert einen Moment, einen Tag, vielleicht auch ein Leben zum besseren. Egal ob in den USA, in Deutschland, in Indien oder wer weiß wo sonst. Jeder Mensch trägt eine Verantwortung für sich und seine Mitmenschen.
Und Personen als "Nazis, Rassisten oder noch Schlimmeres" zu brandmarken nur weil sie nicht deine persönliche Meinung teilen, zeugt nicht unbedingt von "eigenständigem Denken", nichts für ungut.
Und nein: Es hatte damals einen Dreck mit politischen Strömungen zu tun. Wer allen Ernstes vorangegangenen Generationen Vorwürfe macht obwohl er selber gar nicht dabei war, zeigt nur wie kurzsichtig und naiv der denkt.
Wenn du es ganz genau nehmen möchtest (was ehrlich gesagt ziemlich traurig ist) haben Frauen im NS-Regime in einigen Bereichen deutlich mehr Wertschätzung und Unterstützung bekommen als heute. Sagt viel darüber aus, was heute alles falsch läuft.
Du hast Recht wer jemanden als Nazi, Rassist oder schlimmeres brandmarkt, nur weil die persönliche Meinung nicht geteilt wird, handelt nicht unbedingt im Sinne eigenständigen Denkens. Aber manche persönliche Meinung ist nazistisch, rassistisch und schlimmeres und dann brandmarkt man sich selbst. Wir hatten hier im Thread ja Beispiele. Die Regenbogenflagge nicht kontinuierlich wehen zu lassen, ist nicht homophob. Migration zu steuern ist auch nicht rassistisch oder nazistisch. Allerdings enden dabei nicht immer die Positionen der Menschen. Wer Menschen grundlegend abwertet und angreift, weil sie bspw. queer sind, weil sie Migrationshintergrund haben, weil sie andere Hautfarbe haben, weil sie ein anderes Geschlecht haben oder ein anderes Alter, der ist das, wie er sich äußert. Und da ist jede Empörung fehl am Platz.
Zu dem NS Kommentar sage ich besser nichts.
Klar ist: Du hast deine Meinung. Jeder andere hat seine Meinung. Ob dir das gefällt ist demjenigen genauso egal wie andersherum. Du wirst es entweder einfach akzeptieren oder logische und auf Fakten basierende Gegenargumente für die einzelnen Bereiche hervorbringen müssen. Bei Letzterem scheitert es leider heutzutage meistens. Traurigerweise ganz besonders aus dem politisch eher linken Spektrum. Da wird mehr mit Emotionen und Halbwahrheiten gearbeitet, anstatt sich einem sachlichen Diskurs zu stellen.
Jeder arbeitet mit Emotionen und Halbwahrheite, das ist nicht "eher das linke Spektrum". Wie gesagt, die AfD-Kommentare und Ansichten sind bekannt. Das ganze Spektrum hat ein Problem mit Scheinargumentation, besonders dem argumentum ad passiones. Die Hypersensibilität ist beiden Seiten gemein. Die einen kriegen Schnappatmung, wenn Paschas kritisiert werden, die anderen kriegen Schnappatmung, wenn ein Dragartist Kindern aus einem Buch vorliest. Die Empörung wird zum Dauerzustand, egal wie trivial etwas ist und es ist dann immer die eine Seite, die falsch handelt, nie die eigene. Wie auch, wenn man nur noch Seiten kennt?
Beispiel Migrationswelle der letzten Jahre. Wenn du sagst "Ja, ich will am besten ALLE aufnehmen die herkommen möchten": Cool. Dann nimm sie doch bei dir daheim auf und bürge für sie. Aber das will ja dann plötzlich auch niemand.
Ich habe bei mir im Haus eine richtig süße Familie aus Syrien, die ihren Kindern Anstand und Moral beigebracht haben. Solche Menschen sind herzlich willkommen, erst Recht wenn sie aus Kriegsgebieten zu uns flüchten um ihre Kids in Sicherheit zu wissen. Menschlich absolut nachvollziehbar.
Alleinreisende, junge Männer hingegen die bereits mit einem iPhone in der Hand zu uns als "Flüchtling" kommen und sich einen Schei** um Gesetze, Regeln und Moral scheren haben hier NICHTS verloren. Ist meine Meinung. Kannst du gerne anders sehen, aber da rücke ich nicht von ab. Habe schon zu viel Mist erlebt durch meinen Job, in welchem Menschen in Notlagen eigentlich geholfen werden sollte.
Also kann mir da niemand erzählen ich würde mir etwas einreden oder ausdenken. Wer das tut steht halt sofort auf meiner Sperrliste, weil man solche Menschen nicht ernst nehmen kann. Damit meine ich nicht dich, denn du diskutierst ja sachlich. Aber es gibt genug Pappenheimer wie der oben zitierte Kollege, die einfach nur naiv und nicht übermäßig reif zu sein scheinen.
Und hier führst du auch noch ein Mal ein Thema auf, bei dem das Seiten einnehmen ein großes Problem ist. Die einen verwehren sich gegen Steuerung weil sie es als Rassismus sehen, die anderen träumen von Massendeportation und wollen keinen schwarzen Nachbarn. Es sind die Anhänger der Extreme, die den Diskurs vergiften und einer Lösung im Weg stehen, entweder durch Verweigerungshaltung oder eben dem anderen Extrem. Die Mitte wird genötigt sich der einen oder anderen Position anzuschließen, was mit entsprechender Gefahren von Radikalisierung einhergeht. Ich wieß nicht was das iPhone in deinem Kommentar bedeuten soll aber ansonsten ist die Ansicht denke ich gemeinhin eigentlich Konsens. Wie man das umsetzt ist dann eine komplexe Frage und es ist die Unsachlichkeit der Extreme, welche die Arbeit an den Lösungen unterminiert.