Ich mag es nicht, wenn mit unpräziser Sprache Anschuldigungen konstruiert werden. Wenn jemand einen Schwulen beleidigt, ist das noch nicht automatisch homophob. Wenn jemand etwas gemeines zu einer Frau sagt, ist das noch nicht automatisch sexistisch usw. Leider sehe ich diese geistigen Kurzschlüsse in den Medien mittlerweile so oft, dass es mir gehörig auf die Nerven geht.
Das Problem ist: Die Sprache ist präzise, und konstruiert ist nur dein verzweifelter Versuch der Abschwächung desselben.
Frage: Was ist an der Äußerung beleidigend? Antwort: Die Beschuldigung, sich wie ein Homosexueller zu verhalten.
Frage: Was sollte der darauffolgende Satz? Antwort: Der sollte Bezug auf die Homosexualität des Angegriffenen nehmen.
Wenn eine Äußerung spezifisch gemacht wurde, um Homosexualität als solche als Beleidigung zu benutzen, dann ist sie schon inherent homophob. Wenn sie desweiteren auch noch spezifisch Bezug auf die Homosexualität eines Spielers nimmt, dann ist sie auch spezifisch *bewusst* homophob.
Mit anderen Worten: Hier abschwächend nur "Beleidigung" zu verwenden wäre unpräzise, denn die präzise Beschreibung der Beleidigung ist eben "homophobe Beleidigung". Wäre die Beleidigung "Piece of Shit" gewesen, dann wäre es keine homophobe Beleidigung gewesen, sondern eine Beleidigung aus der Fäkalsprache.
Ist wie mit Autos: Wenn ich ein rotes Auto beschreibe, dann ist "rotes Auto" nunmal präziser als "Fortbewegungsmittel". Du scheinst einfach nicht zu wollen, dass solche Äußerungen eben präzise bezeichnet werden. Warum bloß? Warum willst du nicht, das das Problem spezifisch und präzise benannt wird? Warum der Versuch, sich ins Allgemeine zu flüchten?
Wenn jemand etwas gemeines zu einer Frau sagt, ist das noch nicht automatisch sexistisch usw
Hätte der Spieler ein anderes Schimpfwort benutzt, dann wäre es nicht homophob gewesen. Die Äußerung gilt ja nicht als homophob, weil der Spieler, dem die Beleidigung galt, zufällig homosexuell war - sondern weil sie spezifisch die Homosexualität als Beleidigung nutzte und dies dann auch bewusst auf den Spieler bezog.