AW: News - Wikileaks könnte
Wikileaks hält Informationen schon immer zurück. Und zwar aus markteing-technischen Gründen und nicht zum Selbstschutz. Das war schon, bevor Assange so sehr in den Medien war und die "Mordgerüchte" aufkamen.

Würden sie genau das machen, was sie propagieren, dann hätten sie von Anfang an alle Informationen veröffentlicht und daraus nicht eine riesige PR-Aktion gemacht.
Marketing-technische Gründe? Für das Zurückhalten gibt es zwei ziemlich offensichtliche Gründe.
Zum Einen muss das Material zunächst auf Authentizität überprüft und redaktionell bearbeitet werden, damit keine Rückschlüsse auf Informanten gezogen werden können und allgemein Menschen nicht zusätzlicher Gefahr ausgesetzt werden. Ohne diese Bearbeitung sehe sich WikiLeaks noch viel stärker dem Vorwurf ausgesetzt, "Blut an den Händen zu haben". Dies wird bereits jetzt zahlreich in den USA getan, jedoch grundlos, da sowohl Pentagon als auch NATO klargestellt haben, dass durch die Veröffentlichungen niemand bisher beweisbar in Gefahr geraten ist.
Zweitens hat man Lehren aus den vorherigen, großen Veröffentlichungen gezogen. Es gab Radau für ein bis zwei Tage, dann war alles wieder vergessen. Veröffentlicht man es Stück für Stück in Zusammenarbeit mit großen Outlets, so wird der Bürger kontinuierlich damit konfrontiert, was für Verbrechen in seinem Namen begangen werden. Da auch das nach wenigen Wochen abstumpft/verdampft, müssen sie sich für das nächste Mal wieder was besseres einfallen lassen.
Kurz: veröffentlicht WikiLeaks fahrlässig Fakes oder bringt Unschuldige in Gefahr, war es das mit der Glaubwürdigkeit.
Wenn er jetzt - anstatt mit Veröffentlichung zu drohen - alles einfach veröffentlichen würde, dann hätte auch niemand mehr einen Grund (außer evtl Rache) ihn umzubringen. Weil dann müsste man alle Menschen umbringen, weil es alle wissen. Es ist also in gewisser Weise paradoxes Handeln.
Siehe erster Punkt. Eine Veröffentlichung sämtlichen Materials verstöße gegen die journalistische Sorgfaltspflicht und gäbe damit den Kritikern rechtliche Handhabe, es zu unterdrücken.
Ein geistig verwirrter der meint er müsse ihn umbringen würde dies ohnehin immer tun -- unabhängig von irgendwelchen Veröffentlichungen.
Die Gefahr, die er durch diese Drohungen zu minimieren sucht, geht nicht von verwirrten Einzelgängern aus, sondern von Regierungen und multinationalen Unternehmen.
Warum werden wir generell hingehalten, wenn die Infos doch angeblich so weltbewegend sind?
Es wird veröffentlicht, was verifiziert werden konnte und bearbeitet wurde. Dass sie ein paar Schmankerl in der Hinterhand zu behalten gedenken, kann man dem Selbsterhaltungstrip zuschreiben, denn egal ob die Gefahr seiner Paranoia oder realer Gegebenheiten entspringt, für ihn ist sie real.
Nebenbei ist gerade die Paranoia der Leute bei WikiLeaks, wie man sie anhand der hier und dort veröffentlichten internen Verfahren erkennt, ein Grund, weshalb der Laden als Dead Drop für kritisches Material funktioniert und andere nicht. Denen nehme ich es ab, dass sie dafür Sorge tragen, dass die Quelle unerkannt bleibt, da es in ihrem eigenen Interesse liegt.