Patti89 am 21.10.2006 18:32 schrieb:
Man sollte die Sender mal anregen auch Positives oder wenigstens mal Neutral über das Thema zu berichten
Nicht, oder nur schwer realisierbar. Welche positiven Aspekte kann man bei Titeln wie Doom, Manhunt, Quake, Dark Messiah, Hitman oder eben auch GTA hervorheben? Die Spiele siedeln gesellschaftlich betrachtet auf dem tiefsten Niveau, da die einzigen Inhalte das virtuelle Töten von Figuren sind. Gut, man könne im Falle von Hitman mit der taktischen Note kommen, doch leider sind diese Spiele ab Teil 2 auch vollkommen ohne Taktik lösbar. Es ist schlicht und einfach der Fall, dass diese Programme nicht der breiten, erwachsenen älteren Masse, sinnig erklärt werden können. Wie soll bitte ein 50jähriger Mensch der nichts mit virtuellen Medien am Hut hat verstehen können, was "positiv" oder "harmlos" daran sein soll, Figuren in GTA zu überfahren, oder in Hitman eine Figur hinterrücks mit der Feuerwehraxt abzuschlachten. Diese Titel sind nicht die Programme die man positiv hervorheben kann, weil die Inhalte eben mehr als moralisch bedenklich sind. Dies sage ich nicht als Moralapostel, sondern als Spieler der mit der 3D-Generation dieser Action-Titel mehr als ausreichend Kontakt hatte.
Über Retro-Games wie New Super Mario, normale Rennspiele, oder andere Spielkonzepte (Flugis, Sims, B&W, Simulationen allgemein) regt sich in der Regel niemand auf, weil die Inhalte eben nicht gesellschaftlich bedenklich sind. Was bei einem Großteil der Shooter jedoch definitiv der Fall ist. Es ist eben “nur” ein Spiel, aber Aufmachung, Inszenierung und Realisierung lassen diesen Faktor teilweise doch schon recht nebensächlich erscheinen.
Trotzdem ist der Beitrag schlecht vorbereitet und die USK (eigentlich die letzte positive Instanz für die Spieler) wird als Sündenbock verurteilt. Im Bericht wurden jeweils die ungeschnittenen, blutigen, Fassungen von GTA

A und Co. gezeigt, die hier aber nicht unter dem "Ab 16" Label verkauft werden, der Bericht stellt dies jedoch so dar.
Fakt ist: Es handelt sich um ein Generationenproblem. Eine Sensibilisierung zu schaffen halte ich für unwahrscheinlich, da ich selbst als Spieler teilweise denke, "warum vergeude ich meine Freizeit mit so einem Scheiß". Eine offizielle, anerkannte Lobby für solche spielerische Inhalte wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Und meine Freunde, man kann virtuelle - interaktive - Gewalt nicht mit Filmen gleichsetzen. Im Film ist man als Zuschauer nur passiv, kann nicht entscheiden welche Figur man töten möchte. Auch gibt es im klassischen Krimifall (hier wurden Tatort und Co. erwähnt) eine moralische Instanz die am Ende
immer siegt. Dieser Faktor fehlt Spielen völlig, man kann in GTA die Polizei besiegen, und diese stellt keine wirklich ernstzunehmende Bedrohung dar. Auch fehlt ein "Moralsystem" wie in CSI und Co., wo dem Spieler klargemacht wird, dass man niemand ungestrafft ermorden darf.
Ja, der Beitrag war einseitig und schlecht aufgebaut / realisiert, aber trotzdem war die Kernidee gut: Der Gesellschaft aufweisen, was für einen Dreck da doch teilweise kleine Blagen zwischen die Finger bekommen. Falls so zumindest einige Eltern auf ihren Erziehungsauftrag aufmerksam gemacht wurden, so hat sich die Sache schon gelohnt. Spiele sind nicht einfach nur "Spiele", sie sind fester Teil einer Erziehung, und die Eltern sind primär vor Staat und Co. dafür verantwortlich, dass die Kinder solche Inhalte nicht frühzeitig und übertrieben häufig konsumieren.
Regards, eX!