Gut, dass diese News ein Update bekommen hat. So wurde ich daran erinnert, dass ich hier etwas geschrieben habe und es dazu eine Antwort gab.
Zum Thema Menschenrecht sollte doch wohl mit dem Satz "Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt" alles gesagt sein.
Nein, mit der Goldenen Regel ist dazu nicht im geringsten etwas gesagt. Denn die Goldene Regel hört sich auf den ersten Blick vielleicht toll an. Ist aber nicht mehr als eine Leerformel, vergleichbar dem tollen Begriff Menschenwürde. Es enthält einfach nichts wesentliches.
Um es mal an einem Beispiel zu verdeutlichen, das sehr gut zu deiner positiven Formulierung dieser Regel passt:
Würdest du wollen, dass ein extremer Masochist diese Regel auf Dich anwendet? Würde er dies machen, würde er seine Präferenzen auf Dich anwenden. Da er es selbst liebt, extremen und viel Schmerz zu erfahren, würdest du dann von ihm extreme Schmerzen verpasst bekommen. Bist du dann nicht gerade selbst ein extremer Masochist, wird Dir das wahrscheinlich nicht so gut gefallen, wie ich mal annehmen will.
Soll heißen: Die Goldene Regel setzt voraus, dass alle Menschen die gleichen Präferenzen bzgl. allen relevanten Handlungsalternativen haben. Dem ist aber nicht so.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass es trotz dieser Regel im NT noch fast 2 Jahrtausende gedauert hat, bis es zur Erklärung der Menschenrechte kam. Denn zu Sachen wie Religionsfreiheit, Gleichberechtigung der Geschlechter, usw. findet sich in der Bibel nichts, was sich auch nur halbwegs mit aktuellen Errungenschaften messen kann.
Klar im AT hieß es noch Auge um Auge und Zahn um Zahn aber im wesentlichen hat das NT eine größere Bedeutung für das Christentum. Im NT steht zwar, dass gewisse Menschen von Gott bestraft werden, aber es wird nicht dazu aufgerufen das die Menschen dies selbst tun sollten, wie es noch im AT der Fall war.
Kunststück. Die Autoren des NT haben sich auch nicht in einer Situation befunden, wo sie die weltliche Macht hatten, um ihre Bestrafungsgelüste aktiv auszuleben. Gepaart mit dem in vielen Teilen des NTs stark ausgeprägten Erwarten der Rückkehr des Menschensohns, wurde die Bestrafung halt aufs Jenseits und die Hölle verschoben. Dort dann natürlich viel massiver und brutaler als im AT, da die Bestrafung im AT endlich, die im NT dafür ewig ist.
Dafür das die katholische Kirche Sätze wie Säzte wie "Liebt euren Nächsten" und "Liebt eure Feinde" mit "Lasst uns in Morgenland reisen und den Moslems die Schädel einschlagen " übersetzt kann das Buch ja auch nix.
Ja, jetzt war es nur wieder die Kirche und die Religion bzw. die Bibel ist das missbrauchte Opfer...
Das ist nichts anderes als ein billigere Entschuldigungsversuch. Denn zur Bibel gehören beide Teile. In beiden Teilen wird massivst gegen Ungläubige gehetzt. Häufig dadurch, dass ihnen alle möglichen Verhaltensweisen unterstellt werden, die nach Bibelansicht verurteilenswert sind.
Im AT gibt es dann noch genügend Stellen, wo Vernichtungskriege und Völkermord gerechtfertigt werden. Im NT Stellen, wo die Vernichtungsschlacht durch Jesus gegen die Ungläubige bzw. dem Teufel beschrieben wird.
Damit lässt sich problemlos jeder Glaubenskrieg gegen Ungläubige rechtfertigen.
Und jetzt noch etwas zu
Siro1976:
Du bist also ein halber Theologe und versuchst das Christentum dadurch reinzuwaschen, dass du das gewaltverherrlichende AT aus dem Christentum herauszustreichen versuchst? Jetzt mal ganz davon abgesehen, dass das NT auf eine ganz andere Art und Weise viel widerlicher und menschenverachtender ist, frage ich mich dann doch:
Welchen Sinn ergibt diese ganze Jesus-Blutopfer-Gott-Besänftigungsgeschichte, wenn man nicht das ganze AT dazu nimmt? Wozu hat sich dieser Gott als Mensch auf die Erde begeben müssen, um sich dann als Opfer an sich selbst herzugeben, um seinen Zorn auf die Menschheit zu besänftigen?
Dieses ganze Jesusmärchen ergibt doch in der innerreligiösen Wahnsinnsdenke nur einen Sinn, wenn man auch die entsprechenden Stellen des AT dazu nimmt. Nicht umsonst haben die Autoren des NT teils mehr schlecht als recht aus dem AT zitiert und Jesus entsprechende Aussagen in den Mund gelegt.
Aber vielleicht kannst du mir da ja aus der Theologensicht erklären.