AW: Praktikum? Ausbeutung!
chschluetter am 17.08.2006 21:43 schrieb:
Lady-Yukiko am 17.08.2006 20:18 schrieb:
Dumbi am 17.08.2006 19:55 schrieb:
Lady-Yukiko am 17.08.2006 19:40 schrieb:
Lest nur mal zwischen den Zeilen der "Praktikanten", dann wisst ihr, ob ihr bei Computec arbeiten wollt, oder euch eure Erfahrung lieber woanders sucht.
Wurdest du eigentlich von der LameStar angeworben oder weshalb versuchst du gerade auf Teufel-komm-raus, das Praktikantendasein bei der PC Games schlechtzureden? :-o
Das ist jetzt aber wirklich schlechter Stil.
Und nein, es geht mir darum, Berufsanfänger vor der "Praktikumsfalle" zu warnen.
Wenn jemand nach langer Ausbildung/Studium als "Möglichket zum Berufseinstieg" ein Praktikum angeboten wird, kann ich nur sagen: Finger weg vor solchen Betrieben.
Betriebe, die es ernst mit euch meinen und euch auch reale Karrieremöglichkeiten bieten, stellen euch sofort ein und arbeiten euch richtig ein - bei voller Bezahlung.
Denn solche Betriebe sind an eurer langfristigen Mitarbeit interessiert und nicht daran, billige, rückgratlose Arbeitskräfte zu bekommen.
Es gibt auch die Möglichkeit eines Volontariats in einem Betrieb oder eines Trainee-Programms - nur auch da erkennt ihr an der Bezahlung, ob das etwas taugt: zwischen 1500 und 2000 Euro liegt da ein vernünftiger Satz.
Außerdem bekommt ihr da ein klar umrissenes, betriebliches Ausbildungsprogramm, oft auch in enger Abstimmung mit Weiterbildungsmaßnahmen bei einer Industrie -und Handelskammer.
Alles andere könnt ihr vergessen und Ausbeuter-Praktika sowieso.
1. Wer beleidigt hier jetzt wen? Vielen Dank für die Bezeichnung "billige, rückgratlose Arbeitskräfte". Für jemanden, der oder die nur aufklären will, klingen Sie seltsam emotional.
2. Ihre Bemerkung über die Rahmenbedingungen eines Volontariats sind vollkommen korrekt. Leider implizieren Sie anscheinend, dass sich der Computec Verlag nicht an diesen Rahmen hält. Ausbildungs- und Bezahlungsbedingungen liegen hier genau im, oder sogar über den Festlegungen des DJV.
3. Ich unterstelle Ihnen jetzt einmal einen tieferen Einblick in die Branche. Dann sollte es für Sie auch nichts neues sein, dass redaktionelle Beiträge oft termingebunden sind. Ich kenne und schätze die Arbeit von Herrn Burtchen und halte ihn nicht für rückgrat- oder willenlos. Er hat sich in seine Arbeit vertieft und hat unter sehr guten Bedingungen gearbeitet. Auch ich bleibe oft länger im Verlag. Jedoch kann ich ganz klar sagen, dass NIE jemand verlangt hat, dass ich das tue. Falls wir länger hier sind, geschieht dies auf eigenen Wunsch. Oft sind es gerade die von Ihnen verschrienen "Sklaventreiber" die verlangen, die uns nach Hause schicken.
4. Selbst wenn, wie von Ihnen unterstellt, unsere Tätigkeit hier als "Ausbeuter-Praktikum" zu werten wäre, ist es immer noch unsere eigene Entscheidung. Alle Bedingungen waren vorher klar umrissen und niemand zwingt uns, hier zu arbeiten.
5. Jetzt werden Sie natürlich wieder anführen, dass wir selber Schuld sind, dass wir uns so "ausbeuten" lassen. Natürlich nur meine persönliche Meinung aber: Ich gehöre lieber zu den paar Ausgebeuteten, die wenigstens irgendetwas zu tun haben, als zu dem Heer von Arbeitslosen. Und ja, ich weiss das das eine Begründung ist, die es anderen Berufseinsteigern schwer macht, gegen Ausbeuterbetriebe anzukommen. Es kommt aber nunmal auf den Einzelfall ein. Und ich für meinen Teil habe lieber irgendeine Beschäftigung in meinem Leben, als einfach nur so auf den nächsten Scheck vom Arbeitsamt zu warten. Ihnen ginge es bestimmt genauso. Schließlich machen Sie mir den Eindruck, auch eine Menge Tatendrang zu haben.
Naheliegenderweise kann ich Kollege Schlütter da nur zustimmen

und füge dem noch zwei Anmerkungen hinzu:
Diese 22h-Schicht (naheliegenderweise mit einer Menge Kaffeepausen drin) hat absolut nichts mit Zwang oder allem Impliziertem zu tun. Tatsächlich war etwas Termindruck für einen Beitrag im Magazin und ich hatte vor, dafür in die Abendstunden hinein zu arbeiten, um die Überstunden wie abgesprochen danach abzubummeln, mich dann aber beim Spielen des Titels halt so sehr vertieft, dass auf einmal alle weg waren. Ich hatte dann die Wahl, über unsere Kontaktdatenbank jemanden wach- und herzuklingeln, was ich aus Höflichkeit (Sie werden sagen: Rückgratlosigkeit) nicht getan habe, die Nacht einfach zu pennen (Überraschung: es gibt keine mir bekannte nutzbare Schlafgelegenheit bei Computec, da natürlich nicht erwartet wird, über Nacht dazubleiben) oder halt weiterzuzocken, was optimal war - ich war einmal in dem Game drin und habe auch so öfters mal Nächte durchgespielt (wer hier nicht), also war es am Einfachsten, jetzt einfach weiterzumachen und mit der abgeschlossenen Mission in den Feiermorgen zu starten. Und bei einem echten Ausbeuter-Praktikum hätte Petra Fröhlich auch einfach darauf bestehen können, dass das mein Fehler, ergo mein Pech ist und schön weiterschreiben...
Dementsprechend bitte ich, dies als Workaholics von Zeit zu Zeit unterlaufende Anekdote zu werten (die ich für mein Studium oder Projekte schon dutzende Mal deutlich gezwungener hinter mir habe) und keinesfalls als in irgendeiner Form repräsentativ für den Alltag irgendeines Mitarbeiters, Volontärs oder Praktikanten bei Computec.
Und damit wieder zurück zum Allgemeinen:
Tatsächlich kam bereits am 3ten Tag meines Praktikums Dirk Gooding einmal auf mich zu und mit meinte mit ernstem Gesichtsausdruck, ich solle mal früher gehen. Und da war es noch nicht mal 17 Uhr
Dass wir das genaue Volontariatsgehalt an dieser Stelle nicht posten, ist wohl verständlich - aber eigentlich sehen unsere Volontäre ganz zufrieden aus...
Um das nochmal sehr deutlich zu umreißen: für die Arbeit eines Werkstudenten (und der Begriff ist ja nun auch keine Erfindung böser Venture-Kapitalisten...) bekommt man hier einiges geboten. Die anderen Redakteure, auch die mit "Chef" im Titel, gehen nicht nach der Devise "Ich bin zu faul für x, lass das mal'n Prakti machen" vor, sondern setzen sich mit uns hin, um gemeinsame Arbeiten zu besprechen und sind bei Fragen auch für uns da.
Auch wenn es Sie überraschen mag: das geht durchaus soweit, dass man mit den Chefredakteuren Wohnungsmöglichkeiten für Kommende erörtert
Die Generation Praktikum ist auch uns ein Begriff und neulich sehr lustig in der Küche diskutiert worden

- nebenbei bemerkt, auch die ZEIT (ich bin Abonnent, kenne also diesen Artikel) vergibt Praktika -, ich kann Ihnen aber versichern, dass die Arbeitsbedingungen bei Computec von Respekt für den Status und das Wissen eines anderen Menschen geprägt sind.
Ich will keineswegs leugnen und kenne auch aus meinem Umfeld genügend Beispiel für die genannten Ausbeuter-Praktika - aber mein derzeitiges Zocken und Schreiben hier gehört keineswegs dazu.
Die Motive für Ihre Ausführung mögen hehr sein - aber da ich Ihnen trotz einem Einblick in die Branche einen Einblick in unsere Befindlichkeiten abspreche, würde ich Ihnen raten, er bei einem Kölner Privatsender zu posten. Oder bei nahezu jeder beliebigen Tageszeitung. Aber bei uns vielleicht nur, wenn Sie einen Beleg hätten, der über Wortklauberei und Pauschalunterstellungen hinausgeht
Dumbi am 17.08.2006 21:55 schrieb:
Lady-Yukiko am 17.08.2006 20:18 schrieb:
Dumbi am 17.08.2006 19:55 schrieb:
Lady-Yukiko am 17.08.2006 19:40 schrieb:
Lest nur mal zwischen den Zeilen der "Praktikanten", dann wisst ihr, ob ihr bei Computec arbeiten wollt, oder euch eure Erfahrung lieber woanders sucht.
Wurdest du eigentlich von der LameStar angeworben oder weshalb versuchst du gerade auf Teufel-komm-raus, das Praktikantendasein bei der PC Games schlechtzureden? :-o
Das ist jetzt aber wirklich schlechter Stil.
Nein, schlechter Stil ist es, Leuten hier zu unterstellen, dass sie sich "ausbeuten lassen" oder sie als "Kaffeeholer" oder "rückgratlos" zu bezeichnen und gleichzeitig den Computec Verlag als Ausbeuter darzustellen, obwohl du keine, aber nicht einmal die geringste Ahnung hast, unter welchen Umständen diese Leute ihr Praktikum absolviert haben. Denn ob du es glaubst oder nicht: Es gibt auch anständige Praktika!
Das in höflich wollte ich zum Ausdruck bringen
PS: Wundert es Sie nicht, dass, obwohl dieser Thread schon über ein Jahr besteht, noch kein einziges Posting eines ehemaligen Praktis dabei ist, der sich schlecht behandelt und ausgenutzt gefühlt hat? Dafür kann es mehrere Erklärungen geben:
1. Das Praktikum ist doch gar nicht so schlecht.
2. Dieser Thread wird permanent zensiert und alle ehemaligen Praktis mit Knebelverträgen zu hohen Schadensersatzforderungen genötigt, sollten sie die Wahrheit je preisgeben. Und natürlich haben die alle Angst, auf schwarze Listen zu kommen, mit denen man dann nie wieder einen Job findet. Und hinter Felix, Christian und meiner Wenigkeit patroullieren Petra und Dirk mit der Peitsche...